Sie sind hier: IF-HOME > Anwendungen > Kunst
DeutschEnglishFrancais
14.12.2017 : 14:08 : +0100

Kunst

Paul Gauguin: Woher kommen wir? Wer sind wir? Wo gehen wir hin? (Quelle:Wikipedia)

Kunst wird manchmal als ein Luxus betrachtet, als etwas, das man sich zusätzlich leistet, nachdem z. B. die Grundbedürfnisse befriedigt sind. Doch „der Mensch lebt nicht vom Brot allein“ und Kunst in ihrer eigentlichen Bedeutung als etwas innerlich Empfundenes, das bewusst zum Ausdruck gebracht wird, ist nicht Anhängsel oder Luxus menschlicher Existenz, sondern ein wesentlicher Bestandteil des Menschseins von Anfang an, eine ursprüngliche Weise der Kontaktaufnahme mit der Wirklichkeit. 

"Und das soll 'Kunst' sein?" hört man oft. In der Postmoderne oft auch zurecht.  Was ist Kunst, oder sollte man besser fragen wann ist Kunst? Reicht schon ein Rahmen, ein Sockel oder ein Ausstellungsraum? Wo schon der Begriff "Kunst" selber ziemlich unklar ist, setzen wir mit dieser Sektion ganz kühn noch einen drauf: Wir fragen uns nach "integraler Kunst", d.h. Kunst, die von einem Menschen mit integraler Stufe der Selbstentwicklung hervorgebracht wird. Wie sieht dieses evolutionär neue Terrain der Entwicklung aus, gebrochen durch die Linse des Schönen, der Ästhetik und Kunst? 

Eines ist gewiss: die theoretische Auseinandersetzung ist (nur) die Landkarte, Kunstproduktion oder Kunstgenuss sind das Terrain. Das eine soll das andere nicht ersetzen, sondern bereichern. Kunstschaffende haben sich seit jeher dagegen verwehrt, sich in Diskussionen über die Bedeutung ihrer Werke zu verstricken. Gute Kunst spricht für sich selbst, jenseits von Worten, jenseits von Schweigen. Einfach 'Das'.

Nutzen wir das Schöne und Erhabene großartiger Kunst weiterhin als einen Königsweg der Transzendenz und der Intimität mit dem Höchsten, doch lassen Sie uns möglichst gute Landkarten verwenden, um diese Zustände und Erfahrungen zu interpretieren. 

Wenn Sie selber Kunst produzieren und Sie Ihre Arbeiten hier präsentieren möchten, nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf. 

Übersicht über die Beiträge zu diesem Thema:

Globalisierung und nationale Identität - Quellen der Kreativität?

Globalisierung und nationale Identität - Quellen der Kreativität?

von Wolfgang-Andreas Schultz

 

Musik ist eine Sprache, die überall auf der Welt verstanden wird … wirklich? Gilt das vielleicht nur für die westliche klassische Musik (und die westliche Pop-Musik)? Versteht man überall auf der Welt die traditionelle japanische oder koreanische Musik? Wer nimmt sie überhaupt zur Kenntnis? Daniel Barenboims „West- Eastern-Diwan-Orchestra“ mit Musikern aus Israel, Palestina und arabischen Ländern ist eine wunderbare Idee, aber das Repertoire ist westliche Klassik. Was ist mit arabischen Komponisten? Gibt es sie? Schreiben sie für westliche Instrumente oder für die Ensembles ihrer eigenen Tradition?

Wenn man über die Folgen der Globalisierung in der Musik nachdenkt, müssen solche Fragen gestellt werden, vor allem, wenn Musik nicht nur eine Sache der Vergangenheit sein, sondern auch in Zukunft lebendig bleiben soll. Wie sieht es aus mit den Quellen der Kreativität in einer globalisierten Welt?

Derzeit könnte man den Eindruck gewinnen, dass Komponisten aus allen Kulturen westliche moderne Musik komponieren, „Neue Musik“, „Avantgarde“ oder wie immer man sie nennen möchte. Aber vielleicht täuscht der Blick – es könnte sein, dass bei den Veranstaltern zeitgenössischer Musik im Westen ein Filter existiert, der nur solche Musik durchlässt, die den Vorstellungen westlicher Moderne entspricht. Und vielleicht gibt es sogar schon in den Ländern des fernen Osten einen Filter derart, dass nur solche Komponisten in den Westen geschickt werden, von denen man glaubt, ihre Musik entspreche dem westlichen Bild Neuer Musik. Da scheint die westliche Kultur eine extrem starke Machtposition zu haben.

