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18.5.2012 : 17:52 : +0200

Wirtschaft

"Alles Leben (oder Sein) ist Beziehung", so lautet eine wesentliche philosophische und auch systemtheoretische Erkenntnis, die, solange sie nicht verabsolutiert wird, auf einen essentiellen Daseinsaspekt hinweist. Ein Ausdruck dieses in-Beziehung-Seins aller Menschen und Wesen ist Wirtschaft oder Ökonomie. Menschen haben teilweise ähnliche, teilweise aber auch unterschiedliche Bedürfnisse, Wünsche, Ideen und Motive, und werden aus diesen heraus aktiv. Dabei entstehen Austauschbeziehungen von Waren, Informationen und Dienstleitungen, deren äußerliche und sytemischen Aspekte unter dem Begriff des Wirtschaftens zusammengefasst werden. Doch kann man das Äußerliche ohne das Innerliche verstehen, und kann man das Systemische ohne das Einzelne begreifen? Bei Fragestellungen wie diesen erlaubt uns die integrale Perspektive einen neuen Blick auch auf den für das menschliche Zusammenleben so existentiellen Bereich von Wirtschaft und Ökonomie. 

Übersicht über die Beiträge zu diesem Thema:

Was heißt „integrale Organisation“?

Was heißt „integrale Organisation“?

Brian Robertson erklärt seinen Ansatz

Soziokratie, Holakratie und die Evolution menschlicher Organisationsformen

von Dennis Wittrock

Wenn es richtig ist, dass sich der ganze Kosmos entwickelt, wenn der Schnellzug der Evolution, der vor 15 Mrd. Jahren mit einem großen Knall auf frische Gleise gesetzt wurde, angesichts des Auftretens menschlichen Lebens und menschlicher Kultur nicht kurz vor uns kreischend zum Stillstand kommt, sondern vielmehr mitten durch dieses Terrain hindurch fährt, so darf man sich mit gewissem Recht fragen, welche gesellschaftliche Organisationsform (U.R.) sich eine emergierende integrale Kultur geben muss. Der Übergang einer gewissen Anzahl von Individuen von der mythischen zur mentalen Struktur des Bewusstseins wurde bekanntlich begleitet von enormen politischen Revolutionen und Umwälzungen, die u.a. den modernen demokratischen Rechtsstaat hervorbrachten. Wenn nun von einem „Quantensprung“ zum „zweiten Rang“ des Bewusstseins die Rede ist, so dürfte klar sein, dass ein solcher Anspruch, bezogen auf die Komplexität von Individuen, einen mindestens ebensolchen Anspruch auf dessen kollektive Organisationsformen nach sich zieht.Wie organisiert sich eine Gemeinschaft, deren vermeintliche Avantgarde sich als „integral“ begreift? Welche kollektiven Strukturen wollen sich auf dieser Ebene der Komplexität und Evolution durch uns ausdrücken? Diese Frage beschäftigt mich brennend.

In Ken Wilbers Büchern findet man zu dieser Frage nichts wirklich Substantielles. Die Psychologie des integralen Individuums (O.L.) wird hinreichend beschrieben, doch was mehrere solcher Individuen miteinander erschaffen können, war und ist bislang eine Frage unvorhersehbarer Emergenz, eine Leerstelle, die nur menschliche Kreativität auszufüllen vermag. Das Integral-Institute ist nach Wilbers Ansicht eine Art empirisches Versuchslabor, frei nach dem Motto: „Stecke einen Haufen integraler Leute in einen Raum und schau, wie sie sich organisieren“. Als ich vor einiger Zeit die Ausgabe der WIE aufschlug, die sich dem Thema „kollektive Intelligenz“ widmete, war ich recht hoffnungsfroh eine Antwort auf meine Frage zu finden. Ich erfuhr eine Menge darüber, wie es sich wohl anfühlen mag, Teilnehmer an einer „erleuchteten Kommunikation“ zu sein, Mitglied in einer Gruppe, die sich auf das höchste Telos der Evolution einzuschwingen versucht und dann im intersubjektiven Raum einer neuartigen Qualität der Dringlichkeit der Transformation inne wird, die sich jenseits egoischer Muster auszudrücken versucht. Mit anderen Worten: ich fand eine phänomenologische Beschreibung der Atmosphäre solcher Treffen, einen Geschmack der Hermeneutik des transpersonalen Wirs. Trotz dieser reichhaltigen Schilderung blieb ich irgendwie unbefriedigt.

