Sie sind hier: IF-HOME > Zeitschrift Integrale Perspektiven > IP - aktuelle Ausgabe
DeutschEnglishFrancais
16.8.2018 : 8:41 : +0200

ip Nr. 40 "Integrale Kunst + Pädagogik"

Die Ausgabe 40 des IF-Magazins "integrale perspektiven" mit dem Titel "Integrale Kunst + Pädagogik" ist im Juni erschienen.

Liebe Leserin, lieber Leser,

in dieser Ausgabe 40 der integralen perspektiven mit dem Titel Integrale Kunst + Pädagogik knüpfen wir an Themen an, denen wir bereits früher einen Schwerpunkt gewidmet haben. (Das Thema Kunst war Schwerpunkt in den Ausgaben 2 und 15, das Thema Pädagogik in der Ausgabe 10 und die Ausgabe 29 widmete sich dem Thema Kreativität.) Für diese Ausgabe, und das freut mich besonders, konnte ich Dr. Joachim Penzel gewinnen. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter für Grundschuldidaktik / Gestalten an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, ist selbst mit Beiträgen im Heft vertreten und hat Autoren und Interviewpartner für dieses Thema gewinnen können. Von ihm stammt auch der nachfolgende Text:

Die in diesem Heft versammelten Beiträge verdeutlichen eindrucksvoll, dass die Künste vielfältige Möglichkeiten bieten, innerhalb des sozialen Zusammenlebens kreative und kritische Kräfte zu entfalten. Diese beanspruchen nicht nur Wahrnehmung und Psyche, sondern beziehen alle Persönlichkeitsaspekte ein, die Ken Wilber im Quadrantenmodell zusammengefasst hat. Künstlerisches Schaffen, ob als Musik, als literarischer Text, als Bildwerk, als Architektur oder als Gestaltung von Alltagsobjekten ist eine Antriebskraft sowohl persönlicher Entwicklungen als auch der menschlichen Evolution. In diesem Sinne erscheinen heute auch die Grenzen zwischen Kunst und Pädagogik fließend. Jedes Kunstwerk ist im idealen Fall eine Art Lehrer für sein Publikum, indem es Impulse für geänderte Erfahrungen des Alltäglichen bietet. „Ändert sich die Wahrnehmung, so ändert sich die Wirklichkeit“ – so hat Drunvalo Melchizedek, einer der bekanntesten amerikanischen spirituellen Lehrer der Gegenwart, die Impulse aus der Kunst einmal beschrieben. Achtsamkeit und Demut gegenüber der Natur und gegenüber den Gütern der Kultur zu leben, dazu fordert jedes Kunstwerk auf. Angesichts der Überfülle oberflächlicher und schnell vergänglicher Reize der aktuellen massenmedialen Gesellschaft scheint es wichtig, Menschen schon im Kindes- und Jugendalter im Schutzraum der Kunst für ihre ästhetischen Fähigkeiten zu sensibilisieren. Sie können hier ihre eigene Empfindungsfähigkeit erleben, ihre Gestaltungspotentiale entdecken und entwickeln, im künstlerischen Schaffen Selbstwirksamkeit und Anerkennung erfahren und im kreativen Spiel verstehen, dass die Lösung aller noch so gravierenden Weltprobleme in jener schöpferischen Freiheit liegt, die hier auf Erden nur uns Menschen gegeben ist.

Die versammelten Beiträge verdeutlichen nicht nur die enge Verbindung von Kunst und Pädagogik als einer ästhetischen Lebenslehre, sondern zeigen auch das Spektrum von dem, was heute unter dem Kunstbegriff diskutiert werden kann. Plötzlich werden Gemeinsamkeiten anspruchsvoller baugebundener Gestaltung mit Graffiti deutlich, Zusammenhänge zwischen spiritueller Malerei und einem Hollywood-Blockbuster sichtbar oder es zeigt sich eine ideelle Verbindung von Land Art und Design. Wir leben in einer Zeit des Umbruchs und Aufbruchs. Dieser Wandlungsprozess wird von den Künsten thematisiert und mitgestaltet.

Michael Habecker für das ip-Team

 

PS: Ich hatte im Herbst 2016 dem Hauptkreis des integralen forums mitgeteilt, dass ich die Herausgabe der integralen perspektiven und auch des Online Journals innerhalb von 2 Jahren beenden werde. Dieser Zeitpunkt rückt nun näher, und so möchte ich diese Information in dieser Ausgabe an Sie, die Leserinnen und Leser der ip, hier schon bekanntgeben.

Auf meine Anfrage wurde mir mitgeteilt, dass das IF derzeit an einer „veränderten Medienlandschaft mit Bewährtem, Transzendiertem und Neuem arbeitet“ und in der nächsten Ausgabe der integralen perspektiven dazu berichten wird.

Eine „ordentliche“ Verabschiedung gibt es dann in der Oktober-Ausgabe der integralen perspektiven „meinem“ letzten Heft als Herausgeber.