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25.9.2017 : 4:42 : +0200

Auszug G: Auf dem Weg zu einer umfassenden Theorie der subtilen Energien

Ken Wilber

Teil I:
Einführung: Von der Grossen Kette des Seins zum Postmodernismus in drei einfachen Schritten

Der folgende Text ist ein Auszug aus dem ersten Entwurf von Band 2 der Kosmos Trilogie, mit dem vorläufigen Titel Kosmisches Karma (Band 1 dieser Trilogie ist Eros, Kosmos, Logos). Dieser Auszug entwirft eine schlüssige und umfassende Theorie der vielen Ansätze zu subtilen Energien, ihren Ursprung, ihr Wesen und ihrer Entwicklung. Dieser spezielle Auszug ist gegen Ende des Bandes vorgesehen, und das bedeutet somit, dass jemand, der diesen Auszug liest, nicht in den Genuss (oder die Qual) der Lektüre des ersten Teils des Buches kommt. Ich gebe deshalb zuerst eine kurze Einführung, und formuliere anschließend einen integralen Ansatz über subtile Energien. Die ersten beiden Auszüge aus Kosmisches Karma („An Integral Age at the Leading Edge" und „The Many Ways We Touch") sind ebenfalls auf dieser Webseite [www.shambhala.com] veröffentlicht; sie erläutern den allgemeinen Ansatz. „AQAL" (gesprochen: ah-qual) ist eine Abkürzung für „alle Quadranten, alle Ebenen, alle Linien, alle Zustände, alle Typen," der Metatheorie des integralen Ansatzes, welchen wir im Verlauf der Erörterung noch erklären.

Nach der grundlegenden Einführung (in Teil I) werde ich eine „Integrale Theorie der subtilen Energien" skizzieren (Teil II) und mit einem Vergleich mit anderen Theoretikern abschließen (Teil IV).

Überblick

Ehe wir uns dem zuwenden, was die moderne Wissenschaft zur Veranschaulichung der subtilen Energien beigetragen hat, werfen wir einen Blick darauf, was uns die großen Weisheitstraditionen dazu berichten. Wir werden dann versuchen, beide in einer integralen Theorie der subtilen Energien zusammenzubringen.

Die traditionelle „Grosse Kette des Seins" wird gewöhnlich wie folgt dargestellt: Materie, Körper, Geist [mind], Seele und GEIST [spirit]. Im Vedanta zum Beispiel sind dies jeweils die 5 Hüllen oder Ebenen des GEISTES: annamayakosha (die Hülle oder Ebene der physischen Nahrung), pranamayakosha (die Ebene des élan vital), manomayakosha (die Ebene des Geistes), vijnanamayakosha (die Ebene des höheren Geistes oder der Seele), und anadamayakosha (die Ebene transzendenter Glückseligkeit, bzw. kausaler GEIST). Vedanta fügt natürlich noch turiya hinzu, das transzendente, immer-anwesende Selbst, und turiyatita, den nichtdualen, immer-gegenwärtigen, nicht qualifizierbaren GEIST-als-solchen, doch das einfachere fünf-Ebenen-Schema genügt für unsere einführenden Zwecke. Wir werden auf die „vollständigere" Version später zurückkommen.

Diese Grosse Kette des Seins mit fünf Ebenen kann schematisch wie in Abbildung 1 dargestellt werden. Wenngleich wir mit kulturübergreifenden Vergleichen sehr vorsichtig sein müssen, können darstellende Schemata ähnlich dieser Grossen Kette oder diesem „Grossen Nest des Seins" in den meisten Weisheitstraditionen der „prämodernen" Welt gefunden werden, wie auch in Abb. 2 und 3 dargestellt, welches Darstellungen sind, die von Huston Smith verwendet werden, um die allgemeinen Ähnlichkeiten und Verwandtschaften unter diesen Traditionen zu zeigen .

Bei der Betrachtung von Abb. 1 fällt auf, dass die Grosse Kette, so wie sie sich ihre Vertreter (von Plotin zu Aurobindo) vorstellten, mehr ein Grosses Nest ist – oft auch „Holarchie" genannt – weil jede ranghöhere Ebene über ihre untergeordneten Ebenen hinausgeht, sie jedoch beinhaltet (d.h. sie einhüllt wie die Schichten eines Nestes) – was Plotin mit „einer Entwicklung als Entfaltung" bezeichnete. Jede höhere Ebene transzendiert jedoch die niedrigeren radikal, und kann weder auf sie reduziert noch durch sie erklärt werden. Dies wird in Abb. 1 angezeigt als (A), (A+B), (A+B+C), und so weiter, was heißt, dass jede höhere Ebene Elemente oder Qualitäten enthält, die emergent und nicht reduzierbar sind.

Abb. 1. Die traditionelle Grosse Kette des Seins

Wenn beispielsweise das biologische Leben (A+B) „aus" der Materie emergiert, enthält es bestimmte Qualitäten (wie sexuelle Reproduktion, innerliche Emotionen, Autopoiesis, élan vital, usw. – alle durch das „B" repräsentiert), welche in den rein materiellen Begriffen von „A" nicht erklärt werden können. Ähnlich verhält es sich wenn der Geist (A+B+C) aus dem biologischen Leben emergiert. Der Geist enthält emergente Charakteristiken („C") die nicht auf das biologische Leben oder die Materie alleine reduziert oder durch sie erklärt werden können. Wenn die Seele („A+B+C+D") emergiert, transzendiert sie Geist, biologisches Leben und Körper. Die Evolution ist diese „Entfaltung" des GEISTES von der Materie zum Körper zum Geist zur Seele zum GEIST selbst, bzw. der Verwirklichung des absoluten GEISTES, welcher Ziel und Grundlage der gesamten Abfolge ist.

Abb. 2. Die Grosse Kette in den verschiedenen Weisheitstraditionen, zusammengestellt von Huston Smith (graphisches Layout von Brad Reynolds).

Die beste Einführung zu diesen traditionellen Vorstellungen bleibt Schumacher's Klassiker A Guide for the Perplexed, ein Titel, der von Maimonides großartiger Darstellung zum gleichen Thema geliehen ist. Die zugrundeliegende Idee ist die einer großen Holarchie des Seins und Wissens, mit Ebenen der Wirklichkeit in der „äußeren" Welt, die sich in den Ebenen des Selbst widerspiegeln (Ebenen des „innerlichen" Wissen und Seins), speziell in Abb. 3 dargestellt.

Abb. 3. „Wie Oben - So Unten" (aus: Huston Smith, Forgotten Truth; Nachdruck mit Genehmigung).

Nach diesen Traditionen könnte der gesamte Prozess der Evolution bzw. der „Ent-faltung" niemals ohne einen vorangegangenen Prozess der Involution bzw. „Ein-faltung" stattfinden. Es ist nicht nur so, dass das Höhere nicht in Begriffen des Niedrigeren erklärt werden kann, und dass das Höhere nicht einfach „aus dem" Niedrigeren emergiert, sondern, dass das Gegenteil beider Aussagen nach den Weisheitstraditionen ebenfalls zutrifft. Das heißt, die niedrigeren Dimensionen oder Ebenen sind eigentlich Sedimente oder Ablagerungen der höheren Dimensionen, und ihre Bedeutung erklärt sich aus dem Herabsteigen bzw. der Verdünnung der höheren Dimensionen, deren Ausprägung sie sind. Dieser Vorgang der Sedimentierung wird „Involution" bzw. „Emanation" genannt. Nach den Traditionen muss Involution bzw. die Einfaltung des GEISTES stattfinden, bevor Evolution bzw. die Entfaltung des GEISTES stattfinden kann: das Höhere steigt schrittweise herab in das Niedere. Und daher scheinen die höheren Ebenen „aus den" niedrigeren Ebenen während der Evolution aufzutauchen – biologisches Leben scheint aus Materie aufzutauchen –, weil und nur weil es zuvor durch die Involution dort abgelegt wurde. Man kann das Höhere nicht aus dem Niedrigeren erhalten, wenn es nicht dort bereits als – schlafendes - Potential vorhanden wäre, auf seine Emergenz wartend. Dieses „Wunder der Emergenz" ist einfach das kreative Spiel des GEISTES in den Bereichen seiner eigenen Manifestation.

Und so beginnt - nach den Traditionen - das große kosmische Spiel, wenn GEIST - als Sport und Spiel – sich aus sich selbst herauswirft (lila, kenosis), um ein manifestes Universum zu erschaffen. Der GEIST „verliert" sich selbst, „vergisst" sich selbst, nimmt die Illusion der Vielheit an (maya) und beginnt das große Versteckspiel mit sich selbst. Der GEIST wirft sich zuerst nach außen und erschafft Seele, als eine herabgestiegene und verdünnte Reflektion des GEISTES; Seele steigt dann in den Geist herab, eine blassere Reflektion der leuchtenden Herrlichkeit des GEISTES; Geist steigt dann herab zu biologischem Leben, und das Leben steigt herab zu Materie, als der dichtesten, niedrigsten, am wenigsten bewussten Form des GEISTES. Wir können dies darstellen als: GEIST-als-GEIST steigt herab zu GEIST-als-Seele, welche wiederum herabsteigt zu GEIST-als-Geist, welcher herabsteigt zu GEIST-als-Körper, welcher herabsteigt zu GEIST-als-Materie. Diese Ebenen im Grossen Nest sind alle Formen des GEISTES, aber die Formen sind immer weniger bewusst, sind sich immer weniger ihrer Quelle und So-heit bewusst, sind immer weniger erwacht zu ihrem immer-anwesenden Grund, wenngleich sie dennoch alle nichts anderes sind als GEIST-im-Spiel.

Wenn wir die Hauptstufen der Emergenz der Evolution darstellen als (A),(A+B), (A+B+C), und so weiter – das Pluszeichen bedeutet dabei, dass etwas emergiert beziehungsweise der Manifestation hinzugefügt wird – dann können wir Involution als den vorangegangenen Subtraktionsprozess darstellen: GEIST ist am Anfang ganz und vollständig, die gesamte Manifestation als Potential in sich enthaltend, was in eckigen Klammern dargestellt ist als: [A+B+C+D+E]. GEIST beginnt in die Manifestation hinabzusteigen – beginnt sich selbst in der Manifestation zu „verlieren" – durch ein Verstecken seiner reinen, spirituellen Natur, und durch das Annehmen einer manifesten, endlichen, begrenzten Form – und zwar der Seele [A+B+C+D]. Die Seele hat jetzt „E" vergessen, bzw. ihre radikale Identität mit und als GEIST, und sie entflieht in der darauffolgenden Verwirrung und Angst diesem Terror, indem sie in den Geist hinabsteigt [A+B+C] welcher „D" vergessen hat, seine strahlende Seele; und der Geist flüchtet sich in das biologische Leben „C", indem er seine Intelligenz vergißt. Und schließlich verwirft das Leben seine vegetative Vitalität „B", und erscheint als träge, unbewusste, leblose Materie „A" – und an diesem Punkt ereignet sich etwas wie der Urknall, die Materie tritt schlagartig konkret in die Existenz ein, und es scheint, als ob in der gesamten manifesten Welt nichts anderes existiert als unbewusste, tote, leblose Materie.

Doch diese Materie ist merkwürdig verspielt und munter, nicht wahr? Sie hängt nicht einfach nur vor dem Fernseher herum, und lebt nicht von der Arbeitslosenunterstützung. Diese Materie beginnt erstaunlicherweise sich selbst zu erheben: „Ordnung aus dem Chaos" nennt das die Komplexitäts-Physik – oder dissipative Strukturen, oder Selbstorganisation, oder dynamisches Werden. Doch die Traditionalisten formulierten es ganz direkt: „Gott verharrt nicht versteinert und tot; selbst die Steine erheben sich schreiend zum GEIST," wie Hegel es formuliert hat.

Nach den Traditionen kann – mit anderen Worten – die Evolution beginnen bzw. beginnt, wenn sich die Involution ereignet hat, und bewegt sich von (A) nach (A+B) nach (A+B+C) usw., wobei jede der großen emergenten Stufen des Seins eine Entfaltung oder ein Erinnern der höheren Dimensionen ist, welche während der Involution geheimnisvoll im Niederen eingefaltet bzw. sedimentiert wurden. Das, was während der Involution ent-innert (dis-membered), fragmentiert und vergessen wurde, wird während der Evolution er-innert (re-membered) , vereinigt, ergänzt und verwirklicht. Daher ist die Doktrin der anamnesis oder der Platon'schen und Vedantischen „Erinnerung" so verbreitet in den Traditionen: wenn Involution ein Vergessen dessen ist wer du bist, dann ist Evolution ein sich Erinnern wer und was du bist: tat tvam asi: du bist Das. Satori, metanoia, moksha und wu sind einige der klassischen Namen für diese Verwirklichung.

1. Schritt Eins

Dieses schöne und brillant erklärende Schema ist nicht ohne Probleme. Das Schema selbst ist nicht falsch, aber die moderne und die postmoderne Welt haben verschiedene grundlegende Einsichten hinzugefügt, die aufgenommen werden müssen, wenn wir eine integralere bzw. umfassendere Sicht wollen. Dies meine ich mit „von der Grossen Kette zum Postmodernismus in drei einfachen Schritten".

Das Problem

Das Grosse Nest, Involution und Evolution, Dimensionen-Ebenen des Seins und Wissens: dies waren einige der tiefgreifenden Beiträge der großen Heiligen und Weisen der prämodernen Welt, und das findet sich in der tat überall, von Plotin's Enneaden über die Lankavatara Sutra bis zum Das Göttliche Leben von Aurobindo - alle sind Ausdruck dieses großen metaphysischen Systems.

Doch es gibt etwas, das bedacht werden sollte, wenn wir modernen Menschen versuchen, diese Ideen zu untersuchen: die großen metaphysischen Systeme waren letztendlich interpretierende Rahmen, welche diese Weisen ihren spirituellen Erfahrungen gaben. Diese Schemata, wie beispielsweise die Grosse Kette, waren Interpretationen von lebendigen Erfahrungen – sie waren keinesfalls fixe, starre und auf alle Ewigkeit wahre ontologische Raster. Wenn ich im folgenden nun die Angemessenheit einiger dieser Interpretationen hinterfrage, dann stelle ich damit keinesfalls die Authentizität der Erfahrungen oder Verwirklichungen dieser großen Weisen in Frage. Ich schlage lediglich vor, dass mit dem Fortschreiten der Evolution neue Horizonte verwendet werden können, um diese Erfahrungen in einen neuen Kontext zu setzen, mit angemesseneren Rahmenbedingungen im Lichte der modernen und postmodernen Beiträge, so dass eine Integration des Allerbesten der prämodernen, modernen und postmodernen Formen der Entfaltung des GEISTES das Ergebnis ist.

Um dorthin zu gelangen, werde ich drei zentrale Schwierigkeiten innerhalb des interpretierenden Rahmens der großen metaphysischen Systeme formulieren, und drei Ansätze, um diese zu beseitigen. Meiner Meinung nach sollten wir so viel wie möglich von den großen traditionellen Systemen beibehalten, ihre überflüssigen metaphysischen Interpretationen jedoch verwerfen, Interpretationen, die nicht nur unnötig sind, um die Daten zu erklären, sondern Interpretationen, welche garantiert verhindern, dass Spiritualität eine faire Chance bekommt, in den Kreisen der modernen und postmodernen Gedankenwelt Gehör zu finden.

Die erste Schwierigkeit wird an folgendem Beispiel deutlich. Betrachten wir jede der drei Abbildungen (Abb. 1,2,3), dann fällt uns auf, dass alle Ebenen oberhalb von Materie tatsächlich meta-physisch sind, das heißt, sie sind jenseits von Physik oder Materie. Die materielle Ebene beinhaltet zum Beispiel das menschliche Gehirn als eine komplexe materielle Einheit. Dies würde nach dem metaphysischen System bedeuten, dass sich die Gefühle eines Wurms (Ebene 2) auf einer höheren Ebene befinden als das menschliche Gehirn (Ebene 1).

