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24.7.2017 : 6:52 : +0200

Integrale Politik (Schweiz)

DAS FINDEN VON INTEGRAL-POLITISCHEN JA - NEIN - POSITIONEN BEI SCHWEIZERISCHEN ABSTIMMUNGSVORLAGEN

 

Vor zwei Jahren entschieden sich die Strategieverantwortlichen der neu gegründeten «Integrale Politik Schweiz», zur Festlegung des weiteren Vorgehens auf dem eidgenössischen politischen Parkett nicht nur von bereits früher erarbeiteten politischen Inhalten (= Grundlagen integraler Politik) auszugehen. In weiter Offenheit fanden wir zu einer Methode, die wir «Integrale Transformations-Entwicklungsmethode» getauft haben. Die Entwicklung der Methode verdanken wir unserem Mitglied Rolf Edelmann, Psychologe in Zürich.

Diese Methode benutzen wir unter anderem, um unseren Mitgliedern, den „Interessierten“ und einer breiteren Öffentlichkeit durch Abstimmungsempfehlungen zu eidgenössischen Gesetzesvorlagen oder Initiativen Anregung zu geben, wie sie über den üblichen, im Mentalen verharrenden Argumentenaustausch hinaus zu Überlegungen kommen können, die von einem wohlgemeinten, in der Praxis der direkten Demokratie aber nicht möglichen «Sowohl - als auch» zur notwendigen JA- NEIN-Stellungnahme führen.

In der Schweiz werden wir Bürgerinnen und Bürger jährlich viermal vom Bund (= Schweizerische Eidgenossenschaft) zur Urne gerufen, um jeweils über durchschnittlich drei Gesetzesvorlagen oder Volksinitiativen abzustimmen. Volksinitiativen sind Anträge zur Änderung der Verfassung, die zur Abstimmung gelangen, sofern hunderttausend Bürgerinnen und Bürger das mit ihrer Unterschrift verlangt haben.

Und so funktioniert die «Integrale Transformations-Entwicklungsmethode»: Der «Politische Ausschuss» der IP Schweiz, bestehend aus drei Frauen und drei Männern, macht im ersten Schritt ein Brainstorming zu den offensichtlichen Tatsachen der Vorlage, ohne bereits ein Vor-Urteil zu fällen. Im zweiten Schritt äußern wir uns, wie die Vorlage beim Durchlesen körperlich auf uns wirkt und welche Gefühle sich bei uns einstellen.  Im dritten machen wir ein Brainstorming zu möglichen versteckten Absichten hinter der Vorlage und im vierten äußern wir uns zu vorstellbaren tieferen Ursachen, wie z.B. archetypischen Mustern, gesellschaftlichen Schatten oder unaufgedeckten Konflikten, die zur Gesetzesvorlage geführt haben könnten. Diese vier Analyse-Punkte fassen wir zum «IST-Zustand» der Vorlage zusammen.

Nun führt ein Ausschussmitglied die Anwesenden meditativ in einen tiefen Entspannungszustand. Angekommen in der Stille des Hier und Jetzt bitten die Meditierenden das Überbewusste um eine Vision zum entsprechenden Themenbereich einer idealen integralen Gesellschaft. Später werden die individuellen Visionsbilder zu einer Gruppenvision verschmolzen. Diese Gruppenvision wird in ein «integrales Zukunftsbild» umgewandelt, indem sie mit der aktuellen politischen Fragestellung in Zusammenhang gebracht wird. Dieses «integrale Zukunftsbild» dient nun als politischer Leitstern, der geeignet ist, die Ausrichtung einer politischen Position zu bestimmen. Als politisches Ziel ist das Zukunftsbild meistens nicht geeignet, da es im Großen und Ganzen noch zu visionär und unerreichbar formuliert ist.

Diesem Leitstern als SOLL-Zustand wird nun der IST-Zustand gegenübergestellt. Liegt die Gesetzesvorlage auf einer Linie Richtung Leitstern, so hat sie transformativen Gehalt. Der Politische Ausschuss empfiehlt dann, ein JA in die Urne zu legen. Für politische Anliegen, die in die gegenteilige Richtung zielen, empfehlen wir ein NEIN. Politische Anliegen, die nur Varianten des Bestehenden sind, nennen wir translativ. In diesem Fall empfehlen wir auch ein NEIN oder LEER (weder ein JA noch ein NEIN) einzulegen.

Alle Abstimmungsempfehlungen und entsprechende integrale Zukunftsbilder pro Abstimmungswochenende werden in einem «Politischen Kommentar der IP Schweiz» veröffentlicht. In der Einleitung jeder Ausgabe wird das größte Anliegen integraler Politik stereotyp wiederholt:

«Die Abstimmungsempfehlungen erzielen dann ihre größte Wirkung, wenn die Leserinnen und Leser sich animiert fühlen, mit ähnlichen Überlegungen zu ihrem je eigenen Ergebnis zu kommen. Das Ziel einer integralen Position ist es nie, Recht zu haben, sondern die Bürgerinnen und Bürger zu mehr Bewusstheit zu führen.»

