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18.5.2012 : 17:06 : +0200

Projekt: Fachtagung „Entwicklung und Differenz“

Die Perspektive stufenförmiger Entwicklung – Geschichte, Aktualität und praktische Umsetzung

Geplanter Termin:

Mitte 2012 an der  Johannes-Gutenberg-Universität, Mainz

Veranstalter:

Institut  für Erziehungswissenschaften
Prof. Dr. Detlef Garz
Boris Zizek (M.A.)

Referenten:

Neben vielen bekannten ForscherInnen soll als Gastredner unter Würdigung seines Lebenswerkes  Dr. Robert Kegan (Harvard University, USA) eingeladen werden.

Robert Kegan ist ebenfalls Mitglied des Integral Institutes in den USA.

Außerdem wird angefragt Dr. Susanne Cook-Greuter, eine international bekannte Autorität auf dem Gebiet der Erwachsenen-Entwicklung, und Ehren-Präsidentin der DIA, Gründungsmitglied von Ken Wilbers Integral Institute (I-I) und Co-Direktorin des Psychology Centers (I-I). 

Partner:

DIA – Die integrale Akademie

und weitere Universitäten

Förderbetrag:

DIA ist Partner der Veranstaltung und die EIA will sich mit 5000 Euro an der Tagung und dem Tagungsband beteiligen.

Ansprechpartnerinnen:

Hilde Weckman (EIA)

Sonja Student

Thema und Zielsetzung:

Die Perspektive stufenförmiger Entwicklung bildet sich mit Georg Wilhelm Friedrich Hegel erstmals zu einer prägnanten Sicht auf den Menschen heraus, dessen Ontogenese Hegel als ein erneutes Durchlaufen der Phylogenese und im Kontrast etwa zu Johann Wolfgang Goethe als einen krisenhaften Prozess auffasst. Über Wilhelm Dilthey wird die Entwicklungsperspektive zu einem wesentlichen Element etwa der Philosophischen Anthropologie Helmuth Plessners (Stufen des Organischen) und der Sozialpsychologie George Herbert Meads (Formen der Rollenübernahme: Einzelspiel, Wettkampf, universeller Diskurs).

Scheinbar ganz unabhängig von der Hegelschen Tradition, faktisch aber doch von James Mark Baldwin und dessen Hegel-Rezeption beeinflusst, bildet Jean Piaget die Perspektive stufenförmiger Entwicklung heraus, so dass Thomas Kesselring die systematischen Gemeinsamkeiten mit Hegel in Entwicklung und Widerspruch aufzeigen konnte. Im Anschluss an Piaget wird Entwicklung in ihren Einzelbereichen, der Kognition, der Moral, der Ästhetik und der Religion untersucht. Dabei hat Lawrence Kohlberg, an Piaget wie an Baldwin anknüpfend, eine bedeutende Differenzierung der Moralentwicklung geleistet.

Die Fäden der seit Hegel weiter differenzierten und vor allem empirisch untersuchten Perspektive stufenförmiger Entwicklung werden seit einiger Zeit nun wieder zu einem ganzheitlichen Ansatz verwoben. Um nur einige Beispiele zu nennen: Detlef Garz bettet in Sozialpsychologische Entwicklungstheorien die in der Tradition Piagets stehenden Entwicklungstheorien mit Mead in eine Theorie der sozialen Konstitution der Ontogenese, Boris Zizek integriert in Probleme und Formationen des modernen Subjekts Plessners Stufen des Organischen und damit die Leiblichkeit in die entwicklungstheoretische Perspektive auf das Subjekt. Robert Kegan leistet in Entwicklungsstufen des Selbst eine Integration der Einzelkompetenzen in Subjektstufen und auch der späte Kohlberg knüpft in Psychologie der Lebensspanne mit der Metapher des Menschen als Philosophen wieder an eine ganzheitliche Perspektive auf das sich entwickelnde Subjekt an.

Der Perspektive stufenförmiger Entwicklung entgegen laufen relativistische Strömungen. Ihnen zufolge gibt es keine stufenförmige Entwicklung, sondern bloß Differenzen. Historisch betrachtet wenden sie sich damit durchaus verdienstvoll gegen ethnozentrische, vereinnahmende Strömungen und haben für die Wissenschaft eine fruchtbare Verfremdung zentrischer Alltagsperspektive geleistet. Die Frage ist jedoch, ob sie das letzte Wort sind oder ob sie sich nicht vielmehr in die Perspektive der Entwicklung integrieren, mithin aufheben lassen. Vor allem mit  Kegans Entwicklungsstufen des Selbst lässt sich eine solche Diskussion eröffnen.

Aufbauend auf diese historisch-systematische Diskussion sollen empirische Studien Probleme und Aufschlusskraft der Entwicklungsperspektive für die Sozialforschung aufzeigen und die Diskussion konkretisieren.

Auf Grundlage dieser historisch-systematischen Entfaltung der Entwicklungsperspektive und der Vergegenwärtigung ihrer Relevanz für die Forschung werden schließlich an Fallbeispielen und Erfahrungsberichten Fragen der praktischen, pädagogischen Anwendung und Umsetzung zum Gegenstand gemacht.

Was es braucht:

Spenden und Zustiftungen zur Deckung der Reisekosten der Referenten sind herzlich willkommen!

Spenden und Zustiftungen:

Alle Spender und Stifter werden auf Wunsch namentlich als Förderer auf der Webseite erwähnt. Für kleinere Spenden und größere Zustiftungen wenden Sie sich bitte an Hilde Fauland-Weckmann.

Kontoverbindungen, sowie weitere Details finden Sie unter folgendem Link.