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25.3.2017 : 16:25 : +0100
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Rückblick

Die zweite Integrale Europäische Konferenz fand vom 4.-8. Mai in Siofok in Ungarn, direkt am Ufer des Plattensees (Bálaton) statt und wurde von c.a. 450 Menschen aus 32 verschiedenen Ländern besucht.

Radio Evolve führte am 12.5. ein Gespräch mit Barbara v. Meibom.

Entstehung

Die erste IEC entstand 2014 als europäisches Pendant zur Integral Theory Conference in Kalifornien, die alle zwei Jahre stattfindet. Der Impuls dafür wurde bei der Jahrestagung des Integralen Forums 2012 gesetzt, zu der Dennis Wittrock Vertreter integraler Organisationen aus verschiedenen europäischen Ländern eingeladen hatte, und bei der die Gruppe „Integral Europe“ gegründet wurde. Diese begann dann bald mit der Planung einer europäischen Konferenz, die sich von der amerikanischen deutlich unterscheiden und eine Begegnung und Zusammenwirken der verschiedenen europäischen integralen Strömungen ermöglichen sollte. Bence Ganti stellte die legale und finanzielle Struktur seiner "Integral Academy" in Budapest zur Verfügung, wodurch eine Veranstaltung in dieser Größenordnung überhaupt erst in den Bereich des Möglichen rückte.
Schon für die erste europäische Konferenz im Mai 2014 in Budapest holten Bence und Dennis mich mit in das Planungsteam, da Dennis und ich auch schon in der Organisation der deutschen Tagung 2013 gut zusammen gearbeitet und uns gut ergänzt hatten. Bei beiden europäischen Konferenzen bildeten wir drei das "Inhalts-Team", das für die Auswahl der Referenten und die Komposition der Programmelemente zuständig war

Diese erste Konferenz war ein so überwältigendes Erlebnis, dass ich Bedenken hatte, ob dies noch zu toppen wäre. Doch das war es. Von der Qualität und Tiefe der Beiträge und Prozesse bis hin zur Stimmung im Orga-Team hatten wir das, was an der IEC1 gut war, weiterentwickelt und vieles, was beim ersten Mal nicht so gelang, verbessert.

Konzept

Das Gesamtkonzept behielten wir bei: Vormittags gab es Futter fürs Gehirn, mit knackigen Hauptvorträgen und Podiumsdialogen, gefolgt von parallelen Themenbereichen mit akademischen Beiträgen sowie Berichten aus der Anwendung. In den tiefen dreistündigen Erfahrungsworkshops in der Vorkonferenz und am Freitag und Samstag Nachmittag wurden Herz und Bauch genährt, während die Abende für geselliges Beisammensein und einen tiefen Gruppenprozess reserviert waren, welche die Seele und das Gemeinschaftsgefühl stärkten und zur Bildung einer grenzübergreifenden integralen Gemeinschaft beitrugen.
Zusätzlich gab es diesmal den „Teal Track“, der aus den Impulsen von Frederic Laloux' Buch „Reinventing Organizations“ hervorging und von „Enlivening Edge“ organisiert wurde, bzw. ein hohes Maß an für Organisationen dieser Entwicklungsstufe typischer Selbstorganisation an den Tag legte, die erfrischend leicht, heiter und mühelos beeindruckende Resultate lieferte.

Spiral Dynamics Seminar

Am Wochenende vor der Konferenz fand bereits ein dreitägiges Spiral Dynamics Seminar in Budapest statt, von denen die meisten der 85 Teilnehmer auch zur Konferenz kamen. Der durch Alter und Krankheit sehr geschwächte Don Beck konnte hier noch ein (wahrscheinlich letztes) mal sein Lebenswerk in Europa vorstellen, unterstützt von den sehr fähigen aus dem Libanon stammenden Experten für Spiral Dynamics und deren Anwendung im Nahe Osten, das Ehepaar Said Dawlabani und Elza Malouff, die auch Hauptsprecher auf der Konferenz waren. Den vorausgehenden Schlammschlachten in den sozialen Netzwerken zum Trotz war diese Wiederzusammenführung der Anhänger von Ken Wilber und Clare Graves ein wichtiger Beitrag zum qualifizierten Dialog, der Differenzen als Gelegenheit zur Integration der Aussagen beider Seiten begreift, mit dessen Hilfe die am weitesten entwickelten Werte, umfassendsten Perspektiven und in jedem System fehlenden Puzzlestücke herausgearbeitet werden können.