Doch was würde geschehen, wenn der Westen seine Definitionsmacht darüber verliert, was „moderne“ oder „zeitgenössische Kunst“ ist, wenn sich die Kulturen der Welt wirklich auf Augenhöhe begegnen? Die Probleme zeigen sich schon an den Begriffen: Man spricht von „Musik“ (das ist natürlich die westliche einschließlich der Avantgarde) und von „ethnischer Musik“ (oder sogar von „Folklore“) – das sind die traditionellen Musikkulturen im Rest der Welt. Es gibt keine andere als „ethnische Musik“[1] und die „Neue Musik“ ist Teil der „ethnischen Musik“ der westlichen Gesellschaften, die sich über die ganze Welt ausgebreitet hat.

 

weiterlesen ...

 

Form und Leere - ein Lustspiel

Form und Leere - ein Lustspiel

von Michael Habecker

Die Protagonisten:

Advai (A, un-bewegt)

Evol (E, un-ruhig)

Nondu (N, un-beschreiblich)

 

E: Hallo, Advai, wie geht’s?

A: Unverändert – alles ist gut, so wie es ist.  Und bei dir?

E: Aufregend! Immer neue Erfahrungen und Entwicklungen, alles drängt voran, meine Praxis vertieft sich ständig... wie auf einer Achterbahn.

A: Welche Praxis – und wozu?

E: Meine Entwicklung auf allen Ebenen, in allen Bereichen. Je besser ich mich entwickle, je mehr ich kann und weiß und bin, desto mehr kann ich für andere und die Welt tun!

 

weiterlesen ...

Warum Kunst?

Warum Kunst?

 

von Michael Habecker

Der Mystiker kann sagen – ja er muss sagen – wie der hl. Bernard: „Mein Geheimnis ist für mich allein.“ Wenn er es auch noch so viel versuchte: seine vor ehrfürchtiger Scheu stammelnden Berichte kann nur der verstehen, der schon auf dem Wege ist. Doch mit dem Künstler ist es anders. Ihm ist die Pflicht auferlegt etwas von dem, was er schaut, zum Ausdruck zu bringen.

Evelyn Underhill

 

Was ist Kunst?

Mit dem Begriff „Kunst“ assoziieren viele Menschen vor allem bildende Kunst, Malerei, Bildhauerei usw. Dies ist sicher eine wichtige Bedeutung von Kunst. In einem größeren Zusammenhang betrachtet ist Kunst jedoch sehr viel mehr. Eine der Bezeichnungen von Wilber für die „Großen Drei“, als dem Wahren, Schönen und Guten, sind Wissenschaft, Kunst und Moral. Damit bezeichnet der Begriff „Kunst“ einen der drei Hauptbereiche jeglicher Manifestation. Bezogen auf den oberen linken Quadranten des Quadrantenmodells schreibt Wilber in Naturwissenschaft und Religion: „Bewusstsein, Subjektivität, Selbst und Selbstausdruck (u. a. Kunst und Ästhetik) ...“ Das Ich-Bewusstsein hat demnach eine impressive, das Individuum „beeindruckende“ Seite, die Ästhetik eines jeden Augenblicks, und eine expressive, vom Individuum zum Ausdruck gebrachte Seite, die Kunst eines jeden Augenblicks.

weiterlesen ...

Was ist integrale Kunst?

Was ist integrale Kunst?

(aus: IntegralLife.com, Art, Consciousness, and God: The “I” of Beauty. Part 1: What Is Integral Art? Ken Wilber im Gespräch mit Elle Nicolai)

 

Elle Nicolai: Ken, wie würdest du integrale Kunst definieren?

