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21.8.2017 : 14:04 : +0200

Schule einer integralen Spiritualität - SIS

Eine Initiative für eine erkenntnisbasierte Spiritualität in unserem Leben und der Welt

Kernaussagen

Zur Lage der Spiritualität

Spiritualität hat in der gegenwärtigen Zeit für viele Menschen an Bedeutung gewonnen, als eine Ergänzung oder Alternative zu den Angeboten der bestehenden Religionen und Naturwissenschaftlichen Erklärungsmodelle zur Sinnsuche für sich selbst und in der Welt. Es gibt eine Vielzahl von LehrerInnen und Angeboten, und viele Menschen bezeichnen sich als spirituell, oder befinden sich auf einem spirituellen Weg. Gleichzeitig wird das Thema in der Öffentlichkeit weitgehend ignoriert, oder eher negativ im Sinne von New Age diskutiert. Die wissenschaftliche Welt nimmt, bis auf wenige Ausnahmen, wie z. B. der Messung von Gehirnströmen Meditierender, von diesem Thema so gut wie keine Notiz. Ähnliches gilt für die Bereiche Wirtschaft/Business und Politik. Die spirituelle Szene ist zerstreut, LehrerInnen bleiben weitgehend mit ihren Schülern oder ihrem Publikum isoliert, und eine Vielzahl unterschiedlichster Stimmen be-stimmen die Diskussionen, weitgehend außerhalb der Öffentlichkeit. 

Gleichzeitig erwachen zunehmend mehr Menschen zum integralen Bewusstsein. Damit verbunden sehnen sie sich nach einer Spiritualität die zeitgemäß, alterstauglich, und die mit wissenschaftlichem Denken nachvollziehbar ist. Eine Spiritualität deren Lehrerinnen und Lehrer sowie Schülerinnen und Schüler authentisch und lebensnah leben, lehren und lernen.

Dies herbeizuführen ist ein Anliegen der SIS.

Wozu eine SIS?

Spiritualität bzw. spirituelle (oder auch religiöse) Erfahrungen gehören zum menschlichen Leben dazu – von Anbeginn an. So universell diese Erfahrungen auch zu sein scheinen, so unterschiedlich zeigen sie sich von Individuum zu Individuum, von Kultur zu Kultur, und von Menschheitsepoche zu Menschheitsepoche. Eine SIS sieht ihre Aufgabe darin, das Phänomen Spiritualität in allen seine persönlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Dimensionen zu erforschen, und die Ergebnisse dieser Forschungen allen Menschen – zum Wohle aller Menschen zugänglich zu machen.

Die konkreten Ziele einer SIS

  • die laufende Untersuchung der Frage: was ist und bedeutet Spiritualität in einer und für eine sich entwickelnde Welt?
  • die Be-gründung von Spiritualität auf und durch Wissenschaft (siehe dazu das Papier Spirituelle Wissenschaft und wissenschaftsbasierte Spiritualität)
  • die Erarbeitung von Qualitätskriterien einer guten und authentischen Spiritualität
  • die Förderung der Diskussion und des Erfahrungsaustausches spiritueller LehrerInnen untereinander
  • die Erarbeitung eines Kriterienpapiers für spirituelle Lehrerinnen und Lehrer, die sich mit dem Ansatz von integraler Spiritualität verbunden fühlen.
  • das Betrachtung des Schüler-Lehrer Verhältnisses in der Spiritualität
  • die Beschreibung und Vermittlung von „absoluten“ und „relativen“ spirituellen integralen Praktiken im Sinne einer integralen Lebenspraxis
  • das Praktizieren von Spiritualität
  • die Einbringung von Theorie und Praxis einer integralen Spiritualität in die Gesellschaft und den „Mainstream“.
  • Austausch, Kennenlernen und gemeinsame Veranstaltungen mit Gemeinschaften, die an integraler Spiritualität interessiert sind.
  • Bildung von Orts- und Regionalgruppen für Menschen die Spiritualität praktizieren.
  • Bildung von Regionalgruppen für „integrale“ spirituelle Lehrerinnen und Lehrer
  • Koordinierung und Schaffung von Seminarangeboten: regional und überregional

Für wen ist eine SIS da?

  • Eine SIS ist sowohl für spirituelle Lehrer da, zum Erfahrungs- und Gedankenaustausch darüber, was es bedeutet heute spiritueller LehrerIn zu sein, und welche Kriterien dabei zur Anwendung kommen könnten (siehe dazu das Positionspapier des Integralen Forums in der Anlage 2).
  • Eine SIS kann als ein Erklärungsrahmen für spirituelle (und religiöse) Lehren betrachtet werden, vor dem Hintergrund von Fragestellungen wie: wie muss eine Welt angelegt sein, in der all die unterschiedlichen spirituellen Traditionen und zeitgenössischen Strömungen und Lehren einen Platz haben, und wie hängen diese alle zusammen? Welche gemeinsamen „integralen“ Weisheitsaspekte gibt es  in den verschiedenen Traditionen? Welche integralen gesellschaftlichen Entwicklungen gibt es aktuell, wie sehen diese aus und wie können sie gestärkt werden?
  • Eine SIS ist für an authentischer Spiritualität interessierte Menschen da, um diesen Menschen ein qualifiziertes Angebot an Spiritualität zu machen, sowohl was die Theorie als auch was die Praxis betrifft.
  • Eine SIS versteht sich auch als eine im weitesten Sinn gesellschaftliche Institution, die auf die Kultur und Gesellschaft eine positiven Einfluss nehmen will, zum Wohle aller Menschen und Wesen.
  • Die SIS ist für alle spirituell interessierte Menschen offen, die sich auf einen integralen Basisrahmen einlassen können und wollen.

Worauf basiert eine SIS?

Basis der SIS ist der von Ken Wilber entwickelte Methodenpluralismus, als der derzeit umfassendste Wissenschaftsansatz. In ihm werden alle bekannten Untersuchungs- und Erkenntnismethoden der Menschheit in einen integrierenden Erklärungsrahmen gestellt, aus dem ersichtlich wird 

  • die „Größe“ einer Erkenntnisperspektive (das was sie erklären kann)
  • die Grenze einer Erkenntnisperspektive (das was sie nicht erklären kann)
  • der Zusammenhang der Erkenntnisperspektiven untereinander zur Beschreibung einer  Wirklichkeit aus unterschiedlichen Perspektiven

Mit diesem Ansatz kann die teilweise herrschende Sprachlosigkeit der Wissenschaften untereinander überwunden werden, und die Spiritualität und ihre Praxismethoden auf das Fundament sowohl geisteswissenschaftlicher wie auch naturwissenschaftlicher Untersuchungen gestellt werden. Dadurch können historische sowie zeitgenössische   spirituellen Lehren und LehrerInnen (wie z. B. Andrew Cohen, Genpo Roshi, Depak Chopra, A.H. Almaas, Thomas Hübl, Annette Kaiser, Willigis Jäger …) im Hinblick auf ihre Inhalte und Aussagen gewürdigt, aber auch einer kritischen und wissenschaftsbasierten Diskussion zugänglich gemacht werden.