Etwas stimmt ganz offensichtlich nicht mit diesem Schema. Das hängt teilweise damit zusammen, dass die Beziehung zwischen dem menschlichen Bewusstsein und der menschlichen Neurophysiologie etwas ist, das sich einer introspektiven Phänomenologie nicht erschließt (d.h. es kann durch introspektive Phänomenologie wie Meditation oder Kontemplation nicht erkannt werden), was bedeutet, dass Erkenntnisse über Dinge wie Dopamine, Serotonin, synaptische Schaltungen, der Kreb'sche Kreis, die Regulation durch den Hypothalamus und so weiter den alten Weisen generell nicht bekannt waren. Noch einmal, dies bedeutet nicht, dass ihre spirituelle Verwirklichung fehlerhaft oder unzureichend war, sondern lediglich, dass sie keinen Nutzen aus einigen der konkreten Fakten ziehen konnten, welche die moderne Wissenschaft entdeckt hat. Würde Plotin heute leben, dann kann man darauf wetten, dass einige der Kapitel in den Enneaden der Neurophysiologie der Gehirns und ihrer Beziehung zum GEIST gewidmet wären. Würde Shankara heute leben, dann würden seine Kommentare zu den Brahma Sutren zweifellos eine ausführliche Diskussion über die Beziehung zwischen nadis und Neurotransmittern enthalten.

Lösungsvorschlag

Welche Schlussfolgerung hätten Plotin oder Shankara hinsichtlich der Beziehung zwischen spirituellen Wirklichkeiten und materiellen Wirklichkeiten wie dem Gehirn wohl gezogen? Ich glaube, dass sie dem, was nun folgt, zugestimmt hätten; aber wie auch immer, hier ist mein Vorschlag Nr. 1:

In der manifesten Welt ist das, was wir mit „Materie" bezeichnen, nicht die unterste Sprosse im großen Spektrum der Existenz, sondern die äußere Form von jeder Sprosse im großen Spektrum. Materie ist nicht unterhalb eines höheren Bewusstseins, sondern Materie und Bewusstsein sind das Äußere und das Innere eines jeden Ereignisses.

Abb.4 Schritt Eins: Materie ist nicht der „Boden" aller Ebenen, sondern das „Äußere" aller Ebenen

Dies kann schematisch wie in Abb. 4 dargestellt werden, und detaillierter wie in Abb. 5. Die grundlegende Änderung, die hier vorgenommen wird, besteht darin, dass dasjenige, was als „Materie" als unterste Sprosse der Existenz erscheint (mit all den anderen Ebenen als höher und „meta"-physisch), nun zur äußeren Form aller anderen Ebenen wird. Die Traditionen gingen immer davon aus, dass die Ebenen „höher" als Materie für die normalen Sinne „unsichtbar" wären, und das gilt auch noch nach unserer Umformulierung: und zwar, alle „innerlichen" Dimensionen (Gefühle, gegenseitiges Verständnis, Mitgefühl, Bewusstheit, Bewusstsein, usw.) sind für die äußeren Sinne unsichtbar; doch wir können diese Feststellung nun ohne unnötige metaphysische Interpretationen treffen. (Ich weiß schon, wie sieht es dann mit Reinkarnation aus? Bitte noch einen Augenblick Geduld...)

Abb. 5. Die Vier Quadranten.

Für den Augenblick konzentrieren wir uns auf die oberen beiden Quadranten. Im oberen rechten Quadranten können wir die Evolution äußerer oder „materieller" oder „physischer" Formen sehen, wie sie von der modernen Wissenschaft entdeckt wurden. Diese äußeren Formen enthalten, geordnet nach ihrer zunehmenden evolutionären Komplexität, Dinge wie: Atome, Moleküle, frühe bzw. prokaryotische Zellen, eigentliche oder eukaryotische Zellen, Organismen mit einem Nervensystem, Organismen mit einem Rückenmark (z.B. Garnelen), einem Reptilienhirnstamm (z.B. Eidechsen), einem limbisches System (z.B. Pferde), mit einem Neokortex oder Dreifachhirn (z.B. Menschen, mit verschiedenen „Strukturfunktionen", die ebenfalls aufgeführt sind).

Dies alles sind „äußere" oder „materielle" Formen, man kann sie in der äußeren, sensomotorischen Welt sehen. Doch jede dieser materiellen Formen zunehmender Komplexität hat, als eine innerliche Entsprechung, eine Ebene zunehmenden Bewusstseins. Und so haben (nach Whitehead) Atome, deren äußerliche Formen aus physikalische Einheiten wie Neutronen, Protonen und Elektronen bestehen, ein innerliches Erfassen oder proto-Gefühle (proto-Bewusstheit); neuronale Organismen besitzen innerliche Empfindungen; Organismen mit einem Rückenmark haben Wahrnehmungen; die Emergenz von Tieren mit einem Reptilienhirn bringt die Emergenz von innerlichen Impulsen und Instinkten; ein äußerliches limbisches System emergiert zusammen mit innerlichen Emotionen; ein Dreifach-Hirn ist das Äußere oder die materielle Form einer innerlichen Bewusstheit, welche - neben vielen anderen Dingen - formal operationale Kognition, postkonventionelle Moral, Schau-Logik; linguistische Fähigkeiten und so weiter enthalten kann. (Einige dieser Korrelationen zwischen dem oberen rechten und dem oberen linken Quadranten sind in Abb. 5 dargestellt)

Materie ist – mit anderen Worten – nicht die unterste Sprosse dieser evolutionären Spirale, sondern die äußere Form einer Evolution, deren Innerlichkeiten entsprechende Ebenen von Gefühlen, Gewahrsein, Bewusstsein und so weiter enthalten. Die AQAL Metatheorie drückt dies dermaßen aus, dass jeder Geist einen Körper hat, bzw. jeder Bewusstseinszustand einen entsprechenden erkennbaren Zustand von Materie-Energie, bzw. jede innerliche Wahrnehmung eine äußere Form – in Kurzform: jedes Ereignis im oberen linken Quadranten hat eine Entsprechung im oberen rechten Quadranten und umgekehrt. Es ist nicht einfach so, dass höhere Ebenen (von Leben, Geist und Seele) ihre Abdrücke in der Materie hinterlassen (welche ihrerseits die unterste Ebene bleibt), sondern, was wir mit Materie bezeichnen, ist die äußere Form dieser innerlichen Ebenen (wie dargestellt in Abb. 4 und 5).

Deshalb sind das, was die Prämodernen als META-physische Wirklichkeiten betrachteten, in vielen Fällen INTRA-physische Wirklichkeiten: sie sind nicht oberhalb der Materie, sie sind nicht oberhalb der Natur, nicht meta-physisch und nicht über-natürlich: sie sind nicht über der Natur, sondern in der Natur, nicht jenseits der Materie, sondern in ihr.

Es gab für einen prämodernen Weisen, der in einer tiefen Meditation über die Natur der Seele versunken war, gab es schlichtweg keinen Weg um zu erkennen, dass seine oder ihre Gehirnstrommuster in einen theta-alpha Zustand übergingen; dass das Serotonin zunimmt, dass die neurale Milchsäure abnimmt, dass sich der zelluläre Sauerstoffbedarf deutlich verringert, und dass eine hemisphärische Lateralisierung auftritt. All die innerlichen Enthüllungen der Seele wurden wahrgenommen als wären sie nicht physisch, nicht materiell, in keiner Weise mit der Natur verbunden, und kein Bestandteil des Gewebes materieller Manifestation: sie waren in jeder Hinsicht meta-physisch.

Wie wir noch sehen werden, gibt es einige Aspekte höherer Dimensionen, welche tatsächlich wahrhaft metaphysisch sein könnten; aber zuerst sollten wir zur Kenntnis nehmen, dass vieles von dem, was die Prämoderne als meta-physisch betrachtete tatsächlich intra-physisch ist, und nicht über der Natur, sondern in ihr ist. Dies ist der erste Schritt auf dem Weg von einer Metaphysik zu einer integralen Post-Metaphysik.

2. Schritt Zwei
Das Problem

Schritt Nr. 1 fügt den tiefen Weisheiten der prämodernen Traditionen die unschätzbaren Beiträge der modernen Wissenschaft hinzu. Schritt Nr. 2 fügt zusätzlich die wichtigen Beiträge der postmodernen Wende des GEISTES hinzu.

Diese Beiträge sind in den unteren zwei Quadranten von Abb. 5 zusammengefasst. Die oberen Quadranten repräsentieren ein individuelles Wesen; die unteren Quadranten repräsentieren eine Gruppe, ein Kollektiv, oder ein System individueller Wesen. Die linksseitigen Quadranten repräsentieren die Innerlichkeit eines Individuums oder einer Gruppe; und die rechtsseitigen Quadranten repräsentieren die Äußerlichkeit eines Individuums oder einer Gruppe. Daher sind die vier Quadranten das Innerliche und das Äußerliche des Individuums und der Gemeinschaft. (Ich bitte noch einmal um Verständnis für diese Kurzdarstellung. In Naturwissenschaft und Religion z.B. - Die Versöhnung von Wissen und Weisheit - ist eine ausführlichere Behandlung des Themas zu finden.)

Der wichtige Punkt hinsichtlich der Postmoderne besteht nun darin: So, wie die metaphysischen Interpretationen, welche die Alten ihren authentischen spirituellen Erfahrungen gaben, keinen Nutzen aus den modernen wissenschaftlichen Entdeckungen ziehen konnten, so konnten sie auch keinen Nutzen aus den tiefgreifenden Entdeckungen des Postmodernismus, der Ethnomethodologie, des kulturellen Kontextualismus, der Soziologie des Wissens und so weiter ziehen. Alles dies zusammengenommen führt zu einem vernichtenden Vorwurf: Vieles von dem, was die alten Weisen als metaphysische Absolutheiten sahen, ist in Wirklichkeit kulturell geformt und konditioniert.

Lösungsvorschlag

Dies bedeutet nicht, dass es keine kulturübergreifenden bzw. universellen Wahrheiten gibt. Es bedeutet lediglich, dass ihre Identifizierung mit viel größerer Sorgfalt vonstatten gehen muss, als sich das die Metaphysiker vorstellen konnten; und dass vieles dieser Identifikationen mittels einer erforschenden Methodologie zu untersuchen ist, und nicht durch spekulative Metaphysik. (Siehe Excerpt C, veröffentlicht auf wilber.shambhala.com)

Der postmoderne Beitrag zur Diskussion kann in folgender Aussage zusammengefasst werden: Jedes Individuum ist in Systemen von kulturellen und sozialen Netzwerken eingebunden, Netzwerke, die einen tiefgreifenden Einfluss auf das Wissen und Sein der Individuen selbst haben. Diese Netzwerke sind der untere linke und der untere rechte Quadrant in Abb. 5. Der untere rechte Quadrant repräsentiert soziale Systeme – die kollektiven Systeme bzw. die kollektiven Äußerlichkeiten von individuellen Organismen, Äußerlichkeiten welche in der äußeren oder sensomotorischen Welt gesehen werden können (erinnern wir uns daran, dass alle rechtsseitigen Quadranten „dort draußen" gesehen werden können, weil sie „materiell" bzw. äußerlich sind). Diese äußerlichen Systeme sind Dinge wie Ökosysteme, geopolitische Systeme, techno-ökonomische Produktionsarten (Jagen und Sammeln, Gartenbau, Information, usw.), und alle sichtbaren, äußerlichen, konkreten Aspekte von Gemeinschaften oder Systemen. Und erinnern wir uns auch daran, dass für die metaphysischen Traditionen all diese „materiellen Systeme" sich auf der untersten Sprosse der Existenz befinden, wohingegen sie für eine integrale Post-Metaphysik einfach die kollektiven äußerlichen Dimensionen der „höheren" (und jetzt innerlichen) Dimensionen darstellen. Der untere rechte Quadrant speziell ist „Natur", und die höheren Dimensionen befinden sich innerhalb, und nicht oberhalb von ihr.

Der untere linke bzw. kulturelle Quadrant repräsentiert all die Innerlichkeiten von Gruppen oder Gemeinschaften, Innerlichkeiten welche (wie alle linksseitigen Quadranten) nicht „dort draußen" gesehen werden können, Innerlichkeiten wie Gruppenwerte, Hintergrundkontexte und so weiter. Die Systemtheorie konzentriert sich auf den unteren rechten Quadranten, und postmoderner Poststrukturalismus konzentriert sich auf den unteren linken Quadranten – der jeweils die Äußerlichkeiten und die Innerlichkeiten von Gemeinschaften repräsentiert.

Die Systemtheorie in ihren vielen Formen betont die Tatsache, dass jeder individuelle Organismus auf eine untrennbare Weise mit seiner Umwelt verbunden ist, in dynamischen Geweben und Ökosystemen, welche alle „dort draußen" gesehen werden können – was erneut zeigt, dass „Materie" nicht die niedrigste Ebene des Seins ist, sondern einfach die äußere Form aller innerlichen Ebenen des Seins (in diesem Fall die äußerliche Form des kollektiven bzw. kommunalen Systems).

Natürlich beschäftigen sich Systemtheorie oder Ökologie nirgendwo mit innerlichen Zuständen von Schönheit, satori, samadhi, gegenseitigem Verstehen, Werten, Weltsichten und so weiter, weil all dies innerlich ist (und deshalb unzugänglich für Ökologie oder Systemtheorie). Der Versuch, alle Wirklichkeit auf einen Quadranten zu reduzieren, wie die Systemtheorie das oft tut (z.B. Fritjof Capra), wird als Quadrantabsolutismus bezeichnet, und ist etwas, das ein integraler methodologischer Pluralismus zu vermeiden versucht.

Der Postmodernismus auf der anderen Seite ist dafür bekannt, dass er sich auf die innerlichen oder kulturellen Aspekte des in-der-Welt-seins eines Individuums konzentriert, und darauf hinweist, dass vieles von dem was eine Gesellschaft als „gegeben", „wahr" und „absolut" annimmt in Wahrheit kulturell geformt, konditioniert und relativ ist. Die Tatsache, dass der Postmodernismus selbst oft in seinem eigenen Quadrantabsolutismus gefangen ist (mit dem Versuch, alles auf kulturelle Konstrukte des unteren linken Quadranten zu reduzieren), darf uns jedoch nicht von den wichtigen Wahrheiten, die er beigetragen hat, ablenken – welche wir zusammenfassen können, indem wir sagen, dass jedes Ereignis einen Quadranten oder eine Dimension unten links hat.

Die vier Quadranten repräsentieren also vier untrennbare Dimensionen des in-der-Welt-Seins eines jeden Individuums. Diese Dimensionen sind so grundlegend, dass jede der großen natürlichen Weltsprachen sie als Fürwörter der ersten Person, der zweiten Person und der dritten Person enthält; zusammengefasst als ich, wir, es [singular] und es [plural]. Oben Links ist „ich", die innerlichen Gefühle bzw. das Bewusstsein jedes individuellen bewussten Wesens (von Atomen zu Ameisen zu Affen). Oben Rechts ist „es", die äußerliche Form eines bewussten Wesens (d.h. seine Materie und Energie – welche, wie wir gleich sehen werden, subtile Energie beinhaltet). Unten Rechts ist die äußerliche Form einer Gruppe, einer Gemeinschaft bzw. eines Systems bewusster Wesen oder Individuen. Und Unten Links ist das innerliche oder kollektive Bewusstsein, gemeinschaftliche Werte, intersubjektive Hintergründe, kulturelle Kontexte usw.. Noch einmal: das Innerliche und das Äußerliche eines Individuums und einer Gemeinschaft.

Ich zeige noch ein weiteres Diagramm mit den vier Quadranten und einigen ihrer Ausprägungen, wie sie in Menschen auftreten (siehe Abb. 6)

Abb. 6. Einige Aspekte der Vier Quadranten, wie sie sich in Menschen zeigen.

Ich möchte dies nicht weiter ausführen, sondern meine Ansicht klar und deutlich formulieren: jede prämoderne Spiritualität, die nicht im Einklang ist sowohl mit der Moderne als auch mit der Postmoderne, hat in der Welt von morgen keine Überlebenschancen. Eine Möglichkeit, diese Integration zu bewerkstelligen, ist die Verwendung von AQAL („alle Quadranten, alle Ebenen") als einer Verbindung der bleibenden Beiträge der Prämoderne, Moderne und Postmoderne. Der „alle Ebenen" Teil bezieht sich auf das große Spektrum des Seins und Wissens, erstmals brillant durch die großen Weisen interpretiert – Materie zu Körper zu Geist zu Seele zu GEIST (wir werden auf diese Ebenen gleich zurückkommen). Der „alle Quadranten" Teil bezieht sich auf die Verfeinerungen, welche die Moderne (insofern, dass Materie nicht die unterste Sprosse der Leiter sondern das Äußerliche aller Leitersprossen ist) und die Postmoderne (und zwar, dass jedes Individuum in kulturellen und sozialen Kontexten existiert) erbrachten.

