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15.12.2017 : 1:23 : +0100

Ken Wilber: Integrale Salons

 

Wenn es jemals ein integrales Zeitalter an der Spitze der Entwicklung geben sollte – eine echte revolutionäre Transformation innerhalb der kulturellen Elite, als ein Vorbote einer größeren gesellschaftlichen Bewegung – dann, so glaube ich,  wird dies sehr wahrscheinlich unter Bezugnahme auf Meta-Praktiken wie dem “Integral Methodologischen Pluralismus” und Metatheorien wie AQAL geschehen.
Aber unter welchem Namen und in welchen Zusammenhang auch immer, überall in der Welt formen sich bereits integrale Salons, Nischen der Anteilnahme und des Bewusstseins, wo Menschen Potenziale des zweiten Ranges praktizieren, im kontinuierlichen Bemühen, alle Dimensionen des strahlenden Kosmos so gnadenvoll wie möglich zu umarmen. Je mehr man konkret ein integrales Meta-Paradigma praktiziert (im persönlichen Leben, im Beruf, in der Bildung und Erziehung, in der Politik, in der Medizin, in der Spiritualität), desto mehr Eros wird machtvoll freigesetzt, das Bestehende durchpulsend, und es zu einer Transformation des zweiten Ranges hinbewegend, welche die Legitimationskrise, die ein Bestandteil aller Wellen des ersten Ranges ist, zur Explosion bringt, und sie zu einer Erweiterung drängt, sich aus der Gefangenschaft des ersten Ranges zu befreien, eine Erweiterung und Bereicherung, die das eigene innewohnende Potential und göttliche Geburtsrecht ist, freigesetzt in den tieferen und weiteren Räumen welche durch eine integrale Praxis hervorgebracht werden. Wie dieses Mitgefühl und die Klarheit auf alle bewussten Wesen ausgedehnt werden kann ist ein brennendes Anliegen, welches in diesen Salons und Kreisen der sich entfaltenden und umfassenden Anteilnahme ständig wie ein Feuer lodert, Gemeinschaften bei denen du höchstwahrscheinlich beteiligt bist, sonst hättest du nicht bis zu dieser Stelle gelesen; Gemeinschaften die dich dazu aufrufen dein Bestes zu sein und zu geben, und noch ein Stück darüber hinaus, und Gemeinschaften welche damit beginnen, die Grundlagen für die kosmischen Gewohnheiten von Morgen zu legen, dem Mitgefühl gewidmet, einem neuen Horizont leuchtender Intimität, einer Zukunft die hoffnungslos verliebt ist in die Liebe, Gemeinschaften durchnässt von den Tränen einer Schönheit die sich auf alle Wesen herabsenkt, alle so akzeptierend wie sie sind, sie beharrlich ermutigt mehr zu sein, sie dabei unterstützend, und sie auffangend und haltend.


Quelle: Ken Wilber, Exzerpt B von Band 2 der Kosmos Trilogie