Sie sind hier: IF-HOME > Anwendungen > Religion / Spiritualität
DeutschEnglishFrancais
18.5.2012 : 17:51 : +0200

Religion und Spiritualität

Symbole der Weltreligionen (Quelle: Wikipedia)

Auch wenn die integrale Theorie und Praxis einen Erklärungs- und Handlungsrahmen darstellt für alles menschliche Sein und Handeln, hat sie kurz nach ihrer Veröffentlichung das besondere Interesse von Menschen aus dem Bereich von Religion und Spiritualität geweckt. Lehrer und Lehrerinnen aus den unterschiedlichsten Traditionen und Glaubensrichtungen wie dem Buddhismus, dem Christentum, dem jüdischen Glauben und anderen Richtungen haben, oft unterstützt durch Ken Wilber, begonnen ihre eigene Glaubensrichtung aus einer integralen Perspektive zu betrachten. Ken Wilber seinerseits, als ein langjährig spirituell Praktizierender, hat durch Bücher wie Der glaubende Mensch, Naturwissenschaft und Religion, Einfach DAS und vor allem Integrale Spiritualität eine intellektuelle und praktische Basis geschaffen für eine Versöhnung von Wissenschaft und Religion, und er zeigt gleichzeitig eine Perspektive auf für Religion und Spiritualität in unserer heutigen Zeit und für die Zukunft. 

Übersicht über die Beiträge zu diesem Thema:

Papier des IF zur Diskussion über spirituelle Lehrer

Papier des IF zur Diskussion über spirituelle Lehrer

Integrität, spirituelle Lehrer, und die Schule einer integralen Spiritualität

Natürlich kann jede und jeder sich selbst Lehrerin oder Lehrer nennen. Es ist daher angeraten sich zuerst so umfassend wie möglich über einen Lehrer zu informieren, bevor man ihm oder ihr seine Praxis oder sogar das eigene Leben anvertraut. Gute Lehrer haben viel praktiziert in ihrem Leben, und manche von ihnen haben eine Lehrerlaubnis von ihrem eigenen Lehrer erhalten. Sie tun, was sie sagen, und leben in Übereinstimmung mit ihrer Botschaft. Sie behandeln alle Menschen, einschließlich ihrer Schüler, mit Freundlichkeit und Respekt. Es geht ihnen dabei vor allem um das Erwachen, und nicht so sehr um Egofallen wie Ruhm und Macht. Gute Lehrer geben offen Fehler zu, und tun nicht so, als seien sie vollkommen. Dies mag auf unreife Suchende, die einen vollkommenen Lehrer suchen, wenig einladend wirken, doch es gibt keine vollkommenen Lehrer, sondern lediglich Menschen die lehren.

Roger Walsh

 

Ausgelöst durch die Diskussionen um (angeblichen oder tatsächlichen) Missbrauch von spirituellen Lehrern gegenüber ihren Schülern, von denen auch Lehrer betroffen sind, mit denen das Integrale Forum in Kontakt und Austausch steht, hat der Vorstand des IF ein Positionspapier erstellt und Stellung bezogen. Dieses Papier formuliert sowohl eine ethische Basis für uns selbst und unsere Arbeit als auch explizite Kriterien für spirituelle LehrerInnen und Menschen in Führungs- und Verantwortungspositionen allgemein.Parallel dazu, und im Dialog mit spirituellen  Lehrern, ist die Idee einer "Schule integraler Spiritualität" (SIS) entstanden, als ein Forum und Raum für eine Begegnung von Wissenschaft (Natur- und Geisteswissenschaft) und Spiritualität. Wir erwarten uns davon einen fruchtbaren beiderseitigen Austausch, der zum einen das Thema "Spiritualität" auf eine solide wissenschaftlich akademische Basis stellt und gründet, als auch wie (Wieder)entdeckung des spirituellen "Erbes der Prämoderne" (Ken Wilber) als einem univerzichtbaren kulturellen Erbes der Menschheit.  

