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21.8.2017 : 13:52 : +0200

Pädagogik / Bildung

(Quelle: Bundesarchiv)

Wenn es stimmt, dass wir in einer sich entwickelnden Welt leben, und wenn wir dabei selbst ein Teil dieser Entwicklung sind und uns ihrer immer mehr bewusst werden, dann ist Lernen im weitesten Sinn ein Ausdruck dieser Entwicklung. Lernen bewusst zu gestalten ist ein Ziel von Bildung, Erziehung und Pädagogik. Wie können wir uns selbst, unsere Mitmenschen und die Welt um uns herum als ein Ganzes immer besser verstehen (lernen)?

Unsere Gesellschaft steht vor komplexen Problemen und Herausforderungen: Nur als lernende Individuen und Systeme können wir die rasante Entwicklung bewältigen: Das betrifft Kinder, Lehrkräfte, Eltern, pädagogische Partner und staatliche Institutionen gleichermaßen.

Wie werden Schulen im 21. Jahrhundert diesen hohen Ansprüchen gerecht? Welchen Nutzen hat eine integrale Landkarte in der aktuellen Debatte um Schulreform? Wie können wir unseren Blick schärfen für große Visionen und zugleich für die nächsten Schritte in der Entwicklung?

Mit den Beiträgen in dieser Sektion möchten wir die „Linsen“ Ihrer multiperspektivischen Wahrnehmung schärfen und Sie mit „Kopf, Herz und Hand“ zu einer engagierten Praxis im Bildungs- und Erziehungsprozess ermutigen.

Übersicht über die Beiträge zu diesem Thema:

Demokratieerziehung

Charakterbildung – Jack Crittenden

von Sonja Student und Michael Habecker

Schwerpunktthema: Integrale Bildung

 

Fast jeder, der im deutschsprachigen Raum groß geworden ist, kennt den Film Die Feuerzangenbowle, in dem der junge erfolgreiche Schriftsteller Dr. Johannes Pfeiffer (gespielt von Heinz Rühmann) als Schüler verkleidet noch mal in die „Penne“ geht, und es den alten Paukern dort so richtig zeigt. Einer diese alten Pauker bescheinigt ihm dann auch prompt die fehlende „sittliche Reife“, was den „Pennäler“ Pfeiffer nur zu noch mehr Streichen motiviert. Der altertümlich anmutende Begriff einer „sittlichen Reife“ ist heute nicht mehr in Gebrauch, wir sprechen von Charakterentwicklung oder Selbstentwicklung. Doch wie auch immer man das Ganze nennt, es geht dabei um die entscheidenden Entwicklungslinien im oberen linken Quadranten, die Subjektivität eines Menschen, sein Ich-Erleben, seinen Charakter und seine Werte, als eine der zentralsten Bildungsaufgaben. Was früher „Reifeprüfung“ hieß, heißt heute „Abitur“ – was wird da eigentlich vermittelt und am Ende geprüft, und worauf kommt es im Leben wirklich an, ein Leben auf das einen die Schule ja vorbereiten soll („wir lernen nicht für die Schule, sondern in der Schule fürs Leben“)?

 

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Integral = progressiv plus konservativ - Ein Beispiel aus der Bildung für Kinderrechte und Demokratie

Integral = progressiv plus konservativ - Ein Beispiel aus der Bildung für Kinderrechte und Demokratie

von Sonja Student

Für meine Generation (der Spätachtundsechziger) war der Begriff „konservativ“ sehr negativ besetzt, in extremster Form schien er uns nahe zu dem, was wir in den 70ern unter „restriktiv“ oder gar „faschistisch“ verstanden. Damals hätte ich mir nicht vorstellen können, das Lob eines gesunden Konservativismus auszusprechen. Die kritische geistige und emotionale Auseinandersetzung mit dem deutschen Faschismus stand als gesellschaftliche Aufgabe noch aus. Was in der Geschichte des 20. Jh. hinter uns lag, löste Erschrecken aus und verstellte zugleich den Blick auf eine größere tiefenzeitliche Sicht, die unsere Quellen von Menschlichkeit und geistiger Erneuerung im Vornazi-Deutschland und der ganzen Welt für ein neues Deutschland erschließen konnte. Vielleicht ist erst heute aus der Erfahrung einer im weltweiten Vergleich relativ gefestigten repräsentativen Demokratie und zugleich einer sich entwickelnden demokratischen zivilgesellschaftlichen Bürgergesellschaft eine neue Sicht auf Konservativismus und gesellschaftliche Entwicklung möglich.

