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27.5.2017 : 10:02 : +0200

Denken – Verstehen – Kognition – Intelligenz

Das Denken ist eine zentrale menschliche, ja vielleicht auch schon vor-menschliche Eigenschaft, und eine der großen „Erfindungen“ der Evolution. Im Zuge eines westlichen Verständnisses von Spiritualität ist das Denken in Verruf geraten und gilt in manchen Kreisen als anti-spirituell und Hindernis auf dem Weg zur Erleuchtung.

Für Ken Wilber ist das Denken von Anfang an ein wesentlicher und unverzichtbarer Beitrag auf dem Entwicklungsweg des Menschen, einschließlich seiner spirituellen Entwicklung. (Vor diesem Hintergrund wird sich die 7. Spirituelle Herbstakademie, die vom 19. bis 21. Oktober 2012 wieder in Oberursel bei Frankfurt stattfindet, dem Thema „Aufklärung, lebendiges Denken und Spiritualität“ widmen.)

Nachfolgend möchten wir sechs Texte von Ken Wilber zum Thema vorstellen. (Diese Zusammenstellung wurde erstmals auf Deutsch in dem Buch Ken Wilber – die integrale (R)evolution von Michael Habecker veröffentlicht).

Text 1: Nachdenken über das Denken

(aus: Sociocultural Evolution, Collected Works Vol. 4, p. 328, geschrieben 1983)

Ich glaube dass auf der Grundlage der verfügbaren Forschungsergebnisse die Aussage zulässig ist, dass das Denken, welches auf das Denken einwirkt [thougt-operating-on-thought] (oder wie immer man sich das vorstellen mag), eine quasi-universelle Tiefenstruktur ist mit im wesentlichen gleichen Merkmalen, unabhängig davon, ob sie in Amerika, Indien, Japan oder Malaysia auftritt, wobei die spezifische Ausgestaltung zu einem großen Teil kulturabhängig und historisch bedingt ist. Ich ziehe ebenso die Schlussfolgerung, dass die Fähigkeit des „Denkens über das Denken“ sich in der heutigen ontogenetischen Entwicklung frühestens erst mit dem Erwachsen-werden entwickelt, wenn überhaupt; dass sie sich historisch von wenigen Ausnahmen abgesehen erst seit 1000 v. Chr. entwickelt hat; und dass sie erst in der industriellen bzw. modernen Zeit zu einer wichtigen und bestimmenden Struktur wurde; und dass sie jetzt dabei ist, den Weg für ihre Nachfolger frei zu machen.

Es gibt andere, mehr philosophische Gründe, die dafür sprechen, dass das „Denken über das Denken“ ein echtes und bedeutendes Stufenphänomen ist. Die gesamte Idee von Evolution und Bewusstsein schließt die Vorstellung mit ein, dass jede Grundstruktur der Entwicklung ihre Vorgänger sowohl transzendiert als auch beinhaltet. Auch Piaget erkannte die größere Bedeutung dessen, was er tat: „Diese Gesamtstrukturen sind integrativ und nicht miteinander austauschbar. Jede resultiert aus ihren Vorgängern, welche sie als eine untergeordnete Struktur integriert, und gleichzeitig bereitet diese Struktur das Nachfolgende vor, in welchem sie dann selbst integriert wird.“ Das Ganze einer Stufe wird zu einem Teil der nachfolgenden Stufe; das Subjekt einer Stufe wird zum Objekt der nachfolgenden und so weiter. Jede Stufe des Bewusstseins transzendiert ihre Vorgänger und kann aus genau diesem Grund diese wahrnehmen, sich ihrer bewusst sein und auf sie einwirken. Durch das Denken im weitesten Sinn konnten Männer und Frauen die unmittelbare physische Umgebung und die unmittelbaren Zwänge des physischen Körpers transzendieren und auf sie einwirken (Kontrolle der Impulse, Wille, Techniken usw.). Das Denken, welches auf das Denken einwirkt, repräsentiert einfach den Punkt, an dem das Bewusstsein beginnt, das Denken selbst zu transzendieren und so auf das Denken einwirken kann. An diesem Punkt beginnt gewissermaßen der gesamte mentale Bereich ein Objekt des Bewusstseins zu sein und nicht mehr nur ein Subjekt. Es ist der Beginn der Transzendenz des Geistes, auf dem Weg hin zu einer übermentalen Entwicklung.