Einen AQAL-Rahmen zu übernehmen wäre der zweite große Schritt in der Bewegung von der Metaphysik zur integralen Post-Metaphysik.

3. Schritt Drei
Das Problem

Jetzt widmen wir uns der Rolle und der Natur von Energie – grobstoffliche Energie, subtiler Energie und kausaler Energie. Ich habe bereits vorgeschlagen, dass Masse und Energie Aspekte der OR Dimension jedes individuellen Wesens sind – das heißt, sie repräsentieren etwas von der äußerlichen Form eines jeden Individuums (und eines jeden Systems, wie wir noch sehen werden). [Hinweis: die im folgenden verwendeten Abkürzungen OL, OR, UL, UR beziehen sich jeweils auf die Quadranten des 4-Quadranten Modells: OL = oben links, OR = oben rechts, UL = unten links, UR = unten rechts]

Das Problem kann hier wie folgt formuliert werden: Wenn wir davon ausgehen, dass (1) die Prämoderne keine ausreichende Klarheit bezüglich der Rolle der Materie hatte, und dass daher (2) die alten Weisen die subtilen Energien als grundsätzlich meta-physisch bzw. über-natürlich darstellten; und jetzt (3) das moderne Verständnis von Materie nicht als unterste Ebene sondern als das Äußerliche aller Ebenen hinzuziehen, dann stellt sich (4) die Frage: wie können wir in einer angemesseneren Art und Weise die Beziehung zwischen subtilen Energien und grobstofflich materiellen Formen neu-interpretieren?

Einfach ausgedrückt: wenn Materie nicht die unterste aller Ebenen ist sondern deren Äußerliches, wie passt dann die subtile Energie in dieses Schema? In den prämodernen Traditionen wurde subtile Energie oder „prana" üblicherweise als die zweite Ebene in der Grossen Kette (z.B. prananmayakosha) dargestellt: es war eine Ebene ätherischer oder astraler Energie „oberhalb" physischer Materie und Energie. Doch wenn die Materie nun re-interpretiert wurde, kann dann nicht auch subtile Energie in ähnlicher Weise neu interpretiert werden, um mit den modernen und prämodernen Enthüllungen der Entfaltungen des GEISTES Schritt zu halten?

Lösungsvorschlag

Die in diesem Fall vorgeschlagene Lösung formuliere ich in Form von drei Hypothesen, von denen wir zwei bereits kennen, und die dritte direkt dieses Thema behandelt.

Nr. 1. Fortschreitende Evolution bringt zunehmende Komplexität grobstofflicher Formen. Oben rechts zum Beispiel finden wir Quarks zu Protonen zu Atomen zu Molekülen zu Zellen zu komplexen Organismen. Diese Zunahme der Komplexität von Formen (durch Prozesse der Differenzierung und Integration) wird schon seit längerem von Evolutionsbiologen beschrieben. Ervin Laszlo: „Während also eine neue Organisationsebene eine Vereinfachung von Systemfunktionen und der entsprechenden Systemstruktur bedeutet, wird dadurch ebenso ein Vorgang einer zunehmenden strukturellen und funktionalen Komplexität in Gang gesetzt". Ich denke, dass diese „Komplexifizierung" ziemlich offensichtlich ist, und wir uns nicht weiter damit beschäftigen müssen.

Nr. 2. Eine Zunehmende Komplexität der Form (im OR) geht einher mit einer zunehmenden innerlichen Bewusstheit (im OL). Dies ist Teilhard de Chardin's „Gesetz der Komplexität und Bewusstheit" – und zwar, je mehr vom Ersteren, desto mehr vom Letzteren. Genauer gesagt, je größer die äußerliche Komplexität der materiellen Form, desto größer die innerliche Bewusstheit, welche innerhalb dieser Formen hervorgebracht werden kann (d.h. die Entsprechung zwischen OR und OL).

Nr. 3. Weiterhin – und das ist die verbindende Hypothese – geht eine zunehmende Komplexität der grobstofflichen Form einher mit einer zunehmenden Verfeinerung von Energien. Mit dem Fortschreiten der Evolution zu immer komplexeren grobstofflichen Formen wird der zunehmende Grad grobstofflicher Komplexität durch entsprechende (signifikante) fortschreitend subtilere Energiemuster begleitet. Da wir uns bei dieser Betrachtung auf individuelle Wesen konzentrieren, können wir feststellen: zunehmende Evolution bringt eine zunehmende Komplexität grobstofflicher Formen (im OR), welche einhergehen mit einem zunehmenden Grad von Bewusstheit (im OL), und, wiederum im OR, einer Verfeinerung der entsprechenden Energien. Anstatt höhere Ebenen als grundsätzlich getrennt von der Materie und den grobstofflichen Formen zu interpretieren, ist die Komplexifizierung der grobstofflichen Form das Vehikel der Manifestation - sowohl für subtilere Energien wie auch für zunehmende Bewusstheit.1

Wenn diese verbindenden Aussagen aufrecht erhalten werden können, dann wäre dies der dritte große Schritt hin zu einer Bewegung von prämoderner Metaphysik zu einer integralen Post-Metaphysik, einem Schritt, von dem ich glaube dass er die bleibenden Wahrheiten der großen metaphysischen Traditionen bewahrt, aber ohne deren interpretatives Rahmenwerk auskommt. Dies bringt uns zum Ende dieser kurzen Einführung, und an den Beginn der Hauptdiskussion einer integralen Theorie der subtilen Energien.

Teil II.
Ein Integrale Theorie der subtilen Energien

Das Spektrum subtiler Energien

Beginnen wir zuerst - wie immer – mit den großen Weisheitstraditionen, und sehen wir dann, wie ihre tiefgehenden Einsichten durch eine AQAL Betrachtung auf einen aktuellen Stand gebracht werden können.

Vielen der Traditionen ist die Vorstellung gemeinsam, dass – zusätzlich zu einem Bewusstseinsspektrum – ein Spektrum von Energie existiert. Ein derartiges Spektrum verläuft von grobstofflicher physikalischer Energie zu ätherischer Energie zu astraler Energie zu psychischer Energie zu kausaler Energie. Ohne an dieser Stelle über die Details diskutieren zu wollen, gehen wir einfach einmal von der Existenz einer Art von subtilem Energiespektrum aus.

In einem allgemeinen Sinn (den wir im Laufe der Diskussion noch verfeinern werden) stehen diese 5 Energieebenen grundlegend mit den 5 Bewusstseinsebenen in Beziehung (z.B. wie in Abb. 1 dargestellt). Entsprechend den Traditionen sind diese Energien nicht dasselbe wie Bewusstsein; weder kann Bewusstsein auf diese Energien reduziert werden, noch können diese Energien auf Bewusstsein reduziert werden. Stattdessen begleiten und unterstützen diese Energieebenen ihre entsprechenden Bewusstseinsebenen (sodass die grobstoffliche Energie das grobstoffliche Bewusstsein unterstützt, eine subtile Energie die Unterstützung eines subtilen Bewusstsein ist, eine kausale Energie das kausale Bewusstsein unterstützt, und so weiter).

Man kann dieses Energiespektrum etwa so wie in Abb. 2 darstellen (physikalische Energie, vitale Energie, mentale Energie, Seelenenergie). Jede Ebene, sowohl des Bewusstseins als auch der Energie, oberhalb der untersten Ebene (der „Materie") ist – so gesehen - vollständig trans-materiell (metaphysisch, übernatürlich). Von diesen Energien wird gesagt, dass sie konzentrische Kreise zunehmender Ausdehnung bilden, doch sie selbst sind, auf eine grundlegende Weise, nicht-grobstofflich-materiell (gehen somit der Materie ontologisch voraus und sind davon unterschieden).

Die Grundaussagen dieser Formulierung können immer noch wahr sein, und sind es auch, wie ich glaube. Doch mit der naturalistischen Wende im Selbstverständnis der AQAL Matrix können wir erkennen, dass vieles von dem, was die prämodernen Traditionen als vollständig trans-materiell oder meta-physisch betrachteten, in Wirklichkeit in einem engen Bezug zu der Komplexifizierung der Materie steht, und nicht eine einfache Transzendierung derselben darstellt.

Wir haben nun vorgeschlagen, dass diese Naturalisierung von metaphysischen Ereignissen drei wichtige Bestandteile hat: die Komplexität grobstofflicher Formen (im OR) steht in Beziehung mit einer Bewusstseinszunahme (im OL), und, im OR selbst, einer Verfeinerung der entsprechenden Energien. Wir können dies – ganz grob – wie in Abb. 7 darstellen.

In dieser Abbildung können wir erkennen, dass die Energiefelder, von denen man annahm, dass sie metaphysisch über der Materie schweben, in Wirklichkeit in enger Verbindung mit der Komplexifizierung der Materie emergieren. Diese subtilen Felder können nicht auf Materie reduziert werden, aber sie sind auch nicht ontologisch von der Materie gänzlich abgekoppelt. Das Gespenst, losgelöst von der Maschine, ist in Wahrheit auf eine enge Weise mit dem Maß an Komplexität der Maschine verbunden. Jeder Geist hat seinen Körper. Ein subtilerer, höher entwickelter Geist bedeutet einfach auch einen subtileren, höher entwickelten Körper. Wie wir bald sehen werden, hatten die Traditionen (speziell Vedanta und Vajrayana) ein sehr tiefgehendes Verständnis der Beziehung zwischen dem grobstofflichen, subtilen und kausalen Bewusstsein und den grobstofflichen, subtilen und kausalen Körpern – doch sie erfassten nicht vollständig die Hypothese Nr. 3 (und zwar die Beziehung von all dem zu der Komplexifizierung von grobstofflicher Materie).

Abb.7. Die Komplexifizierung grobstofflicher Formen wird begleitet von immer subtileren Energien.

Das fehlende, verbindende Glied wird in Abb. 7 vorgeschlagen. In dieser Abbildung gehen wir einfach von der Existenz eines Energiespektrums aus, wie es die Traditionen vorgeben (physikalisch, ätherisch, astral, psychisch, usw.), und tun dann etwas, das die Traditionen selbst nicht tun konnten: wir nutzen die moderne Wissenschaft und setzen diese subtilen Energiefelder in Beziehung zur Evolutionsgeschichte, und verfolgen so die Beziehung zwischen subtilen Energien und der Komplexität grobstofflicher Formen. Das, was wir dadurch finden, lässt sich wie folgt kurz zusammenfassen (siehe auch Abb. 7):

Die frühesten Formen der Evolution – wie Quarks, Elektronen, Protonen, Atome und Moleküle – werden von den vier großen grobstofflichen Energiekräften begleitet: Elektromagnetismus, Gravitation, starke und schwache nukleare Energie. Üblicherweise werden sie als „physikalische" oder „grobstoffliche" Energien bezeichnet, und das stimmt, so lange wir uns dessen bewusst sind, dass diese „physikalischen" oder „materiellen" Energien nicht die Gesamtheit der Materie-Energie Beziehung darstellen, sondern einfach die unterste Ebene von Materie-Energie (d.h. die unterste Ebene von Materie-Energie im OR Quadranten). Allgemein gesagt, umgeben grobstoffliche Energien ihre zugehörigen materiellen Körper in verschiedenen Energiefeldern; die Energie selbst, in ihrer typischen Form, verbreitet sich als ein Welle/Teilchen Ereignis.

Mit der Emergenz komplexer materieller Formen im Laufe der Evolution, die wir „Leben" nennen, (angefangen bei Viren und Prokaryoten), emergiert eine subtilere Energie – oft auch „ätherisch" genannt. Wie bereits gezeigt, wird von diesen ätherischen Energiefeldern gesagt, dass sie die physikalische Energie auf eine holonische Art und Weise umgeben (d.h. konzentrisch, mit einer zunehmenden Ausdehnung).

Hinweis: Im Rahmen der AQAL Metatheorie ist der manifeste Kosmos zusammengesetzt aus Holons in verschiedenen Perspektiven. Ein Holon ist ein Ganzes/Teil - bzw. ein Ganzes welches gleichzeitig ein Teil anderer Ganzen ist – z.B. ist ein ganzes Atom Teil eines ganzen Moleküls, welches Teil einer ganzen Zelle ist, welche Teil eines ganzen Organismus ist, usw. Individuelle Holons besitzen – den ganzen Weg hinab, Atome zu Quarks zu Fermionen – einen Funken oder ein Vorempfinden von Wahrnehmung, so dass alle individuellen Holons bewusste Wesen sind. Alle individuellen Holons sind ebenso – wie Whitehead es nannte -„zusammengesetzte Individuen," Individuen, welche aus weniger komplexen Individuen zusammengesetzt sind: eine Zelle ist ein zusammengesetztes Individuum, zusammengesetzt aus Molekülen, welche ihrerseits zusammengesetzte Individuen sind, sich aus Atomen zusammensetzend, welche ihrerseits zusammengesetztes Individuen sind, zusammengesetzt aus...

Wenn irgendein Ereignis (bzw. Holon) von einem Standpunkt der ersten Person aus betrachtet wird (als ein „Ich" bzw. bewusstes Wesen), dann finden wir jene Arten von Phänomenen, wie sie im OL Quadranten aufgeführt sind (wie Wahrnehmung, Empfindung, Impuls, Bewusstsein usw.) Wenn dasselbe Holon von einer objektiven Perspektive der dritten Person betrachtet wird (als ein „Es"), dann finden wir die Arten von Phänomenen, wie sie im OR Quadranten aufgeführt sind (wie die Masse eine Holons, seine morphische Form und Energie, also alles das, was in einer dritten Person bzw. in der „es" Form beschrieben werden kann, wohingegen OL lediglich in „ich" Begriffen beschrieben werden kann). Wir verfolgen an dieser Stelle die Evolution von Holons, indem wir auf ihre äußere Form von Materie und Energie schauen (d.h. auf Ereignisse im OR Quadranten), wie sie im Verlauf der Evolution emergieren.

Die allgemeinen Stufen dieser evolutionären Emergenz sind in Abb. 7 dargestellt, im Bezug zu ihren OR Formen. Wenn ein Holon von einer Perspektive der dritten Person objektiv betrachtet wird, dann finden wir dass materielle Körper – wie Atome, Moleküle, Zellen – von Energiefeldern umgeben sind, welche, durch die verbindende Hypothese Nr. 3, in Beziehung stehen zu der Zunahme der Komplexität grobstofflicher materieller Formen. Jedes dieser Energiefelder – physikalisch, astral, ätherisch, usw. – umgibt und umhüllt sein ‚Junior'-Feld, ebenso wie die dazugehörigen materiellen Formen ihre ‚Junior'-Bestandteile enthalten und umgeben (z.B. enthält eine Zelle Moleküle, welche Atome enthalten usw.) Daher sind die zusammengesetzten Individuen und ihre dazugehörigen Energiefelder beide „holonisch". Wir werden auf diesen Punkte noch zurückkommen.

Mit der fortlaufenden Komplexifizierung grobstofflicher Formen im Verlauf der Evolution emergieren Lebensformen, welche Umweltreize auf immer anspruchsvollere Weise interpretieren, unter Verwendung von Organsystemen wie einem Nervensystem und einem Reptilien-Gehirnstamm. Mit der Emergenz eines Gehirnstammes und einem limbischen System der Paläo-Säugetiere beginnt eine noch subtilere Energie – „astral" genannt - zu emergieren. „Astral" kann vieles bedeuten, doch es meint speziell ein kraftvolles emotionales Feld von Energie – subtiler als das physikalische und ätherische – welches die lebendigen Organismen durchdringt (und z.B. durch deren Akupunkturmeridiane verläuft) und sich auch darüber hinaus ausdehnt, die physikalischen und astralen Felder in einer holonischen Ausdehnenung einschließt. (Wir werden diese holonischen Energiefelder weiter unten bei Abb.8, dem Burr-Diagramm, zeigen).

Doch – noch einmal – es ist nicht so, dass diese Energiefelder radikal metaphysisch sind, denn, wenn sie das wären, könnten und würden diese Felder alle physikalischen Objekte umgeben (weil sie in keiner Weise an physikalische Objekte gebunden sind), wohingegen sie tatsächlich nur mit materiellen Objekten einer entsprechenden Komplexität (und um sie herum) emergieren. Ein Felsen hat kein emotionales Feld; ein Wurm hat kein mentales Feld, und so weiter. Die moderne (bzw. naturalistische) Wende erlaubt uns, diese Felder in der Natur zu verankern, ohne sie auf die Natur zu reduzieren. Eine naturbezogene Entwicklungsbetrachtung dieser Energiefelder zeigt, dass sie in Verbindung mit dem Grad der Komplexität grobstofflicher Formen emergieren, und beides zusammen (die Form und ihre entsprechende Energie) sind die OR Korrelate (bzw. das beobachtbare Äußerliche) der Bewusstseinszunahme im OL. Die Formen und Energien können in einer Perspektive der dritten Person gesehen werden (sie sind die „es" Komponenten, die objektiven Komponenten aller morphischen Einheiten, bzw. Holons von außen betrachtet); Bewusstsein demgegenüber kann nur durch eine Vertrautheit der ersten Person gekannt werden (als das „ich" von Holons, welches nur von innen gesehen werden kann).

