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26.6.2017 : 20:56 : +0200

Wissenschaft

Quelle: Dr. Timo Mappes, www.musoptin.com.

Eines der Hauptanliegen einer integralen Theorie und Praxis ist deren Be-Gründung in Wissenschaft. In Büchern wie Die drei Augen der Erkenntnis und durch die Entwicklung eines "Integralen Methodologischen Pluralismus" (IMP) hat Ken Wilber seine Arbeit auf ein wissenschaftstheoretisch nachvollziehbares, und methodisch überprüfbares Fundament gestellt. Dabei geht es um nichts weniger als einen Erklärungsrahmen für alle verfügbaren Erkenntismethodiken der Menschheit.

Selbstverständlich benötigt die Meisterung allein einer Methodologie (z.B. Physik) oft ein ganzes Leben voller Hingabe an sein Fach. Daher kann der Anspruch nicht lauten, alle Disziplinen zu meistern oder gar gemeistert zu haben. Der Beitrag der integralen Meta-Theorie und Meta-Praxis liegt vielmehr im Dazwischen - in der Vermittlung zwischen den Disziplinen deren Methodologien und Paradigmen (Stichwort: Inter- und Trans-Disziplinarität). Die dahinterliegende Vision ist die systematische "Inszenierung" eines gänzlich neuen (integralen) Feldes von Daten durch ein integral informiertes Paradigma, das eine Vielfalt von Perspektiven auf ein Thema integrierend zusammenführt und korreliert, so dass neue Zusammenhänge sichtbar werden, die zuvor unsichtbar waren.

Die akademische Diskussion der integralen Theorie hat gerade erst begonnen, und ist ein faszinierendes wissenschaftliches Abenteuer unserer Zeit. Seit 2008 gibt es an der JFK University in Pleasant Hill, CA zweijährlich die Integral Theory Conferences. (ITC Bericht 2010)

Wir sehen die Arbeit des Integralen Forums in erster Linie darin, die Vorstellungen Ken Wilbers und anderer darauf aufbauender Autoren einer breiteren deutschsprachigen Öffentlichkeit zugänglich zu machen - als eine Voraussetzung für eine (auch kritische) Diskussion. Darüber hinaus beteiligen wir uns selbst an dieser Diskussion.

Die Beiträge in dieser Sektion dienen als Beispiele dafür, wie ein - sich gerade erst bildendes - integrales Wissenschaftsverständnis aussieht und welche Resultate es hervorbringt. Falls Sie selber mit den integralen Modell wissenschaftlich arbeiten, möchten wir Sie einladen, uns Ihre Arbeite und Beiträge zur Veröffentlichung zu schicken.

Übersicht über die Beiträge zu diesem Thema:

Wissenschaft und Spiritualität

Wissenschaft und Spiritualität

von Michael Habecker

Um das Verhältnis von Wissenschaft und Spiritualität zu klären, ist es hilfreich, vorab zu eruieren, welche Dimensionen diese beiden großen Erkenntnis- und Erfahrungsbereiche überhaupt umfassen.

Was ist Wissenschaft?

„Wissenschaft ist die Erweiterung des Wissens durch Forschung, dessen Weitergabe durch Lehre, der gesellschaftliche, historische und institutionelle Rahmen, in dem dies organisiert betrieben wird, sowie die Gesamtheit des so erworbenen Wissens.“ (Wikipedia)

Wissenschaft stellt also sowohl die Methode, die Basis und auch den kulturellen und persönlichen Rahmen unseres Wissens dar. Wir wissen etwas, weil wir es gelernt haben, und damit spielt unser biografischer und persönlicher Hintergrund eine Rolle. Gleichzeitig ist mit dem Wissenschaftsbegriff auch der Begriff von Objektivität eng verwandt, der wiederum persönliche und kulturelle Kontexte aufzuheben bemüht ist, in dem Versuch des Findens objektiver, d. h. nicht-persönlicher und nicht-kultureller Gegebenheiten.

Zur Frage „Was ist Wissenschaft?“ hat Ken Wilber unterschiedliche Beiträge geleistet, von denen vier kurz erwähnt werden sollen:

 

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Spiritualität und Wissenschaft – Geschwister oder Fremde?

Spiritualität und Wissenschaft – Geschwister oder Fremde?

von Michael Habecker

Von den vielen Möglichkeiten, sich dem Thema zu nähern, wähle ich den Weg der Fragestellung, was spirituelle Erfahrungen sind, ob sie existieren, und wenn ja, wie man sie feststellen und wissenschaftlich untersuchen kann.

Vorab gilt es, drei Hürden zu nehmen, die sich einer Diskussion entgegenstellen. Die erste ist vom Materialismus aufgestellt, die zweite wird aus einer postmodernen, konstruktivistischen wissenschaftlichen Perspektive her errichtet und die dritte wird manchmal von spirituellen Lehrern als Einwand verwendet.

Hürde 1: Die Untersuchung von „Geistigem“ oder „Spirituellem“ ist doch keine Wissenschaft.