Ich denke, diese Ansicht hilft unter anderem dabei, die tief greifenden Veränderungen in der modernen Philosophie zu erklären. Die traditionelle Philosophie tendierte dazu einfach anzunehmen, dass Denken und Sprache offenkundige Werkzeuge zur Erfassung der Wirklichkeit wären; das heißt, Denken und Sprache waren unproblematische Subjekte. Eine der größten Bewegungen der modernen Philosophie bestand darin, dass Sprache zum Objekt einer anhaltenden philosophischen Reflektion wurde; das „Denken über das Denken“ wurde sich zunehmend der Struktur seiner eigenen Existenz bewusst. Dies führte zu Ergebnissen wie linguistischer Analyse, Hermeneutik, Strukturalismus und Semiotik, und sie alle stimmen folgerichtig mit denjenigen Phänomenen überein, welche man als Emergenz auf dieser Stufe der Evolution erwarten kann.

Text 2: Zur Bedeutung von Verstehen/Kognition

(aus: Die vier grundlegenden Module [einer integralen Praxis], The Integral Operating System, Version 1.0, S. 51)

Das kognitive bzw. mentale Modul

[Hinweis: Das kognitive Modul ist eines von vier empfohlenen Hauptmodulen einer integralen Lebenspraxis (die drei anderen sind: Körperarbeit, Schattenarbeit und das spirituelle Modul).]

Kognitive Intelligenz beschäftigt sich mit dem Bereich des Wissens. Sie beinhaltet intellektuelle Fähigkeiten wie analytische Vernunft, Lesen, Schreiben, Analysieren, Problemlösungen, Informationsverarbeitung und kritisches Denken. Das definierende Merkmal mentalen Wachstums ist jedoch die Fähigkeit, unterschiedliche Perspektiven einnehmen zu können. Wenn man sich nicht selbst kognitiv in die Schuhe eines anderen Menschen stellen kann, um von dort aus dessen Standpunkt zu erfahren, hat man keinen Zugang zu den tieferen Gefühlen von Mitgefühl und Liebe für den anderen. Aus diesem Grund ist kognitive Entwicklung eine notwendige, wenn auch nicht ausreichende Voraussetzung für eine Reihe anderer Entwicklungslinien wie Moral, Werte, Emotionalität und interpersonelle Fähigkeiten. Die folgenden Praktiken nehmen sich dieses Bereiches an, in dem sie den Blickwinkel erweitern, durch den wir die Welt erfahren:

  • Vision: Affirmation, Visualisierung, die Ausbildung einer persönlichen Lebensphilosophie
  • Wissen: Lesen, kritische Reflektion, akademische Untersuchungen, die Aufnahme anderer Ansichten
  • Perspektiven Einnehmen: Dialog, Rollenspiel, Schauspielern
  • Ausdruck: Schreiben, Webdesign, kreative Projekte, Hobbys, Malen

Bei diesen Praktiken geht es nicht nur um das Ansammeln zusätzlicher Konzepte und Vorstellungen, sondern auch um eine Transformation der Art, wie wir Konzepte und Ideen verarbeiten, organisieren und interpretieren. Es geht um die Verfolgung der Evolution dessen, wie wir etwas wissen, und nicht nur darum,  was wir wissen. Die menschliche Kognition entwickelt sich von Empfindung zu Wahrnehmung zu Impuls zu Symbolen zu konkreter Vernunft zu abstrakter Vernunft zu Schaulogik und noch darüber hinaus. Die Fähigkeit, verschiedene Perspektiven einzunehmen – mit Auswirkungen auf die eigene Sicht auf die Wirklichkeit –, erweitert sich mit dem Wachsen der kognitiven Intelligenz. Auf der Ebene der Schaulogik erlangt man die Fähigkeit, das integrale Rahmenwerk zu erfassen und anzuwenden. Die Kognition der Schaulogik erkennt die unterschiedlichen Dimensionen der Transformation und ihren Einbezug in die Strategie einer integralen Praxis. Das kognitive Modul ist der mentale Aktenkoffer, der eine integrale Praxis richtig einordnet.