Um die natürliche Historie der subtilen Energien fortzusetzen: an dem Punkt, wo die Evolution immer komplexerer grobstofflicher Formen - ein dreiteiliges Hirn - entwickelt, emergiert eine noch subtilere Energie – unter dem Namen „psychisch" bekannt. „Psychisch" bedeutet in diesem Fall einfach „Gedankenfelder", von denen gesagt wird, dass sie durch anhaltende mentale Aktivitäten geschaffen werden. Diese Felder umgeben und umhüllen das Physikalische, Ätherisch und Astrale – doch sie emergieren AUSSCHLIESSLICH in, durch und um materielle Formen, welche ausreichend komplex sind, um ein dreiteiliges Hirn zu enthalten.

Wichtig bei all diesen Feldern – physikalisch, ätherisch, astral, psychisch – ist, dass sie zu den entsprechenden Holons im OR Quadranten dazugehören. Das heißt, das Äußerliche eines individuellen bewussten Wesens (Atome zu Ameisen zu Affen) besteht aus der individuellen morphischen Form und den dazugehörigen Energiefeldern. Da jedes Holon tatsächlich ein zusammengesetztes Individuum ist, enthält jedes Holon alle vorangegangenen Subholons aus denen es besteht, wovon jedes seine eigene innerliche Wahrnehmung (OL) und äußerliche Form und das entsprechende Energiefeld (OR) hat, und sie alle entwickeln sich weiterhin in ihrer eigenen relativ unabhängigen Existenz, jetzt jedoch umfangen und aufgenommen in der Umarmung der höheren Holons, deren Subkomponenten sie jetzt sind – Holons in Holons, Felder in Feldern, Energien in Energien ohne Ende.

Aus diesem Grund sind Bewusstsein, Formen und Energiefelder alle holarchisch. Sie sind alle ineinander verschachtelte Hierarchien des Transzendierens und Umfassens. In den äußerlichen Bereichen, gekennzeichnet durch ihre Ausdehnung in Raum und Zeit, kann man viele dieser Holarchien sehen: im OR beinhalten Zellen Moleküle physikalisch, welche wiederum Atome physikalisch umfassen. Ähnlich umgeben und umhüllen (trandzendieren und beinhalten) im OR die psychischen Energiefelder die astralen Felder, welche das Ätherische umgibt und umhüllt, welches das Physikalische umgibt und umhüllt...

Harold Saxon Burr, ein Physiologe der Yale Universität und einer der ersten großen Pioniere wissenschaftlicher Studien (Studien der dritten Person) von Energiefeldern, verwendete oft ein Diagramm wie in Abb. 8, welches experimentell nachgewiesene Energiefelder darstellt.

Abb. 8. Burr Diagramm von Energiefeldern

Lassen Sie mich betonen, dass dies ein sehr schematisches Diagramm ist, um auf eine einfache Weise zu zeigen, worum es geht. Es enthält ein „P-Feld," mit Arten von grobstofflich physikalischer Energie, welche mit diesem Körper in Verbindung steht; ebenso ein „L-Feld" (ein „Lebens-Feld") und ein „T-Feld" („Gedanken-Feld" [thought-field]). Achten wir auf den holonischen Charakter. Natürlich sind keine dieser Energiefelder nur lokal, oder einfach auf einen physikalisch lokalisierbaren Raum bezogen. Die lokalen Aspekte dieser Energiefelder – dargestellt durch die kugelförmigen Schalen – sind lediglich die Bereiche der höchsten Dichte dieser Energiefelder (oder, anders gesagt, die Bereiche mit der größten Wahrscheinlichkeit, diese Energiemuster anzutreffen). Doch viele dieser lokalen Aspekte können in der Tat mit verschiedenen Messinstrumenten physikalisch erfasst werden (z.B. Burr, Motoyama, Tiller). Darüber hinaus nehmen bekannte und sehr respektierte Menschen mit einer psychischen Wahrnehmung (z.B. Michael Levin) diese Energiefelder oft im wesentlichen so wahr, wie Burr sie dargestellt hat – Felder in Feldern in Feldern. Dies bedeutet nicht, dass sie nicht auch noch auf andere Arten erscheinen, sondern lediglich, dass die Burr Diagramme einige typische und wichtige Aspekte dieser Energien erfassen.

Worum es dabei geht ist, dass sowohl innerlich wie äußerlich Evolution tatsächlich auf vielerlei bedeutende Weise holarchisch ist: sie transzendiert und umfasst. Und so erhalten wir die holonischen Meilensteine einer immer weitergehenden Evolution und Entwicklung; im Bewusstsein, in der Komplexifizierung von Formen und in emergierenden Energiefeldern zeigt sich ein konzentrisch kreisförmig hierarchisches Muster: das Ganze einer Welle wird zu einem Teil des Ganzen der nächsten. In dieser Hinsicht traf Plotin den Nagel auf den Kopf: Entwicklung ist Entfaltung.

Weil jedes Holon bzw. zusammengesetzte Individuum die Materie und Energie seiner Subholons enthält oder subsummiert, können wir durch einige weitere Darstellungen deutlich machen was dies bedeuten könnte. Bezugnehmend auf das Burr Diagramm holonischer Felder hat jedes Individuum bei seiner Emergenz seine eigene grobstofflich materielle Form und das dazugehörige Energiefeld: je größer die Komplexität der materiellen Form, desto mehr Energiefelder umgeben es (Hypothese Nr. 3). Dies kann wie in Abb. 9 dargestellt werden.

Abb.9 Holonische Materie und Energie

In dieser Abbildung, welche konkrete Ereignisse zeigt, die durch eine objektive Perspektive der dritten Person betrachtet werden (d.h. Holons im OR Quadranten), können wir sehen, dass jede Ebene einer zunehmenden Komplexität grobstofflicher materieller Form ihre Juniorebenen materieller Formen transzendiert-und-umfasst (oder subsummiert) – doch alle diese Ebenen sind eigenständige zusammengesetzte Individuen, und behalten deswegen ihre eigenen energetischen Merkmale, so dass das zusammengesetzte Individuum selbst zusammengesetzt ist aus sowohl seinen vorangegangenen, „junior"-materiellen Komponenten (dargestellt durch die durchgezogenen Kreise) als auch den dazugehörigen Energiefeldern (dargestellt durch die sie umgebenden gestrichelten Kreise).

Wenngleich wir uns auch auf die individuellen Holons und ihre Energiefelder im OR konzentriert haben, legt die AQAL-Natur aller Holons nahe, dass es im UR Systeme kollektive Energiefelder gibt, verbunden mit sozialen Holons, und ich denke, dass das auch so ist (wir werden auf dieses Thema noch zurückkommen).

Übringens gibt es natürlich keine Energiefelder in den linksseitigen Quadranten, weil dies Aspekte der ersten Person von Holons sind: Gefühle, Bewusstheit, Bewusstsein und so weiter, deren äußerliche (rechtsseitige) Korrelate Masse und Energie sind. Alle Holons haben vier Quadranten, was bedeutet, dass alle Holons Innerlichkeiten des Bewusstseins und Äußerlichkeiten der Form und Energie haben (z.B. hat sogar das subtile Bewusstsein einen subtilen Körper und das kausales Bewusstsein hat einen kausalen Körper usw.), doch weder ist Bewusstsein selbst Energie, noch ist Energie Bewusstsein.

Terminologie

Es ist ganz offensichtlich, dass, wenn es um subtile Energien geht, die Terminologie schnell zu einem Hauptproblem wird. Da gibt es zum einen eine verwirrende Vielzahl von Begriffen, welche derzeit für diese Phänomene verwendet werden; zum zweiten werden eine Vielzahl von unterschiedlichen Phänomenen beschrieben; und drittens wird in immer mehr Theorien der Versuch unternommen, diese Phänomene zu erklären.

Irgendwo müssen wir anfangen, also werde ich einige wenige sprachliche Vorschläge machen. Dies sind lediglich Vorschläge.

Ebene von Masse-Energie Entsprechende Bewusstseinsebene

1. Grobstofflich Physikalisch 1. Sensorimotorisch (Gravitation, Elektromagnetismus stark nuklear, schwach nuklear)

2. Ätherisch, L-Feld 1 (L-1), 2. Vital bzw. Biofeld 1

3. Astral, L-Feld 2 (L-2), 3. Emotional-sexuell bzw. Biofeld 2

4. Psychisch-1 oder T-Feld 1 (T-1) 4. Mental

5. Psychisch-2 oder T-Feld 2 (T-2) 5. Höheres Mental

6. Kausal oder C-Feld 6. Übermental

7. Nichtdual 7. Supermental

 

Tabelle 1. Ebenen von Energie und Bewusstsein

Eines der ersten Themen, dem wir uns zuwenden müssen, ist die einfache Tatsache, dass in jedem Klassifizierungsschema die Anzahl von „Ebenen" in gewisser Weise willkürlich ist. Bei der Messung von Temperatur beispielsweise, können wir Fahrenheit als Messgröße verwenden (mit der Folge dass es 180 „Grade" oder „Ebenen" von Hitze gibt zwischen Eis und kochendem Wasser), oder wir verwenden eine Celsius Skala (mit der Folge dass es 100 Ebenen gibt). Welche ist nun richtig? Beide natürlich, solange wir uns bewusst sind, welche wir verwenden.

Das gleiche gilt für Bewusstseinsebenen, Ebenen materieller Komplexität, und Ebenen von subtiler Energie. Dies bedeutet nicht, dass es hier nicht etwas Reales gäbe, sondern lediglich dass es relativ willkürlich ist, wie wir es aufteilen. Das einzige, was nicht willkürlich ist – entsprechend den Hypothesen Nr. 2 und Nr. 3 – ist, dass, welche Anzahl von Ebenen des Bewusstseins wir auch festlegen, es immer auch die gleiche Anzahl von Materie-Energie gibt: beide sind das Innerliche und das Äußerliche des gleichen Ereignisses.

Ich werde Vorschläge für eine Terminologie in zwei Schritten geben: Zuerst eine Aufstellung der Mindestanzahl von Energieebenen, welche wir zu benötigen scheinen, um die meisten der relevanten Themen abzudecken; und dann danach eine verfeinerte Klassifizierung in Familie, Gattung und Art.

Es scheint nach unserem gegenwärtigen Wissenstand mindestens sieben große, unterschiedliche Ebenen von Energie zu geben. Diese korrelieren in etwa mit den sieben Chakren. Sie werden in Tabelle 1 dargestellt, zusammen mit einem Vorschlag zu ihrer Bezeichnung. Wir werden auf diese verfeinerte Klassifizierung noch zurückkommen.

Involution und Evolution

Bevor wir uns an die Verfeinerung dieses Schemas machen, gibt es noch ein letztes Thema, dem wir uns zuwenden müssen, ein Thema welches wahrscheinlich für mehr theoretische Schwierigkeiten gesorgt hat als jedes andere, nicht nur im Bereich subtiler Energien, sondern im gesamten Bereich der Spiritualität und Mystik, hinsichtlich deren Bezug zur modernen Wissenschaft.

Und zwar die Frage: Wo finden wir das Quanten-Vakuum [quantum vacuum] in diesem Schema?

Nach der modernen Quanten- und Relativitätsphysik ist der Betrag von Energie der Vakuumdichte [vacuum density energy], welcher sich in einem einzigen Wasserstoffatom befindet, größer als der Betrag aller anderen Energie, welche in allen bekannten Sternen gespeichert ist. Das ist – mit anderen Worten – eine ganze Menge. Verschiedene faszinierende Fakten der Quanten-Wirklichkeit, so wie das eben genannte – haben eine ganze Reihe von Wissenschaftlern – von LeShan zu Capra zu Zukav zu Wolf (und duzende Ungenannte weitere) – dazu veranlasst, das Quanten-Vakuum mit so etwas wie dem GEIST [spirit], gleichzusetzen, dem Übergeist [supermind], dem Tao, Brahman, der Leere des Buddhismus, und so weiter. Der Ergebnis dieser Gleichsetzung war – meiner persönlichen Meinung nach – katastrophal.

Beginnen wir bei den Traditionen, und schauen wir, wo sie die Quanten-Wirklichkeit ansiedeln würden. In der QM Theorie ist das Wellenpotential [wave potential] eine riesige Quelle kreativer Energie, welche die dichteren materiellen Partikel erscheinen lässt, einschließlich auch Partikel wie Quarks, Elektronen und Protonen. Es ist diese „erschaffende" Natur des Quanten-Potentials, welche viele Wissenschaftler dazu veranlasst hat, es mit einem spirituellen Potential gleichzusetzen, einer Art von riesigem Feld eines unendlichen Potentials, welches unbegrenzter GEIST oder grenzenloses Bewusstsein selbst ist.

Wenn dies der Fall wäre, dann wäre die evolutionäre Abfolge in etwa so: Aus dem spirituellen Quantenpotential erscheinen subatomare Partikel, welche sich dann zu Atomen zusammenfinden, welche sich zu Molekülen zusammenfinden, welche Zellen bilden, welche Organismen formen... mit anderen Worten: je höher – nach diesem Schema – die Ebene der Evolution ist, desto weiter entfernt man sich von Gott.

Das kann ganz offensichtlich nicht stimmen. Aber wenn man erst einmal (fälschlicherweise) GEIST mit dem Quanten-Potential identifiziert, bleibt einem kein anderer Weg mehr übrig. Genau deshalb, weil das Quanten-Potential in Wirklichkeit kein radikal formloser oder nicht-dualer Bereich ist, kann es auch nicht als eine authentische spirituelle Wirklichkeit herangezogen werden, es ist einfach ein Aspekt eines manifesten Bereiches, welcher wiederum Qualitäten und Quantitäten besitzt, und daher nicht radikal unqualifizierbar sein kann.

Die Weisheitstraditionen befinden sich, was diesen Punkt betrifft, in praktisch vollständiger Übereinstimmung. Wir haben bereits einen Blick auf die Ansicht der Traditionen bezüglich Emanation (bzw. Involution) geworfen. Selbst wenn wir nur die einfache 5-Ebenen Version verwenden, dann wird es sehr offensichtlich, was das Quantum Potential in Wirklichkeit ist.

Bei der Involution bzw. Schöpfung entscheidet sich der radikal unqualifizierbare GEIST ein Versteckspiel zu spielen, er „vergisst" sich selbst und entäußert sich, um eine manifeste Welt der Vielen und Anderen zu erschaffen. Wie wir gesehen haben, wird zuerst Seele erschaffen, welche sich dann entäußert, um Geist zu erschaffen, welcher sich entäußert, um Leben (oder prana) zu erschaffen, welches sich entäußert, um unbewusste Materie zu erschaffen (Quarks, Atome). Am Ende dieser ontologischen Sequenz explodiert Materie ins Sein als eine Kristallisation und Kondensation von prana.

Das Quanten-Potential ist – mit anderen Worten – nicht der GEIST, sondern prana. Technisch ausgedrückt, ist das Quanten-Potential nicht GEIST-als-GEIST, nicht GEIST-als-Seele, nicht GEIST-als-Geist, sondern das Quanten-Potential ist GEIST-als-prana, welcher es ermöglicht, dass GEIST-als-Materie erscheint.

Wovon der QM Formalismus einen kurzen Einblick bekommt – in einer ausschließlich abstrakten, mathematischen Perspektive der dritten Person – ist die atemberaubende Macht ätherisch-astraler Energie, aus der heraus, als Sedimentierung und Kristallisation, die gesamte grobstoffliche materielle Welt erscheint. Eine Version davon lautet: wenn die Schrödinger'sche Wellenfunktion zusammenbricht, erscheint Materie aus prana. Aber wie auch immer wir es uns vorstellen, dies sind die speziellen Ebenen und ihre Schnittstellen, um die es geht.

