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25.6.2018 : 9:46 : +0200

ip Nr. 39 "Danke Ken Wilber"

Die Ausgabe 39 des IF-Magazins "integrale perspektiven" mit dem Titel "Danke - Ken Wilber" ist im Februar erschienen.

Liebe Leserin, lieber Leser,

vor gut 40 Jahren, 1977, erschien Ken Wilbers erstes Buch, The Spectrum of Consciousness (Das Spektrum des Bewusstseins), und vor 20 Jahren, 1998, kam ein Kreis von Interessierten bei einem Seminar zusammen und es wurde der Arbeitskreis Ken Wilber gegründet, aus dem dann das Integrale Forum e.V. hervorging. Beides ist für mich Anlass und Gelegenheit innezuhalten und nachzuspüren. Was ich dabei erlebe sind eine große Freude und eine tief empfundene Dankbarkeit, und so sind Titel und Inhalt dieses Heftes auch ein Ausdruck dieser Dankbarkeit, von Menschen, die von der Arbeit Ken Wilbers auf die eine oder andere Weise berührt wurden.

Dies ist nicht der Platz oder gar die Zeit, um irgendeine Art von Zusammenfassung zu geben oder ein Fazit zu ziehen – zu frisch sind die Eindrücke, zu viel wartet noch darauf veröffentlicht und gelesen zu werden, zu dicht ist der Abstand, um wirklich einen Überblick zu haben, und zu viel ist in Bewegung, was den Transfer des Integralen in die reale Welt betrifft. Doch es ist eine Einladung zu einem Anhalten im Strom der Ereignisse für diejenigen, die, wie ich, als Zeitzeugen das Integrale in seiner Entwicklung in den zurückliegenden Jahren verfolgt, begleitet und auch ein Stück mitgestaltet haben. Selbstverständlich ist diese Entwicklung nicht mit nur einem Namen verbunden. Es könnte sich – auch hier ist eine Bewertung zukünftig sicherer vorzunehmen als heute – tatsächlich um einen Quantensprung im Bewusstsein handeln, der viele frühe Vorläufer hat und überall wirkt, unabhängig davon was man darüber gelesen oder gehört hat. Der integrale Geist weht wo, wann und wie er will. Er lässt sich nicht „einsperren“, weder in einer Person oder in einer Organisation, noch in einer Theorie, Philosophie oder Praxis. Dennoch, und das gehört dazu, ist der Name Ken Wilber untrennbar mit dieser Entwicklung verbunden, er wurde wie kein anderer zum Chronisten und Erklärer dessen, was wir als Zeitzeugen miterleben, die Sichtbarwerdung eines integralen Bewusstseins als eine weitere, zusätzliche „Farbe“ in einem Gesamtspektrum des Bewusstseins.

Ich hatte einmal mehr die Freude, im direkten Austausch mit Menschen mich über deren Leben und Arbeit zu unterhalten, und das Ergebnis sind mehre Interviews und Beiträge in diesem Heft. Weiterhin habe ich aus der Reihe The Ken Wilber Biography Project einige Audiobeiträge für diese Ausgabe übersetzt, die uns den persönlichen Ken Wilber näherbringen. Ein ganz persönliches Dankesschreiben an ihn ist der Beitrag von Sonja Student, und sie spricht mir aus dem Herzen.

Einen Aspekt meiner Lebensbereicherung durch das Integrale möchte ich noch erwähnen, und das sind die Begegnungen mit vielen unterschiedlichen Menschen, mit intensiven und auch kontroversen Diskussionen. Erst über den Austausch wird das persönlich Erlebte von einer Privatangelegenheit zu einer öffentlichen Sache und kann auch dann erst in der Welt Wirkung entfalten. Erst über das Spannungsfeld unterschiedlicher Meinungen entstehen Entspannung und Integration in einer sich vor allem technologisch rasant entwickelnden Welt, die gleichzeitig auch außerhalb von Zeit und Raum erfahrbar und verwirklichbar ist, als ein von Liebe und absolutem Frieden durchdrungenes Sein, in jedem ihrer zeitlichen Augenblicke.

Michael Habecker für das ip-Team