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12.12.2017 : 15:07 : +0100

Aus: Einsichten eines erleuchteten Kettenrauchers

Stephen Jourdain/Gilles Farcet
(J. Kamphausen Mediengruppe)

 

Zusammenstellung: Michael Habecker

Einführung: Ich (MH) kenne nur wenige Berichte, die von der schlagartigen Erfahrung des Aufwachens und dem, was davor geschah und danach geschieht so authentisch und gleichzeitig Zeugnis ablegen wie das Buch von/über Stephen Jourdain (1931 – 2009)1. Er ist Franzose, war ein Zeitgenosse, hatte keinen religiösen Kontext, innerhalb dessen er seine Erfahrungen beschrieb, war mit einem wachen und kritischen Geist ausgestattet und dabei gleichzeitig spirituell nur wenig „gebildet“, d. h. er hatte sich kaum mit spiritueller Literatur beschäftigt. Diese Kombination gibt seiner Darstellung eine einzigartige Klarheit, Schönheit und Dringlichkeit.

Nachfolgend ein paar Zitatstellen aus dem Buch (und ein Hinweis: die Zwischenüberschriften sind im Originaltext nicht enthalten, sondern wurde aus Gründen einer besseren Lesbarkeit hinzugefügt):


Aus dem Vorwort:

Liest man Jourdain, so wird offensichtlich, dass hier das „entscheidende“ und endgültige Erlebnis, dessen glückliches Opfer er im Alter von 16 Jahren wurde, in keinerlei Zusammenhang mit einer religiösen oder esoterischen Tradition steht. Die Worte, die er dafür findet, sind wirklich seine: als hätte er sich selbst ein Vokabular schmieden müssen, um es „in Worte zu fassen“.

Frühe Erlebnisse

Erst Jahrzehnte später ist mir klar geworden, dass diese meine Erlebnisse für andere eine Seltenheit sind. Ich hielt diese Veranlagung für Allgemeingut, aber unglücklicherweise ist sie es nicht. Mein Erinnerungsvermögen reicht sehr weit zurück, mindestens bis zum Alter von eineinhalb Jahren. Aus dieser Zeit habe ich bereits Erinnerungen von kristallener Klarheit.

All diese Augenblicke waren sehr verschiedenartig. Dass wir uns recht verstehen: der Gehalt des Erwachens ist eins und untrennbar. Das Urlicht nimmt nach und nach vielfältige Gestalt an, ohne dass seine Einheit davon berührt würde. Was hingegen diese „Augenblicke“ oder besonderen Momente betrifft, so können sie von ganz verschiedenartigem Gehalt sein. Formulieren wir es so: sie nehmen immer die Form eines krassen, völlig unerwarteten Bruchs an. Man kann sich nicht darauf vorbereiten, sie brechen über einen herein, ohne sich angekündigt zu haben.

Vereinigung von Subjekt und Objekt, Dualität

Was geschieht, ist tatsächlich eine Vereinigung von Subjekt und Objekt, aber die beiden „verschmelzen“ nicht in irgendeinem vereinigenden Magma. Das Wunderbare an dieser Art von Erlebnissen ist für mich: ohne im geringsten meine Identität zu verlieren, während ich also, gewissermaßen in aller Legitimität, das bleibe, was ich bin, werde ich der Tisch, oder der Ofen, oder der Berg, oder die ganze Landschaft, aber jeder von diesen bleibt in seiner Integrität erhalten. A bleibt A, B bleibt B, und trotzdem befindet sich A mitten in B und B mitten in A. Das Wunder könnte nicht stattfinden, wenn auch nur eines der beiden Elemente im Moment des Verschmelzens die Qualität seiner Einzigartigkeit verlieren würde.

Es handelt sich nicht einfach um die Abschaffung der Dualität, sondern um das Zutagetreten einer Einheit inmitten der Dualität.

