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17.8.2017 : 9:43 : +0200

The simple feeling of being - Wilber’s neues altes Buch

von Michael Habecker

 

The Simple Feeling Of Being – Das einfache Gefühl des Seins ist der Titel eines neuen Buches von Wilber, welches kürzlich im Shambhala Verlag erschienen ist. Es ist neu und alt zugleich – neu weil es erst seit kurzem auf dem Markt ist, und alt, weil es eine Zusammenstellung bereits veröffentlichter Texte von Wilber ist, Texte, die den Leser Wilber als Mystiker, Poeten und Menschen näher bringen. Ein derartiges Projekt hat nun auch Wilbers „Hausverlag“ Shambhala in Angriff genommen, und es ist wunderbar gelungen. Auch wenn man mit Wilbers Werk schon gut vertraut ist, so ist es noch mal ein ganz anderes Leseerlebnis, seine tiefgründigen, und doch leichten Formulierungen aus dem Grund des Seins heraus zu lesen, dicht und kompakt, frei und leicht, humorvoll und intensiv, klar, leidenschaftlich und voller Mitgefühl.

Im Vorwort zum Buch heißt es:

In seinen vielen Büchern und Aufsätzen lädt Wilber den Leser dazu ein, sich den Kosmos als ein vier-quadrantisches Mandala vorzustellen, mit verschiedenen Schichten (wie Ebenen, Linien, Typen, Körpern). In Wirklichkeit sind die gedankenreichen Schriften meditative Instruktionen für seine Leser, mit denen sie die Welt der Formen in einen göttlichen integralen Ort verwandeln können. Am Ende der Textpassagen, Kapitel oder Bücher erinnert Wilber den Leser daran, das er dieses Mandala selbst ist, dass er oder sie dieses Bewusstsein ist, welches diese Weltmatrix hervorbringt und enthüllt. Und so löst sich das intellektuelle Gebäude dann wieder auf in der Soheit, und die integrale Landkarte wird zum Sprungbrett hinein in die Wasser des ewigen JETZT. So gesehen steht Wilbers Arbeit, auch in ihren intellektuellsten Aspekten, immer im Dienst der Erinnerung des GEISTES. Es ist ein Weckruf an alle bewussten Wesen zur Quelle zu erwachen, welche immer schon Ausgangspunkt und Spiel des Lebens ist.

 

Ein Wilber-Zitat aus dem Vorwort zu einer 1996 erschienenen Neuauflage von Up from Eden (Halbzeit der Evolution) stimmt den Leser ein:

Wir sind Teil und Stück einer einzigen und alles umfassenden evolutionären Strömung, welche GEIST-in-Aktion ist, der Art und Weise der Schöpfungen des GEISTES, die immer weiter voranschreitet – in Sprüngen, und nicht kriechend, hin zu neuen Ebene der Wahrheit, um von dort aus den nächsten Sprung zu tun, bei jedem neuen Quantensprung sterbend und wiedergeboren werdend, oft auch stolpernd, und sich die metaphysischen Knie aufschürfend, und doch immer wieder aufstehend und weiterstrebend.

Erinnerst du dich an den Autor dieses Spiels? Wenn du tief in dein eigenes Bewusstsein schaust, die Selbst-Kontraktion dabei entspannend, und dich in den leeren Grund deiner eigenen ursprünglichen Erfahrung hinein auflösend, das einfache Gefühl des Seins – jetzt und hier – ist es dann nicht sofort offensichtlich? Warst du nicht von Anbeginn an gegenwärtig? Hattest du nicht überall deinen Hand in diesem Spiel? Begann der ganz Traum nicht an dem Punkt, als es dich langweilte nur Gott zu sein? Was es nicht einfach ein Spaß, sich in all den Erzeugnissen deiner eigenen wundersamen Vorstellungen zu verlieren, und dabei so zu tun als würde es sich um etwas anderes handeln? Hast du nicht dieses Buch geschrieben, und unzählige andere Bücher wie dieses, einfach nur um dich daran zu erinnern wer du bist?

 

Wilbers Buch ist alt und neu, es erzählt die immer gleiche, immer wieder neue und doch zeitlos-alte Geschichte: Wer wir sind, wie unser ursprüngliches Antlitz aussieht, und wie der Eine Geschmack schmeckt - in unserer heutigen, sich immer schneller verändernden Zeit und ihrer Sprache, und von jemandem der aus eigener Erfahrung weiß wovon er spricht. Das Wissen der Menschheit so umfassend und zusammenhängend darzustellen wie das nur möglich ist – und gleichzeitig in jeder Zeile daran zu erinnern: Wer ist es der schreibt – wer ist es der liest – wer bin ich – wer bist du? Dazu lädt dieses Buch seine LeserInnen ein.


Quelle: AK-Ken Wilber Rundbrief 19, 2004