Lesen Sie hier die Stellungnahmen der Lehrer

Ken Wilber über den Unterschied zwischen Religion, New Age und der letztendlichen Wirklichkeit

Ken Wilber über den Unterschied zwischen Religion, New Age und der letztendlichen Wirklichkeit

Ken Wilber

(Aus einem Interview, das Steve Paulson mit Ken Wilber geführt hat, veröffentlicht auf www.salon.com

Titel: You are the river: An interview with Ken Wilber The integral philosopher explains the difference between religion, New Age fads and the ultimate reality that traditional science can't touch.

Paulsen stellt Wilber mit den folgenden Worten vor:

Ken Wilber, dessen Namen sie wahrscheinlich noch nie gehört haben, ist der vielleicht bedeutendste Philosoph unserer Zeit. Er hat Dutzende Bücher geschrieben, findet jedoch in den Mainstream-Medien kaum Erwähnung. Dennoch wird Wilber in bestimmten Kreisen leidenschaftlich gelesen und diskutiert, und ist dort fast schon ein Kult. Er hat auch prominente Fans wie Bill Clinton und Al Gore, die seine Bücher empfehlen. Deepak Chopra bezeichnet ihn als einen der „bedeutendsten Bewusstseinspioniere“. Die Wachowski Brüder haben ihn gebeten, zusammen mit Cornel West einen Kommentar für die DVD Ausgabe der Matrix Filme zu sprechen. Als ein bemerkenswerter Autodidakt erstrecken sich seine Werke über alle Wissensbereiche, von Quantenphysik über Entwicklungspsychologie bis zur Religionsgeschichte. Er hat sich in die Welt der esoterischen Traditionen vertieft, wie dem Mahayana Buddhismus, dem Vedischen Hinduismus, dem Sufismus und der christlichen Mystik. Wilber praktiziert auch, was er lehrt, und meditiert intensiv. Seine „integrale Philosophie“, zusammen mit dem Integralen Institut, das er gegründet hat, geben das Versprechen, dass wir mystische Erfahrungen verstehen können, ohne uns dabei im New Age zu verlieren. Auch wenn er oft als ein New Age Denker beschrieben wird, lacht er über die Vorstellung, dass unser Geist [mind] die physikalische Wirklichkeit formt und er kritisiert New Age Bücher und Filme wie Das Tao der Physik und What the Bleep Do We Know. Gleichzeitig betont er, dass „trans-rationale“ Bewusstseinszustände real sind, und Materialisten, die dies bezweifeln, bezeichnet er als „Flachländer“. 

Wilbers Hierarchie spiritueller Entwicklung und nicht-so-subtile Hinweise darauf, dass er selbst eine fortgeschrittene Erleuchtungsstufe erreicht hat, hat Gegenreaktionen hervorgerufen. Einige Kritiker halten ihn für einen arroganten Besserwisser, der schlauer ist, als ihm gut tut. Sein komprimierter Schreibstil, angereichert mit Abbildungen und Diagrammen, erscheint manchen blutleer und überrational.

weiterlesen

Tonglen - Eine Goldmine des Leidens

Tonglen - Eine Goldmine des Leidens

Diane & Ken

(aus: ISC, A Goldmine of Suffering, Diane Hamilton und and Ken Wilber on the practice of Tonglen)

 

 

Vorwort der ISC Redaktion

Siehe dieses Herz, das so sehr die Menschheit liebte ...

      aus einer Jesus-Vision von Marguerite Marie Alacoque, 1673

Eine der am wirkungsvollsten meditativen Praktiken ist vielleicht die buddhistische Praxis des Tonglen. Als am Ende seines Lebens der bekannte tibetische Buddhist und “crazy wisdom” Lehrer Chogyam Trungpa Rinpoche gefragt wurde, welche Art von Meditation er praktiziere, soll er darauf geantwortet haben “Tonglen, baby!” In diesem Dialog sprechen die ISC Lehrer Ken Wilber and Diane Hamilton mit dem I-I Mitglied Richard Munn über die Praxis des Tonglen.