Ken Wilber: Integrale Kunst ist ein jedes Kunstwerk, das von einem integralen Bewusstsein produziert wird. Durch diese Art von Definition vermeiden wir es, integrale Kunst über bestimmte Elemente, Bestandteile oder Merkmale zu definieren. Es gibt so viele Variationen und Komponenten, aus denen ein Kunstwerk bestehen kann, so dass es vielleicht nur in sehr seltenen Fällen möglich ist, ein Kunstwerk allein von seinen Komponenten her zu charakterisieren. Es gibt Ausnahmen wie die Landschaftskunst, die sich auf natürliche Landschaften bezieht. Doch wenn wir von integraler Kunst reden, gibt es eine integrale Art und Weise Landschaften zu betrachten und eine nicht-integrale Art und Weise. Es gibt eine integrale Art und Weise und eine nicht-integrale Weise Spiritualität zu betrachten. Es gibt eine integrale Art und Weise den Geist zu betrachten, seine Inhalte und Vorstellungen, und eine nicht-integrale Weise dies zu tun. Keine dieser Merkmale und Komponenten an sich definiert daher integrale Kunst. Das Entscheidende dabei ist das Bewusstsein, welches das Kunstwerk erschafft. Dieses Bewusstsein muss im Augenblick der Erschaffung integral sein, wenn es sich um integrale Kunst handeln soll. Der Künstler oder die Künstlerin „sieht“ [hört] das Kunstwerk dabei durch integrale Augen [oder Ohren]. Dabei kann es sich um Phänomene aus dem sensorischen Bereich handeln, oder aus dem mentalen Bereich, oder aus dem spirituellen Bereich – wenn wir von integraler Kunst reden, dann wird diese durch integrale „Augen“ des Künstlers oder der Künstlerin erschaffen und gesehen. Derartige Kunst werden wir mehr und mehr sehen, so wie auch das integrale Bewusstsein sich weiter verbreitet (und damit auch andere Disziplinen wie integrale Ökonomie, integrale Geschichtsbetrachtung, integrale Bildung und Erziehung, integrale Politik usw.) ...

 

weiterlesen ...

Was macht einen großen Künstler aus?

Was macht einen großen Künstler aus?

Leni Riefenstahl, 1923

(Aus: Integral Naked, What makes a great artist?)

Frage: Ken, du hast über die unterschiedlichen Entwicklungslinien geschrieben, welche sich relativ unabhängig voneinander entwickeln, sich aber doch auch gegenseitig beeinflussen, und ich frage mich, und [auf Stuart Davis und Ed Kowalczyk bezogen] das betrifft auch euch, denke ich, wie du es siehst, wie diese unterschiedlichen Praktiken sich gegenseitig beeinflussen, was und wie viel fließt von der Meditationspraxis in die Musik ein, wo gibt es Verbindungen und wo nicht.

Wenn ich Kunst als meine einzige transformative Praxis ausübe, fehlt mir dann etwas oder kann ich dann noch Anderes einbringen?

KW: Das ist eine großartige Frage, ein ganz grundlegendes Thema, welche wir als Künstler alle erfahren, und es geht dabei auch um die große theoretische Frage, was einen Künstler ausmacht – ist es eher etwas Technisches oder geht es dabei um den Menschen. Um ein einführendes Beispiel zu geben – Leni Riefenstahl. Leni war eine Filmemacherin, sie filmte [unter anderem] die Reichsparteitage der Nazis in Nürnberg. Als eine Künstlerin war sie ein absolutes Genie. Während der Olympischen Spiele 1936 [in Berlin] kreierte sie vielleicht 50% der Kameratechniken, die heute noch immer im Sport eingesetzt werden, und wenn man sich ihre Arbeit anschaut, dann ist das ein ästhetischer Genuss, ganz außerordentlich. Und doch – und das ist keine Frage, und dies wurde immer wieder diskutiert -, war sie ... sie sagte von sich, dass sie einfach nur ein Ereignis filmte, aber das Ergebnis sieht wie eine Werbung für Calvin Klein aus, wie eine Glorifizierung... und dieses Beispiel führt uns zu der allgemeinen Frage: was macht einen großen Künstler aus? Man kann Picasso nehmen, er verfügte über eine großartige Technik und hat damit großartige Werke geschaffen, aber als ein Mensch hatte er nicht notwendigerweise dieselbe Größe. Dies ist ein interessantes Gebiet, welches wir hier betreten – was ist Kunst überhaupt? Ist Kunst – für sich – eine transformative Praxis oder nicht?

weiterlesen

Das Erhabene

Das Erhabene

Bild: Mönch am Meer, C.D. Friedrich

Hausarbeit von Dennis Wittrock 

Einleitung

In der vorliegenden Arbeit untersuche ich die Quellen des Begriffs des Erhabenen bei Kant, Schiller, Hegel und Schopenhauer. Ich zeige Parallelen zwischen den verschiedenen Konzeptionen auf und komme vor diesem Bedeutungs-Hintergrund zu einem eigenen Modell des Begriffs des Erhabenen, welches viele Einflüsse aus der integralen Theorie Ken Wilbers verarbeitet und auch versucht die Tradition zu wahren.