Mir dämmerte: wonach ich suchte, war keine Beschreibung des unteren linken Quadranten, sondern eine Beschreibung der (inter-) objektiven Verfahren menschlicher Organisation (U.R.), einer integralen Vorgehensweise, die in der Lage ist, die positiven Aspekte der Regierungsformen früherer Zeiten und Bewusstseinsstrukturen, von magisch/mythischer Autokratie, rationaler Demokratie bis hin zu pluralistischem Konsens einzuschließen und gleichzeitig zu transzendieren. Wilber schreibt dem integralen Individuum zu „zehn mal effizienter“ zu sein, als ein Individuum des ersten Ranges. Ich war auf der Suche nach einer konkreten Struktur im unteren rechten Quadranten, die diese Effizienz auf kollektiver Ebene ermöglicht, fördert und operational handhabbar macht, vor allem aber auch konkret demonstriert.

Während meines dreimonatigen Aufenthaltes am Integral Institute bekam ich eines Tages ein Interview mit Brian Robertson zugeschickt, das für die anstehende Mitarbeiter-Versammlung zu lesen war. Brian Robertson ist Gründer und CEO von „Ternary“, einem Software-Unternehmen aus Philadelphia. Im Alter von 6 Jahren begann er mit dem Programmieren, mit zwölf Jahren zog er sein erstes softwarebezogenes Business auf und nun war dieser Autodidakt ins I-I Büro eingeladen worden, um über ein neuartiges Modell der Unternehmensführung zu sprechen, das seiner Firma erlaubt hat, in den ersten fünf Jahren seit der Gründung über zwei Millionen Dollar jährlich zu verdienen. Als ich den Text zu Ende gelesen hatte, war ich fasziniert: Heureka! Das fehlende Puzzlestückchen: Die Beschreibung einer integralen Organisationsstruktur.

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Der GEIST eines bewussten Business

Der GEIST eines bewussten Business

Vorwort von Ken Wilber

"Der GEIST eines bewussten Business" von Fred Kofman

 

Bewusstsein, Business, GEIST [Spirit]. Drei interessante Begriffe, nicht wahr?

Worte, die man nicht oft innerhalb eines einzigen Satzes findet, geschweige denn als Titel eines Buches.

Ich frage mich, was es aussagen soll, wenn diese Begriffe in einer solchen Weise miteinander verknüpft werden?

„Business“ -  fangen wir einmal damit an: Business bedeutet ... eben Business. Die trockene und prosaische Wörterbuchdefinition besagt: „Beruf, Arbeit, Handel, Kommerz; ernsthafte, rechtmäßige Beschäftigung”. Klingt ziemlich seriös und sehr ernsthaft.

‚Bewusst’ steht für:  „Ein Gewahrsein seiner inneren und äußeren Welt haben; mental wahrnehmend, wach und aufmerksam sein.”

Also heißt „bewusstes Business” möglicherweise, eine Beschäftigung, eine Arbeit oder eine Geschäft in einer achtsamen und aufmerksamen Weise auszuüben. Das impliziert natürlich, dass dies bei vielen Menschen offenbar nicht der Fall ist. Meiner Erfahrung nach ist das tatsächlich so. Ich jedenfalls würde bewusstes Business einem sonstigen vorziehen; in jedem Fall würde ich ein bewusstes Was-auch-immer vorziehen.

Der Begriff Spirit -  „GEIST“ -  ist schon schwieriger; es ist ein weiter, komplizierter, bedeutungsschwerer Begriff.  Laut Wörterbuch: „Das vitale Prinzip oder die bewegende Kraft in lebenden Wesen; unkörperliches Bewusstsein; übernatürliches Wesen.”

Mir gefällt keine dieser Definitionen – und ich vermute, Fred ebenfalls nicht. Eine andere Definition, etwas weiter unten auf der Liste, lautet „Essenz”; das dürfte der Sache insgesamt ein wenig näher kommen.

„Der GEIST des bewussten Business” könnte demnach bedeuten:  „Die Essenz einer wachen oder achtsamen Arbeit”.

Das klingt schon interessanter. Doch immer noch frage ich mich, was genau „bewusst” oder „achtsam” bedeuten könnte, insbesondere, weil wir oben in diesem Zusammenhang den provokativen Satz gefunden haben: ”Ein Gewahrsein seiner inneren und äußeren Welt haben”. Wie viele Welten sind denn eigentlich da, und muss ich denn ihrer aller bewusst sein, um wirklich bewusst zu sein?