Hier scheiden sich buchstäblich die Geister. Ist nur Materie wirklich wirklich, und baut alles andere darauf auf und leitet sich daraus ab, oder hat das Geistige oder Innerliche eine eigene Wirklichkeitsdimension? Die deutsche Sprache unterscheidet zwischen Naturwissenschaft und Geisteswissenschaft. Erstere untersucht das Äußerliche von Wirklichkeit und letztere das Innerliche, und beides hängt zusammen, ist jedoch nicht aufeinander reduzierbar. Ken Wilber hat schon früh auf „drei Stränge der Erkenntnis“ hingewiesen, die sowohl für geistes- wie auch für naturwissenschaftliche Erkenntnisgewinnung zutreffen:

Strang 1: Injunktion

Strang 2: Praxis und Durchführung

Strang 3: gemeinschaftliche Verifikation/Falsifikation

Injunktion bedeutet, dass Erkenntnisse nicht einfach so herumliegen, sondern durch bestimmte Praktiken, Anweisungen, Experimente und Vorgehensweisen gefunden werden bzw. sich zeigen. Will man dieses wissen, dann muss man jenes tun – das „Kochrezept“: eine objektive Messung, ein intersubjektiver, hermeneutischer Austausch, ein meditatives Eintauchen in die eigene Subjektivität.

 

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Ken Wilber: Phänomenologie, Bewusstseinszustände und Bewußtseinsstrukturen

Ken Wilber: Phänomenologie, Bewusstseinszustände und Bewußtseinsstrukturen

 

...innerhalb der Hauptstrukturen des Bewusstseins gibt es verschiedene phänomenologische Zustände (Freude, Glück, Traurigkeit, Verlangen und so weiter). Der Punkt besteht darin, dass es innerhalb der allgemeinen Bewusstseinszustände [Wachen, Träumen, Tiefschlaf] Bewusstseinsstrukturen gibt, innerhalb derer phänomenologische Zustände existieren. Erinnern wir uns, dass weder die Bewusstseinszustände noch die Bewusstseinsstrukturen direkt von Individuen erfahren werden. Was Individuen unmittelbar erfahren sind spezifische phänomenologische Zustände. Demgegenüber werden Bewusstseinsstrukturen aus dem Verhalten verschiedener Subjekte abgeleitet. Die Regeln und Muster denen die unterschiedlichen kognitiven, linguistischen, moralischen usw. Verhaltensweisen folgen werden abstrahiert. Diese Regeln, Muster bzw. Strukturen sind sehr real, doch sie werden nicht unmittelbar durch das Subjekt erkannt (wie auch die Grammatikregeln selten explizit von den Sprechenden wahrgenommen werden, wenngleich sie diese auch befolgen). Aus diesem Grund werden Bewusstseinsstrukturen praktisch nie durch Phänomenologie erkannt, welche den gegenwärtigen andauernden Bewusstseinstrom untersucht, und daher lediglich phänomenologische Zustände entdeckt. Dies ist eine bedeutende Einschränkung der Phänomenologie. Phänomenologie konzentriert sich üblicherweise auf phänomenologische Zustände, und scheitert, wenn es darum geht Bewusstseinstrukturen zu erkennen. Wenn man also die phänomenologischen Zustände von Körper und Geist innerlich betrachtet, wird man niemals etwas erkennen, was sich als ein “moralischer Gedanke der Stufe 4“ (Kohlberg) zeigt; noch wird man etwas erkennen, was „die konformistische Stufe“ (Loevinger) genannt wird; noch wird man „die relativistische Stufe“ (Graves) erkennen. Der einzige Weg, um diese intersubjektiven Strukturen zu erkennen, ist die Beobachtung von Populationen interagierender Subjekte, und das Ausschau halten nach Verhaltensregeln, welche bestimmte intersubjektive Muster, Regeln oder Strukturen nahe legen. Phänomenologie ist daher ein nützlicher, wenn auch begrenzter Aspekt einer integraleren Methodologie...