Meiner Ansicht nach ist es ein schwerwiegender taktischer Fehler, Leute (Suchende) auf die Zerstörung der Dualität anzusetzen, ohne zuvor die Unterscheidung zwischen der echten, gesunden und einer verfälschten Dualität zu treffen. Man kann die Dualität nicht leugnen, sie ist das Prinzip des Lebens. Wenn sie allerdings in der Gestalt von verfälschter Dualität, einem Produkt unseres persönlichen Denkens, erscheint, so muss man dazwischenfahren. Die Dualität, soweit sie ein Duplikat der Wirklichkeit ist, ein auf unserer persönlichen Erfahrung beruhendes und von uns persönlich geschaffenes Duplikat, ist ohne jede Rücksicht auszumerzen. Aber sobald dieser Schleier verbrennt, indem wir uns gewöhnlich bewegen, sobald diese gewaltige subjektive Seifenblase platzt, was finden wir da? Was wirst du sehen, wenn du deine Seifenblase verlässt? Die Welt, ganz einfach! Da gibt es etwas. Da gibt es mich und den Baum. Die Dualität ist da.

Das Erwachen

Ich werde versuchen, Worte zu finden, die zumindest für meine eigenen Ohren noch nicht abgedroschen klingen. „Das“ ist eines Abends „geschehen“. Einige Tage zuvor war ich auf Descartes‘ berühmten Satz „Ich denke, also bin ich“ gestoßen und hatte die Intuition, daß hierin - zumindest für mich - ein Geheimnis von äußerster Wichtigkeit enthalten war. Ich fühlte mich direkt, in meiner Essenz, von diesem Satz betroffen.

An diesem „heiligen“ Abend bemühte ich mich also, diesem Satz sein Geheimnis abzuringen. Ich ging an ihn heran, wie man es offenbar normalerweise mit einem Koan macht - ein Begriff, den ich erst mit fünfzig entdecken sollte. Statt mich mit der Frage nach dem „sein“, dem „denken“ und ihren wechselseitigen Beziehungen zu befassen, habe ich mich zum Subjekt des Satzes gemacht und auf die lebendige Realität Bezug genommen, die diese Worte in mir hervorriefen. Ich habe die Aussage nicht intellektuell, sondern vital, mit meinem Leben, zu begreifen versucht. Eine halbe Stunde, eine Stunde lang habe ich daran gearbeitet, bis zur Erschöpfung. Meine intellektuellen Fähigkeiten schrien um Hilfe. Ich hatte den Eindruck, mich auf blutenden Knien vorwärtszuschleppen und sagte zu mir selbst: „Du bist verrückt! Gibt es auf! In Deinem Zustand hast Du überhaupt keine Chance mehr, in das Mysterium dieser Worte einzubringen…“ Und dennoch habe ich weitergemacht, allem gesunden Menschenverstand zum Trotz, und dabei eine bemerkenswerte Neigung zur Unvernunft bewiesen.

Es scheint allerdings, daß diese Fähigkeit, sich innerlich wie ein Besessener zu gebärden, auch gewisse Vorzüge hat – denn auf einmal, ganz unverhofft, kam es zum Umkippen. Wie soll ich das Urplötzliche, völlig Übergangslose dieses „Ereignisses“ ausdrücken? Ich scheue mich vor dem Wort „übernatürlich“, aber das ist das einzige, was zu dieser Plötzlichkeit des Erwachens passen will. Mit nicht in Worte zu fassender Unmittelbarkeit bin ich auf der anderen Seite des Spiegels gelandet und habe mich wieder gefunden, eine endlose Wache inmitten meiner selbst wachend, inmitten dieses Wachens, welches kein Ziel hat, sondern ein zeitloser Akt ist, den ich zu vollbringen wußte. Ich wußte, daß ich alles zu Wissende wußte, daß ich den Unendlichen Wert erreicht hatte, daß ich den Urgrund aller Dinge und meiner selbst berührt hatte. Ich wusste. Was wusste ich? Unmöglich zu sagen.