Es wird gesagt, dass das gesamte spirituelle Leben ein Einatmen und ein Ausatmen ist. In der Tonglen Praxis atmet man das Leiden empfindender Wesen ein, und atmet Mitgefühl aus. Das Ich und der oder die Andere werden ausgetauscht, und der Subjekt-Objekt Dualismus, den viele andere Techniken implizit verstärken, wird überbrückt. Beim Tonglen fallen diese Begrenzungen, was zu einer außerordentlichen Tiefe führt. Das fast grenzenlose Leiden aller empfindenden Wesen wird in das unbegrenzte Herz aufgenommen, und aus einem tiefen Brunnen ergießt sich Mitgefühl im Überfluss. 

Aus einer rationalen Perspektive wird diese Praxis mit Stirnrunzeln begleitet und als unwirksam betrachtet – oder vielleicht sogar als schädlich – doch es gibt sehr viel Evidenz dafür, dass dabei etwas ganz Konkretes und Erklärbares vor sich geht. Alfred North Whitehead warnte vor dem “einfachen Ort”, der Vorstellung, dass [alle] Phänomene sich in Zeit und Raum lokalisieren ließen. Praktiken wie Tonglen und die Hingabe an das Heilige Herz Jesu (bei der man visualisiert, wie das Herz Jesu Mitgefühl verströmt zu einem selbst und an die ganze Welt) gehen seit Langem davon aus, dass Wirklichkeiten des subtilen Bereiches sich im grobstofflichen Bereich manifestieren können. Mit den Begriffen des Integralen gesagt: die Praxis eines Menschen kann die Bildung kosmischer Gewohnheiten unterstützen, von denen ungezählte andere Menschen in der Nachfolge profitieren.

Die Erfahrung eigenen Leidens kann eine hervorragende Gelegenheit sein, um Tonglen zu praktizieren. 

weiterlesen

Ken Wilber: Tod, Wiedergeburt und Meditation

Ken Wilber: Tod, Wiedergeburt und Meditation

Michael Habecker

In einem 1990 veröffentlichten Beitrag[1] schreibt Wilber zum Thema Reinkarnation eine längere Abhandlung. Bereits in seinem Buch Das Atman Projekt hatte er zehn Jahre vorher unter der Kapitelüberschrift „Involution“ bezugnehmend auf das Totenbuch der Tibeter den Bardo-Prozesses durch die Ebenen[2] Tschikhai (was dem Kausalen entspricht), Tschönyi (was dem Feinstofflichen entspricht), und Sidpa (was dem Mentalen entspricht) beschrieben. Diesen Abstiegsweg nach dem physischen Tod – vom Kausalen über das Feinstoffliche und Mentale bis hin zur physischen Wiedergeburt – beschreibt das Tibetische Totenbuch. 

Der Beitrag Tod, Wiedergeburt und Meditation soll nachfolgend vorgestellt werden[3]

Dabei ist es wichtig festzustellen, dass Wilber, wenn er von „Ebenen“ wie „subtil“ und „kausal“ spricht, sich auf – wie er es heute nennt – Zustandsbereiche bezieht, und nicht auf Entwicklungsebenen. Diese Differenzierung (zwischen Zustandsstufen der Entwicklung, die beim Sterbe- und Wiedergeburtsvorgang durchlaufen werden, und Strukturstufen und -Linien, zu denen sich im Laufe eines Lebens ein Mensch entwickelt) macht Wilber explizit erst seit der Phase V seines Werkes.  

Wilber beginnt mit der Feststellung: 

Irgendeine Art von Reinkarnationslehre findet man in praktisch jeder der mystischen religiösen Traditionen der Welt. Sogar das Christentum akzeptierte sie bis etwa zum 4. Jahrhundert. Danach wurde Reinkarnation vorwiegend aus politischen Gründen mit dem Kirchenbann belegt. Viele christliche Mystiker heute hingegen akzeptieren die Idee. 

weiterlesen

Ken Wilber: Reinkarnation

Ken Wilber: Reinkarnation

Quelle: Himalayan Academy Publications, Kapaa, Kauai, Hawaii.