Die Untersuchungen der ersten Person [singular] des Bewusstseins können sehr leicht phänomenologische Zustände und sogar auch phänomenologische Stufen erkennen. Im „höchsten Yoga“ der Schule des Tibetischen Buddhismus (anuttaratantra yoga) gibt es zehn Hauptstufen der Meditation, jede davon gekennzeichnet durch sehr spezifische phänomenologische Erfahrungen: während der Meditation macht die erste Person [ein ‚ich’] eine spiegelähnliche Erfahrung, dann rauchähnlich, dann Feuerfunken, dann eine flackernde Lampe, dann eine ruhige Lampe (all diese Stufen, so wird gesagt, resultieren aus einer zunehmenden Transzendenz des grobstofflichen Körper/Geists [bodymind]); dann beginnt das Individuum den subtilen Bereich zu erfahren: eine Erweiterung wie klares Mondlicht im Herbst, dann klares Sonnenlicht im Herbst, was einen zum kausalen bzw. nichtmanifesten Bereich führt, mit einer Erfahrung wie „der dicken Schwärze einer Herbstnacht“, und dann der Durchbruch zum Nichtdualen. Diese spezifischen Erfahrungen scheinen authentische Stufen dieser speziellen meditativen [Entwicklungs-]Linie zu sein (von ihnen allen wird gesagt, dass sie notwendig seien, und dass keine übersprungen werden kann), und jeder Mensch der in meditativer Haltung sitzt, kann diese Stufen selbst sehen, weil sie sich selbst als fortschreitende, wahrgenommene phänomenologische Zustände zeigen. Aus diesem Grund behaupte ich, dass die phänomenologische Methode phänomenologische Zustände und Stufen im „Ich“ (oder im oberen linken Quadranten) erkennt. Und aus diesem Grund ist die kontemplative Weltliteratur voller Beschreibungen der Typen von Zuständen und Stufen. Die phänomenologische Methode kann jedoch nicht ohne weiteres subjektive Strukturen erkennen (d.h. psychologische Strukturen im oberen linken Quadranten, wie sie von Graves, Piaget, Loevinger usw. entdeckt wurden), noch kann sie intersubjektive Strukturen und intersubjektive Stufen erkennen (diejenigen des unteren linken Quadranten, z.B. Gebser’s Weltsichten, Habermas’ Stufen der kommunikativen Kompetenz, interpersonelle moralische Stufen, Foucault’s interpretativ-analytische Seite von Machtstrukturen, usw.)... und kein noch so großer Aufwand an individueller Introspektion wird soziale Strukturen oder unterdrückende Macht enthüllen (z.B. Foucault), oder moralische Stufen (z.B. Carol Gilligan), oder linguistische Strukturen (z.B. Chomsky), oder Stufen der Ich-Entwicklung (z.B. Jane Loevinger), oder Wertestufen (z.B. Clare Graves), und so weiter – all dies ist prinzipiell unsichtbar für Phänomenologie. Daher sind phänomenologische Ansätze meist stark wenn es um die „Ich“-Komponente geht, aber eher schwach in der „Wir“-Komponente. Dies ist der Hauptgrund dafür, dass die kontemplative Literatur der Welt über diese wichtigen intersubjektiven Aspekte des Bewusstseins so gut wie nichts aussagt. Aus dem gleichen Grund produziert eine Untersuchung außergewöhnlicher Bewusstseinszustände, wie z.B. Grof’s holotropes Modell des Geistes [mind], nur partielle und unvollständige Kartografien (sowohl psychedelische Forschung als auch holotropes Atmen sind sehr gut darin, experimentelle, phänomenologische Zustände der ersten Person [singular] zu erfassen, doch sie sind nicht in der Lage intersubjektive und interobjektive Muster zu erkennen; und daraus resultiert eine Schieflage bei derartigen Kartografien, und ihr Unvermögen, mit vielen wesentlichen Aspekten des Bewusstseins in der Welt umzugehen).

Die ist vielleicht auch der Grund, warum viele zeitgenössische Meditationstheoretiker Konzeptionen mit Strukturen/Stufen feindselig gegenüberstehen – ihre phänomenologische Methode kann sie nicht erkennen, und so nehmen sie an, dass sie dem Bewusstsein durch kategorisierende Theoretiker mit zweifelhaften Motiven aufgezwungen werden.

Kurz gefasst: die phänomenologischen Methoden zeichnen sich aus, wenn es um das Erkennen  individueller phänomenologischer Zustände und phänomenologischer Stufen (im oberen linken Quadranten) geht, aber nicht individueller Strukturen; und ihnen entgehen praktisch alle intersubjektiven Strukturen und intersubjektiven Stufen (im unteren linken Quadranten; ganz abgesehen von all den rechtsseitigen Mustern die wir hier gar nicht diskutieren). Ein integralerer Ansatz kombiniert Ich-, Wir- und Es-Dimensionen, in dem er Untersuchungsmethodologien verwendet die „alle Ebenen, alle Quadranten“ umfassen.   


Quelle: AK Ken Wilber Rundbrief 15

            Ken Wilber, A Summary of My Psychological Model

Ken Wilber - Tabu der (Inter)subjektivität

Ken Wilber - Tabu der (Inter)subjektivität

 

Michael Habecker

Unter der Überschrift Das Tabu der (Inter) subjektivität diskutieren Ken Wilber und Alan Wallace auf Integral Naked das Verschwinden der (Inter)subjektivität mit dem Beginn der Aufklärung. In diesem Gespräch fasst Wilber den Unterschied zwischen der Zone 1 (Betrachtung von Innerlichkeit) und Zone 2 (Betrachtung von Strukturen von Innerlichkeit) zusammen. (Siehe auch den Beitrag zu Wilber V)

Aus der Zusammenfassung zu diesem Dialog:

 

Alan und Ken stimmen darin überein, dass - wenngleich viele Aspekte der Wirklichkeit durch objektive Beobachtung studiert werden können - innere Phänomene nur durch subjektive Beobachtung studiert werden können. Daten „vor“ den eigenen Augen können durch die fünf Sinne erfasst werden, und werden als objektive dritte Personen in „Es“ Sprache beschrieben und verstanden. Wissenschaft ist hier sozusagen materiell. Daten „hinter“ den eigenen Augen können jedoch nur durch Techniken erfahren werden, welche zu diesen inneren Wirklichkeiten passen, so wie z.B. Phänomenologie und Introspektion, und diese werden in einer subjektiven Ich-Sprache der ersten Person beschrieben und verstanden. Wissenschaft ist hier in der Tat eine Wissenschaft des Bewusstseins.