Text 3: Gefühltes Denken

(aus: Integral Naked, Tasting Your Way to Infinity. Part 1. The Feeling of Body, Mind, and Spirit; im Dialog mit Sally Kempton (SK))

SK: ... worum wir uns bemühen ist, dass Menschen zu erkennen beginnen, dass ihr gedankliches Zeug [mind-stuff] eben dieses [höchste] Bewusstsein ist, welches alles erschafft, und damit beginnen, mit ihren eigenen Gedanken zu arbeiten als einer Fundgrube von Wahlmöglichkeiten ...

KW: ... viele spirituelle Traditionen haben keine energetische Komponente [shakti energy], nur sehr wenige beschäftigen sich damit, und dabei ist das so wichtig, und es wird eine zentrale Rolle bei jeder Art von integraler Spiritualität in diesem Jahrhundert spielen ...

SK: ... Der Begriff, den ich dafür verwende, ist „berührendes Gefühl“ [touchy feeling], das ist das großartige an den shaktischen Traditionen, es geht dabei um Bewegung, um Kinästhetik, es geht um konkretes Berühren ...

KW: Hierbei braucht es eine grundlegende Umorientierung, speziell wenn es um die Arbeit mit Gedanken geht als unmittelbaren, vibrierenden Manifestationen des Göttlichen. Es gibt aus vielen Gründen eine sehr unglückliche, anti-intellektuelle Voreingenommenheit in diesem Land [USA], Boomeritis ist sicherlich einer davon ... Viele Menschen glauben, dass es zur Spiritualität dazugehört, die eigenen Gedanken loszuwerden, also nicht zu denken, nicht intellektuell zu sein, sondern einfach nur zu fühlen – doch das Problem dabei ist: Sie wissen nicht, wie sie ihre Gedanken fühlen können.

SK: Genau. Und sie wissen nicht, wie sie zur Tiefe ihrer Gefühle kommen als einer den Gedanken zugrundeliegenden Energie, was dann zu einer Transformation führen kann ... Der größte Durchbruch für mich in der Meditation ist, wenn ich den Gefühlsraum erlebe, der jeden Gedanken erschafft, und durch das Eintreten in diesen gefühlten Raum bekomme ich Zugang zu der vibrierenden Energie des Gedankens, und das führt mich in die Stille, ohne dass der Gedanke dabei verschwinden muss. Es ist enorm bedeutend dorthin zu gelangen, weil man sich oft genug im Kreis dreht, die Gedanken und den Geist dabei verlierend ...

KW: Was speziell in diesem Land [USA], aber auch anderswo ein Verständnis diesbezüglich erschwert ist, dass man nicht – wenn man so sagen will – zwei unterschiedliche Arten des Fühlens unterscheidet. Wenn man von Körper, Geist und GEIST ausgeht, dann hat der Körper Gefühle, der Geist hat Gedanken, und der GEIST hat Intuition oder Bewusstheit, aber man kann alle drei auf eine Weise erfahren, durch die man sie fühlen kann, und das ist die andere, tiefere Bedeutung von Fühlen. Man kann seine körperlichen Gefühle fühlen, man kann seine Gedanken fühlen, man kann GEIST oder Intuition fühlen – GEFÜHL wird verwechselt mit Gefühl, wobei letzteres nur das Fühlen des eigenen Körpers bedeutet. Und so glauben die Leute, es geht darum, den Körper zu fühlen und nicht zu denken, und das stellt sie ins Abseits – und das nennen sie spirituell ...

Es ist schon tragisch, wie höheres Fühlen missverstanden wurde – es gibt eine ganze Reihe von Techniken zum Erfühlen von Gedanken, welche die Zirkulation von prana [Lebensenergie] im Gehirn ermöglichen, Gedanken werden so zu einem strahlenden Ausdruck des Göttlichen ... Es ist im Verlauf einer meditativen Praxis sehr befreiend zu wissen, dass alles, was erscheint, in Ordnung ist, man muss nichts daran ändern – worum es geht, ist, es zu fühlen. Man kann zutiefst erfahren, was immer auch erscheint, ob Gefühl, Gedanke oder Intuition oder Stille, Offenheit oder sogar ananda [Sanskrit für die Abwesenheit von Unglück = Glück], und plötzlich schmeckt man den eigenen Weg zum Göttlichen ...

