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26.10.2014 : 7:55 : +0100

Rückblick

„Entwicklung integral: Tue es (un)endlich.“

Bericht von der Jahrestagung des Integralen Forums 2012

Dennis Wittrock

Dieses Jahr hatte das Integrale Forum unter dem Titel „Entwicklung integral – Menschen, Kulturen, Systeme verstehen und begleiten“ nach Berlin eingeladen. Mancher Teilnehmer suchte auf dem Campus der GLS Sprachschule wohl vergeblich nach einem Bankautomaten, handelte es sich hier doch nicht um einen Ableger des sozialverträglichen Bankinstitutes aus Bochum, sondern vielmehr um die German Language School (GLS), die als Veranstaltungsort gewählt wurde. Passend, darf man behaupten, denn die Tagung war in diesem Jahr noch internationaler als je zuvor. So waren mit Jeff Salzman, Susanne Cook-Greuter, Barrett Brown, John Bunzl, Martin Ucik und Ken Wilber nicht nur sechs fremdsprachige Gäste im Programm, auch auf Seiten des Publikums traf man dutzende Vertreter aus ganz Europa, die eigens für die Tagung und das Integral Europe-Treffen im Anschluss angereist waren.

Die vielen Facetten von Entwicklung

Das Vorprogramm bestritten in diesem Jahr Stefan Schoch mit einer Einführung in den Integralen Ansatz sowie Hanna Hündorf und Joachim Wetzky mit einer Meditation im öffentlichen Raum („Facebook-Medi-Flashmob“ auf Neudeutsch). Im Einführungsbeitrag illustrierten die IF-Vorstände Dennis Wittrock, Sonja Student und Hilde Weckmann zusammen mit Michael Habecker und Rolf Lutterbeck wichtige Aspekte des Entwicklungsbegriffes im dialektischen Wechselspiel einseitiger Stimmen, die aber stets in eine integrale Synthese mündeten. Dennis Wittrock mimte den Tolle, als er mit Berufung auf die „Kraft der Gegenwart“ das Konzept der Entwicklung in Gänze scherzhaft als bloßes Hamsterrad des Geistes verwarf: Entwicklung brauche Zeit und Zeit sei nun mal eine Illusion, es gebe nur das Jetzt. Michael Habecker, seines Zeichens bekennender Wilber-Fußnoten-Fanatiker, stellte das oft übersehene Konzept der „horizontalen“ Entwicklung durch Phasen und Zyklen der bekannten vertikalen Entwicklung durch Ebenen an die Seite – zwei Bewegungen, die sich im Bilde Arnold Toynbees harmonisch zum „Webstuhl der Geschichte“ vereinen. Rolf Lutterbeck und Sonja Student beleuchteten das Thema „Entwicklung und Differenz“. Entwicklung ist multidimensional, wie Lutterbeck anhand seines „Integramms“ verdeutlichte. Sonja Student war indessen zu „Linette“, der „Linien-Stress-Maus“, mutiert, und karikierte das Bestreben, auf allen Entwicklungslinien glänzen zu wollen – zu EM-Zeiten gar an der Mittellinie! Integrale Entwicklung hingegen berücksichtige vielmehr auf ausgewogene Weise verschiedene Quadranten, Linien und Typen und umarme dadurch, Leonardos berühmter Zeichnung gleich, die horizontale Breite und die vertikale Fülle. Hilde Weckmann schließlich diskutierte die einseitigen Stimmen von Progression vs. Bewahren-Wollen sowie die Stimme eines unkritischen Evolutions-Optimismus als auch pessimistischer Devolutions-Rhetorik. Gemeinsam schuf das Team einen umfassenden Rahmen einer integral informierten Sicht auf Entwicklung. 

Willkommene Selbstkritik ...