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Aufklärung und Erleuchtung: Warum wir beides brauchen

Aufklärung und Erleuchtung: Warum wir beides brauchen

Von Sonja Student und Michael Habecker

 

Wer bin Ich?  

Wer bist Du und wer sind Wir?

Was ist Es?

Und warum ist überhaupt etwas?

 

Was im Englischen einfach Enlightenment heißt, hat im Deutschen zwei Bedeutungen – Aufklärung und Erleuchtung. Ersteres hat mit Wissenschaft und Letzteres mit Erlösung zu tun. Beides sind die größten Abenteuer der Menschheit auf ihrem Weg zur Bewusstwerdung und es sind Abenteuer des GEISTES auf seinem Weg zur Selbsterkenntnis und Selbstverwirklichung in der Manifestation. Heute, im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts, ist uns beides zugänglich und wir brauchen beides: eine „erleuchtete“ Aufklärung und eine „aufgeklärte“ Erleuchtung. Nur gegründet in beiden Dimensionen unseres ewigen Seins und ständigen Werdens – dem Absoluten und Relativen – sind wir frei von der Welt und damit auch frei in der Welt und können zugleich die ganze Fülle unseres immer komplexer werdenden Lebens umfassen und schöpferisch hervorbringen.

Frei von der Welt – frei in der Welt: Die absolute Dimension

Erleuchtung, als eine persönliche Erfahrung von höherer Einsicht oder Erkenntnis, hat eine lange Tradition. Mit der Bewusstwerdung der Innerlichkeit wandten sich einige unserer Vorfahren der Erforschung dieser Innenräume zu und machten dabei bemerkenswerte Entdeckungen. Einige davon waren so außerordentlich, dass sie dafür Worte wie „Erleuchtung“ prägten und ihre Erfahrungen in Beziehung zu etwas Höherem setzten, dem sie unterschiedliche Namen gaben. Spirituelle oder religiöse Tradition, die der Frage nachgeht, was für den Menschen oder das Leben von letztendlicher Bedeutung ist, ist eine der ältesten Menschheitsbemühungen auf der Suche nach Wahrheit und Erkenntnis, und diese Suche begann als eine Suche im eigenen Inneren. Auch heute gibt es Menschen, die sich diesem Erkenntnisweg verschrieben haben, ihn praktizieren und uns von ihren Erfahrungen berichten. Es sind Berichte von großen Schwierigkeiten, Krisen und inneren Kämpfen, aber auch Berichte von endgültiger Befreiung und Freiheit, mit Erlebnisdimensionen, die „nicht von dieser Welt“ und dennoch dem menschlichen Bewusstsein zugänglich sind. Es sind Erlebnisse, die das eigene Leben unwiderruflich verändern können, und dem, was Menschsein ausmacht, eine völlig neue Bedeutung geben. Es sind Wirklichkeiten, die wir, wenn wir an Wissen und Erkenntnis interessiert sind, nicht zurückweisen können – dafür gibt es zu viele Berichte und „Daten“ zu vieler Einzelpersonen und Kulturen über eine zu lange Zeit. Und es gibt Methoden und Praktiken, wie Menschen diese Erfahrungen machen können.

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Meditations(-er)forschung – Warum Meditation doch mehr ist, als „Rumsitzen und Nichts-Tun“

Meditations(-er)forschung – Warum Meditation doch mehr ist, als „Rumsitzen und Nichts-Tun“

von Stefanie Tangeten-Wittrock, Dipl.Biologin

„Meditation ist weit mehr als eine Entspannungstechnik. Neuroforscher stellen fest, dass regelmäßige Geistesübungen unsere grauen Zellen verändern – und damit auch, wie wir denken und fühlen.“ –  Ulrich Kraft