Das ist sehr interessant bei diesem so genannten intellektuellen Weg zur Bewusstheit er ist intellektuell, aber er ist erfahrungsorientiert. Die Leute machen einen fürchterlichen Fehler, wenn sie das voneinander trennen. Das erste, was man bei diesen [spirituellen] Texten lernt, ist ein Sich-Einfühlen, sich auf diese höheren Verwirklichungen und Erkenntnisse einzuschwingen ... Das betrifft auch das Ego, die Selbstkontraktion – es geht nicht darum, das loszuwerden, es geht darum, das zu fühlen. Fühlt man die Selbstkontraktion atmen und hineinfühlen , dann ist das Fühlen selbst frei von Ego. Das, was das Ego fühlt, ist selbst frei von Ego. Das führt zu einer Freiheit als einer immer anwesenden Fähigkeit des eigenen Geistes. Das ist das Wunderbare dabei – bestimmte Dinge müssen bei einer Praxis gemacht werden, der grundlegend suchende Impuls ist jedoch befreit, wenn man erkennt, dass man fühlt, was immer auch geschieht ... Und dieses Fühlen entfaltet sich weiter zu ananda, Seligkeit, und transzendenter liebender Bewusstheit – all das beginnt mit Fühlen.

Text 4: Integrale Kognition

(aus: Excerpt C)

Dies bedeutet, dass die Hauptaktivität einer integralen Kognition nicht darin besteht, sich alle verfügbaren Theorien – prämodern, modern, postmodern – anzuschauen und zu fragen, „Welche dieser Theorien ist die beste und richtigste?“, sondern die Frage zu stellen, „Auf welche Weise können sie alle recht haben?“ Tatsache ist, dass alle die unterschiedlichen Theorien, Praktiken und eingeführten Paradigmen – in den Naturwissenschaften, in den Geisteswissenschaften und in der Kunst – bereits praktiziert werden: sie sind bereits in einem Kosmos erschienen, der ihnen eindeutig dieses Erscheinen erlaubt, und die Frage ist daher nicht, welche von ihnen richtig ist, sondern wie die Struktur eines Kosmos aussieht, der es ihnen ermöglicht zu existieren. Wie sieht die Architektur eines Universums aus, das so viele wunderbare Räume hat?

Text 5: Ko-gni-tion

(aus: Integral Spirituality, p. 113)

Das Wort Kognition leitet sich aus der Wurzel gni ab (Ko-gni-tion), und dieses gni ist dasselbe wie gno, die Wurzel von Gno-sis oder Gnosis. Daher ist Kognition eigentlich Co-Gnosis, das Co-Element von Gnosis und nichtdualem Gewahrsein. Dies ist der Grund, warum Traleg [Rinpoche] sagt, dass Kognition oder Co-Gnosis das Fortbewegungsmittel auf unserem spirituellen Weg ist. (Es ist übrigens auch der Grund, warum Entwicklungsforscher immer wieder feststellen, dass die kognitive Entwicklungslinie notwendig, aber nicht ausreichend für alle anderen Entwicklungslinien ist, einschließlich der Entwicklung von Gefühlen, künstlerischen Fähigkeiten und spiritueller Intelligenz ...).

Im Sanskrit erscheint dieses gno als jna, das wir in prajna und in jnana finden. Prajna ist das höchste unterscheidende Bewusstsein, notwendig für das volle Erwachen der Gnosis (pra-jna = Pro-Gnosis), und jnana ist die reine Gnosis. Noch einmal, Kognition als Co-Gnition ist die Wurzel der Entwicklung, die nötig ist für ein volles Erwachen der Gnosis oder jnana, der nichtdualen befreienden Bewusstheit. Wenn Sie also das nächste mal das Wort „kognitiv“ hören, dann werden Sie es vielleicht nicht mehr so schnell mit dem Etikett anti-spirituell versehen.