Versuchen wir trotzdem, das Phänomen genauer abzugrenzen. Diese untrennbare Einheit, welche das Erwachen ist, trägt dennoch mehrere Namen: Ich, Bin, Bewußtheit, Unendlicher Wert. Aber diese untrennbare Einheit gipfelt in etwas noch Wichtigerem, das dem Bereich des Wissens angehört. Nicht nur „Ich bin“, sondern „Ich weiß“. In gewissem Sinn geht „Ich weiß“ dem „Ich bin“ voraus. Auf dem Schachbrett des Absoluten ist das Wissen die stärkste Figur, und man kann sie nicht zurücknehmen. Es ist ebenso unmöglich, diesen inneren Akt zu verlernen, wie man radfahren nicht verlernen kann. Ich habe mehrmals betont, dass es unmöglich ist, einzelne Aspekte des Erwachens separat zu erörtern. Jedoch müssen wir uns auch hier wieder auf das Terrain des Paradoxen begeben: Sobald dies innere Licht aufgeflammt ist, vervielfältigt es sich blitzartig in eine Unzahl verschiedener „Kräfte“.

Das psychologische Wesen

Es liegt auf der Hand, dass mein Erwachen mich als psychologisches Wesen verbrannt hat. Aber da es gleichzeitig die Flamme aufsog, mit der es dieses Wesen zerstört hatte, ist das Nichts ins Nichts zurückgekehrt, und das psychologische Wesen ist vollkommen heil und unbeschadet daraus hervorgegangen. Das Erwachen ist gewissermaßen ein Schlag ins Wasser, dessen einziger Effekt es ist, alles Verdorbene wegzuschwemmen und die falsche Dualität von der gesunden zu trennen. Das psychologische Wesen verbrennt im Feuer des Erwachens und wird im Morgentau des ersten Schöpfungstages wiedergeboren. Im Grunde, wie ich schon sagte, ist überhaupt nichts geschehen. Ich ist Ich geworden … Nichts hat sich geändert, und alles hat sich geändert.

Liebe und Verletzlichkeit

Das bedeutet, dass ich über eine große Liebesfähigkeit verfüge, die sich allerdings nicht auf Allgemeines, sondern nur auf etwas Besonderes anwenden lässt. So kommt es, dass ich in Sachen Liebe sehr verletzlich bin. Ja, ich gebe vor, erleuchtet zu sein und, ja, die Nachricht vom Tod meiner Frau oder meiner Kinder würde mich keineswegs unberührt lassen! Manche scheinen zu glauben, dass die Tatsache, erleuchtet zu sein, keine menschlichen Gefühle mehr zu haben bedeutet. Das Erwachen zu enthumanisieren liefe darauf hinaus, es zu töten. Das Erwachen ist die Fülle und Erfüllung der Menschlichkeit. Ich bin nicht nur verletzlich, mir ist sogar daran gelegen, es zu bleiben, denn diese Verletzlichkeit verankert mich in meiner Menschlichkeit. Sollte mir meine Verletzlichkeit eines Tages Probleme bereiten, werde ich sie ausräumen, doch nur aus rein menschlichen Gründen.

Nach dem Erwachen

Das Erwachen ist passiert, als ich in der Unterprima war. Da ich in einer mir sympathischen Schule war, habe ich es geschafft, den ersten Teil meines Abiturs zu bestehen, und schon das war ein Wunder. Als dies in mir hervorbrach, konnte als einzige Sorge nur noch die übrig bleiben, dieses Feuer am Brennen zu erhalten. Im Urgrund deiner selbst brennt dieses Feuer sowie das Wissen und den zeitlosen Akt, durch den du es am Brennen erhältst. Wenn sich dieses Feuer auch selbst erschafft, bleibt am Anfang nichts anderes zu tun, als es zu unterhalten. Oh, das steht keineswegs im Widerspruch zu café crème, Mädchen und so weiter. Aber es ist unmöglich, auf irgendetwas anderes eine wahrhafte Aufmerksamkeit aufzuwenden. Solltest du eines Tages einen Sohn haben, der als glänzender Student zu großen wissenschaftlichen Erfolgen bestimmt scheint, so kann ich dir nur wünschen, dass er nicht plötzlich erwacht. Seine Karriere wäre damit schlagartig zu Ende. Solch ein Bruch ist vollständig. Ich jedenfalls hatte keinerlei Möglichkeit mehr, weiter zu studieren.