Die Doktrin der zwei Wahrheiten
Das Problem

Dies scheint jedenfalls der einfachste und leichteste Weg zu sein, um das Beste der Weisheitstraditionen und der modernen Wissenschaft in diesem speziellen Bereich miteinander zu vereinen. Auf der anderen Seite hat die vereinfachte und dualistische Vorstellung, dass es zum Beispiel eine implizite Ordnung (spirituell und Quanten) und eine explizite Ordnung (materiell und nach Newton) gibt für gewaltige Verwirrung gesorgt, und tut dies immer noch. Doch selbst David Bohm, welcher diese Vorstellung eingeführt hat, musste ihr immer mehr Epizyklen hinzufügen, was sie immer unverständlicher machte.

Wir haben gerade gesehen, dass – für die Traditionen – die Energieseite der Grossen Kette des Seins bedeutet, dass prana der grobstofflichen Materie-Energie implizit ist (welche wiederum explizit in Bezug auf prana ist). Weiterhin ist psychische Energie prana implizit (und prana selbst wiederum ist explizit zum Psychischen). Und, natürlich, ist das Kausale den psychischen (und allen niedrigeren) Dimensionen implizit – „kausal" wird kausal genannt, weil es die Ursache ist, der Beginn, das Erschaffende der gesamten manifesten Abfolge. Und so ist jede Dimension in der Grossen Kette implizit in bezug zu ihren ‚Junioren' und explizit in bezug zu ihren ‚Senioren' – eine Vorstellung, welche durch die Theoretiker klar formuliert wurde, von Fa-Tsang zu Plotin zu Schelling.

Doch wenn man Physik verabsolutiert (d.h. wenn man die zwei Wahrheiten [siehe unten] durcheinanderbringt), dann reduziert und verzerrt man die gesamte Grosse Kette auf lediglich eine implizite und eine explizite Ordnung. Und eines der vielen Probleme, die sich aus diesem primitiven Schema ergeben, besteht – wie wir gesehen haben – darin, dass, wenn man Quanten-Wirklichkeiten mit einer Art von ultimativer spiritueller Kreatürlichkeit gleichsetzt, daraus folgt dass wenn dieser „GEIST" Atome erschafft, welche Moleküle erschaffen, welche Zellen erschaffen, welche Organismen erschaffen uns so weiter, man sich um so mehr von Gott entfernt, je höher und weiter die Evolution voranschreitet.

Bohm spürte das auch – er erkannte, dass seine „implizite Ordnung" genau deshalb, weil sie getrennt von der expliziten Ordnung war, keine Art einer echten oder nichtdualen spirituellen Wirklichkeit repräsentierte. Er erfand daher einen dritten Bereich, die „über-implizite Ordnung," von dem er annahm, dass dies der nichtduale spirituelle Bereich wäre. Er gelangte so zu drei Ebenen der Wirklichkeit: implizit, explizit und überimplizit. Da er jedoch mit den Feinheiten der Shunyata (siehe unten) nicht vertraut war, blieb er in dualistischen Vorstellungen gefangen (er versuchte nach wie vor, das Unqualifizierbare zu qualifizieren). Er fügte daher noch eine weitere Metasphäre hinzu: „jenseits des Überimpliziten," was ihn zu vier Wirklichkeitsebenen führte.

Allmählich hatte Bohm sich so zu einer primitiven Form der traditionellen Grossen Kette zurückgearbeitet, welche aussagt, dass jede Senior-Dimension ihren Junioren implizit ist. Doch alles dies basierte auf der Physik, was bedeutete, dass Bohm sich an einem kolossalen reduktionistischen Spiel beteiligte, mit zerstörerischen Folgen für die konkreten Zwischenebenen der Grossen Kette (so werden z.B. Ebene 2, mit welcher sich die Biologie befasst, und Ebene 3, erforscht von der Psychologie, auf verborgene Variable in einem QM Formalismus grobstofflicher Materie-Energie reduziert). Dies ist nicht die Vereinigung von Wissenschaft und Spiritualität, sondern die Einheit von schlechter Physik mit schlechter Mystik.

Lösungsvorschlag

Wie vorgeschlagen, ist diese Gleichsetzung von Quanten- (oder Subquanten-, oder String-, oder Symmetrie-) Wirklichkeiten mit irgendeiner Art von nichtdualem GEIST die vielleicht größte für sich stehende theoretische Verwirrung des gesamten Bereiches. Zum einen, weil das Wesen von Involution und Evolution verwechselt wird, und daher der Beginn der involutionären Abfolge – und zwar kausaler GEIST – verwechselt wird mit dem Beginn der evolutionären Abfolge – und zwar das Vakuum Potential (oder etwas in der Art), welches GEIST-als prana repräsentiert, und nicht GEIST-als-GEIST. In der Chakra-Terminologie verwechselt diese Ansicht das enorme kreative Potential der Kundalini, zusammengerollt am unteren Ende der Wirbelsäule (muladhara), mit Kundalini am Scheitelpunkt (sahasrara). Wir wissen bereits, dass beides Kundalini ist; aber muladhara ist einfach nicht das gleiche wie sahasara.

Weiterhin, und das ist bedeutender, wird die Doktrin der zwei Wahrheiten verletzt.

Die Traditionen sind sich sehr klar darüber, dass der „erste Schritt" der involutionären Manifestation ein nichtduales Geheimnis ist, und durch konventionelle Wahrheit in keiner Weise erfasst werden kann (und sei es auch nur als ein Hinweis), einschließlich jeder Art von führender oder sonst irgendeiner Wissenschaft. Der Grund dafür liegt darin, dass die großen Traditionen von Parmenides zu Padmadsambhava praktisch einmütig darin übereinstimmen, was Vedanta die Doktrin der „zwei Wahrheiten" nennt: Es existiert eine absolute bzw. nichtduale Wahrheit und eine relative bzw. konventionelle Wahrheit, und beide sind von radikal unterschiedlicher Art. Die relative Wahrheit befasst sich mit Angelegenheiten im endlichen Bereich, in der Art: „Wassermoleküle enthalten ein Sauerstoffatom und zwei Wasserstoffatome," oder „der Abstand zwischen Erde und Sonne beträgt 93 Millionen Meilen", oder „das Quanten Potential in einem Angström Raum beträgt 10230000 erg, und so weiter. Nach Nagarjuna, Shankara und Plotin kann man definitive, richtige oder falsche Aussagen über derartige endliche Ereignisse machen, und Wahrheit im relativen Bereich ist tatsächlich die Suche nach denjenigen Bedingungen, unter welchen relative Annahmen wahr sind. Dies ist relative, endliche, festzustellende Wahrheit.

Nicht so bei der absoluten Wahrheit, über die buchstäblich und radikal NICHTS Zutreffendes auf eine widerspruchsfreie Art und Weise gesagt werden kann (einschließlich dieser Aussage; wenn sie wahr ist, dann ist sie falsch). Die großen transzendenten Dialektiker – von Nagarjuna bis Kant – haben jegliche derartige Versuche gründlich zunichte gemacht, indem sie zeigten, dass jeder einzelne Versuch der Kategorisierung ultimativer Wirklichkeit (wie beispielsweise die Aussage, dass sie ein Quanten-Energiepotential ist) auf sich selbst zurückfällt und sich in einem Rückbezug ad absurdum oder ad infinitum auflöst. Sie sagen nicht, dass GEIST nicht existiert, sondern lediglich, dass jede endliche Aussage über das Unendliche grundsätzlich nicht funktioniert. GEIST kann gekannt, aber nicht gesagt werden; gesehen, aber nicht ausgesprochen, darauf hingewiesen, aber nicht beschrieben; verwirklicht, aber nicht wiederholt werden. Konventionelle Wahrheiten werden durch die Wissenschaften erkannt; absolute Wahrheit durch satori. Und das ist einfach nicht das Gleiche.

Für Nagarjuna ist das Wirkliche shunya (leer) von allen diesen Kategorisierungen. Für Shankara kann man, wenn einmal die maya-Welt erschaffen wurde, keinerlei Aussage über maya machen; befindet man sich in maya, ist alles was man sagt falsch; erwacht man, dann gibt es keine maya-Welt – in beiden Fällen kann man keine Aussage über maya machen (und deshalb auch nicht über den „Schöpfer" von maya). Für Plotin ist das „Eine" kein numerisches Eines" – mit anderen Worten, das „Eine" ist lediglich eine poetische Metapher für die So-heit, und kein wirkliches Modell für die So-heit. (Das Vakuum-Potential ist demgegenüber ein Modell und keine Metapher.)

Kurz gesagt gibt es nichtduale bzw. absolute Wahrheit, und es gibt relative bzw. konventionelle Wahrheit, und man kann schlicht und einfach keine Aussage über Letztere machen und sie auf Erstere anwenden. Wenn wir endliche Worte verwenden in dem Versuch, endgültige So-heit darzustellen, dann ist das Bestmögliche, das wir bekommen können, eine poetische Metapher (bzw. metaphorische Aussagen), doch das Absolute wird nur in einer unmittelbaren Verwirklichung erkannt, welche mit einer Bewusstseinstransformation einhergeht (satori, sahaj, metanoia), und dasjenige, „was" im satori gesehen wird, kann nicht in gewöhnlichen dualistischen Worten ausgedrückt werden, anderes als Metaphern, Dichtung und Hinweise (wenn du Gott kennen möchtest, dann musst du erwachen, und nicht nur theoretisieren). Demgegenüber treffen konventionelle und wissenschaftliche Wahrheiten Feststellungen und sind nicht metaphorisch; sie arbeiten mit Modellen und nicht mit Gedichten; sie sind begrenzt, dualistisch und konventionell – und all das ist in Ordnung, solange es um den endlichen, dualistischen, konventionellen Bereich geht.

Die Upanischaden stimmen dem zu: nirguna Brahman ist „Eins ohne ein Zweites," nicht „eins unter vielen." Das Vakuum-Potential hat ein zweites (oder ein „anderes", und zwar grobstoffliche Materie); aber Brahman hat kein derartiges Zweites, und daher kann Brahman sicherlich nicht mit irgendeinem Quantum identifiziert werden. Es kann nicht durch feststellendes oder metaphorisches Wissen erkannt werden, sondern nur durch Erwachen. Selbst seine Bezeichnung als „unendlich" geht am Wesentlichen vollständig vorbei, da das Wort „unendlich" seine Bedeutung aus seinem Gegenteil („endlich") bezieht, und daher sind sogar Aussagen wie „formlos, leer, unendlich, nichtqualifizierbar, nichtdual" durch und durch dualistisch. Zen versucht durch die Formulierung darauf hinzuweisen: „nicht eines, nicht zwei".

Unglücklicherweise hatten diejenigen Physiker, die die Quanten-Wirklichkeiten mit dem Tao gleichzusetzen begannen, wenig Ahnung von den philosophischen Feinheiten der großen Traditionen. Eigenartigerweise lehnten die echten Pioniere unter den Physikern - von Schroedinger zu Planck zu Einstein – diese Verwechselung ab, dass heißt sie lehnten es ab, die Ergebnisse der quanten- oder relativistischen Physik mit jedweder Art von Spiritualität zu identifizieren (was ich herausfand, als ich ihre Schriften zum Thema Spiritualität herausgab: siehe Quantum Questions: The Mystical Writings of the World's Great Physicists). Noch einmal, sie leugneten nicht den GEIST – im Gegenteil – aber sie erkannten, dass Aussagen über den relativen Bereich nicht die gleiche Kategorie darstellen wie Aussagen über den absoluten Bereich, und die Verwechslung von beidem verletzte beide Bereiche.

Das Vakuum-Potential ist also Teil des relativen, endlichen, manifesten Bereiches – allein aus dem Grund, weil es von den Wissenschaften studiert werden kann. Es ist eine Wirklichkeit, welche, zumindest in gewisser Weise, getrennt von anderen Wirklichkeiten ist; es hat qualitative und quantitative Eigenschaften; es hat Dimensionen. Keine dieser Feststellungen kann der So-heit zugeschrieben werden, außer in poetischen Metaphern. Aber genau deshalb, weil die ätherischen, astralen und psychischen Felder Teil des manifesten Bereiches sind, können sie auch ein Forschungsobjekt der Wissenschaft sein. Es ist kein Widerspruch, wenn man sagt, dass das Quanten-Vakuum in den grobstofflichen Bereich seines unmittelbaren Seniors hineinragt, seiner impliziten Ordnung: und zwar prana.

Wenn wir das tun, dann hilft uns das – wie ich glaube – dabei, zu einer Theorie der subtilen Energien zu gelangen.

Zusammenfassung der Quanten-Wirklichkeiten

Entsprechend den Aussagen der großen philosophischen Weisen (wie Nagarjuna, Plotin und Shankara) können wir die Gründe, warum jegliche Arten von Quanten- oder Subquantenereignissen nicht mit GEIST gleichgesetzt werden können, wie folgt zusammenfassen:

  1. Jede Quantenwirklichkeit hat bestimmte Charakteristiken, Eigenschaften oder Dimensionen, welche sie von manifester Materie unterscheidet; doch GEIST ist radikal shunya oder drsti (leer von jeglichen Eigenschaften, einschließlich dieser Charakterisierung) – z.B. besitzt das Quantenvakuum riesige Energie, wohingegen GEIST nicht qualifizierbar ist.
  2. Jede Quantenwirklichkeit ist auf bedeutsame Weise von grobstofflicher Materie unterschieden; GEIST hingegen unterschiedet sich von keiner Art von Manifestation, sondern ist die So-heit und Ist-heit von dem, was immer auch erscheint.
  3. Quantenwirklichkeit hat einen Gegensatz (z.B. nicht-Quantenwirklichkeit), GEIST hingegen ist radikal nichtdual.
  4. GEIST ist dimensionslos; Quantenwirklichkeit befindet sich lediglich in einer anderen Dimension.
  5. Und, am wichtigsten, die materielle Quantenenergie kommt direkt aus prana und nicht aus GEIST (d.h. Materie kristallisiert sich aus GEIST-als-prana, und nicht aus GEIST-als-GEIST).

Wenn wir – andererseits – erkennen, dass quanten-relativistisch-grobstoffliche Ereignisse die Oberflächenereignisse bzw. Manifestationen eines ätherischen Energiefeldes sind, erlaubt uns das auf angemessene Weise diesen Ereignissen Rechnung zu tragen – in Übereinstimmung mit den großen Weisheitstraditionen, der führenden Forschung und Wissenschaft, und den Erkenntnissen über subtile Energien und ihrer AQAL Neuinterpretation. Grobstoffliche Materie-Energie ist eine Oberflächenmanifestation ätherischer Felder, welche wiederum die Oberfläche von astral-psychischen Feldern bilden, welche gegenüber dem Kausalen eine Oberfläche darstellen, welche die erste mysteriöse feine Schicht auf dem Ursprünglichen Antlitz des GEISTES darstellt, der eine Welt manifestiert, von Augenblick zu Augenblick zu Augenblick...

Teil III:
Einige Einzelheiten einer integralen Theorie der subtilen Energien

Verfeinerungen

Ich erwähnte, dass wir uns die Beziehungen zwischen Energien und Bewusstsein entsprechend den Traditionen wie Vedanta und Vajrayana noch genauer ansehen würden; ebenso das diffizile Thema Reinkarnation oder Seelenwanderung; und eine verfeinerte Klassifizierung subtiler Energien (nach Familie, Gattung und Art) vorstellen.

Beginnen wir mit den Beziehungen. Sowohl Vedanta als auch Vajrayana haben eine einfache, aber sehr aussagefähige Darstellung der Entsprechungen zwischen Zuständen des Bewusstseins, Ebenen des Bewusstseins, und Bereichen von Körper/Energien. Ich denke, dass dieses Schema grundsätzlich richtig ist, selbst wenn wir es in AQAL Begriffen neu formulieren. Ganz kurz:

Entsprechend Vedanta/Vajrayana gibt es drei bedeutende Bewusstseinszustände, welche mit drei wesentlichen Körpern in Beziehung stehen (bzw. Masse-Energie Bereichen), und fünf wesentliche Ebenen/Strukturen des Bewusstseins. Die drei Zustände sind Wachen, Träumen und Tiefschlaf. Die 3 Körper sind grobstofflich, subtil und kausal. Die 5 Ebenen/Hüllen sind die 5 koshas welche ich schon erwähnt habe (grobstofflich materiell, emotional-pranisch, mental, höher mental, übermental).