Stellen Sie sich vor, dass Sie jahrelang meditieren und dann stellt ihr Arzt fest, dass sich ihre Immunabwehr mit der Zeit drastisch verbessert hat. Oder, dass bei ihnen die Bereiche im Gehirn, die mit bewusster Aufmerksamkeits- oder Emotionsregulation zu tun haben, aktiver sind, als bei nicht-meditierenden Menschen. Was für Sie möglicherweise gar nicht so überraschend ist, da auch Ihre nahe stehenden Freunde ihnen bereits des Öfteren gesagt haben, dass Sie gelassener, aufmerksamer und fröhlicher geworden sind. Sie stellen vielleicht auch fest, dass Sie ihr Leben und ihre Umgebung intensiver wahrnehmen und sich viel lebendiger fühlen, insbesondere wenn Sie z. B. aus einem mehrtägigen Meditationsretreat kommen. Möglicherweise haben Sie auch das Gefühl, dass ihnen Schwierigkeiten im Leben nicht mehr soviel anhaben können, wie vielleicht noch vor ein paar Jahren. Vielleicht sind ihre Reaktionen auf bestimmte Einflüsse auch intensiver, Sie lachen z. B. mehr, wenn Sie eine lustige Situation erleben oder fühlen sich stärker betroffen, wenn ein Unglück geschieht. Gleichzeitig stellen Sie aber fest, dass Sie viel kürzere Zeit mit dieser Sache beschäftigt sind und recht schnell wieder zu einem inneren Gleichgewicht finden.

Wissenschaftler stellen fest, was Meditierende schon seit Jahrtausenden wissen: Meditation hat nicht nur Einfluss auf das Gehirn, sondern nachhaltige Effekte auf die gesamte Struktur, das Handeln und das Sein eines Menschen.

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Quellen: IP 4, 2006

Studie: Neuronale Korrelate von Wertpräferenzen

Studie: Neuronale Korrelate von Wertpräferenzen

Dr. Marc Lucas


Im integralen Umfeld ist die Spiral-Dynamics (SD)-Theorie zur schrittweisen Entfaltung von Wertesystemen als eigene Linie der Entwicklung (neben anderen) relativ bekannt. In diesem Konzept werden individuell orientierte von kollektiv orientierten Werten unterschieden (warme vs. kühle Farben nach SD). Clare Graves, auf dessen ursprünglicher Forschung SD basiert, hat bereits früh vermutet, dass es äußerliche, sprich neuronale Entsprechungen für diese inneren Wertesysteme geben muss – in der Sprache von Wilbers Quadrantenmodell: Entsprechungen im oberen rechten Quadranten für die Strukturen, die man oben links feststellen kann.

Jetzt bestätigen Dr. Marc Lucas und seine Forschungskollegen einer interdisziplinären Verbundforschung mehrerer Universitäten und Forschungseinrichtungen in Deutschland diese Annahmen. In einem kürzlich veröffentlichten Artikel fassen sie ihre Ergebnisse zusammen und zeigen, dass individualistischen bzw. kollektivistischen Wertpräferenzen unabhängig von aktuellen oder konkreten Konflikten je unverwechselbare Muster von Gehirnaktivitäten in präfrontalen und cingulären Regionen des Gehirns zugeordnet werden können.

In einem Versuchsaufbau mit Unterstützung durch bildgebende Verfahren (fMRI) präsentierten sie Probanden abstrakte wertbezogene Wortpaare zur Auswahl und konnten feststellen, dass das Gehirn solche Entscheidungen abhängig von der Präferenz dominanter moralischer Wertesysteme in der Person behandelt. Personen mit einem vorherrschenden kollektivistischen (altruistischen) Wertesystem wandten eine Strategie des „Ausbalancierens und Abwägens“ mit entsprechenden Aktivierungsmustern des midcingulären und frontalen Cortex an. Im Gegensatz dazu wendeten Personen mit vorwiegend individualistischer (egozentrischer) Wertpräferenz eine Strategie an, die man eher mit „Kampf und Flucht“ bezeichnen könnte, was von einer vermehrten Aktivität der linken Amygdala begleitet war.

Weitere bisher noch unveröffentlichte Forschungen der Gruppe, die von Dr. Marc Lucas in integraler Hinsicht begleitet wird, betreffen die Identifizierung einer spezifischen neuronalen „Second-Tier-Aktivierung“ bei Führungskräften, Untersuchungen zum Vergleich verschiedener Entwicklungslinien sowie deren Zusammenhang mit Persönlichkeitstypologien.


Link zum Artikel: tinyurl.com/werte-neurostudie

Quantenwirklichkeit und Mystik

Quantenwirklichkeit und Mystik

Ken Wilber

(aus: www.kenwilber.com, Ken Wilber and Corey deVos: Does Physics prove God)

Frage: Sind die Quantenebenen dasjenige, wo sich die manifesten und unmanifesten Wirklichkeiten treffen?

KW: Kategorisch: Nein. Ich kenne nichts, was sich in den letzten dreißig Jahren abgespielt hat, wo die Verwirrung noch größer wäre als in dem, was aus Quantenphysik gemacht wird. Es ist ein Alptraum. Lass mich versuchen hier etwas Klarheit hineinzubringen. Es ist derart verworren, weil sehr viele Leute von falschen Voraussetzungen ausgehen, und das alles dann noch durcheinander bringen. Ich habe mich mit dem Thema übrigens in meiner akademischen Arbeit beschäftigt, mit Biophysik, Quantenphysik und Biochemie, und kenne mich hier gewissermaßen auch beruflich aus. Ich kann „garantieren“, dass die Schroedingersche Wellenfunktion absolut nichts mit spirituellen Wirklichkeiten zu tun hat, abgesehen davon dass alles eine Manifestation des GEISTES ist.