Michael Habecker

Nach den eher phänomenologischen Beschreibungen im einem Beitrag mit dem Titel Tod, Wiedergeburt und Meditation von Ken Wilber geht es im folgenden Beitrag um einen Weg, ein theoretisches Modell zu skizzieren, welches Möglichkeiten zur Erklärung von Reinkarnation bietet. Dies tut Ken Wilber im 2004 erschienenen „Auszug G“ aus dem zweiten Band seiner Kosmos Trilogie[1]. Wilber geht es dabei um eine Theorie der „subtilen Energien“, welche eine Voraussetzung für die Existenz von etwas wie einer Seele wäre, die dann auch „wandern“ könnte. Dabei geht er von der unstreitigen Tatsache der Existenz grobstofflicher Materie und der dazu gehörigen (grobstofflichen) Energie aus (Gravitation, Elektromagnetismus). Diese Materie jedoch bleibt nicht, wie sie ist, sondern verfeinert oder komplexifiziert sich im Verlauf der Entwicklung und Evolution (was Wilber für den individuellen Menschen im Modell der vier Quadranten im oberen rechten Quadranten abbildet). Materie ist jedoch immer auch Energie, und daher folgt dieser Verfeinerung der Materie im Laufe der Entwicklung, so die Hypothese, auch eine Verfeinerung der zu dieser Materie gehörigen Energie. (Zu den Einzelheiten siehe Exzerpt G).

Wilber formuliert diesen Gedankengang in 3 Hypothesen:

Hypothese Nr. 1: Fortschreitende Evolution bringt zunehmende Komplexität grobstofflicher Formen.

Hypothese Nr. 2: Eine zunehmende Komplexität der Form (im oberen rechten Quadranten) geht einher mit einer zunehmenden innerlichen Bewusstheit (im oberen linken Quadranten).

Hypothese Nr. 3. Weiterhin – und das ist die verbindende Hypothese – geht eine zunehmende Komplexität der grobstofflichen Form einher mit einer zunehmenden Verfeinerung von Energien.

Darauf aufbauend entwickelt Wilber einige Gedanken zur Reinkarnation. 

weiterlesen

Mystik und Glauben, der Zustandsweg und der Strukturweg des Erwachens und das Wilber-Combs Raster

Mystik und Glauben, der Zustandsweg und der Strukturweg des Erwachens und das Wilber-Combs Raster

Einleitung von Michael Habecker

Seit der Differenzierung zwischen einem Zustandsweg des Erwachens, wie ihn die kontemplativ-mystischen Traditionen und Religionen beschreiben, und einem Struktur(entwicklungs)weg des Glaubens, wie ihn die westliche (Entwicklungs-) Psychologie beschreibt, ist es möglich, Mystik und Psychologie zu vereinigen und ein deutlicheres Bild von dem zu erhalten, was religiös-spirituelle Erfahrungen ausmachen. Eine derartige Unterscheidung hat Wilber in seinem Werk schon in frühen Büchern wie in Der glaubende Mensch vorgenommen, und dann immer weiter entwickelt, bis hin zu einer „Wilber-Combs Matrix“, in der diese Unterscheidung explizit sichtbar wird.

In einer Einführung zu einem Audiodialog The Sacred Heart of Christianity“ zwischen Ken Wilber und Roland Stanich, geschrieben von Corey de Vos[1], wird dieser Differenzierungsmeilenstein anhand zweier Pioniere erläutert: James Fowler für den Entwicklungsstrukturweg des Glaubens und Evelyn Underhill für den mystischen Zustandsweg.

Vollständig menschlich: James Fowlers Stufen des Glaubens

 

Abb. Dr. James Fowler

Dr. James Fowler III ist Professor für Theologie und menschliche Entwicklung an der Emory Universität. Bis zu seiner Pensionierung 2005 war er Direktor des Center for Research on Faith and Moral Development und des Center for Ethics bis. Er ist Pfarrer der United Methodist Church und wurde bekannt durch sein Buch Stufen des Glaubens, das er 1981 veröffentlichte. In diesem Buch untersucht er die Entwicklung des menschlichen Glaubens.