Und genau an dieser Stelle wird meiner Ansicht nach die ganze Idee eines bewussten Business – ganz zu schweigen vom GEIST des bewussten Business – wirklich interessant. Welten, Gebiete, Landschaften, Umwelten – es ist eine weite Welt und je besser wir sie verstehen – sowohl die innere als auch die äußere – desto besser werden wir uns in dieser Welt bewegen können.

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Quelle: IP 5, 2007

Schuldenkrise und soziale Transformation

Schuldenkrise und soziale Transformation

Fritz Bläuel und Michael Habecker im Juli 2011

Im Excerpt A des geplanten zweiten Bandes der Kosmos Trilogie (Band 1 ist Eros Kosmos Logos) weist Ken Wilber im Part III The nature of revolutionary social transformation auf die Bedeutung des unteren rechten Quadranten für alle anderen Quadranten hin, und auf die wichtigen Einsichten von Karl Marx diesbezüglich. Wilber schreibt:

Man bekommt schnell ein Gespür für die bedeutenden Ideen die Karl Marx verfolgte, wenn man sich die aktuelleren Arbeiten dazu ansieht, wie z. B. die von Gerhard Lenski über die Beziehung zwischen techno-ökonomischen Produktionsmöglichkeiten und kulturellen Praktiken. Mit einer erschreckenden Uniformität finden wir, dass gleiche techno-ökonomische Modi die gleichen Wahrscheinlichkeiten für bestimmte kulturelle Praktiken hervorrufen. In einfachen Worten, die techno-ökonomische Basis einer Gesellschaft gibt in erheblichem Maß vor was sich dort ereignet, was Marx zu der berühmten (sinngemäßen) Aussage führte „Es ist nicht das Bewusstsein welches die Wirklichkeit des Menschen bestimmt, sondern die materiell-ökonomischen Wirklichkeiten in denen der Mensch lebt, bestimmen das Bewusstsein ... Wir müssen nicht Marx’ Tendenz, den unteren rechten Quadranten zu verabsolutieren folgen, und können doch den enormen Einfluss des UR Quadranten auf Bewusstsein und Kultur würdigen.

 

Die Haushaltskrise vieler Staaten der Welt ist ein Krankheitssymptom das sich im UR Quadranten zeigt, dessen Auswirkungen aber alle Quadranten und Entwicklungsebenen massiv erfassen. Es wurde über Jahrzehnte versäumt Ausgaben und Einnahmen (ohne Schulden) in ein Gleichgewicht zu bringen, was – negativ besetzt – mit dem „Stopfen von Haushaltslöchern“ als eine minderwertige Politik angesehen wurde, mit Konsequenzen für die Weltbevölkerung die noch nicht abzusehen sind. Dabei wird deutlich dass die enormen Fortschritte einer globalen Transformation, die nach dem zweiten Weltkrieg in Teilen der Welt erreicht wurden, auf finanzpolitisch wackeligen Füßen stehen – und mit ihnen unser kulturelles und soziales Zusammenleben. Wir stehen vor einem transformatorischen Schritt, und es kann in beide Richtungen gehen, aufwärts zu einer nachhaltigen globalen Finanzwirtschaft, oder (erst einmal) abwärts zu Zusammenbruch und Krise. Die integrale Landkarte leistet in dieser Situation eine unverzichtbare Hilfestellung. Die folgenden drei Beiträge beleuchten die Situation von unterschiedlichen Standpunkten aus. Der erste Beitrag ist von allgemeiner Natur, der zweite widmet sich der Situation in Griechenland, und der dritte Beitrag beleuchtet die der Krise zugrundeliegende Problematik und gibt einen Lösungsausblick.

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Integrale Wirtschaft

Integrale Wirtschaft

IntegralLife.com/Michael Habecker

Inhalt

  • Einführung
  • Prolog
  • Die Aufgabenstellung
  • Die 4 Quadranten einer Wirtschaftsanalyse Entwicklung: Innerlich und Äußerlich
  • Vier Typen von Kapital
  • Von Fundamentalistisch zu „Sophisticated“
  • Wirtschaft und Psychodynamik

Einführung

Mit der Einrichtung von IntegralLife.com (IL) wurde unter der Leitung des Integral Institute Geschäftsführers Robb Smith mit seinen Worten „ein neues Kapitel“ aufgeschlagen.