Beginnen wir damit, wo die Verwirrung herkommt, und warum Menschen glauben, dass die Quantenebene etwas mit dem unmanifesten Geist zu tun hat. Und mit Menschen meine ich nicht den durchschnittlichen Menschen – wir finden diese falschen Vorstellungen auch bei Menschen wie Deepak Chopra und Fritjof Capra, die alle mit den besten Absichten die moderne Quantenphysik als eine Art von Beweis für Mystik darstellen – aber das funktioniert einfach nicht.

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Physik und Mystizismus

Physik und Mystizismus

Ken Wilber

(aus: The Collected Works of Ken Wilber, Volume Three, Shambhala 1999.)

Wenn die Physiker von diesen subatomaren Partikeln und Feldern sprechen, dann sagen sie: ‚Sie alle durchdringen einander und existieren zusammenhängend’. Jemand, der hier nur oberflächlich hinschaut, sieht, dass die Mystiker und die Physiker genau dieselben Worte verwenden, wenn sie über ihre Wirklichkeiten sprechen, und schlussfolgert daher, dass es sich um dieselben Wirklichkeiten handeln muss - aber dem ist nicht so.

Die Physiker sagen uns mit ihrer eindimensionalen Durchdringung, dass alle Arten von subatomaren Ereignissen wechselseitig miteinander verbunden sind – was für sich genommen eine bedeutende Entdeckung ist. Sie sagen uns aber nichts – und sie können uns das auch nicht sagen – über die Interaktion von nichtlebendiger Materie mit der biologischen Ebene und deren Interaktion mit dem mentalen Feld. Welche Beziehung besteht zwischen – sagen wir – dem ionischen Plasma und den egoischen Zielen und Antrieben? Und was ist die Interaktion des mentalen Feldes mit dem Subtilen, und die des Subtilen mit dem Kausalen, und die umgekehrten Interaktionen und gegenseitigen Durchdringungen bis ganz hinunter zu den untersten Ebenen? Was kann uns die neue Physik darüber sagen?

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Integrale Konfliktbearbeitung

Integrale Konfliktbearbeitung

Skizze einer integrierten Konfliktbearbeitung –

Grenzen und Möglichkeiten des Integralen Ansatzes bei der Integrierung von Gemeinsamkeiten und Ergänzungspunkten unterschiedlicher Methoden dialogischer Konfliktbearbeitung

 

Abstract der Dissertation von Karim Fathi, Viadrina Europa-Universität Frankfurt (Oder)

Problemdarstellung

Im Zeitalter der Globalisierung wird die Konfliktbewältigung eine immer wichtigere Kompetenz, sowohl im Alltag als auch in Wirtschaft, Politik, Gesellschaft und Kultur. Die letzten Jahre brachten eine große Vielfalt von Methoden und Ansätzen mit sich. Zugleich wächst auch die Unübersichtlichkeit, daher bedarf es nicht nur immer neuerer spezialisierterer Methoden, sondern Metaansätze, die diese anwachsenden Wissensmengen integrieren und für eine ganzheitliche Konfliktbearbeitung nutzbar machen. Gleichzeitig greift die vorliegende Untersuchung die immer breiter in der Friedens- und Konfliktforschung vertretene Annahme auf, dass integrierte Herangehensweisen, die Konflikten in ihrer gesamten Komplexität und Tiefe Rechnung tragen, für nachhaltige Lösungen unabdingbar sind.

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Integrale Nachhaltige Entwicklung

Integrale Nachhaltige Entwicklung

Der Beitrag der Integralen Theorie Ken Wilbers zu einer ganzheitlichen Sichtweise Nachhaltiger Entwicklung

von Niko Schäpke

Das Leitbild Nachhaltige Entwicklung kann als politische Antwort auf globale Probleme wie Artensterben oder Klimawandel verstanden werden. Es betrachtet diese Herausforderungen integrativ und schlägt gemeinsame Lösungen vor. Was unter Nachhaltigkeit konkret zu verstehen ist, bleibt jedoch umstritten. Eine genauere Zielbestimmung umfasst sowohl ökologische wie auch ökonomische, soziale und kulturelle Aspekte und erfordert eine ganzheitliche Betrachtung. Dabei lässt sich Nachhaltigkeit nicht objektiv-analytisch definieren, sondern muss normativ bewertet werden. Unterschiedliche Werte und Weltbilder bedingen pluralistische Nachhaltigkeitsverständnisse. Niko Schäpke analysiert in seiner Diplomarbeit, wie drei aktuelle Nachhaltigkeitstheorien die Herausforderung von Integration, Ganzheitlichkeit und Wertepluralismus lösen. Dabei nutzt er die Integrale Theorie Ken Wilbers als Metatheorie ganzheitlichen Erkennens, um Stärken wie blinde Flecken der Ansätze deutlich zu machen. Im Ausblick werden Ansatzpunkte einer integralen Nachhaltigkeitskonzeption aufgezeigt. Die Arbeit ist relevant für alle, die sich für eine Anwendung der Integralen Theorie und einen umfassenden Nachhaltigkeitsansatz interessieren.

