Sie sind hier: IF-HOME > Grundlagen des Integralen > Quadranten
DeutschEnglishFrancais
24.7.2017 : 6:50 : +0200
Quadranten

Die vier Quadranten

Die vier Quadranten sind ein Modell des Autors und Philosophen Ken Wilber. Sie stellen eine Verbindung zweier elementarer Unterscheidung der manifesten Wirklichkeit dar. Diese Grundunterscheidungen sind

a) innerlich/äußerlich und

b) individuell/kollektiv

Nach Ken Wilber existiert kein Innerliches ohne ein Äußerliches, kein Äußerliches ohne ein Innerliches, kein Singular ohne ein Plural und kein Plural ohne ein Singular, und zwar seit Beginn aller Manifestation (Urknall).

Die Zusammenführung dieser beiden Grundunterscheidungen ergeben die vier Quadranten. Sie bedeutet dass jedes Ereignis mindestens diese vier Dimensionen hat:

- innerlich individuell (intentional)

- äußerlich individuell (verhaltensmässig)

- innerlich kollektiv (kulturell)

- äußerlich kollektiv (sozial/System)

Beispiel: Ein Gedanke

Einen Gedanken der mir kommt erlebe ich phänomenologisch (oberer linker Quadrant). Dieser Gedanke hat hirnphysiologische Entsprechungen (oberer rechter Quadrant). Der Gedanke entsteht vor dem Hintergrund meiner kulturellen Prägungen und Entwicklung und ist von diesen geformt (unterer linker Quadrant). Gleichzeitig ist dieser Gedanke auch geprägt und geformt von den sozialen und gesellschaftlichen Verhältnissen in denen ich lebe (unterer rechter Quadrant).

Erstmals präsentiert und erläutert hat Ken Wilber das Modell der vier Quadranten in seinem 1995 erschienenen Buch Eros, Kosmos, Logos (S. 160)

Die vier Quadranten sind seit ihrer Veröffentlichung zu einem der bekannsten integralen "Instrumente" geworden, und werden von immer mehr Menschen dazu verwendet, Themen unterschiedlichster Art (Medizin, Psychologie, Spiritualität, Ökologie, Wissenschaft, Kunst ...) aus vier grundlegenden Perspektiven als ein Ereignis oder Thema mit (mindestens) vier unterschiedlichen Dimensionen oder Aspekten zu betrachten.

Die Quadranten als Perspektiven und Wahrnehmungsbereiche öffnen uns für die Daseinsbereiche von innerlich/äußerlich und individuell/kollektiv.