Die folgende Referentin, zugeschaltet aus den USA via Skype, war Dr. Susanne Cook-Greuter. Sie hätte ihre wahre Freude gehabt angesichts der Vielsprachigkeit der Teilnehmer, denn sie ist nicht nur eine bekannte Harvard-Entwicklungsforscherin, als studierte Linguistin betrachtet sie Sprache als ihr Steckenpferd. In ihrem Beitrag „Annahmen oder Überzeugungen? – Eine Perspektive auf die heilsbringerischen Aspekte der Integralen Bewegung“ warf sie ein (selbst-)kritisches Schlaglicht auf die Szene – eine liebevolle Kritik, die vor allem aus der Ebene des Konstrukt-Bewusstseins nachvollziehbar wird.[1] Wie integral und umfassend ist die integrale Theorie, wenn sie bisher nur Weltzugangsweisen beinhaltet, die einseitig dem Typus der indoeuropäischen Sprachfamilie entspringen? Die Sprachstruktur präge eben fundamental, wie wir das ungebrochene Kontinuum der Erfahrung in Einzelteile aufspalten, und hier gebe es mehr sprachlichen Reichtum, der durch die Dominanz des Englischen als Lingua Franca zum Teil unberücksichtigt bliebe. Ebenfalls Sorgen bereitete ihr der Hurra-Optimismus gewisser integraler Evolutionäre, deren selbstreferentiell geschlossene Weltsichten sie latent in  Gefahr sieht, von Ego-inflationären Tendenzen vereinnahmt zu werden. Ihr Beitrag, wenn auch polarisierend und womöglich herausfordernd für Einsteiger in die integrale Weltsicht, wurde immer wieder von Szenen-Applaus unterbrochen. Hier wurde einem gekonnt der begriffliche Teppich unter den Füßen weggezogen.

... und der Schritt zu integraler Weisheit

Der Spannungsbogen war eröffnet worden, und Jeff Salzman vom Integral Institute ließ all die treuen Seelen, die sich aus der Innensicht leidenschaftlich mit dem Integralen identifizieren, nicht einfach im luftleeren Raum des Konstrukt-Bewusstseins hängen, den seine geschätzte Vorrednerin so eloquent eröffnet hatte. Sein Beitrag „Integrale Morgendämmerung – Wie höheres Bewusstsein in die Welt kommt“ thematisierte die neuartigen Qualitäten des Integralen Bewusstseins, die wir als integral Entwickelte in uns selber beobachten können. Dies umfasst eine freundliche Umarmung aller vorherigen Werteebenen in uns: vorsprachliches Beige, familiäres Purpur, selbstbewusstes Rot, dienend-aufopferungsvolles Blau, intelligent-individualistisches Orange und herzoffenes Grün. Entwicklung sei mitunter ein herzzerreißender Prozess des Loslassens engerer Identitäten. Die Band R.E.M. hat es einst treffend vertont: „Losing My Religion“. Bemerkenswert war, wie es Salzman gelang, durch seine eigene Person als Resonanzboden die in der kalten Moderne längst verloren geglaubten Qualitäten wiederaufleben zu lassen: Magie und (Wieder-)Verzauberung der Welt, sowie „Faith“– einen religiös anmutenden Glauben an die Sinnhaftigkeit von Evolution und eine höhere Bestimmung unseres Daseins – allerdings geläutert und verfeinert durch integrale Weisheit und Unterscheidungskraft. „Hallelujah!“ Aurobindos Durchdringung und Purifizierung des Niederen durch das Höhere lässt grüßen...

So schwang das inhaltliche Pendel von der existenziellen Geworfenheit in den Raum des Konstruktbewusstseins zurück zum integralen Lebens-Entwurf und erschuf damit einen polaren Tanz von Des-Identifikation und bewusster Identifikation mit dem Integralen. Ähnlich spannungsgeladen endete der Freitag mit der Violinen-Performance des Künstlers Harald Kimmig, der – sowohl Außenraum und Innenraum der Teilnehmer durchwirkend – seinem Instrument auf unkonventionelle Weise bisweilen überraschende Klänge entlockte. Improvisation und Meditation waren letztlich nicht mehr voneinander zu trennen.

Den nächsten Schritt gehen

Der Samstag begann mit einer Morgen-Meditation, geleitet von Dr. Tom Steininger. Die Autorin und Entwicklungsforscherin Dr. Elizabeth Debold, ebenfalls mit Harvard-Ehren geschmückt, thematisierte in ihrem Hauptvortrag „Eine neue Kultur: die Zukunft jenseits des Gender Divides“. Wie können Männer und Frauen neu im Rahmen eines evolutionären Kontextes zusammenkommen, um als Kulturschaffende den nächsten Schritt miteinander zu gehen?