Der Veranstaltungsort

Am Dienstag früh reiste das Orga-Team von Budapest nach Siofok und zeigte sich als hervorragend aufgestellt: die Rollen waren klar verteilt, so dass alle Herausforderungen während der sehr komplexen Veranstaltung mit 450 Teilnehmern, wovon 150 Referenten waren, flüssig und entspannt bewältigt werden konnten. Auch der Veranstaltungsort, ein 4-Sterne Hotel mit vielen Konferenzräumen, entspannenden Restaurants, Bars und Sitzecken, üppigen Wellnessanlagen, Rasenflächen, großen Bäumen und eigenem Strand am türkisfarbenen See trug sehr zur entspannten und zufriedenen Atmosphäre bei. Für Low-Budget Teilnehmer gab es günstige Übernachtungsmöglichkeiten ganz in der Nähe.

Vorkonferenz: Workshops und Bootsfahrt

Am Mittwoch begann die Vorkonferenz mit Workshopangeboten am Vor- und Nachmittag, während das Team – diesmal verstärkt durch Co-Moderatorin und und Prozessbegleiterin Dr. Barbara v. Meibom – noch auf der Bühne probte und immer mehr Gäste anreisten. Zum Abendessen begaben sich alle Gäste, die dieses Extra-Event gebucht hatten, auf ein Boot, das eine Rundfahrt auf dem an diesem Tag sehr stürmischen Plattensee unternahm. Nach gutem Essen, ungarischem Wein und angeregten Gesprächen trotzten wir Wind und Wetter an Deck, während der Raum für das Konzert von Ishtvan Sky geräumt wurde, zu dem wir auf dem Boden Platz nahmen und seiner wundervollen Stimmme lauschten, bzw. in Mantragesänge und ungarische Weisen mit einstimmten.

Hauptkonferenz: Auftakt der Giganten

Nach weiteren Workshops am Donnerstag Vormittag waren über die Hälfte der Teilnehmer zu Beginn der Hauptkkonferenz um 14 Uhr schon richtig gut angekommen.

Das geballte Programm am Donnerstag Nachmittag begann mit einer brillianten Ansprache von Dennis Wittrock, die von vielen als Highlight der ganzen Konferenz gefeiert wurde (voller Text hier) und einer eleganten Einführung von den Moderatoren Bence Ganti und Barbara v. Meibom.

In der 50-minütigen Videoansprache, die Ken Wilber eigens für diese Veranstaltung und ihr Thema aufgenommen hatte, legte er mit typischer Gründlichkeit dar, warum ein Verständnis der Entwicklungsebenen für die Bewältigung der gegenwärtigen europäischen Krisen absolut notwendig ist. Die Fähigkeit, Werturteile zu treffen, ist in Hinblick auf Terror und Flüchtlingsströme unabdingbar und ist bei Menschen auf einer postmodernen Stufe oft verloren gegangen, was zu einer „performative Contradiction“, einem inneren Widerspruch in der Handlungsweise und sehr viel Verwirrung führt.

Nach einer Kaffeepause zeigte uns Don Beck in seinem unterhaltsamen, inhaltsreichen und durchaus auch provokativen Vortrag, dass er trotz seiner körperlichen Gebrechlichkeit noch völlig klar im Kopf ist. Er sprach mit großer Wärme und Wertschätzung von Ken und ihrer gemeinsamen Arbeit, tat dann aber seine Entrüstung über dessen von Spiral Dynamics abweichende Farbskala kund, in der die erste integrale Stufe „Teal“ (auf deutsch „petrol“) genannt wird und nicht mehr gelb, wodurch die Spiralbewegung von warmen zu kalten Farben verloren geht. Dies wurde im Laufe der Konferenz eine Art Dauerscherz, besonders im „Teal Track.“

Teil dieses Programmpunkts war ein bewegendes Ritual, bei dem auch der kürzlich verstorbene Chris Cowan geehrt wurde. Das aus Spiral Dynamics hervorgegangene Netzwerk Centre for Human Emergence stellte sich mit 9 anwesenden LeiterInnenn aus den Niederlanden, Afrika und anderen Ländern vor und machte Don und allen Teilnehmern ihre brandneue englisch-sprachige Webseite in einer liebevoll vorbereiteten Powerpoint Präsentation mit musikalischer Untermalung zum Geschenk.

Eine kurze „Circling“ Übung, die von Jordan Allen und Alanja Forsberg angeleitet wurde, brachte alle Teilnehmer wieder in die verkörperte und gefühlte Präsenz.

