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17.8.2017 : 1:24 : +0200

Perfect Practice und Tonglen - eine Übung

Von Michael Habecker

Im Telefoninterview auf der Tagung des Integralen Forum in Bremen 2009 wurde Ken Wilber auch nach seiner derzeitigen persönlichen Praxis gefragt. Er antwortete darauf, dass diese aus der „perfect practice“ des Spürens der Selbst-Kontraktion von Augenblick zu Augenblick besteht und aus Tonglen.

Daraus ist die folgende Übung entstanden.

Ich fühle die Zusammengezogenheit meines Herzens
und deines Herzens.
Mit jedem Einatmen
atme ich diese Zusammengezogenheit ein.
Mit jedem Ausatmen verströme ich so viel Güte
und Hinwendung wie möglich.
Das, was all dies fühlt,
ist frei von Zusammengezogenheit.

Ich fühle die Wut und Verzweiflung in mir und in dir.
Mit jedem Einatmen atme ich diese Wut
und Verzweiflung ein.
Mit jedem Ausatmen verströme ich so viel Güte und Hinwendung
wie möglich.
Das, was all dies fühlt,
ist frei von Wut und Verzweiflung.

Ich fühle das, was mir wichtig ist, und das, was dir wichtig ist,
und das was uns unterscheidet.
Mit jedem Einatmen atme ich die Kluft der Unterscheidung und
den Schmerz des Getrenntseins ein.
Mit jedem Ausatmen verströme ich so viel Güte und Hinwendung
wie möglich.
Das, was all dies fühlt,
ist frei von Schmerz und Getrenntsein.

Ich erlebe als ein Individuum alle Freuden und Ängste, die damit
verbunden sind.
Indem ich mich in dich einfühle, erlebe ich
diese Freuden und Ängste auch bei und mit dir.
Mit jedem Einatmen atme ich diese Freuden und Ängste ein.
Mit jedem Ausatmen verströme ich so viel Güte
und Hinwendung wie möglich.
Das, was all dies fühlt,
ist frei von Freuden und Ängsten.

Mögen wir uns im Bereich des Getrenntseins
immer mehr in unseren Herzen berühren.
Mögen wir die Gnade erfahren, das, was jenseits
von Trennung ist, mehr und mehr zu (er)leben.


Quelle: IP 13, 2009