Im Folgenden diskutierten die Teilnehmer in zahlreichen offenen, moderierten Runden Männlichkeit, Weiblichkeit, Spiritualität, Politik, ILP und andere Themen aus dem Blickwinkel einer integral informierten Entwicklungssicht. In der ersten Workshopphase gab es die Möglichkeit der Vertiefung der Hauptvorträge von Jeff Salzman und Elizabeth Debold, als auch Angebote von Martin Ucik zu „Entwicklung in Paarbeziehungen“, von Wulf-Mirko Weinreich über die „Evolution der Zeitwahrnehmung“ sowie Dr. Nadja Rosmann mit dem Thema „Gute Lösungen für Viele – Innenansichten einer neuen integralen Elite“.

Die zweite Runde mit Kurz-Workshops bestritten Jonathan Klodt, der „Ökodörfer als Inkubatoren für integrale Entwicklung“ skizzierte, Stefan Schoch mit einem Erfahrungsbericht über das Programm von Integral Coaching Canada, Ingrid Schneider, die die Spiral-Dynamics-basierte „Meshwork“-Methode für soziale Transformationsprozesse vorstellte, Matthias Ruff, der seine Analyse der Geschehnisse des Arabischen Frühlings rund um den Tahrir-Platz in Kairo darbot, sowie Dr. Hannes Piber, der von seiner Arbeit aus der Integralen Unternehmensentwicklung berichtete.

Große Aufgaben brauchen ein hoch entwickeltes Bewusstsein

Am frühen Abend war Barrett Brown, PhD, via Skype vom Flughafen in Rio de Janeiro live zugeschaltet, wo er an der großen UN-Klimakonferenz teilnahm. Begleitender Tweet: @BarrettCBrown: „Rio+20 Gedanken... kam spät in Rio an, hetzte, um Wifi am Flughafen zu finden, gab einen Hauptvortrag via Sykpe für 180 Menschen auf der deutschen integralen Konferenz.“ Basierend auf den linguistischen Test-Modellen von Susanne Cook-Greuter hatte er besonders weit entwickelte Führungspersönlichkeiten aus dem Sektor der Nachhaltigkeit erforscht, um herauszufinden, was an der Schnittstelle besonders komplexer, globaler Probleme und besonders hoch entwickeltem Bewusstsein geschieht. Er war in der Lage, drei verschiedene Rollen zu identifizieren, die die drei am höchsten entwickelten Stufen einnehmen, um Veränderungsprozesse einzuleiten und zu halten: 1. Katalysator („Strategen“) 2. Kultivator („Alchemisten“) und 3. Potenzial-(Platz-)Halter („Ironist“). Das Publikum war hin und weg von seiner Darbietung. Sein Fazit in Form eines zweiten Tweets lautete: @BarrettCBrown: „Habe gelernt: Es ist möglich, den Big-Mind-Stimmen-Dialog mit einer großen Gruppe simultan übersetzt ins Deutsche zu machen, alles via Skype und ohne Schlaf.“

Ausgeschlafen zeigte sich im Anschluss daran auch Ken Wilber, dessen von allen mit Spannung erwartetes Telefon-Interview mit Jeff Salzman folgte. Auf die Frage, was er denn im unteren rechten Quadranten als nächsten technologischen Durchbruch erwarte, antwortete Wilber zur Überraschung vieler, dass er sich in naher Zukunft eine Innovation im Hinblick auf die Verbindung von menschlichem Gehirn und Computer vorstellen könne. Jeff Salzman konnte sich indessen nicht besonders für dieses Cyborg-Gedankenspiel erwärmen. Die Frage, ob in der integralen Szene ein Trend zu einer wachsenden Betonung von sozialem Aktivismus anstelle endlosen Theoretisierens erkennbar sei, bejahte Wilber, u.a. mit Verweis auf die Simultanpolitik-Kampagne von John Bunzl. Auch wenn Wilber einige bekannte Basics seiner Theorie wiederholt hatte, überwog bei den meisten Zuhörern die Dankbarkeit und Freude darüber, mit diesem außergewöhnlichen Menschen einen Augenblick eines gemeinsamen Raum-Zeit-Kontinuums teilen zu können.