Niko Schäpke studierte Diplom Umweltwissenschaften und Diplom Wirtschafts- und Sozialwissenschaften an der Leuphana Universität Lüneburg. Gegenwärtig arbeitet er am Helmholtz Zentrum für Umweltforschung im Bereich partizipativer Umweltpolitik und Transition Management. Daneben promoviert er zu Integraler Nachhaltiger Entwicklung an der Leuphana. Über Anmerkungen, Kommentare oder Verbesserungsvorschläge freut er sich sehr: niko_schaepke(at)web.de

Download der Diplomarbeit als PDF

Zur Bestellung des Buches auf www.Buch.ch

Zur Bestellung des Buches auf www.buecher.de

Integration buddhistischer Praxis in den Arbeitsalltag

Integration buddhistischer Praxis in den Arbeitsalltag

Wie integrieren Berufstätige buddhistische Praxis in den Arbeitsalltag?

Eine explorative Interviewstudie mit Personen in Führungsverantwortung und ohne Führungsverantwortung.

Diplomarbeit von Joachim Wetzky & Danica Wetzky, Freie Universität Berlin

Problemdarstellung und Untersuchungsziele

Der Wandel der sich momentan in der Arbeitswelt vollzieht ist gewaltig und vielschichtig. Schlagwörter wie Massenarbeitslosigkeit, demographischer Wandel, Mini-Jobs, Manager-Boni und Hartz IV verdeutlichen die Brisanz des Themas. Immer mehr Menschen fällt es zunehmend schwerer, in dieser veränderten Arbeitswelt zurechtzukommen. Und auch viele Führungskräfte, die vermehrt nur noch in Zusammenhang mit Personalabbau und Restrukturierungsmaßnahmen erwähnt werden, erleben eine neue Unsicherheit.

Das Potsdamer Manifest, eine von Hans-Peter Dürr, J. Daniel Dahm und Rudolf zur Lippe verfassten Denkschrift, die ein neues Denken fordert, um mit den Krisen der heutigen Zeit fertig zu werden, beschreibt unserer Auffassung nach sehr gelungen, an welchem Punkt wir als Gesellschaft gerade stehen:

„Diese vielfältigen Krisen, mit denen wir heute konfrontiert sind und die uns zu überfordern drohen, sind Ausdruck einer geistigen Krise im Verhältnis von uns Menschen zu unserer lebendigen Welt. Sie sind Symptome tiefer liegenden Ursachen, die wir bisher versäumten zu hinterfragen und aufzudecken. Sie hängen eng mit unserem weltweit favorisierten materialistisch-mechanistischen Weltbild und seiner Vorgeschichte zusammen.“

Mit dieser Diplomarbeit wollen wir dazu beitragen herauszufinden, welche Möglichkeiten bestehen, diese vielfältigen Krisen, mit denen wir tagtäglich konfrontiert werden, zu überwinden. Aus diesem Grund widmen wir uns in dieser Diplomarbeit der Fragestellung wie Berufstätige mit und ohne Führungsverantwortung buddhistische Praxis in den Arbeitsalltag integrieren. Als Basis dient uns dabei der integrale Bezugsrahmen, der uns dabei helfen soll, buddhistische Inhalte in unsere Gesellschaft zu integriere

 

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Thesen zu den Möglichkeiten einer akademischen und integralen Forschung

Thesen zu den Möglichkeiten einer akademischen und integralen Forschung

von Dr. Marc Lucas

Abstract: Der Beitrag will eine systematische Übersicht über die konkreten Ausformungen und Möglichkeiten einer entstehenden integralen Forschung bieten. Zunächst wird der integrale Ansatz nach seiner Herkunft und seinem Geltungsanspruch beschrieben und dann für eine akademische Forschung zugänglich und praktikabel gemacht. Mit den 3 Domänen der integralen Forschung werden aktuelle Forschungsbemühungen systematisch dargestellt und ein einfaches Ordnungsmuster für weitere Forschung entworfen. Dabei werden ungelöste Forschungsfragen des Integralen aus Sicht einer akademischen Forschung aufgeworfen. Es wird bewusst nicht der Versuch unternommen einen weiteren Beitrag zu integraler (Meta-)­Theorie zu leisten, sondern sich dem bislang wenig bearbeiteten Thema „Forschung“ praktisch gewidmet. Die Perspektive und Zielsetzung ist insbesondere durch den Versuch geprägt integrale Forschung „wissenschaftsfähig“ zu machen.  Der Autor ist sich dessen bewusst, dass dabei für integrale Theoretiker durchaus neue Denkpfade beschritten werden und freut sich auf einen angeregten und inspirierenden Austausch.