Text 6: Gebrauchsanleitung für den Verstand

(aus: How to use your mind here, ein Audiomitschnitt von einem Seminarwochenende 2003 mit Ken Wilber, http://www.formlessmountain.com/audio.html)

...was wir hier an diesem Wochenende auch machen werden, ist, unsere mentalen Fähigkeiten für einen kognitiven Austausch einzusetzen. Es gibt verschiedene Arten und Weisen, wie man den Verstand sinnvoll einsetzen kann, und auch Arten, wie man ihn weniger sinnvoll einsetzt. Ich möchte euch jetzt eine gute Art der Verwendung des Verstandes geben ...

Im Raum all dessen, was erscheint, hier und jetzt, anstrengungslos – ist das erste, was man immer feststellen kann: Ihr könnt ohne jede Anstrengung meine Stimme hören, Wahrnehmungen erscheinen anstrengungslos. All dies erscheint nicht außerhalb von dir. Wenn sich der Geist entspannt und man die Natur dessen betrachtet, was ist, dann erscheinen Anblicke und Geräusche im eigenen Bewusstsein, sie strömen buchstäblich durch dein Bewusstsein hindurch. Dein Bewusstsein befindet sich also nicht auf der Innenseite deines Gesichts, die Welt dort draußen betrachtend, dein Bewusstsein oder deine Bewusstheit ist der Raum, in welchem alle diese Dinge erscheinen. Dieser Raum, in dem alles erscheint, ist das, was du bist. Dasjenige, was sich hinter deinem Gesicht befindet, ist dein endliches und begrenztes Selbst. Und dir ist klar, dass dasjenige hinter deinem Gesicht dir permanent auf die Nerven geht, und du beziehst dich oft selbst darauf als das, was du bist, aber das ist nicht wahr. Es ist gewissermaßen der gewöhnliche Gang der Dinge, wir reagieren auf Namen, die diesen speziellen begrenzten Körpern gegeben wurden. Aber jeder ist ganz nahe dran, es ist nicht so, dass du in diesem Raum bist – dein Körper ist in diesem Raum. Aber sowohl dein Körper als auch dieser Raum erscheinen in deiner Wahrnehmung, in deinem Bewusstsein. Dieser Raum ist in dir. Das gesamte Universum ist im Raum deiner Wahrnehmung, die du bist.

Eines der Dinge, die in diesem Raum erscheinen, sind Gedanken, und Gedanken können sinnvoll eingesetzt werden, wenn du ihnen erlaubst, in diesem Raum zu erscheinen. Doch man kann auch schlechten Gebrauch von ihnen machen, wenn man sie auf der Innenseite des eigenen Gesichtes lokalisiert, einen Standpunkt einnimmt, mit dem man die Welt dort draußen betrachtet und etwas gegenüber der Welt dort draußen in einer Interaktion tut. Das bedeutet nicht, dass man das nicht tun kann oder soll – es ist jedoch nicht die beste Möglichkeit, vom Verstand Gebrauch zu machen – oder von Gott, was ein anderer Name für den Raum ist, in welchem dies alles erscheint, und ein anderer Name für die wahre Natur dessen, wer und was du bist, in diesem und jedem Augenblick. Gebraucht man den Verstrand auf diese Weise, hält man eine Geräumigkeit über die eigene grundlegende Ist-heit aufrecht, die weder hier drinnen noch dort draußen ist, sondern die der Raum ist, in welchen sowohl das Innere wie auch das Äußere spontan von Augenblick zu Augenblick erscheinen. Lasse daher, gegründet auf und in dieser Geräumigkeit, den Verstand spontan erscheinen, und er wird dann so funktionieren, wie er funktionieren sollte: 1. als ein Diener und nicht als ein Meister, 2. als ein Werkzeug und nicht als ein Selbst und 3. als etwas, was man einsetzt, um über Wahrheit, Gutheit und Schönheit mit anderen empfindenden Wesen zu kommunizieren. Dies sollte der primäre Antrieb sein. Anderenfalls erhält man nichtssagende, mentale Kontraktionen ... Wir verwenden den Verstand also für all die kognitiven Dinge, aber er sollte innerhalb dieser unermesslichen Geräumigkeit erscheinen, welche dein Selbst ist. Und du weißt das bereits, du bist dir dieser Geräumigkeit bereits bewusst. Das geschieht sehr einfach und natürlich ...