1. Das Erhabene bei Kant

Der Begriff des Erhabenen in der Kritik der Urteilskraft hat mehrere Gemeinsamkeiten mit dem Begriff des Schönen. Beide, das Schöne und das Erhaben gefallen für sich selbst, setzen ein Reflexionsurteil voraus und sind auf unbestimmte Begriffe bezogen.  Ferner beanspruchen beide Urteile Allgemeingültigkeit, insofern sie für jedes Subjekt das Gefühl der Lust fordern.

Die Unterschiede zwischen beiden lassen sich wie folgt fassen: Während sich das Schöne auf die Form eines begrenzten Gegenstandes bezieht, kann das Erhabene auch an formlosen Gegenständen gefunden werden, die unbegrenzt sind. Das Schöne ist bezogen auf einen unbestimmten Verstandesbegriff, das Erhabene hingegen auf einen unbestimmten Vernunftbegriff. Ersteres geht einher mit der Qualität, letzteres mit der Quantität. Das Wohlgefallen am Schönen ist ein direktes Gefühl, das aus der Beförderung der Lebenskräfte entspringt, wohingegen das Erhabene indirekt aus der Hemmung und der darauf folgende Ergießung selbiger erfahren wird. Tritt beim einen das Spiel in den Vordergrund so ist es beim anderen der Ernst. Dementsprechend ist auch die Gegenüberstellung im Erleben als positive, bzw. negative Lust, wobei letztere mit dem Gefühl der Achtung verbunden ist.

weiterlesen

Trialog über Integrale Kunst

Trialog über Integrale Kunst

„Integrale Kunst – auf der Suche nach einem ästhetischen Kompass der nächsten Avantgarde“

mit Axel Malik, Harald Kimmig und Dennis Wittrock

 

DENNIS:

Lieber Axel, lieber Harald, vielen Dank erst einmal, dass ihr euch für diesen Trialog per email zum Thema "Integrale Kunst" Zeit nehmt. Meine erste Frage geht zunächst einmal an dich, Axel, wobei ich aus Vorgesprächen mit dir weiß, dass du demjenigen gegenüber, was in der integralen Szene mit dem Begriff "Kunst" belegt wird, eine ziemlich kritische Position einnimmst. Fragen wir doch provokanterweise gleich mal so herum: was davon geht in deinen Augen überhaupt als Kunst durch und was stört dich an dem Rest?

AXEL:

Dennis, deine Frage und Aufforderung lässt mich spontan tief Luft holen.

"Kein Künstler muss den anderen tadeln, es setzt die Kunst zu sehr herab“ singt Monsieur Vogelsang in einer Mozart Oper. Das weist auf ein Warnlicht hin, das gleichzeitig mit deiner Frage aufleuchtet. Kritik an Kunst, oder gar Kritik unter Künstlern, gibt es heute fast gar nicht mehr. Aber nicht, weil man sich nicht dem Verdacht persönlicher Motive wie Neid und Missgunst aussetzen mag, das hat strukturell systemische Gründe. Und diesen Zusammenhang möchte ich gerne erst mal ansprechen. Wenn man sich die letzten 3000 Jahre Kunst anschaut, sieht man, wie eigentlich jede Künstlergeneration an der vorherigen anknüpft. Das ist im Grunde ein kontinuierlicher Prozess der immer subtileren Verfeinerung und Ausdifferenzierung. Die Kunst entwickelt sich in ihrer Fähigkeit und in ihrem Vermögen Welt abzubilden, sie zu kopieren, sie zu imitieren. Sie ist mimetisch ausgerichtet, und ihr Augenmerk gilt deshalb sehr dem Material. Das impliziert auch, dass man Kunst bewerten, in ihrer Qualität beurteilen, in ihrem Formgewicht begreifen und in ihrer Schöpfungstiefe abmessen kann. Selbst wenn sich die Maßstäbe verändern, gibt es Kriterien und ein objektivierbares Maßband dafür. Heute ist das anders, jeder kann zwar sagen, ob ihm etwas gefällt, aber bei der Frage, ob es für die Kunst Qualitätsmerkmale gibt, oder ob überhaupt objektivierbare Aussagen dazu möglich sind, bleiben die Lippen meist verschlossen. Warum ist das so?

weiterlesen...