Die Entsprechungen bei einem Durchschnittsmenschen sind wie folgt: Der Wachzustand, welcher ein materielles Bewusstsein hat, steht in Beziehung (und wird unterstützt) durch einen grobstofflichen Körper/Energie. Der Traumzustand enthält (bzw. kann enthalten) die 3 Ebenen emotional, mental und höher mental, und wird unterstützt durch einen subtilen Körper/Energie. Und der Tiefschlaf, welcher das übermentale Bewusstsein enthält, wird unterstützt durch einen kausalen Körper/Energien. Siehe Tabelle 2. (Und vergessen wir nicht: die Zustände und Stufen des Bewusstseins sind OL; die Körper/Energien sind OR.)

Das Großartige an diesem Schemas ist, dass Bewusstseinsstrukturen, Bewusstseinszustände und Energien auf eine einfache, elegante Art miteinander in Beziehung gesetzt werden, eine Art und Weise, welche immer noch unübertroffen ist. Ich habe bereits ausführlich über diese Entsprechungen und ihre Bedeutung für eine integrale Psychologie geschrieben (siehe z.B. sidebar G, „States and Stages", veröffentlicht auf wilber.shambhala.com [eine deutsche Übersetzung „Zustände und Stufen" findet sich auf Fout! Bladwijzer niet gedefinieerd.]). Hier möchte ich erneut eine kurze Zusammenfassung geben.

Bewusstseinszustände Ebene/Stufe/Hülle des Bewusstseins Körper/Energie

Tiefschlaf (formlos) 5. Anandamayakosha Kausaler Körper (sushupti) (GEIST-Seligkeit) (karana-sarira)

Träumen (svapna-sthana) 4. Vijnanamayakosha Subtiler Körper (buddhi, höherer Geist) (suksma-sarira)

3. Manomayakosha (manas; Geist)

2. Pranamayakosha (emotional-sexuell)

Wachen (jagarita-sthana) 1. Annamayakosha Grobstofflicher (sensomotorisch) Körper (sthula-sarira)

Tabelle 2. Entsprechungen von Bewusstseinszuständen, Bewusstseinsstufen, und Körpern/Energien

Beginnen wir mit der Frage, warum Vedante/Vajrayana behaupten, dass der Wachzustand nur eine Bewusstseinsebene enthält, der Traumzustand jedoch drei Bewusstseinsebenen. Nach Vedanta/Vajrayana wird der Wachzustand vorrangig durch die Bewusstheit grobstofflich sensorischer Gegenstände definiert: man sieht Felsen, Bäume, Flüsse, Städte, Autos, Planeten, usw., alles grobstofflich sensorische Objekte oder Körper (deshalb die Bezeichnung grobstofflicher Bereich). Es gibt andere Dinge, derer man sich im Wachzustand bewusst sein mag, aber, wenn man Felsen sehen kann, dann ist man sich des grobstofflichen Bereiches gewahr.

Träumt man jedoch, ist man sich keiner Felsen, Bäume, Flüsse, Städte oder anderer grobstofflicher Objekte bewusst. Man kann sich jedoch Emotionen, Bilder, Vorstellungen, Visionen, Archetypen usw. bewusst sein – mit anderen Worten können alle 3 mittleren Bewusstseinsebenen im Traumzustand auftauchen, und das bedeutet, dass die 3 mittleren Bewusstseinsebenen alle durch den gleichen subtilen Körper unterstützt werden. (Dies bedeutet nicht, dass dieser subtile Körper/Energie nicht noch unterteilt werden kann, er kann tatsächlich unterteilt werden, so wie das Vedanta und Vajrayana es tun; aber es bedeutet, dass alle Formen subtiler Energie Gattungen dieser Familie sind [siehe unten]).

Sobald man jedoch in den traumlosen Tiefschlaf eintritt, hören selbst diese Bewusstseins- und Energieebenen auf, und es gibt nur noch ein weites, praktisch unendliches, übermentales Bewusstsein – ein selig-leuchtendes und beinahe formloses Bewusstsein (anandamayakosha) – welches von einem kausalen Körper/Energie getragen wird (Vedanta nennt ihn „kausal" und Vajrayana nennt ihn „sehr subtil"; d.h. die Körper/Energien werden bei Vedanta grobstofflich, subtil und kausal benannt und bei Vajrayana grobstofflich, subtil und sehr subtil; ich verwende die Vedanta Terminologie, wenngleich klar ist, dass sich beide im wesentlichen auf die selben Phänomene beziehen, insoweit, als dass sie beide explizit diese Zustände/Körper mit Wachen, Träumen und Schlafen bezeichnen).

Einer der vielen Gründe, warum ein derartiges Modell wichtig ist, besteht darin, dass es uns erlaubt, einige sehr ineinander verwobene und ansonst verwirrende Beziehungen zwischen Zuständen und Stufen zu erfassen. Es ist schwer, einen Eindruck von der Tiefgründigkeit der Leistungen von Vedanta/Vajrayana in einer kurzen Zusammenfassung zu geben, aber lassen Sie mich ein kurzes Beispiel anführen, welches vielleicht hilfreich ist. Nach Vedanta und auch Vajrayana sind sowohl die Zustände wie auch die entsprechenden Körper/Bereiche den Menschen von Geburt an gegeben (und vollständig vorhanden), die Ebenen oder Stufen jedoch durchlaufen eine Entwicklung (und sind nicht alle von Geburt an vorhanden).

Beginnen wir mit ein paar unbestrittenen Fakten: ein Neugeborenes wacht, träumt und schläft – das Neugeborene hat - mit anderen Worten - Zugang zu allen 3 Bewusstseinszuständen. Doch ein Neugeborenes hat keinen Zugang zu allen Bewusstseinsstufen (ein Neugeborenes hat z.B. keinen Zugang zu formal-operationaler Kognition, welche während des Erwachsenwerdens emergiert bzw. sich entwickelt; es hat auch keinen Zugang zu postkonventioneller Moral, zu Fähigkeiten hypothetischer Vernunft, zu dem orangen Mem, zum grünen Mem und so weiter. Die höheren Ebenen, wie z.B. manas und vijnana, sind noch nicht emergiert).

Wenn wir uns den Inhalt des Traumzustands eines Säuglings betrachten, was finden wir dann? Was immer wir auch finden werden, es werden keine Inhalte der höheren Stufen der Entwicklung dabei sein: wie eine umfangreiche Forschung klar gemacht hat, enthalten die Träume von Neugeborenen und Säuglingen keine formal-operationalen Gedanken, keine postkonventionellen Impulse, keine türkisen Visionen und so weiter. Der Inhalt der verschiedenen Zustände wird durch die Stufe(n) der Entwicklung bereitgestellt, auf welcher sich die Person befindet.

Daher hat – bei Anwendung dieses einfachen 5-Stufen Schemas – ein Säugling Zugang zu den 3 großen Zuständen (Wachen, Träumen, Schlafen) und den drei entsprechenden Körpern/Energien (grobstofflich, subtil, kausal); doch der Säugling hat lediglich die ersten ein oder zwei der 5 Bewusstseinsebenen entwickelt; und zwar die Ebenen Materie-Nahrung und emotional-pranisch. Die höheren Ebenen/Stufen (mental, höher mental, übermental) sind noch nicht unmittelbar emergiert. Daher wird der konkrete Inhalt der Zustände des Wachens und Träumens des Säuglings durch diese ersten zwei Bewusstseinsebenen bereitgestellt. Wenn das Kind wächst, sich entwickelt und erwachsen wird, und die höheren Ebenen/Stufen zu emergieren beginnen, dann wird viel von den Inhalten dieser Ebenen die Inhalte für die verschiedenen Zustände liefern. Mit dem frühen Erwachsenwerden hat der Mensch beispielsweise formal-operationale Kognition, postkonventionelle Moral, gelbe Werte usw. entwickelt – und diese Inhalte können dann sowohl in Wach- wie auch in Traumzuständen gefunden werden, wie die Forschung wiederholt bewiesen hat.

Für Vedanta und Vajrayana geht es bei diesem Schema vor allem darum, dass Menschen, sobald sie sich sehr weit entwickelt haben – oder erleuchtet sind –, sich dann bewusst durch alle 5 Ebenen/Stufen des Bewusstseins hindurch verwirklicht haben; und sie so dauerhaften Zugang zu den Zuständen des Wachens, Träumens und Tiefschlafes haben und diese bezeugen können; ein derartiges Zeugenbewusstsein wird turiya genannt (oder „der Vierte", was auf den vierten großen Zustand jenseits von Wachen, Träumen und Schlafen hinweist); und vereint dann den leeren, unqualifizierbaren Zeugen mit der gesamten Formenwelt (eine nichtduale Verwirklichung, welche turiyatita oder sahaja genannt wird: „spontan" und „einfach so").

Dieses Modell erlaubt uns zu erkennen, wie ein Säugling zu den 3 großen Zuständen und Körpern einer grobstofflichen Wirklichkeit, einer subtilen Wirklichkeit und einer kausalen Wirklichkeit Zugang haben kann – aber nicht in einer entwickelten Art und mit der Möglichkeit, die Bereiche dauerhaft zu meistern. Dauerhafte Verwirklichung und Meisterschaft erfordert Entwicklung und Evolution durch die konkreten Ebenen/Stufen, eine Entwicklung, welche „temporäre Zustände" in „dauerhafte Eigenschaften" verwandelt. Dennoch sind – entsprechend Vedante/Vajrayana - alle Strukturen/Stufen/Ebenen des Bewusstsein – ob wir nun von 5, 7, 12 oder noch mehr ausgehen – Variationen dieser 3 großen Bewusstseinsbereiche und ihrer 3 unterstützenden Körper bzw. Energien.

Dieses Modell ist deshalb speziell wichtig für die subtilen Energien, da es uns ermöglicht zu erkennen, warum ein Säugling ein grobstoffliches Energiefeld, ein subtiles Energiefeld und ein kausales Energiefeld hat, (weil er/sie wacht, träumt und schläft), aber warum er/sie NICHT die Arten und Unterarten von Energiefeldern besitzt, welche im Zusammenhang mit den speziellen Stufen/Ebenen des Bewusstseins auftreten, solange bis er/sie sich zu diesen Stufen hin entwickelt hat. So besitzt beispielsweise ein Säugling – wie auch ein Erwachsener – die Familie der Energiefelder des Grobstofflichen, Subtilen und Kausalen, aber nicht die Gattungen der Unterfelder wie T-1, T-2 usw. – auf genau dieselbe Weise, wie der Säugling über den gleichen allgemeinen Traumzustand wie ein Erwachsener verfügt, aber in diesem Traumzustand keinerlei Gedanken von beispielsweise der blauen, orangen oder gelben Stufe hat.

Bitte, vergeben Sie mir, wenn ich mich wiederhole, aber die atemberaubende Brillanz dieses Schemas überwältigt mich immer wieder. Es gibt keine anderen Modelle, welche auch nur annähernd über diese erklärenden Möglichkeiten verfügen, und ich habe diese Aspekte praktisch unverändert in mein eigenes Modell einer integralen Psychologie übernommen. Es erübrigt sich zu erwähnen, dass die moderne Forschung uns die Möglichkeit gibt, dieses grundlegende Schema beträchtlich zu erweitern – wir kennen mittlerweile mindestens 12 (oder mehr) große Ebenen/Stufen des Bewusstseins, innerhalb derer mindestens zwei duzend unterschiedliche Entwicklungslinien verlaufen, von denen keine im Vedanta/Vajrayana Modell erwähnt wird. Doch die außergewöhnlichen und bahnbrechenden Einsichten sind bereits alle in diesen pionierhaften Entdeckungen enthalten.

Eine verfeinerte Klassifizierung der subtilen Energien

Wir verwenden das übliche „Familie, Gattung, Art" Schema, kombiniert mit der Terminologie aus Tabelle 1, um unsere (vorgeschlagenen) Schlussfolgerungen zusammenzufassen.

Die drei großen Energiefamilien sind: grobstofflich, subtil und kausal. (Wenn notwendig, können wir die Famile turiya und die Familie turiyatita hinzufügen.)

1. Die Familie grobstofflicher Energie enthält die Gattungen Gravitation, Elektromagnetismus, stark nuklear und schwach nuklear. A. Die Gattung Elektromagnetismus enthält: Art (1) kosmische Strahlung, (2) Gammastrahlung, (3) Röntgenstrahlung, (4) sichtbares Licht, (5) infrarot, (6) Mikrowellen, usw. B. Die Gattung stark nuklear enthält: Art Energien von (1) Baryonen, (2) Hadronen, (3) Mesonen (usw.) C. & D. (ebenso für jede mögliche Art innerhalb der Gattung Gravitation und der Gattung schwach nuklear)

2. Die Familie subtiler Energie enthält die Gattung ätherisch (L-1, Biofeld-1), astral (L-2, Biofeld-2), psychisch-1 (T-1), und psychisch-2 (T-2) A. Die Gattung ätherisch (L-1 oder Biofeld-1) enthält: Arten Energien wie (1) viral, (2) prokaryotisch, (3) neuronal, (4) neuronaler Nervenstrang (usw.) B. Die Gattung astral (L-2 oder Biofeld-2) enthält: Arten Energien wie (1) Reptilienstammhirn, (2) limbisches System (usw.) C. Die Gattung psychisch-1 (oder T-1) enthält: Arten Energien wie (1) rot, (2) blau, (3) orange, (4) grün (usw.)2 D. Die Gattung psychisch-2 (oder T-2) enthält: Arten Energien wie (1) gelb, (2) türkies, (3) korallenfarben (usw.)

3. Die Familie kausale Energie enthält die Gattung C-Feld (usw.) A. Die Gattung C-Feld enthält: Arten nirvikalpa, jnana (usw.)3

 

Lassen Sie mich noch einmal betonen, dass vieles bei diesem Thema eine Sache der Semantik und sprachlicher Vereinbarung ist (einschließlich der Anzahl von Ebenen welche wir vernünftigerweise annehmen). Diese Klassifizierung stellt einfach eine Reihe von Vorschlägen dar, von denen ich glaube dass sie das Minimum dessen sind, was benötigt wird, um eine integrale Theorie zu entwickeln.

Jedes gute Modell eröffnet Räume für künftige Forschung, und ein integrales AQAL Modell ist keine Ausnahme. Ich habe viele dieser Forschungsthemen in Zusammenarbeit mit Bob Richards entwickelt, dem Mitbegründer von Clarus Inc., und Vizepräsidenten des Integralen Institutes. Wir freuen uns darauf, diese Themen mit Interessierten zu diskutieren.

Reinkarnation

Wir kommen nun zum kontroversesten Thema im Zusammenhang mit subtilen Energien, und zwar dem Thema Reinkarnation bzw. Seelenwanderung. Ich zögere, wenn es darum geht, hierüber etwas auszusagen, denn jede Stellungnahme wirkt sofort auf die andere Hälfte der Zuhörerschaft befremdend.

Ich selbst glaube, dass Reinkarnation stattfindet; im Augenblick jedoch geht es mir vor allem darum, einen Ablauf vorzuschlagen wie Reinkarnation stattfinden kann, und nicht so sehr um die Argumentation, ob sie stattfindet oder nicht. Nehmen wir einfach einmal an, dass Reinkarnation stattfindet, und fragen wir uns, wie das mit der Hypothese Nr. 3 in Einklang zu bringen ist, nämlich, dass subtile Energien mit der Komplexifizierung grobstofflicher Formen verbunden sind. Mit dem Tod löst sich die grobstoffliche Form eindeutig auf; was geschieht mit den subtilen Energien, wenn diese an diese grobstofflichen Formen gebunden sind?

An dieser Stelle entscheidet man sich einfach, ob Reinkarnation existiert oder nicht. Wenn man nicht daran glaubt, dass Reinkarnation existiert, bedarf die integrale Theorie subtiler Energien, welche ich bis hierher präsentiert habe, keiner weiteren Ergänzung (jedenfalls nicht in Bezug auf Reinkarnation). Glaubt man jedoch an Reinkarnation, dann muss eine integrale Theorie in der Lage sein, diesen Vorgang aufzunehmen. Das ist durch das Hinzufügen einer weiteren Hypothese möglich, wie folgt:

Nr 4. Die Komplexität grobstofflicher Formen ist sowohl für den Ausdruck oder die Manifestation von einem höheren Bewusstsein, wie auch von subtilerer Energie notwendig.