Man darf die Gewalt dieses Erlebnisses [Erwachen] nicht unterschätzen. Nebenbei gesagt, bringen mich deshalb auch all diese Heimwerker zum Lachen, die mit der Spiritualität herumdoktern und heutzutage überall ihr Unwesen treiben. Wenn die nur ein Viertel des Zehntels erlebten, was ich als Kind vor dem Erwachen erlebt habe, sie würden in Ekstase auf die Knie fallen und sich für Gott den Vater halten, garantiert! Und sollte Ihnen zudem aus Zufall ein Viertel vom Zehntel dessen widerfahren, was ich im Erwachen erlebt habe, so wäre es aus mit ihnen, sie würden auf der Stelle sterben. Das Hereinbrechen Gottes über mich ist relativ glimpflich verlaufen, denn ich war sehr kräftig und in sehr lebendigen Zustand. Aber trotz allem hat das Erwachen, als kleine Nebenerscheinung, meine Lernfähigkeit ausgedörrt: ich habe nichts mehr lernen können. Mein Wachstum ist dadurch in jeder Hinsicht zu einem abrupten Ende gekommen. Ich habe also mein Studium abbrechen müssen. Alle Worte und Vorgehensweisen, mit denen ich heute dieses Erlebnis zu beschreiben versuche, sind meine eigenen. Ich kann mich auf nichts anderes als auf die konzeptuellen Waffen stützen, die ich mir selbst geschmiedet habe.

Nicht mehr von, aber in der Welt sein

Beim Erwachen fühlst du dich, als hättest du die Erde verlassen, um dich inmitten eines schwarzen Lochs wiederzufinden, in einer anderen Dimension, wo alle Regeln und sonstigen logischen Gesetze umgestoßen sind. Alle Strukturen des menschlichen Geistes befinden sich dort in einem unbekannten Primärzustand, selbst die Logik bleibt nicht ungeschoren. Das Bemerkenswerteste daran ist, dass man mitten in der Fremdartigkeit dieses spirituell „schwarzen Lochs“ nicht nur Mensch bleibt, sondern zur Fülle und Erfüllung der eigenen Menschlichkeit gelangt.

Auf der einen Seite erstreckte sich eine enorme Distanz, ich befand mich gewissermaßen Lichtjahre weit fort, und gleichzeitig, da nichts geschehen war, existierte überhaupt kein Abstand zu dem jungen Mann, der ich war. Als das Erwachen stattgefunden hatte, stellte ich fest, dass ich tot gewesen war, dass ich bewusstlos in mir selbst gelegen hatte. Das Erwachen hat ein unglaubliches Emporquellen von Leben mit sich gebracht. Ich habe gewaltigen Appetit bekommen! … Nicht, dass das Leben leicht geworden wäre, dass Leiden oder Liebe ihre Bedeutung verloren hätten. Dennoch nahm alles einen spielerischen Charakter an ... Nach dem Erwachen habe ich entdeckt, dass ich grundlegend identitätlos bin. Und mit dieser Entdeckung, dass nämlich das Spezifische an dem, was ich bin, die Tatsache ist, dass es sich auf keine Identität reduzieren lässt, [und so] steht es mir frei, den Identitäten eine gewisse Realität beizumessen und mich mit ihnen zu amüsieren. Aber ich falle nicht mehr darauf herein und werde es nie mehr tun.

Die Moralfrage

Sobald du erst einmal mit dem höchsten Gut in Kontakt bist, hast du keinen rechten Grund mehr, Deinem Nächsten Böses zu wollen oder mächtiger sein zu wollen als er … Alle solche Gedanken sind dann zerstört, und selbst soweit sie weiter bestehen, wären sie das nur als eine Art Spiel. Du glaubst nicht mehr daran, denn du hast dir selbst in die Kulissen geschaut, hast alle Tricks aufgedeckt. Du weißt, dass der Schauspieler nur ein Schauspieler ist und dass auf der Bühne nur ein Stück gespielt wird. Es kann durchaus Spaß machen zu spielen, verkleidet über die Bühne zu schreiten und eine Menge Abenteuer zu erleben … Aber all das besitzt keine eigenständige Realität mehr. Alles kann in jedem Moment von deiner eigentlichen Identität wieder aufgesogen werden.