Der dritte „lebende Ahne“ wurde im nächsten Programmpunkt per Telefon hinzugeschaltet, als das „Spiritual Emergency Network“, glaubwürdig repräsentiert von Rozalia Kovacs-Napier aus Ungarn, Katie Mottram aus England und Ted Esser aus den USA, ihren Gründer Stanislav Grof ans Telefon holte, der sich dafür aussprach, spirituelle und transpersonale Erfahrungen zu legalisieren, um die gesamte Struktur und das volle Potential der menschlichen Psychologie zu nutzen.

Der Beitrag der von einer Nahtoderfahrung verwandelten Erica McKenzie schien vielen Teilnehmern etwas am Thema der Konferenz vorbei geraten, gern hätten wir stattdessen mehr von Roza und Katies Bewältigung und Transformation ihrer traumatischen Erfahrungen und der Arbeit des SEN gehört.

Raum für Begegnung und Entspannung 

Der Abend bot Gelegenheit, sich nach diesem geballten Auftakt wieder zu entspannen, bei sanfter Live-Jazzmusik die wunderschöne Kunstausstellung von drei Künstlerinnen aus Frankreich, England und Ungarn zu besichtigen, sowie mehr als 30 Poster, deren Gestalter (meist Referenten) vor Ort bereitstanden, um Fragen zu ihrem Projekt oder Anliegen zu beantworten.

In der großzügigen Lobby, mit vielen gemütlichen Sitzecken, und mehreren Bars bildeten sich intensive Gesprächsrunden. Andere erfrischten sich durch ein Bad im eiskalten Balaton oder entspannten sich in Sauna und Thermalbad, die zu diesem Anlass bis 24 Uhr geöffnet waren.

Ich hatte an diesem Abend ein informelles Treffen mit den drei „weisen Frauen“ Annette Kaiser, Barbara v. Meibom und Brigitte Winglmayer zusammengerufen, um das weibliche Feld als einen nährenden Raum für das Gelingen der Konferenz zu öffnen und zu stärken. Dies ist mir schon seit meinem ersten Besuch einer integralen Tagung 2009 in Bremen ein zentrales Anliegen, als das „Weibliche Integrale Bewusstseinsfeld“ unter Leitung von Monika Frühwirth, Regina Hunschock und Susanya Manz entstand. Ich hatte den Eindruck, dass dieses Feld auf der IEC wachsen, stärker werden und sich verwurzeln konnte. Die Atmosphäre der ganzen Konferenz war von Schönheit und Geborgenheit geprägt, natürlich auch durch die vielen anderen starken, lebensfrohen und reifen Frauen im Orga-Team sowie unter den Referentinnen und Teilnehmerinnen.

Gipfel-Erfahrungen

Freitag war der Höhepunkt oder intensivste Tag der Konferenz. Annette Kaiser und Thomas Hübl öffneten unsere Herzen und halfen uns, uns in der Tiefe unserer Seele mit unserer Liebesfähigkeit und der Kraft und dem Erfahrungsreichtum unserer Ahnen zu verbinden.

Im „Elevator Pitch“ wurde das einzigartige Format sichtbar, in dem eine riesige Vielfalt von Erfahrungswerten mitgeteilt und im Dialog verarbeitet werden konnten: 48 Referenten (nur für die Beiträge und Workshops am Freitag!!) hatten je 30 Sekunden Zeit, sich und ihr Thema vorzustellen, wobei die 3-4 Referenten jedes Themenbereiches und ihr Prozessbegleiter sich gemeinsam auf der Bühne zeigten.

Anschließend hatten die Teilnehmer die Qual der Wahl zwischen 9 parallelen Angeboten, sowohl am Vormittag für die thematisch gruppierten Beiträge mit Dialog als auch am Nachmittag für die tiefen Erfahrungsworkshops. Die verpassten Beiträge können durch Video- Audioaufnahmen und Powerpoint Präsentationen nachgeholt werden, die im Laufe der nächsten Wochen bereitgestellt werden sollen.

Heilende Flow-Aufstellung

Nach diesem Bad in der Vielfalt kam das Plenum erst wieder nach dem Abendessen zur Europa-Aufstellung zusammen. Diese wird von vielen Teilnehmer als das Herzstück der ganzen Konferenz angesehen. Sie wurde intensiv von Bence Ganti, Barbara v. Meibom und Peter Kemény vorbereitet und geleitet und vom sehr gut gebrieften Helferteam unterstützt und dauerte von 19 bis nach 23 Uhr.