Mit IL werden zum einen die unterschiedlichen Materialen (Texte, Video, Audio) der letzten Jahre auf bereits bestehenden Seiten des zum Integral Institute gehörenden Verbundes auf eine leicht zugängliche und grafisch ansprechende Weise aufbereitet und angeboten. Gleichzeitig wird laufend neues Material offeriert, was nicht notwendigerweise 1:1 mit Ken Wilber übereinstimmt, sich jedoch so weit an seiner Arbeit orientiert, dass er sich darin wiedererkennen würde. Dadurch kann zeitnah und aktuell zu den unterschiedlichsten Themen reagiert und Stellung bezogen werden, wie auch zur Finanz- und Wirtschaftskrise. Auf einer dieser Veröffentlichungen[1] vom November 2008 basiert der nun folgende Beitrag zum Thema Integrale Wirtschaft. Dabei wird der Versuch unternommen, einige der Aspekte der integralen Theorie und Praxis auf das Thema „Wirtschaft“ [economy] anzuwenden.

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Geld und Dharma

Geld und Dharma

Wilber-Porträt von Alex Grey

Ken Wilber

Quelle: Ken Wilber.com, Right Bucks 

Der Dharma ist frei. Niemand sollte Geld für die Lehre oder Übermittlung des Dharma verlangen. Dharma, der mit Geld in Berührung kommt, ist kein Dharma. Der Verkauf des Dharma ist die Wurzel allen Übels. Den Dharma allen Suchenden frei und ohne Geld dafür zu verlangen zur Verfügung stellen ist rein, nobel, und eine respektvolle Haltung. 

So oder so ähnlich geht der merkwürdige Antagonismus zwischen Dharma und Dollars. Bei dem Thema von Geld und Dharma – oder Geld und Spiritualität allgemein – gibt es mindestens zwei sehr unterschiedliche Aspekte, die zu unterscheiden und zu besprechen sind. Eines davon ist der angemessene geldliche Wert einer jeden Austauschbeziehung (von medizinischer Versorgung zu Waren und Dienstleistungen allgemein); das zweite ist die Frage, ob der Austausch von Geld überhaupt mit dem Dharma verbunden werden sollte. 

Beginnen wir mit der zweiten, schwierigeren Frage. Die ersten großen Dharma-Systeme des Osten und des Westens entstanden alle ausnahmslos während der so genannten „Achsenzeit“ (Karl Jaspers), dieser ganz außerordentlichen Periode beginnend um 600 vor Christus (plus/minus einiger Jahrhunderte), ein Zeitabschnitt, der die Geburt von Gautama Buddha, Lao Tze, Konfuzius, Moses, Plato, Pantanjali erlebte – und dann später, im Verlaufe der darauffolgenden Jahrhunderte Ashvaghosa, Nagarjuna, Plotin, Jesus, Philo, Valentinus ... hervorbrachte. Praktisch alle der Grundaussagen der ewigen Philosophie wurden erstmals in dieser herausragenden Periode formuliert (im Buddhismus, Hinduismus, Taoismus, Judentum, Christentum ...)

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Die dunkle Seite des Geldes

Die dunkle Seite des Geldes

Oder: Wie macht man sich ein Problem mit „Geld & Reichtum“? ;-)

Rolf Lutterbeck

Durch meine Arbeit als Coach und Gastgeber[1] von Aufstellungstagen (einige auch mit dem Schwerpunkt „ErfolgReich sein“) habe ich ständig mit Problem-Trancen (wie Gunther Schmidt es nennt) und Schattenaspekten zu tun. Oft geht es dabei um das Thema Geld, Reichtum und/oder Erfolg von dem im Folgenden die Rede sein soll. 

Probleme sind konstruiert

Die konstruktivistische Erkenntnis der postmodernen, grünen[2] Welt ist „Die Welt ist das, was wir von ihr denken!“[3]. Auch der hypno-systemische Ansatz von Gunther Schmidt und die Grundannahmen des NLP[4] weisen darauf hin, dass man Probleme nicht „hat“, sondern sie sich „macht“ (konstruiert). Z.B. ist es sehr problemförderlich, wenn man sich seiner Stärken & Fähigkeiten nicht genug bewusst ist (oder diese zu wenig nutzt), wenn man übersieht, dass das Problem auch eine gute Seite hat (und ich den „Gewinn“ aus dem Problem nicht aufgeben möchte) oder wenn man nicht weiß, was nach der Problemlösung zu tun ist (evtl. auch Unangenehmes).