Die „Integral Roadshow 2.0“ von Martin Bruders und Axel Perinchery mit ihrer wilden Mischung aus Impro-Theater, Bühnenshow und integralem Vortrag rockte im Anschluss das Auditorium mit kreativen Infotainment der Spitzenklasse. Alle, die sich dort gehörig in Rage gejubelt hatten, konnten ihre überschüssige Energie dann bei der Tanzparty zu evolutionär-elektronischen Beats des bekannten Berliner DJ-Duos „Klartraum“, aka Nadja Lind und Helmut Ebritsch, wieder loswerden. Was für ein Tag!

Simpol – der Hebel für eine integrale Politik

Wer wach und frisch in den Sonntag starten wollte, der brauchte nach Wulf-Mirko Weinreichs aktivierender Atem-Meditation in der Früh nicht einmal mehr Kaffee oder Grüntee dazu. Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Sufi-Meister.

Den Hauptvortrag zum Thema „Simpol: eine integrale Umsetzung weltzentrischen Bewusstseins in weltzentrischen politischen Aktivismus“ bestritten John Bunzl, Geschäftsmann aus Großbritannien, sowie Dirk Weller, Simpol-Koordinator für Deutschland. Wer sich schon gefragt hatte, wie eine neuartige integrale Form von Politik aussehen könnte, die Bürgern einen effektiven Hebel in die Hand gibt, um Politikern weltweit Beine im Sinne globaler Kooperation zu machen, dessen Fragen waren nach dieser brillanten Darbietung fürs Erste beantwortet. Bahnbrechend ist die Simpol-Analyse des Wurzel-Problems im Zeitalter der Globalisierung: Wenn es uns nicht gelingt, den Teufelskreis des destruktiven internationalen Wettbewerbs durch global simultan umgesetzte politische Rahmensetzungen aufzubrechen (z.B. simultane CO2-Reduktionen oder simultane Finanztransaktionssteuern), haben wir, gelinde gesagt, ein Problem. Die Crux: Niemand ist wirklich schuld an diesem aus der Spieltheorie hinlänglich bekannten Gefangenen-Dilemma. Solange wir nicht das „Blame-Game“ aufgeben und realisieren, dass wir im selben globalen Boot sitzen, übernehmen wir nicht wirklich weltzentrische Verantwortung.

Die Simpol-Kampagne indessen ermächtigt die Bürger, ihre politische Stimme im Rahmen nationaler Wahlen auf eine höhere, weltzentrische Weise zu nutzen. Bürger bekunden ihre Präferenz für jedweden Kandidaten, der sich ‚zu Simpol verpflichtet’. Bei nationalen Wahlen werden damit nur diejenigen Politiker „belohnt“, welche sich anschließen und sich zu einer Umsetzung simultaner globaler Maßnahmen selbstverpflichten. Diese Selbstverpflichtung birgt keinerlei Risiko – im Gegenteil: Je stärker sich Simpol verbreitet, umso wahrscheinlicher ist es, dass Politiker, die sich nicht anschließen, Wählerstimmen an die politische Konkurrenz verlieren. So hat die englische Simpol-Kampagne, getragen von nur fünf (!) Aktiven, demonstriert, dass man mit einem guten Konzept und wenig Manpower schon 200 Politiker zur Unterzeichnung bringen konnte. Ist das die vielbeschworene 2nd-Tier-Effizienz? Weltweite Simpol-Kampagnen können helfen, nach und nach die Kooperationswilligkeit aller Länder auf die globale Perlenkette aufzureihen, bis nicht mehr das ob, sondern nur noch das wann einer simultanen Politik zur Debatte steht.

In Deutschland kümmert sich darum Dirk Weller, der das Publikum augenzwinkernd aufforderte, die „halbe Eskimo-Rolle“, die wir mit der Globalisierung der Märkte vollzogen haben, nun auch durch eine Globalisierung der Zivilgesellschaft, durch eine globale simultanpolitische Kooperation und Verantwortungsübernahme zu komplettieren. Dass es dazu engagierte Zivil-Bürger braucht, leuchtete scheinbar unmittelbar ein – zumindest bildeten sich nach dem Vortrag spontan Gruppen in Hannover, Berlin sowie eine neue nationale Sektion in Ungarn. Die Simpol-Kampagne nimmt mit Unterstützung des Integralen Forums an Schwung auf.

Tue es!