Hypothese Nr. 4 schafft die Möglichkeit, dass die höheren Formen von Bewusstsein und Energie (d.h. höher als der Bereich der grobstofflichen Familie) ontologisch nicht an die Komplexifizierung grobstofflicher Formen gebunden sind, sondern sie als Träger für den Ausdruck von subtilen Energien im grobstofflichen Bereich selbst benötigen. Es ist – mit anderen Worten – nicht so, dass höheres Bewusstsein und Energien aus einer ontologischen Notwendigkeit heraus an die Komplexität grobstofflicher Formen gebunden sind, sondern, dass sie eine entsprechende komplexe Form grobstofflicher Materie benötigen, um sich selbst auszudrücken, bzw. sich in und durch den materiellen Bereich zu manifestieren.

Die Frage, ob das stimmt oder nicht, ist die eine Seite; aber wenn es stimmt, dann muss etwas in der Art von Hypothese Nr. 4 ausgesagt werden. Das Vermeiden dieser Hypothese ist gleichbedeutend mit dem Vermeiden des gesamten Themas. So versuchen beispielsweise Francisco Varela und andere in The Embodied Mind zu einer spirituell ausgerichteten Bewusstseinstheorie zu gelangen, die das Bewusstsein stark im sensorimotorischen Körper verankert, so sehr, dass Reinkarnation nach dieser Theorie unmöglich ist. Sie stellen ihre Theorie als in Übereinstimmung mit einem aktualisierten Buddhismus vor, aber dieses schwierige Thema wird eindeutig vermieden. Man kommt um etwas wie die Hypothese Nr. 4 nicht herum, wenn man Seelenwanderung theoretisch absichern möchte.

Mit der Hypothese Nr. 4 würde die integrale Theorie - zumindest in diesem speziellen Punkt - sich wieder der traditionellen Vedanta/Vajrayana Konzeption annähern, jedoch mit einigen wenigen aber wichtigen Ausnahmen (welche die meisten metaphysischen Postulate eliminieren, von denen diese Vorstellungen getragen werden, bei gleichzeitiger Akzeptanz all der relevanten Daten, die es zu erklären gilt).4 An dieser Stelle brauchen wir einzig beachten, dass es gerade die Grundaussagen des Vedanta/Vajrayana Modells sind, welche bereits in eine Integrale Psychologie aufgenommen wurden, und nun durch die Hypothese Nr. 4 ergänzt werden, und für eine mögliche Erklärung der Reinkarnation herangezogen werden können. Zweifellos vergrößert sich dadurch das metaphysische Gepäck eines jeden Ansatzes, aber dies kann auf eine relativ bescheidene Weise geschehen, welche für eine Reihe von empirischen und phänomenologischen Untersuchungen offen ist (und das ist genau der Gegenpol zu jeglicher Metaphysik).

Die Grundaussagen des Vedanta/Vajrayana Modells bezüglich Reinkarnation lauten:

Es ist richtig, dass es keinen Geist/Verstand ohne einen ihn unterstützenden Körper gibt und keinen Körper ohne einen Geist/Verstand, der ihn leitet („Geist" meint „Bewusstsein" und „Körper" meint „Masse-Energie"; mit anderen Worten - und in AQAL Begriffen ausgedrückt - hat jeder Bewusstseinszustand und jede Bewusstseinsstufe im OL eine Masse-Energie-Körper Entsprechung im OR). Kurz gesagt haben sowohl für Vedanta wie auch für Vajrayana der grobstoffliche Geist einen grobstofflichen Körper; der subtile Geist einen subtilen Körper; und der kausale Geist einen kausalen Körper. Wir können sie einfach als der grobstoffliche Körpergeist, der subtile Körpergeist und der kausale Körpergeist benennen.

Auch wenn es für Vedanta/Vajrayana keinen Geist ohne einen Körper gibt, kann doch der subtile Körpergeist ohne den grobstofflichen Körpergeist existieren, und der kausale Körpergeist kann ohne die beiden anderen existieren. Daher kann Seelenwanderung stattfinden, auch wenn es keinen Geist ohne einen Körper gibt.

Diese Aussage lässt sich – entsprechend den Traditionen – auf verschiedene Weisen bestätigen. Erstens ontologisch: während der Involution – von der gesagt wird, dass sie im wesentlichen in den bardo Bereichen der Reinkarnation oder Seelenwanderung stattfindet (siehe unten) –, wenn sich der GEIST nach außen verströmt, erschafft er einen kausalen Körpergeist. Der kausale Körpergeist existiert eindeutig ohne sowohl einen subtilen Körpergeist wie auch einen grobstofflichen Körpergeist, da beide noch nicht erschaffen wurden.

Zweitens, phänomenologisch: sobald man sich jede Nacht schlafen legt und zu träumen beginnt, existiert kein grobstofflicher Körpergeist, und man befindet sich überwiegend in einem subtilen Körpergeist; ähnlich auch beim Übergang in den traum- und formlosen Tiefschlaf, wo es weder einen grobstofflichen noch einen subtilen Körpergeist gibt, sondern nur einen kausalen Körpergeist; und daher können phänomenologisch die übergeordneten Körpergeist-Einheiten unabhängig von ihren untergeordneten (Junioren) existieren.

Drittens existiert man in bestimmten außergewöhnlichen Wachzuständen – wie außerkörperlichen Erfahrungen (oder „Astralreisen") – in einem subtilen Körpergeist und nicht nur in einem grobstofflichen Körpergeist. Und ebenso existiert man in formlosen meditativen Zuständen in einem kausalen Körpergeist, und nicht in einem subtilen oder grobstofflichen Körpergeist.

Die Traditionen behaupten daher, dass mit dem physischen Tod und der Auflösung des grobstofflichen Körpergeists die Seele, welche jetzt in einem subtilen Zustand existiert und von einer sehr realen, jedoch subtilen Energie (bzw. einem subtilen Körper) getragen bzw. unterstützt wird, durch eine Reihe von Bardo-Bereichen oder Stationen solange „wandert", bis sie sich aufgrund verschiedener karmischer Faktoren zu einem neuen grobstofflichen Körpergeist hingezogen fühlt, woraufhin eine Wiedergeburt in einem physischen Körper stattfindet.

Daher heißt es, dass die allgemeine subtile Körper/Energie (d.h. die Familie „subtile Energie") verschiedene Geistesbereiche oder Zustände oder Bewusstseinszustufen unterstützt, einschließlich: (1) den Traumzustand in allen Menschen; (2) meditative formgebundene Zustände (z.B. savikalpa samadhi); (3) verschiedene außergewöhnliche Zustände (z.B. außerkörperliche Erfahrungen, Nahtod-Erfahrungen); (4) und den Bardo-Bereich der Seelenwanderung.

Aus diesem Grund wird beispielsweise auch gesagt, dass - wenn man zu Lebzeiten Meditation praktiziert, und dabei lernt, bei vollem Bewusstsein in den Traumzustand einzutreten (luzides Träumen) -, man dann in der Lage ist, bis zu einem gewissen Grad den Verlauf der Wiedergeburt während des Bardo zu kontrollieren, weil die Meisterung des einen zugleich die Meisterung des anderen bedeutet: es sind durchaus dieselben Bereiche.

Hypothese Nr. 4 schlägt daher vor, dass ein subtiles Bewusstsein, unterstützt durch eine sehr reale, wenngleich auch subtile Masse-Energie für ihre grundsätzliche Existenz nicht auf den grobstofflichen Bereich angewiesen ist, wenngleich ein bestimmter Grad einer Komplexifizierung grobstofflicher Materie-Energie erforderlich ist, um sich im grobstofflichen Bereich zu manifestieren.. Wenn die Hypothese Nr. 4 stimmt, dann können wir begründet erklären, warum diese subtileren Dimensionen, obgleich sie als Potential während der Involution erschaffen wurden und dort auch existieren, sich nicht manifestieren können, solange, bis die Evolution im grobstofflichen Bereich einen bestimmten Grad der Komplexität (‚complexification of form') erreicht hat. Es bedarf zunehmend komplexerer Träger für zunehmend höhere Bereiche; wenn diese höheren Bereiche sich manifestieren, dann sind sie nicht von der Komplexifizierung der Formen getrennt, sondern leuchten wegen ihnen und durch sie hindurch: noch einmal, selbst unter Verwendung von Hypothese Nr. 4 sagen wir nicht, dass die höheren Bereiche über der Materie stehen, sondern sie sind in ihr. Die Hypothese Nr. 4 fügt etwas hinzu: Auch wenn die höheren Bereiche sich in der Materie und als sich selbst manifestieren, können sie doch ohne die grobstoffliche Familie der Materie existieren.

Daher kann sich ätherische Energie erst dann manifestieren, wenn grobstoffliche Materie die komplexe Form einer lebenden Zelle angenommen hat (ein Quark ist nicht komplex genug, um ätherische, psychische oder kausale Energie zu „enthalten" oder zu kanalisieren). Mit der weiteren Komplexifizierung grobstofflicher Formen – vorangetrieben durch die Tatsache, dass selbst die Steine sich erheben und nach Gott rufen – können immer subtilere Dimensionen von Energie und Bewusstsein durch sie hindurch leuchten, bis der gesamte Kosmos mit dem strahlenden GEIST ihrer Quelle und Soheit erstrahlt.

Dementsprechend kann ein subtiler Körpergeist von einer grobstofflichen Manifestation zu einer anderen wandern, ebenso wie Wärme sich von einem Objekt zu einem anderen übertragen kann; aber es braucht zu dieser Manifestation einen komplexen grobstofflichen Körpergeist – und darüber hinaus erfordert jede wahrhaft integrale Verwirklichung die Erleuchtung des grobstofflichen Körpergeist, des subtilen Körpergeist und des kausalen Körpergeist – und deshalb behaupten die Traditionen, dass nur Menschen (und nicht Engel, Götter oder Halbgötter) Erleuchtung erlangen können. Nur Menschen haben alle drei Körper.

Die Gegebenheit, dass der subtile (und kausale) Körpergeist von einem Körper zu einem anderen Körper wandern kann, ist tatsächlich metaphysisch; doch die Tatsache, dass diese subtileren Energien als reale, konkrete, wahrnehmbare und oft messbare – wenn auch subtile – Energien postuliert werden, verhindert, dass das ganze Konzept sich im Dunst purer Metaphysik verflüchtigt. Wenn man die Hypothese Nr. 4 im Zusammenhang mit den ersten drei Hypothesen liest, dann denke ich, dass erkennbar wird, dass sie zumindest miteinander vereinbar sind; und daher glaube ich, dass eine integrale Theorie der subtilen Energien Raum für das Vorhandensein von Seelenwanderung hat, vorausgesetzt, wir entscheiden uns dafür, dass es für das Auftreten von Seelenwanderung genug Beweise gibt.

Die Chakren

Meiner Meinung nach besteht der wirkliche Test einer jeden Theorie über subtile Energien darin, ob sie angemessen die Chakren erklären kann. Das Chakra-System ist sowohl wunderbar einfach wie auch verwirrend kompliziert, aber seine Berücksichtigung ist eine Grundvoraussetzung für jede Theorie subtiler Energien.

Lassen Sie mich meine Erläuterungen mit einem Blick auf Abb. 10 beginnen. Hier können wir die Beziehung der drei großen Energie-Familien im zusammengesetzten menschlichen Individuum erkennen. Wie wir gesehen haben, wacht, träumt und schläft ein menschliches Wesen sogar im Säuglingsstadium, und daher hat selbst ein Säugling Zugang zu grobstofflichen, subtilen und kausalen Bereichen (wenngleich spezifische Inhalte dieser Bereiche erst durch die Entwicklungsstufen zu Verfügung stehen).

Abb. 10. Die drei großen Energie-Familien, welche einem Menschen vom Zeitpunkt der Empfängnis an zur Verfügung stehen

Dies wird in der Abbildung aufgezeigt. Obgleich diese drei Energie-Familien erst während des Evolutionsverlaufs emergierten bzw. sich manifestierten, waren sie doch, zum Zeitpunkt des Auftretens der Menschen, ein Wesensmerkmal des menschlichen Holons. Das heißt, die grobstoffliche Energie-Familie emergierte mit dem Urknall; die Familie subtiler Energien mit den lebendigen Zellen; und die Familie kausaler Energien emergierte mit dem Dreifach-Hirn. Weil jede Stufe ihre Vorgänger transzendiert-und-umfasst, treten alle drei Energie-Familien zusammen mit einem menschlichen Körper auf (welcher daher eine Verbindung dieser drei Körper darstellt).

Daher verfügt selbst ein Säugling über Zustände des Wachens, Träumens und des Tiefschlafes, ebenso wie über die dazugehörigen grobstofflichen, subtilen und kausalen Energie-Familien – auch wenn, noch einmal, der Inhalt dieser Bewusstseinszustände von den verschiedenen Entwicklungsstufen bereitgestellt wird, und die Gattungen und Arten subtiler und kausaler Energien gleichermaßen von den spezifischen Entwicklungsstufen bereitgestellt werden (z.B. wird das T-1 Feld erst dann in Erscheinung treten, wenn ein Mensch konkret operationales und formal operationales Denken entwickelt hat, usw.)

Dies bedeutet, dass, sofern sich die großen Traditionen dieser Wirklichkeiten bewusst waren, sie dann behaupten würden, dass die Chakren sowohl die drei großen Körpergeist-Bereiche (weil alle drei Zustände/Körper von Beginn des menschlichen Lebens gegenwärtige sind) UND AUCH die verschiedenen Stufen der Bewusstseinsentwicklung repräsentieren bzw. enthalten. Mit anderen Worten enthält jedes Chakra grobstofflich/subtile/kausale Energien, UND jedes Chakra ist eine Stufe der Entwicklung bzw. der Evolution des Bewusstseins.

Es erübrigt sich festzustellen, dass wir genau das auch finden. Es gibt duzende, vielleicht hunderte von Varianten des Chakra-Systems in den verschiedenen Traditionen. Ich gebe erneut wieder nur eine extrem verkürzte Darstellung und verwende ein einfaches Beispiel: den zusammenfassenden Überblick der Chakren von Hiroshi Motoyama. (In den folgenden Zitaten habe ich „subtil" für „astral" eingesetzt, eine rein semantische Veränderung im Hinblick auf die bisher verwendeten Begriffe; die Bedeutung bleibt unverändert.)

Zum einen sind die Chakren tatsächlich Stufen einer evolutionären Entfaltung: „Im Verlauf des spirituellen Wachstums muss ein Mensch die evolutionäre Leiter Stufe für Stufe durch diese Dimensionen hindurch aufsteigen, und so Schritt für Schritt seine Bewusstheit für diese höheren Bereiche erhöhen"5

Und jetzt zum schwierigen Teil. Jedes Chakra muss grobstoffliche, subtile und kausale Energien enthalten, und ebenso die dazugehörigen Bewusstseinszustände (weil sogar auf der untersten Ebene der Entwicklung – dem ersten Chakra – ein Säugling wacht, träumt und schläft, und einen grobstofflichen, subtilen und kausalen Körper besitzt). Zusätzlich zur Darstellung einer spezifischen Entwicklungsstufe muss daher jedes der 7 Chakren drei Körper/Energien und drei Geistformen/Zustände enthalten. Motoyama: „Die Chakren sind die Zentren des Energiesystems des Körpers, welches in jedem der drei verschiedenen Dimensionen existiert: grobstofflich, subtil und kausal." Das bedeutet, dass jedes Chakra diese drei Dimensionen hat, und darum ist jedes Chakra auch ein Vermittler zwischen den grobstofflichen, subtilen und kausalen Energien, die in jedem Chakra kreisen: „Die Chakren fungieren als Vermittler zwischen den drei Dimensionen [grobstofflich, subtil und kausal], und können die Energie einer Dimension in die einer anderen verwandeln."

Jede dieser drei Energie/Körper Dimensionen hat bei jedem Chakra ebenso ihren entsprechenden Geisteszustand (d.h. eine Version von Zuständen des Wachens, Träumens und des Tiefschlafes, die mit den grobstofflichen, subtilen und kausalen Energien in Beziehung stehen, sodass jedes der sieben Chakren einen grobstofflichen Körpergeist enthält, einen subtilen Körpergeist und einen kausalen Körpergeist). Daher agiert jedes Chakra als ein Vermittler nicht nur zwischen den drei verschiedenen Typen (oder Familien) von Körpern/Energien, welche in jedem Chakra gegenwärtig sind, sondern zwischen den drei Geist-Bereichen (bzw. den drei großen Bewusstseinszuständen) und ihren drei entsprechenden Körpern/Energien eines jeden Chakras. Und daher sind „die Chakren ebenso Vermittler zwischen dem physikalischen [grobstofflichen] Körper und [grobstofflichem] Bewusstsein, zwischen dem subtilen Körper und [subtilen] manas, und zwischen dem kausalen Körper und [kausalem] karana, das heißt zwischen dem Körperlichem und dem Geistigen einer jeden Dimension" (d.h. zwischen dem Bewusstsein/Zustand und dem Körper/Energie der drei großen Bereiche welche in jedem Chakra gegenwärtig sind).