Bewusstseinsevolution und das Bilder-Buch der Kunst

Bewusstseinsevolution und das Bilder-Buch der Kunst

von Johanna Schwarz

Warum galoppieren in Steinzeitzeichnungen Tiere oder Mischwesen, halb Mensch, halb Tier über Felswände? Warum werden ‚Venusse’ aus der Steinzeit anders dargestellt als Königin Elisabeth I. in der Renaissance oder in ein ‚Traum’ von Henri Rousseau am Beginn des 20. Jahrhunderts? Was bewog den Maler Claude Monet im 19. Jahrhundert nicht grandiose Schlachtenbilder zu malen, sondern Heuhaufen zu verschiedenen Jahreszeiten? Wie wandeln sich mit den Mitteln der Kunst auch deren Botschaften?

Häufig beschränkt sich Kunstgeschichte darauf, das Was und Wie, die Oberfläche von Kunstgegenständen zu beschreiben, sie in eine Genealogie der Techniken, Stile, Beeinflussungen, Verwandtschaften und Feindschaften einzureihen und vermeidet das eigentlich Spannende: die Ergründung der Tiefenstrukturen des Warum und Wozu. Wenn wir uns aber fragen, welcher Geisteshaltung, welchen Weltbildern Kunstwerke entstammen, könnten wir dann nicht die Fährten der Entwicklung des menschlichen Geistes aus dem Bilderbuch der Kunst aufspüren?

 

weiterlesen ...

Musik und AQAL

Musik und AQAL

von Michael Habecker

 

Das Thema Kunst ist ein wesentlicher Aspekt menschlichen Lebens und ein faszinierendes Untersuchungsobjekt einer integralen Perspektive. Der bisherige Schwerpunkt in den Werken Wilbers und den Veröffentlichungen von IntegralLife.com ist die bildende Kunst. Die integrale Betrachtung des Themas Musik hingegen ist noch eher selten. Ausnahmen sind die „Integral Post“ Reihen von Greg Thomas auf IntegralLife.com zu Jazz und Blues, und Veröffentlichungen im Journal of Integral Theory and Practice sowie Musik und persönliche Erfahrung: Flows und Gipfelerfahrungen von Matthew Collins (JITP Ausgabe 5 Nummer 2) und Integrale Musik und Aufführungspädagogik von Luis E. Loubriel (JITP Ausgabe 4 Nummer 3). In der Anlage zu diesem Beitrag habe ich auszugsweise ein Interview übersetzt, das Greg Thomas mit der Jazz Legende Sony Rollins führte.

Als Musiker und Gitarrenpädagoge liegt mir das Thema Musik buchstäblich am Herzen, und ich möchte mit den folgenden Überlegungen eine Einladung aussprechen für eine integral informierte Betrachtung eines der gewaltigsten und gleichzeitig alltäglichsten Phänomene menschlicher Erfahrung: die Musik. Dabei geht es, wie bei allen integralen Untersuchungen, nicht darum, irgendetwas von der Kraft, Schönheit, Unerschöpflichkeit und Magie des Phänomens Musik wegzuerklären, zu zerlegen oder zu versachlichen, sondern darum, auf eine tiefere Weise zu verstehen (und zu hören), was Musik für uns Menschen und andere Wesen bedeuten kann, und wie wir uns ihre Schätze und Möglichkeiten erschließen können für ein erfüllteres und bewussteres Leben. 

Die fünf AQAL Merkmale dienen uns dabei als Wegweiser, die ich mit Fragen, Stichworten und persönlichen Schilderungen, die ich auf meinem Lebensweg erfahren habe, illustrieren möchte.

 

weiterlesen ...