Quadrantensichten auf Geld und Geld-Probleme

So wie (das Artefakt) Geld vier Quadrantenanteile hat (OR[5]: das sichtbare, messbare Geld, evtl. nur als Zahl auf einem Konto; OL: die Idee von Geld als Zahlungs-/Tauschmittel; UR: die verschiedenen funktionalen Abläufe wie Zahlungen, Geldtransfer, Geldstrukturen, etc.; UL: die gesellschaftliche Bedeutung von Geld), so kann ich auch auf vier unterschiedliche Arten (bzw. einer Kombination daraus) ein Problem mit Geld & Reichtum erreichen:

1.     (OR) Mein konkretes Verhalten und mein Auftreten sind nicht „nützlich“.

2.     (UR) Meine funktionalen Abläufe (Organisation, Verhandlungen, Akquise, Geldanlagen, etc.) sind nicht optimal.

3.     (OL) Meine Einstellung (Ich-Verständnis, Werte, Überzeugungen) ist behindernd.

4.     (UL) Meine sozialen Prägungen (Herkunft, Umgebung) schränken mich ein

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Money makes the world go round

Money makes the world go round

- Eine Kollage zum Thema Geld

- Michael Habecker

[Dieser Text ist eine Kollage aus einem früheren Artikel von mir, der in Rundbrief AK Ken Wilber Nr. 18 vom Juli 2004, veröffentlicht wurde, einem Artikel von Richard B. Wagner, der im AQAL Journal of Integral Theory and Practice, Spring 2006, Volume 1 Number 1, veröffentlicht wurde, und neueren Überlegungen.]    

Geld ist eine menschliche Abstraktion. Auch wenn es in der Natur nicht vorkommt, durchdringt es doch alle menschlichen Aktivitäten und Unternehmungen. Dabei werden, zusätzlich zur materiellen Manifestation des Geldes, eine Reihe von persönlichen und kulturellen Reaktionen hervorgerufen. Somit ist Geld ideal für eine AQAL Analyse geeignet.

Durch das Geld wird die menschliche Breite und Tiefe erkennbar und zum Ausdruck gebracht.

Das Thema „Geld“ ist „in“ – egal ob man „es“ hat oder nicht hat. Geld ist das Wasser, in dem wir schwimmen. Es bestimmt die Schlagzeilen des öffentlichen Lebens („Mega-Abfindung“, „Schuldenstaat“, „Strukturreformen“, „Haushaltskonsolidierung“, „Pleitewelle“), und ist auch ein wichtiges Thema in Unternehmen und privaten Haushalten. Es gibt so gut wie nichts, was nicht vom Geld in irgendeiner Weise berührt ist. Mit der äußerlichen Welt sind wir vertraut. Wenn die Wirtschaft einen Schnupfen hat, dann müssen wir alle zu Taschentüchern greifen. Wir sind eine Ziffer in einer Reihe endloser Statistiken, und ein Arbeitsplatzverlust kann uns treffen; die Altersrücklagen unserer Eltern können wertlos werden, und all die nationalen und internationalen Phänomene und kalten Statistiken können einen herzergreifenden persönlichen Einfluss haben. Gleichzeitig ist kaum ein Thema so tabuisiert wie das Thema Geld. Während seit der sexuellen Revolution der 68er das Thema Sex überall öffentlich ausgebreitet wird, wird um das Thema Geld nach wie vor der Nimbus des Geheimnisvollen und des Schweigens verbreitet, zum Teil auch rechtlich abgesichert („Bankgeheimnis“). Warum hat Geld eine derart große und universelle Bedeutung für uns Menschen? Wenn wir es haben, geht es uns zumindest materiell gut, doch wenn wir es nicht haben, können wir daran sterben. Geld ist auch eine Frage von Leben und Tod. Die Knappheit des Geldes lässt es erst zu dem werden, was es ist und leistet – wenn jeder Geld im Überfluss hätte, würde Geld seine Funktionen als universelles Tauschmittel verlieren, doch die Knappheit der Währungen, die Dollar, Euro und Yen zu internationalen Handelswährungen macht, bedeutet jedoch auch, dass eine große Anzahl von Menschen keinen Zugang zu dem haben, was sie benötigen. Die individuell äußerliche Perspektive auf das Geld umfasst Dinge wie unsere Scheckbücher, Kreditkarten, Steuern und Versicherungen, unsere Häuser und Wohnungen, unsere Kleidung, unsere Autos, Aktien, Ersparnisse. Die innerliche Dimension des Geldes, wie wir über Geld denken und fühlen, ist nicht so offensichtlich, wenngleich Geld unsere heftigsten Emotionen hervorrufen kann, wie Zorn, Eifersucht und sogar Liebe. Wenngleich Geld in seinen äußerlichen Manifestationen beobachtet werden kann, hat es seinen Ursprung doch in unseren Herzen und Seelen. Geld ist in uns gegründet. Es ist der beste Menschheitsversuch, effizient zu arbeiten und fair miteinander umzugehen ... Wir lieben es. Wir hassen es, und oft „ist es nur Geld“. Soziale Aspekte des Geldes sind Geschichte und Theorie, sowie Börsen, Geldinstitutionen, Steuern und Steuersysteme, Finanzprodukte und Finanzdienstleistungen, Regierungsprogramme, Politik, öffentliche Bilanzen, Zinsen, Wachstumsraten, Wechselkurse, Kaufkraft usw. Unsere Beziehungen zu Geld handeln von unserer persönlichen und kulturellen Innerlichkeit. Haben die Eltern über Geld gestritten? Was ist deine erste Erinnerung an Geld? Welche Aussagen gab es in deiner Kindheit über Geld? Unsere Beziehung zu Geld ist ein Amalgam aus Traditionen, Religionen, Ärger, Missbrauch, Ressourcen, persönlichen Fähigkeiten, Notwendigkeiten, sozialen Umständen, unterschiedlichen Philosophien, Verzerrungen, Diskriminierungen, und, natürlich, den immer gegenwärtigen Gegebenheiten des Marktes.