In der dritten Workshop-Phase konnten die Teilnehmer wählen zwischen einer Vertiefung der Simultanpolitik mit Bunzl und Weller, einer Vertiefung des Gender-Themas mit Dr. Elizabeth Debold, einer Präsentation von Thomas Binder und seiner Coaching-Arbeit mit dem Ich-Entwicklungs-Profil, der Beantwortung der Frage, ob mehr Spiritualität wirklich „die Welt rettet“ mit Prof. Dr. Dr. Katharina Ceming, sowie einer integralen Erkundung der Potenziale von Kindern, Lehrern und Schulen mit Sonja Student und Margret Rasfeld, Leiterin einer preisgekrönten Schule in Berlin.

Das  folgende Panel führte die inhaltlichen Fäden und Spannungsfelder der Tagung noch einmal abschließend zusammen. Die Tagungs-Teilnehmer reflektierten in Paaren über ihre persönlichen nächsten Entwicklungsschritte. Eine geführte Meditation von Martin Ucik und ein musikalischer Schlusspunkt durch die Violine Harald Kimmigs sorgten für einen stimmungsvollen Ausklang. „Entwicklung integral: Tue es (un)endlich!“ Oder in Jeff Salzmans Worten: „Halleluja!“

Videomitschnitte auf DVD können Sie bei AVRecords oder bei Visiongate.tv nachbestellen


[1] Dazu ist vielleicht folgende Erläuterung angebracht: Postmoderne Kognition relativiert und kritisiert erstmals kulturelle Konditionierungen, post-integrale Kognition (konstrukt-bewusst) relativiert und kritisiert erstmals sprachliche Konditionierungen per se. Die unausweichliche sprachliche Verfasstheit des Denkens selbst wird erstmals problematisiert. Aus der integralen Ebene heraus kann man diese Kritiken mitunter verwechseln (prä / trans). Was höher ist, wird eben stets in Begriffen der eigenen Ebene interpretiert (Translation), weshalb der Eindruck entstehen kann, dass es sich hier lediglich um postmodernen Kulturrelativismus handelt. Es ist aber aus meiner Sicht eher Konstruktrelativismus, der die Notwendigkeit von umfassenden Theorien keineswegs verwirft, jedoch deren Reichweite als konstruktgebunden relativiert.

Visuelles Protokoll

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erstellt von Mathias Weitbrecht, Integral Information Architecture

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Von Berufskritikern und Evangelisten

Auf der diesjährigen Tagung des Integralen Forums waren unter anderem Susanne Cook-Greuter (per Skype) sowie auch Jeff Salzman (in Person) eingeladen, beide als kenntnisreiche Persönlichkeiten der integralen Theorie und Praxis. Aus den Gesprächsimpulsen der beiden manifestierte sich spontan ein Raum der Meinungen  und des Erlebens, der die Spannweite der integralen Theorie in ihrer ganzen Fülle abbildete.

Susanne Cook-Greuter hatte einen Vortrag schriftlich ausgearbeitet, den sie während ihrer Live-Zuschaltung via Skype wie in einer Vorlesung vortrug. Der Beitrag war in einem Wort „kritisch“ und las, salopp gesagt, den Anhängern des Integralen die Leviten. Cook-Greuter machte sich öffentlich Sorgen über einige Entwicklungen, die sie in der integralen Szene wahrnimmt. Besonders Susannes Warnung vor integralen „Evangelisten“ löste Begeisterung im Plenum aus.

Jeff Salzman, der danach zu Wort kam, griff diese Vorlage auf, machte in seinem Vortrag aus seiner Begeisterung für das Integrale keinen Hehl und outete sich als „Integralist“ und  „Evangelist“, letzteres mit einem deutlichen Augenzwinkern. Auch das löste im Plenum – was wohl auch beabsichtigt war – eine Welle unterschiedlichster Reaktionen aus.  

Die Beiträge von Susanne Cook-Greuter und Jeff Salzman sind nun als übersetzte Transkripte verfügbar. Wir würden uns freuen, wenn die entstandene Diskussion in unserem Online-Forum von allen Interessierten konstruktiv fortgesetzt wird.

Susanne Cook Greuters Beitrag zur IF Tagung 2012

Jeff Salzmans Beitrag zur IF Tagung 2012