Der ersten Teil diente der Verortung auf der Landkarte und Identitätsfindung innerhalb der vertretenen 32 Nationen, die dann für die Aufstellung einen Stellvertreter auswählten. Für die eigentliche Aufstellung wurde ein „Sakraler Raum der Wandlung“ mit Klebestreifen im von Stühlen befreiten Saal markiert und zu den Repräsentanten für die Länder, weitere Stellvertreter für Krieg, Frieden, Opfer, Täter, Weiblichkeit, Männlichkeit, Scham, Terror, Trauma, Migranten, Flüchtlinge, unbekannte Energie und weitere Faktoren ausgewählt. Alle anderen blieben außerhalb des Zirkels auf dem Boden sitzen und unterstützten den Prozess durch ihre Präsenz.

Die Seele Europas nahm auf einem Sessel in der Mitte Platz, und dann begann ein – im Vergleich zu anderen Arten von Aufstellung ausgesprochen dynamischer – Prozess, in dem alle Stellvertreter sich intuitiv bewegten und miteinander non-verbal in Kontakt gingen. Es war unmöglich, alle Schauplätze gleichzeitig im Blick zu behalten, weswegen wir noch in Begriff sind, Erfahrungsberichte einzusammeln und diese zu einem Gesamtbild zusammenzufügen.

An einem bestimmten Punkt war ein Abschluss, in dem jeder Rolleninhaber kurz aussprach, wen er repräsentierte und wie er sich in diesem Moment fühlte, und den Namen seiner Rolle an seine Brust heftete. Dann forderte Bence Ganti alle bisher außerhalb des Kreises Verbliebenen, zu spüren, ob ihr Herz entweder offen oder still sei, und ins Geschehen innerhalb des Kreises einzutreten.

Die anderen blieben außerhalb sitzen oder liegen, und wurden bei Bedarf ebenso wie Teilnehmer der Aufstellung von den Helfern und aktiven Teilnehmern mit Trinkwasser und Fürsorge betreut. Viele der Teilnehmer entpuppten sich zu Heilern und gaben den Mitwirkenden, die zum Teil in schmerzhafte, kathartische oder festgefahrene Prozesse verwickelt waren, Unterstützung durch sanfte Berührung, Halten, Augenkontakt oder einfach stille Präsenz.

Im Laufe des Abends leerte sich der Raum, die Haupt- und Nebenschauplätze fanden aber noch genug bereitwillige Helfer, bis jeder Prozess zu einem stimmigen Abschluss gekommen war. Viele von uns verarbeiteten in Gesprächen an der Bar das soeben Erlebte, andere gingen in die Natur oder ins Bett.

Schon zu Beginn, während der Aufstellung und auch während der folgenden Tage wies Bence immer wieder darauf hin, dass mehrere ausgebildete Psychotherapeuten für Gespräche zur Verfügung stünden, und dass niemand mit unbewältigten Erlebnissen die Konferenz verlassen solle. Auch die Aufforderung, möglichst bald das Erlebte niederzuschreiben, diente nicht nur der Dokumentation und anschließenden Auswertung, sondern auch der Bewältigung und Integration für jeden Einzelnen.

Die drei Leiter der Aufstellung, Bence, Barbara und Péter sind jetzt dabei, die vielen schriftlichen Erfahrungsberichte auszuwerten und zu einem Gesamtbild zu verweben. Auf der IEC Webseite gibt es inzwischen viele berührende Fotos.

Dritter Tag: auf den Boden der Tatsachen

Der dritte Tag der Hauptkonferenz, der sich mehr den äußeren Quadranten widmete, begann mit zwei knackigen Vorträgen. Im ersten spriach Said Dawlabani über Weltwirtschaft aus der Spiral Dynamics Perspektive mit dem ansprechenden Titel: Wenn der Kapitalismus tot ist – was dann?“ in dem er spannende Folien mit einer Analyse der Entwicklungsstufen in USA/Großbritannien, Deutschland, Ungarn und  Griechenland zeigte.

Als nächstes präsentierte seine Frau Elza Malouff eine Fülle von Material zum Thema „das Chaos, das aus dem Nahen Osten emergiert“ - leider musste sie aus zeitlichen Gründen ihren Vortrag verkürzen, so dass der Eindruck entstand, sie hätte mit mehr Zeit und Ruhe noch tiefgreifendere Erkenntnisse und konkrete Handlungsentscheidungen in den Zuhörern bewirken können. Mehr Details sind in Elzas Buch „Emerge“ zu lesen.