Das Leben – ein Roman

Die Beziehung zwischen einem Erwachten und seiner Existenz ist wie die zwischen einem Leser und seinem Buch: Ich bin der Leser und erinnere mich ständig daran. Ich bin mir meiner Hand bewusst, die das Buch hält, usw. Meine Position als Außenstehender (was die Abenteuer des Romanhelden anbetrifft) vermindert keineswegs das Lesevergnügen und schließt auch eine gewisse Form der Identifikation mit dem Helden nicht aus! Wenn ich mich für diesen Körper und für nichts anderes als diesen Körper halte, so bedeutet das eine Identifikation im schädlichen Sinne. Unser reales Ich wird eingefangen und von diesem Gedanken (der aus ihm selbst entspringt) gefangen gehalten. Aber ansonsten ist es etwas ganz Natürliches und legitim, wenn man sich beim Lesen von „Auf der Suche nach der Verlorenen Zeit“ mit Proust oder beim Betrachten eines Westerns mit John Wayne identifiziert. Vorübergehend und in völliger Freiheit lasse ich meine fundamentale Identität in John Wayne aufgehen und kann auf diese Weise leidenschaftlich sein Leben leben.

Unsere Existenz hat viel Ähnlichkeit mit diesem Prozess. Ein Erwachter pflegt mit seinem eigenen menschlichen Leben dieselbe Beziehung wie ein Leser mit dem Roman, den er gerade liest. Er kann mit dem Helden eins werden, aber dieses Verschmelzen bleibt provisorisch und ist jederzeit rückgängig zu machen. Das ändert nichts daran, daß man das Spiel mitspielt, sobald man einmal in der Geschichte steckt. Auch ein Erwachsener hat Schmerzen, wenn er sich stößt. Hat er Kinder, so ist ihm daran gelegen, dass sie am Leben bleiben. Es wäre ein grundlegender Irrtum zu glauben, man könne gerechterweise auch nur ein Quäntchen von diesem Spiel weglassen; das wäre geradezu eine Lästerung. Da gibt es nichts wegzulassen. Nicht einmal den Tod: Ich werde sterben, das ist existenziell. Das gehört zum Spiel.

Worin besteht der Unterschied zwischen einem Erwachten und einem im „gewöhnlichen Bewusstseinszustand“ Gefangenen? Auch dieser ist „Leser“ seines eigenen Lebens, nur erinnert er sich nicht mehr daran.

Mit dem Erwachen entsteht die Fähigkeit, den Geschmack des eigenen Lebens zu entdecken und ihn mit enormer Intensität zu erfahren. Praktisch heißt das, dass das Leben ungeheuer interessant wird. Diese grundlegende Qualität, die jedem menschlichen Wesen zu eigen ist, kann man nur göttlich nennen. Der Mensch verfügt über das gewaltige Privileg, die Musik seiner eigenen Existenz zu hören, ihren Stil und ihre Tonalität zu genießen – und sie sogar verändern zu können.

Innerhalb des Romans habe ich mir oft gesagt, dass ich meine Zeit [als Immobilienhändler] vergeude, dass es doch ein wenig schade sei. Es ist immer schade, wenn man etwas widerwillig tut. Ich hätte lieber im Lotto gewonnen. Aber das hat mich nie wirklich gestört. Verstehst Du, wir sprechen hier über eine derartig tiefgreifende persönliche Veränderung … Der Leser, der ich in Ewigkeit bin und bleibe, freut sich in jedem Fall an der Lektüre, was auch immer in dem Buch vorkommen mag.

(aus: Online Journal Nr. 54)

1 Als klassischer Erfahrungsbericht gilt die Beschreibung der Erleuchtungserfahrung von Ramana Maharshi im Alter von 16 Jahren.