„Glauben kann man charakterisieren als einen integralen, zentrierenden Vorgang, der unseren Vorstellungen, Werten und Bedeutungen zugrunde liegt, und der (1) dem menschlichen Leben Kohärenz und Richtung gibt, (2) Menschen in Loyalität und Vertrauen miteinander verbindet, (3) persönliche Standpunkte und gemeinschaftliche Überzeugungen in einem größeren Bezugsrahmen gründet und (4) es Menschen ermöglicht, den Begrenzungen eines menschlichen Lebens zu begegnen, bei einer Bezugnahme zum Absoluten ... Die Entwicklungsstufen haben das Ziel, die Muster des Wissens und Wertens zu beschreiben, die unserem Bewusstseins zugrunde liegen.“ 

weiterlesen

 

Vier Wege, vier Ziele

Vier Wege, vier Ziele

Symbole der Weltreligionen (Quelle: Wikipedia)

["Four Paths, Four Destinations", eine redaktionelle Einleitung zu einem Audio, in dem Ken Wilber über die Einheit der Weltreligionen spricht]

Von einer grünen Entwicklungsstufe aus betrachtet ist die Vorstellung einer einheitlichen Transzendenz der Weltreligionen absolut überzeugend. Es ist ein „happy end“ – ein glückliches Ende einer über lange Strecken auch tragischen Geschichte. Bedenkt man all die Gewalt, welche im Namen Gottes verübt wurde, ist es eine tröstliche Vorstellung, wenn man annimmt, dass die heiligen Schriften letztendlich das gleiche aussagen.

Doch das ist nicht der Fall. Nimmt man die Schriften wortwörtlich (was auf der Bernstein Entwicklungsstufe oft geschieht), dann gibt es widersprüchliche Aussagen ohne Ende – und oft widersprechen die Schriften sich auch in sich selbst! Kriege wurden zwischen den christlichen Konfessionen ausgetragen, bezogen auf eine Welt und ein (Nicäisches) Glaubensbekenntnis. Aus einer differenzierteren Position heraus unterscheiden wir die äußerlichen, exoterischen von den innerlichen, esoterischen Aspekten, doch auch bei den esoterischen Aspekten ist Übereinstimmung eher selten.

In diesem Audiogespräch betont Wilber, dass es so etwas wie eine transzendente Einheit der Weltreligionen nicht gibt. Es gibt keinen Fixpunkt, wo sich alle treffen. Man könnte eher von vier unterschiedlichen Fixpunkten sprechen. Die religiösen Praktiken der Weltreligionen gestalten sich entsprechend der großen Reise, die jeder von uns innerhalb jeder 24 Stunden unternimmt: von einem grobstofflichen Wachzustand zu einem subtilen Traumzustand zu einem kausalen traumlosen Tiefschlaf (mit der Hinzufügung eines vierten, nicht-dualen Zustandes, der alle Zustände vereinigt). Im Buch The Paradox of Instruction spricht Adi Da vom Pfad der Yogis (grobstofflich), vom Pfad der Heiligen (subtil), vom Pfad der Weisen (kausal), and vom Pfad der siddhas (nichtdual). Daniel P. Brown kommt im Buch Psychologie der Befreiung zu den genau gleichen Tiefenstrukturen, unter Betrachtung der vielen unterschiedlichen mystischen Traditionen. Daraus resultieren vier allgemeine mystische Wege und vier unterschiedliche mystische Bestimmungen. Der erste Weg und die erste Bestimmung führen zu einer Einheit mit allen grobstofflichen Phänomenen, der zweite zu einer Einheit mit allen subtilen Phänomenen, der dritte zu einer Einheit mit allen kausalen Phänomenen und der vierte zu einer Einheit von Leere und allem, was darin erscheint.

weiterlesen

Integration buddhistischer Praxis in den Arbeitsalltag

Integration buddhistischer Praxis in den Arbeitsalltag

Wie integrieren Berufstätige buddhistische Praxis in den Arbeitsalltag?

Eine explorative Interviewstudie mit Personen in Führungsverantwortung und ohne Führungsverantwortung.