Auf dem Podium zum Thema „Die Flüchtlingskrise in Europa“, die von Barbara v. Meibom moderiert wurde, kamen Kristian Stalne aus Schweden, Leida Schuringa aus den Niederlanden, Magdalena Smieszek aus Ungarn und Aftab Omer aus Pakistan/den USA mit Elza Malouff ins Gespräch, das sie im anschließenden Themenbereich zu dem gleichen Thema noch vertieften.

Dann folgten genau wie am Vortag Elevator Pitch, Präsentationen und Dialog in Themenbereichen am Vormittag und Workshops am Nachmittag. Am Abend kamen wir kurz zur Verleihung der Preise für das beste akademische Papier und das beste Poster in der Halle zusammen.

Dann gingen wir zum Abendessen ins Freie am Seeufer, wo bereits ein Feuer aufgeschichtet wurde, eine ungarische Band traditionelle Musik spielte, die einige von uns sofort zum Tanzen anregte, und an langen Tischen im Freien Gulasch serviert wurde. Ein paar anfänglichen Regenschauern zum Trotz wurde es ein wundervoller Abend mit Kreistänzen ums Feuer und schließlich noch spirituelle Gesängen, die von einzelnen Teilnehmern spontan am heruntergebrannten Feuer dargeboten wurden.

Vierter und letzter Tag: die „Teal“ Bewegung

Der letzte Tag der Konferenz war dem „Teal Track“ gewidmet. Jos de Blok, Gründer von Buurtsorg, einer holländischen Pflegeorganisation, wurde vom begeisterten Publikum mit stehendem Applaus für seinen herzlichen, pragmatischen und entspannten Vortrag gefeiert.

Der anschließende Podiumsdialog war etwas überfrachtet, weil versucht wurde, die wichtigsten Ergebnisse des „Teal Track“ dort zusammenzufassen und auch noch Raum für Beiträge aus dem Publikum zu geben. Hierfür wäre das dreifache der Zeit notwendig gewesen und es entstand eine sehr emotionsgeladene Atmosphäre.

Hierzu trug sicher auch das Gefühl bei, dass dies der letzte Vormittag dieses überwältigenden Events war und man in Kürze auseinander gehen würde – einige Gäste begannen bereits abzureisen. Noch eine dritte Runde von Elevator Pitch und Themenbereichen vor dem Mittagessen, dann gab es noch eine Abschlusszeremonie mit einer Würdigung der verschiedenen Teams und Kreise, die zum Gelingen der Konferenz beigetragen hatten. Dies schloss im Endeffekt alle Anwesenden ein.

Immer mehr Teilnehmer reisten ab, das Team packte zusammen und beglückwünschte sich zu diesem erfolgreichen und beglückenden Event. Die verbleibenden Gäste kamen am Abend zu einem Gala-Dinner zusammen, bei dem eine Lotterie zugunsten der Konferenz abgehalten wurde.

Magic Mystery Tour

65 Personen bestiegen am Montag Morgen einen Reisebus, der sie in das magische Ungarn führte. Bei herrlichem Wetter besuchten wir einen ungarischen Schamanen in seiner Yurte, kosteten Wein, besichtigten ein dreidimensionales historisches Gemälde und ein Freilichtmuseum.

Abends gab es immer Gelegenheit, im überall sprudelnden Thermalwasser zu baden und zu entspannen, während tagsüber im Bus nach jedem Stopp die Plätze gewechselt werden konnten, um möglichst viele Menschen tiefer kennenzulernen.

Der Höhepunkt war ein Feuerritual an einem Kraftort, wo alle die wollten, von zwei Schamanen begleitet kraftvolle und heilsame Atemübungen im Kreis vollführten, im magischen Kreis der Berge.

Am dritten und letzten Tag besuchten wir noch ein paar Sehenswürdigkeiten in Budapest und gingen im „Philosophenpark“ auseinander.

Wie geht es weiter?

Bence, Adriana, Peter Poth und ich kommen seither weiter zu wöchentlichen Treffen zusammen, manchmal auch mit Örs Horvath, Eszter Faludi und Aniko Mag. Wir sind sicher, dass es eine dritte europäische Konferenz 2018 geben wird, weitere Details stehen aber noch nicht fest. Ein Aufruf zur Mitarbeit und auch zur finanziellen Unterstützung ging im letzten Newsletter heraus.

Zunächst wird das Team aber noch ein paar Monate mit den Nacharbeiten beschäftigt sein. Wer es noch nicht getan hat, kann hier den Newsletter bestellen und sich für die Audio und Video Materialien eintragen:

Den Bericht schrieb Hanna Hündorf, 24.6.2016