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Integration buddhistischer Praxis in den Arbeitsalltag

Integration buddhistischer Praxis in den Arbeitsalltag

Wie integrieren Berufstätige buddhistische Praxis in den Arbeitsalltag?

Eine explorative Interviewstudie mit Personen in Führungsverantwortung und ohne Führungsverantwortung.

Diplomarbeit von Joachim Wetzky & Danica Wetzky, Freie Universität Berlin

Problemdarstellung und Untersuchungsziele

Der Wandel der sich momentan in der Arbeitswelt vollzieht ist gewaltig und vielschichtig. Schlagwörter wie Massenarbeitslosigkeit, demographischer Wandel, Mini-Jobs, Manager-Boni und Hartz IV verdeutlichen die Brisanz des Themas. Immer mehr Menschen fällt es zunehmend schwerer, in dieser veränderten Arbeitswelt zurechtzukommen. Und auch viele Führungskräfte, die vermehrt nur noch in Zusammenhang mit Personalabbau und Restrukturierungsmaßnahmen erwähnt werden, erleben eine neue Unsicherheit.

Das Potsdamer Manifest, eine von Hans-Peter Dürr, J. Daniel Dahm und Rudolf zur Lippe verfassten Denkschrift, die ein neues Denken fordert, um mit den Krisen der heutigen Zeit fertig zu werden, beschreibt unserer Auffassung nach sehr gelungen, an welchem Punkt wir als Gesellschaft gerade stehen:

„Diese vielfältigen Krisen, mit denen wir heute konfrontiert sind und die uns zu überfordern drohen, sind Ausdruck einer geistigen Krise im Verhältnis von uns Menschen zu unserer lebendigen Welt. Sie sind Symptome tiefer liegenden Ursachen, die wir bisher versäumten zu hinterfragen und aufzudecken. Sie hängen eng mit unserem weltweit favorisierten materialistisch-mechanistischen Weltbild und seiner Vorgeschichte zusammen.“

Mit dieser Diplomarbeit wollen wir dazu beitragen herauszufinden, welche Möglichkeiten bestehen, diese vielfältigen Krisen, mit denen wir tagtäglich konfrontiert werden, zu überwinden. Aus diesem Grund widmen wir uns in dieser Diplomarbeit der Fragestellung wie Berufstätige mit und ohne Führungsverantwortung buddhistische Praxis in den Arbeitsalltag integrieren. Als Basis dient uns dabei der integrale Bezugsrahmen, der uns dabei helfen soll, buddhistische Inhalte in unsere Gesellschaft zu integriere

 

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