Diplomarbeit von Joachim Wetzky & Danica Wetzky, Freie Universität Berlin

Problemdarstellung und Untersuchungsziele

Der Wandel der sich momentan in der Arbeitswelt vollzieht ist gewaltig und vielschichtig. Schlagwörter wie Massenarbeitslosigkeit, demographischer Wandel, Mini-Jobs, Manager-Boni und Hartz IV verdeutlichen die Brisanz des Themas. Immer mehr Menschen fällt es zunehmend schwerer, in dieser veränderten Arbeitswelt zurechtzukommen. Und auch viele Führungskräfte, die vermehrt nur noch in Zusammenhang mit Personalabbau und Restrukturierungsmaßnahmen erwähnt werden, erleben eine neue Unsicherheit.

Das Potsdamer Manifest, eine von Hans-Peter Dürr, J. Daniel Dahm und Rudolf zur Lippe verfassten Denkschrift, die ein neues Denken fordert, um mit den Krisen der heutigen Zeit fertig zu werden, beschreibt unserer Auffassung nach sehr gelungen, an welchem Punkt wir als Gesellschaft gerade stehen:

„Diese vielfältigen Krisen, mit denen wir heute konfrontiert sind und die uns zu überfordern drohen, sind Ausdruck einer geistigen Krise im Verhältnis von uns Menschen zu unserer lebendigen Welt. Sie sind Symptome tiefer liegenden Ursachen, die wir bisher versäumten zu hinterfragen und aufzudecken. Sie hängen eng mit unserem weltweit favorisierten materialistisch-mechanistischen Weltbild und seiner Vorgeschichte zusammen.“

Mit dieser Diplomarbeit wollen wir dazu beitragen herauszufinden, welche Möglichkeiten bestehen, diese vielfältigen Krisen, mit denen wir tagtäglich konfrontiert werden, zu überwinden. Aus diesem Grund widmen wir uns in dieser Diplomarbeit der Fragestellung wie Berufstätige mit und ohne Führungsverantwortung buddhistische Praxis in den Arbeitsalltag integrieren. Als Basis dient uns dabei der integrale Bezugsrahmen, der uns dabei helfen soll, buddhistische Inhalte in unsere Gesellschaft zu integriere

 

weiterlesen....

Die Seele und das einzigartige Selbst – ein Workshopbericht

Die Seele und das einzigartige Selbst – ein Workshopbericht

Michael Habecker und Matthias Ruff

Vom 19.05. bis 22.05.2011 fand in Bad Kissingen auf Einladung der Akademie Heiligenfeld der Kongress „Seelen-Heil-Kunst“ statt und erfreute sich wieder eines großen Publikuminteresses. Wir (die Autoren dieses Beitrages) waren als Workshopreferenten eingeladen und möchten von unseren Erfahrungen berichten.

Es gibt wahrscheinlich nur wenige Institutionen, denen es derzeit gelingt zu dem Thema „Seele“ so viele Menschen zusammenzubringen. Auch wenn der Begriff eine lange, jahrhundertealte Tradition hat und sich in praktisch allen Hauptsprachen der Welt wiederfindet, ist die „Seele“ aus dem allgemeinen öffentlichen und auch akademischen Diskurs weitgehend ausgeschlossen. Ihr haftet etwas Überholtes und Unscharfes an, was zu unserer aufgeklärten, naturwissenschaftlich betonten Zeit nicht zu passen scheint.

Wie kann, so unsere Ausgangsfragestellung, in guter integraler Weise das kostbare vormodernde Erbe, dass sich mit den Begriff Seele verbindet, mit einer enormen Fülle an Erkenntnissen, unserer heutigen postmodernen Zeit ohne allzu viel metaphysischen Ballast zur Verfügung gestellt werden? Anders gefragt: Wie könnte ein integrales Seelenverständnis aussehen?

Die Überschrift unseres Workshops lautete: Nach einer Ankommensübung stimmten wir die etwa 25 TeilnehmerInnen darauf ein, die eigenen, persönlichen Assoziationen zum Begriff „Seele“ zu betrachten. Ein kurzer Austausch in Kleingruppen brachte die Menschen in einen lebhaften Dialog.

Weiterlesen...