Der integrale Ansatz weist eine für die Wissenschaften vergleichsweise relativ kurze Tradition auf. Auch hat sich noch keine einheitliche Definition des Begriffes "integral" herausgebildet. Aus diesem Grunde scheinen einige Anmerkungen zu Perspektiven einer akademischen integralen Forschung angebracht. Der integrale Ansatz wurde namentlich erstmals in den wissenschaftlichen Diskurs durch den Kulturphilosophen Jean Gebser eingeführt. Ken Wilber aber auch Erwin Laszlo, Maik Hosang, Don Beck oder Michael Murphy haben den Begriff des Integralen früh verwendet und in unterschiedlicher Weise weiterentwickelt. In jüngster Zeit gibt es einige akademische Brutstätten für integrales Denken und Forschen, so die JFK University in den USA und die FernUniversität in Hagen mit ihrem Masterkurs „Integrale Führung“. Zudem befassen sich einige Journale (AQAL, Integral Leadership Review) mit integralen Ansätzen und es sind bislang verstreute Forschungsaktivitäten verschiedener Fachdisziplinen und vereinzelte Diplomarbeiten zumeist auf Betreiben der Diplomanden selbst anhängig oder abgeschlossen.


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Integral Research

Integral Research

von Michael Habecker

Integrale Forschung (oder Integral Research) ist von Anbeginn an ein wesentliches Anliegen von Ken Wilber und anderen, die sich mit dem integralen Ansatz beschäftigen. Ohne eine Rückbindung an das, was Ken Wilber mit „weiter Wissenschaft“ [broad science] bezeichnet, als eine Wissenschaft die nicht auf eine naturwissenschaftliche Perspektive reduziert ist, sondern alle Erkenntnisweisen der Menschheit umfasst, bleibt die integrale Theorie und Praxis „bloße Metaphysik“, und ist damit auch uninteressant für weite Teile des nicht nur akademischen Mainstreams.

Was könnten Untersuchungsbereiche einer integralen Forschung sein?

Das für Wilber Interessierte Naheliegendste und auch Bekannteste ist die Anwendung der integralen Theorie in Form von AQAL (alle Quadraten, alle Entwicklungsebenen, alle Entwicklungslinien, alle Zustände und alle Typen) auf ein Interessen- oder Fachgebiet. Dies führte und führt zu einer Fülle von Veröffentlichungen unterschiedlichster Bereiche wie integrale Medizin, integrale Ökologie, integrale Politik, integrale Spiritualität und vielem mehr. Menschen, die Experten oder interessierte Laien eines oder mehrerer Fachgebiete sind, bedienen sich des integralen Ansatzes und wenden ihn auf ihr Gebiet an, um zu sehen, was dabei herauskommt.

 

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Meditation & Wissenschaft

Meditation & Wissenschaft

 

Die Kraft der Stille

Neueste Erkenntnisse aus der Meditations- und Bewusstseinsforschung

Von Nadja Rosmann

Gesundheit bedeutet nicht alleine die Abwesenheit von Krankheitssymptomen, sondern entsteht in der Tiefe – dort, wo der Mensch sich als authentisches Lebewesen erfährt, wo Körper, Geist und Seele in Einklang miteinander stehen. Integral gesprochen geht es letztlich um vier Perspektiven, nämlich: Subjektivität (OL: Intentionalität, Wille, Psychologie, (Un)Bewusstes), Objektivität (OR: Veranlagung, Genetik, Ernährung, Physiologie, Konstitution), Kultur (UL: kulturelle Prägung, gemeinschaftliche Vorstellungen von Krankheit und Heilung, Beziehungen als Krankheitsursachen und Heilungsfaktoren) und systemisches Umfeld (UR: Lebens- und Arbeitsumfeld, Klima). Während wir bei den unteren Quadranten, abgesehen von unserem persönlichen Lebensumfeld, oft vergleichsweise wenig unmittelbar beeinflussen können, laden uns die oberen, „persönlichen“ Quadranten dazu ein, sofort bei uns selbst beginnen. Hier können letztlich nur wir selbst eine konstruktive Entwicklung initiieren. Die Meditation gehört zu den zentralsten Methoden der Bewusstseinsübung (OL-Quadrant) und hat, als eine erfreuliche Nebenwirkung, auch einen enorm positiven Einfluss auf unser Wohlergehen, der immer mehr entdeckt wird.

Die Meditations- und Bewusstseinsforschung an der Schnittstelle zwischen Neurowissenschaften, Psychologie, Philosophie und Medizin hat hier in den letzten Jahren wesentliche Grundlagenforschung geleistet. Die Befunde der Wissenschaftler stimmen zuversichtlich, denn Meditation erweist sich nicht nur als wertvolle Methode auf dem Weg zu mehr Selbsterkenntnis, sondern wirkt auch positiv auf die körperliche Gesundheit.

Artikel:  Meditation & Wissenschaft (PDF) von Nadja Rosmann, Integrale Perspektiven Nr. 23.