Gleichzeitig, mit der sich entfaltenden Entwicklung bzw. Evolution, kann jedes der sieben Chakren geöffnet und bewusst erfahren werden, und sie wirken dann als konkrete Stufen (oder „Schritte", wie Motoyama sie nennt) der Evolution. Das Gesamtbild der Chakren ist daher ziemlich anspruchsvoll, und entspricht genau den „Grundaussagen" des Vedanta/Vajrayana Modells der drei Zustände, drei Körper und fünf Ebenen - das Chakra-System deckt praktisch all diese Grundlagen ab. Im Grunde ist es einfach eine leicht erweiterte Version dieses Modells, mit sieben Ebenen anstelle von fünf.

Doch das Gesamtbild ist stimmig: die sieben Chakren sind sieben Ebenen/Stufen der Entwicklung bzw. der Evolution. Jede dieser Ebenen existiert in drei Haupt-Dimensionen: grobstofflich, subtil und kausal. In der grobstofflichen Dimension sind die Chakren mit den Organen und Systemen des Körpers verbunden, wie z.B. den Genitalien, dem Solarplexus, dem Herzen, dem Kehlkopf, und der Hirnanhangdrüse. In der subtilen Dimension erscheinen die Chakren so, wie sie meist dargestellt werden, als die subtilen Zentren der Energie und des Bewusstseins, angeordnet entlang der Wirbelsäule (mit sekundären Meridianen wie sie z.B. in der Akupunktur dargestellt sind). In der kausalen Dimension sind die sieben Stufen derart subtil und feinstofflich, dass sie ihre definierenden Merkmale zu verlieren beginnen, doch sie sind immer noch gegenwärtig als der kausale Grund und als Unterstützung aller Junior-Ebenen und Dimensionen – Vajrayana nennt sie „die sehr subtilen Chakren".

Dies bedeutet, dass jedes der sieben Chakren eine grobstoffliche, subtile und eine kausale Energiedimension besitzt. Motoyama weist darauf hin, dass jedes Chakra wie eine Schaltstelle zwischen diesen drei Energien – so wie sie in diesem Chakra auftreten – fungiert (z.B. kann das Kehlkopfchakra die grobstoffliche Energie der Nahrung in subtile Energie umwandeln, oder kausale in subtile Energie umwandeln usw.) Darüber hinaus wirkt jedes Chakra als Vermittler zwischen Körper/Energie und Bewusstsein/Geist dieses Chakras (z.B. vermittelt das Kehlkopfchakra die grobstofflichen, subtilen und kausalen Energie mit den Zuständen des Wachens, Träumens und des Tiefschlafes auf dieser Ebene). Jedes Chakra enthält – mit anderen Worten – auf seiner Ebene die Familie des grobstofflichen Körpergeistes, die Familie des subtilen Körpergeistes und die Familie des kausalen Körpergeistes; und es fungiert sowohl als Vermittler sowohl zwischen diesen drei Energien untereinander, ALS AUCH zwischen den verschiedenen Energien und ihren entsprechenden Geisteszuständen.

Daher repräsentiert letztendlich jedes Chakra eine Entwicklungs- bzw. Evolutionsstufe (die Chakren sind eine Variation der Grossen Kette von Materie zu Körper zu Geist zu Seele zu GEIST) und wirkt dementsprechend als vermittelnde Instanz zwischen den großen Bewusstseinszuständen (Wachen, Träumen, Schlafen, welche alle mit dem Beginn der menschlichen Existenz in allen Chakren vorhanden sind) und dem jeweiligen Inhalt – aufgetaucht mit der Evolution und Entwicklung durch diese sieben Hauptstufen oder Ebenen - den Merkmalen, Gattungen und Arten sowohl der Energie als auch des Bewusstseins. Die Gattungen und Arten des Bewusstseins und der Energie sind nicht von Anbeginn an vollständig vorhanden, und folgerichtig besteht die Entwicklung in der Emergenz und dem Reifen der sieben Ebenen des Bewusstseins und ihrer entsprechenden sieben Körper bzw. energetischen Merkmale (die energetischen Fingerabdrücke der Gattungen und Arten der sieben Chakren). Ich werde - für diejenigen, die es interessiert - einige dieser Details in einer Anmerkung ausführen.6

Wie ich schon sagte, ist das Chakra-System sowohl wunderbar einfach wie auch verwirrend kompliziert, aber insgesamt betrachtet ist es das einfachste Modell, welches auf eine angemessene Weise mit drei Sachverhalten - deren Existenz wir kennen - umgehen kann: Bewusstseinszustände, Bewusstseinsstufen, und die damit in Verbindung stehenden Energien, all das kann ziemlich nahtlos in einem derartigen Modell miteinander verwoben werden. Mehr wird derzeit nicht benötigt; und weniger wäre unzureichend

Teil IV: Einige Vergleiche mit anderen Theoretikern

Dieser Abschnitt verwendet einen AQAL Index, verbunden mit einem Vorschlag für eine Klassifizierung subtiler Energien, und macht deutlich, auf welche Weise die meisten der Theoretiker und Erforscher subtiler Energien mit ihrer Pionierarbeit unschätzbare Beiträge zum Gesamtbild geleistet haben. Diese Beiträge in einer integralen Theorie subtiler Energien zusammenzufügen ist daher – so glaube ich – in der heutigen Zeit eine sehr realistische Möglichkeit, und zwar genau nach den Leitlinien, wie ich sie in den vorhergehenden Abschnitten vorgeschlagen habe. Ich hoffe, dass in den vorangegangenen Kapiteln das Allerwesentlichste dieser integralen Theorie hinreichend aufgezeigt wurde, um einen allgemeinen Überblick darüber zu geben, wie einer derartige Synthese vonstatten gehen kann, bei gleichzeitiger Darlegung der Fehleinschätzungen, welche - nach meiner Überzeugung – zu allererst angesprochen werden müssen, bevor irgendeine Theorie Erfolg haben kann.

Die wichtigsten Theoretiker, auf die ich mich bezogen habe, sind Rupert Sheldrake, Michael Murphy, William Tiller, Allan Combs, Robert Becker, Deepak Chopra, Hiroshi Motoyama, Marilyn Schlitz, Larry Dossey und Gary Schwartz, neben weiteren. Ich bin ein großer Anhänger all dieser Theoretiker, und vieles der integralen Theorie wurde über die Jahre in Diskussionen mit ihnen entwickelt. Dieser Abschnitt behandelt die technischen Einzelheiten, aber da keine wesentlich neuen Konzepte in diesem Abschnitt vorgestellt werden, die nicht schon in den vorangegangenen Abschnitten skizziert wurden, werde ich die Darstellung an dieser Stelle unterbrechen.

Etwa ab April [2003] wird das Integrale Institut seine Pforten für eine Beteiligung an dieser und ähnlichen Diskussionen öffnen. Ein Bereich für subtile Energien ist geplant - von Bob Richards betreut – und wird für Sie vielleicht interessant sein. Bleiben Sie daher in Kontakt mit integralinstitute.org für weitere Einzelheiten.

Anmerkungen

Anmerkungen 1-6

1 Kurz gesagt, hat jede Wahrscheinlichkeitswelle in der AQAL Matrix sowohl innerliches Bewusstsein als auch äußere Form und Masse-Energie, und diese äußeren Formen erstrecken sich über das gesamte Spektrum, von grobstofflicher Masse-Energie zu subtiler Masse-Energie zu kausaler Masse-Energie (mit Gattungen und Arten wie Gravitation, Radioaktivität, ätherisch, astral, psychisch, usw. [siehe unten]). Natürlich hat jedes Holon ebenso kulturelle und soziale Dimensionen; und die soziale Dimensionen bzw. die interobjektive Dimension, die Dimension der kollektiven Formen – hat ebenso ihre kollektiven Energiefelder, doch wir konzentrieren uns hier auf individuelle Holons.

Diese „Masse-Energie" Seite des Holon ist der Grund, warum sich die Traditionen oft auf diese Aspekte als Körper mit konkreten Energien beziehen – das heißt eine Form oder ein Typ von „Materie" (grobstofflich zu subtil zu kausal) mit seiner entsprechenden Energie („grobstofflicher Körper, subtiler Körper, kausaler Körper"), und diese Körper sind die materiell-energetischen Träger für die verschiedenen Bewusstseinszustände. Daher beinhalten die Traditionen (z.B. Vedanta, Vajrayana) SOWOHL eine Geist- bzw. Bewusstseinskomponente, ALS AUCH eine Körper bzw. Materie-Energie Komponente, und sie sagen explizit, dass man das eine ohne das andere nicht haben kann. Mit unseren Worten ausgedrückt heißt das, dass jedes innerliche Bewusstsein bzw. jeder „Geist" (OL) immer untrennbar ist von seiner entsprechenden Energie bzw. seinem „Körper" (OR): daher grobstofflicher Körpergeist, subtiler Körpergeist, kausaler Körpergeist.

In einem AQAL Rahmen können wir sagen: Es gibt ein gegebenes konkretes Ereignis, bzw. ein gegebenes individuelles Holon. Von außen betrachtet hat dieses Holon eine erkennbare Form und ein erkennbares Muster; es ist eine morphische Einheit. Diese Formen sind jedoch nicht auf grobstoffliche Formen beschränkt. Im Traumzustand beispielsweise kann man alle möglichen Einheiten sehen, Dinge, Ereignisse, Einsichten, Bilder von Menschen und so weiter. Dies sind keine grobstofflichen Formen sondern subtile Formen – aber dennoch Formen; sie sind der OR Quadrant des Traumzustandes.

Im Laufe der Evolution zeigen Formen einer bestimmten Ebene grobstofflicher Komplexität ein entsprechend komplexes Energiemuster: je größer der Grad an Komplexität, desto subtiler die entsprechende Energie. Dieses Materie-Energie Spektrum ist der OR Quadrant, der sich von grobstofflicher zu subtiler zu kausaler Masse-Energie erstreckt (mit allen möglichen Unterarten – elektromagnetisch, ätherisch, astral, usw.).

Aber Materie, Form und Energie sind Merkmale eines von außen betrachteten Holons. Alle Energie ist irgendeine Art von Frequenz in einem Zeitintervall (bzw. Raum pro Zeit) – das heißt Energie selbst ist im Wesentlichen in der „Es"-Dimension. Doch das Innerliche von Holons wird nicht in Form einer Periodik pro Sekunde erfahren, oder als eine Wellenlänge von 6 Mikroeinheiten, oder als eine 2000fache Wiederholung in einer Sekunde. Dies alles sind Begriffe der dritten Person innerhalb der „Es"-Dimension – einer sehr realen Dimension (d.h. dem OR). Doch das Innerliche besteht nicht aus periodischen Abläufen in einer Sekunde oder einer räumlichen Ausdehnung, sondern aus Gefühlen mit Absichten, Erfahrungen mit lebhaften Emotionen, lebendiger Achtsamkeit, gefühltem Bewusstsein (d.h. dem OL). Wenn jemand sagt, „Ich habe wenig Energie", dann meint sie damit ihre Innerlichkeit, und nicht ihre Äußerlichkeit.

Natürlich können die energetischen Zustände des Körper (grobstofflich, subtil, kausal) gefühlt werden, doch diese Gefühle sind innerliche Wahrnehmungen und keine äußerlichen Formen. Beides existiert in allen Holons – Gefühle und Formen; aber es ist wichtig, sie nicht miteinander zu vermischen. Was wir mit dem Begriff subtiler Materialismus bezeichnen könnten (der Reduzierung jeglichen innerlichen Bewusstseins auf äußere subtile Energien), ist ebenso verbreitet wie grobstofflicher Materialismus (die Reduzierung jeglichen innerlichen Bewusstseins auf äußerlich grobstoffliche Energien).

Aus diesem Grund fassen wir wie folgt zusammen: in der Evolution gilt, dass je größer der Grad an grobstofflicher Komplexität (im OR), desto subtiler die entsprechenden Energien (im OR), und desto größer der innerliche Grad an Bewusstsein (OL) – und keines davon kann auf ein anderes reduziert werden.

2 Dies bedeutet, dass die mentalen bzw. OL Zustände und/oder Stufen – wie das rote Mem, das blaue Mem, die moralische Stufe 4, konop und so weiter – ihre eigenen mikro-energetischen Fingerabdrücke oder charakteristischen Energiemuster haben. Rot, blau und orange usw. sind die OL Holons; die Arten von Energiesignaturen sind die OR-Entsprechungen, auf die ich mich in dieser Klassifizierung beziehe, aber es gibt für sie noch keine Namen. Das gleiche gilt für die Spezies von Energie der Gattung T-2, und auch für viele der individuellen und kollektiven Energiesignaturen in der AQAL Matrix.

3 Noch einmal, wie schon bei Anmerkung 2, bezieht sich dies auf die Energiesignaturen dieser Bewusstseinszustände. Nirvikalpa und jnana sind in diesem Fall die OL Entsprechungen dieser Arten von Energie.

4 Was wir „involutionäre Gegebenheiten" nennen wird von einer intergralen Post-Metaphysik akzeptiert, da es theoretisch unmöglich ist, ohne sie auszukommen; siehe Excerpt A , veröffentlicht auf Fout! Bladwijzer niet gedefinieerd.. Worum es geht, ist, auf so wenig wie möglich dieser „metaphysischen" Gegebenheiten zurückzugreifen, um einen Kosmos in Bewegung zu setzen, da die Metaphysik sich einer Überprüfung entzieht, und daher für Machtmissbrauch offen – und fast immer davon infiziert ist.

5 Die folgenden Zitate stammen aus Theories of the Chakras, pp. 21, 281, 282.

6 Ein paar Einzelheiten: der Säugling verfügt bei seiner Geburt über alle 7 Chakren, speziell in ihrer grobstofflichen Form, aber die höheren Chakren ruhen überwiegend im Verborgenen (speziell in ihren subtileren Formen). Jedes Ckakra enthält oder vermittelt einen Wach- Traum- und Schlafzustand; und jedes Chakra wird von einer entsprechenden grobstofflichen, subtilen und kausalen Energie-Familie durchströmt (wenngleich die höheren Chakren weitgehend ruhen, ebenso wie die Gattungen und Arten der Energien). Mit dem Wachstum und der Entwicklung erwachen sukzessive die höheren Chakren, wobei jedoch – da jedes Chakra in einer grobstofflichen, subtilen und kausalen Dimension existiert – diese Dimensionen sich manchmal ungleichmäßig entwickeln können. Viele Erwachsene beispielsweise entwickeln die grobstofflichen Chakren, aber kaum die subtilen Chakren (Leadbeater hat über dieses Thema ausführlich geschrieben). Siehe Integrale Psychologie für eine Erörterung dieser Entwicklung in „drei Bereichen".

Wenn immer ein Chakra erwacht, nimmt es den Inhalt der Entwicklungsstufe seines Ranges an; und es vermittelt zwischen den großen Zuständen des Wachens, Träumens und Schlafens (und den Energien), deren Inhalte dann von der tatsächlichen Entwicklungsstufe zur Verfügung gestellt werden (wie wir am Beispiel des Inhaltes des Traumzustandes gesehen haben). Dies ist – noch einmal – im wesentlichen das Vedanta/Vajrayana Modell, jedoch verfeinert und ausgestaltet. Siehe Sidebar G, „States and Stages", veröffentlicht auf Fout! Bladwijzer niet gedefinieerd. für eine ausführliche Diskussion dieses Themas [eine Übersetzung der „Ausführung G" ist unter Fout! Bladwijzer niet gedefinieerd. veröffentlicht].

[Hinweis: die Abbildungen wurden – unübersetzt – aus dem Originaltext übernommen. Übertragungen finden sich für: Abb. 1: Ganzheitlich Handeln, Arbor Verlag 2001 S. 83, Abb. 2: Ganzheitlich Handeln, Arbor Verlag 2001 S. 82, Abb. 3: Ganzheitlich Handeln, Arbor Verlag 2001 S. 81, Abb. 4: Ganzheitlich Handeln, Arbor Verlag 2001 S. 86, Abb. 5: Ganzheitlich Handeln, Arbor Verlag 2001 S. 84, Abb. 6: Ganzheitlich Handeln, Arbor Verlag 2001 S. 56] 

Übersetzung: Monika Frühwirth und Michael Habecker