Der Politische Kommentar der IP Schweiz erschien im Februar 2013 bereits zum fünften Mal. Die erhaltenen Feedbacks sind sehr ermutigend.

PS: Dieselbe «Integrale Transformations-Entwicklungsmethode» ist auch geeignet zur Entwicklung von integral-politischen transformativen Projekten.

POLITISCHER KOMMENTAR DER IP SCHWEIZ 1/13

zu den eidg. Abstimmungsvorlagen vom 03. März 2013

Die Abstimmungsempfehlungen der IP Schweiz sind das Ergebnis eines integralen Findungsprozesses des Politischen Ausschusses. Dabei wird ermittelt, ob eine Vorlage einen Schritt in die Richtung zur Zukunftsvorstellung einer integralen Gesellschaft bedeutet, d.h. also einen Beitrag leistet zur Transformation der Gesellschaft, oder ob das Anliegen nur eine translatorische Variante des Bestehenden ist.

Das Ergebnis dieses Abschätzens findet Ausdruck in einer integralen Abstimmungsempfehlung. Sie erzielt dann ihre gewünschte Wirkung, wenn die Leserinnen und Leser sich animiert fühlen, mit ähnlichen Überlegungen zu einem je eigenen Ergebnis zu kommen. Das Ziel einer integralen Position ist es nie, Recht zu haben, sondern die Menschen zu mehr Bewusstheit zu führen.

BUNDESBESCHLUSS über die Familienpolitik

Das integrale Zukunftsbild: Die Familie als Keimzelle der Gesellschaft hat oberste Priorität bezüglich Schutz durch die Gesellschaft. Dabei verstehen wir unter Familie nicht nur die heute gängige Kleinfamilie, sondern eine Gesellschaft, in der sich alle Menschen für das Wohlergehen der Kinder verantwortlich fühlen; eine Gesellschaft, in der Kinder sich frei und ungehindert ihrem Alter und ihrer Entwicklung entsprechend bewegen können - natürlich im Rahmen der Selbstverantwortung und der Bedürfnisse der Mitwelt. Die Kinder sind gemäß ihrer Entwicklung ins gesellschaftliche Leben integriert und lernen, verantwortlich miteinander und mit der Mitwelt umzugehen und zu leben.

Abstimmungsempfehlung: JA, weil dem Bund die Möglichkeit gegeben wird, unser integrales Zukunftsbild in die Gesetzgebung einfließen zu lassen

EIDG. VOLKSINITIATIVE «gegen die Abzockerei»

Das integrale Zukunftsbild: In einer integralen Gesellschaft sind auch in großen Unternehmen die Mitarbeiter Miteigner, Mitbestimmende und Mitverantwortliche. In diesem Kontext werden die Mindestlöhne und die Maximallöhne von allen Mitarbeitenden mitbestimmt.

Abstimmungsempfehlung: JA, weil die Initiative in Richtung einer Mitbestimmung geht, auch wenn die Mitbestimmenden heute noch nicht die Mitarbeiter sind.

Vorschlag des Politischen Ausschusses der IP Schweiz: Mitbestimmung, Mitverantwortung und Mitbeteiligung der Mitarbeitenden einer Unternehmung sollten wieder vermehrt im öffentlichen politischen Diskurs zur Sprache kommen, denn die Mitarbeitenden haften mit ihrer Existenz und nicht nur mit Kapital.

ÄNDERUNG des Raumplanungsgesetzes (RPG)

Das integrale Zukunftsbild: In einer zukünftigen integralen Gesellschaft sind Luft, Wasser und Boden Allgemeingüter. Sie gehören niemandem und allen. Schon heute sind wir Schweizer uns dessen bewusst, liegt uns doch unsere Landschaft sehr am Herzen.

Abstimmungsempfehlung: JA, weil das neue Raumplanungsgesetz einen bedeutenden Schritt in Richtung eines achtsamen und sorgfältigen Umgangs mit Grund und Boden bedeutet.

Vorschlag des Politischen Ausschusses der IP Schweiz: Wir regen an, die Gründung oder Reaktivierung von kantonalen oder kommunalen Korporationsgemeinden für die Verwaltung von Allmenden und Gemeingütern in den öffentlichen politischen Diskurs zu tragen.

STELLUNGNAHME zur Eidg. Volksinitiative «Keine Spekulation mit Nahrungsmitteln»

Diese Volksinitiative befindet sich bis zum 25. März 2014 im Stadium der Unterschriftensammlung.

Der Politische Ausschuss der IP Schweiz empfiehlt, diese Initiative zu unterzeichnen.

Im Bild einer zukünftigen integralen Gesellschaft haben überhaupt keine Finanzspekulationen Platz, nicht nur solche mit Nahrungsmitteln!