 

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Beteiligung und Verantwortung von Anfang an

Beteiligung und Verantwortung von Anfang an

Bild: Cover i*p, Nr. 10, Uwe Schramm

Ein integraler Ansatz zur Demokratieerziehung in der Schule

Sonja Student

 

„Das Beste für das Kind in einer Gesellschaft“, so hat Ken Wilber das Leitziel einer integralen Erziehung benannt. (Integral Education, Introducing the AQAL-Approach). Doch was ist dieses „Beste“ in einer westlichen pluralistischen und demokratischen Informationsgesellschaft wie Deutschland? Wie kann der „Vorrang des Kindeswohls“, wie es in der 1989 weltweit verabschiedeten und seit 1992 in Deutschland ratifizierten UN-Kinderrechtskonvention steht, im deutschen Schulsystem umgesetzt werden? Welche Kompetenzen müssen Kinder und Jugendliche erwerben, um in einer sich immer schneller verändernden Welt zurechtzukommen?

Ohne eine gute Landkarte gibt es nur „Reformitis“

Der erste Schritt zu einer Antwort ist die „Frage nach der bestmöglichen Landkarte zur Beschreibung des menschlichen Potenzials, das ein Kind im Laufe seiner Entwicklung realisieren kann. “ (Wilber in Integral Naked „Integral Education Reform“). Wenn ich nicht weiß, was möglich ist, fehlt die evolutionäre Spannung, die unser pädagogisches Handeln beflügelt: Wir stochern im Klein-Klein und verschlimmbessern durch Reformitis – oder „jagen jede Woche eine andere Sau durchs Dorf“. Wichtig für die Demokratieerziehung im Rahmen eines AQAL-Ansatzes sind der Zugang der Kinder und Jugendlichen zu den subjektiven, zwischenmenschlichen und objektiven Dimensionen ihres Seins (die Quadranten und Perspektiven) und die Entwicklung ihrer multiplen Intelligenzen. Was die Entwicklungsebenen angeht, müssen Schulen nicht nur den kognitiven, sondern auch den handlungsrelevanten und identitätsstiftenden Zugang zur weltzentrischen (wir alle = menschenrechtlichen) Entwicklungsebene bei den Schülern ermöglichen. Weiters müssen die verschiedenen Seinszustände sowie die individuelle und kulturelle Verschiedenheit berücksichtigt werden. Die integrale Landkarte ermöglicht eine fokussierte Aufmerksamkeit auf Potenziale sowie auf bestehende Defizite, die die Realisierung der Potenziale verstellen und unnötiges Leiden verursachen.

Defizite bei Selbst- und Sozialkompetenz

Ein viel beklagtes Defizit des deutschen Schulwesens liegt in der mangelnden Förderung sozialer und demokratischer Kompetenzen, die für ein Leben in einer heterogenen demokratischen Gesellschaft auf der Basis weltzentrischer Werte notwendig sind. Im Zentrum der Diskussion um die Schulreform nach PISA stehen die Förderung sprachlicher  und mathematisch/naturwissenschaftliche Kompetenzen. Das Demokratie-PISA steht noch aus und im gelebten Schulalltag gibt es vielfach „keine Zeit für Demokratie!“

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AQAL: neue Horizonte für die Bildung?

AQAL: neue Horizonte für die Bildung?

Sonja Student, Michael Habecker

Das Thema „integral education“ ist von Ken Wilber selbst bisher noch nicht in einer eigenen Abhandlung dargestellt worden. Wie einige mündliche Stellungnahmen Wilbers jedoch nahe legen, stecken große Potenziale in der Nutzbarmachung des AQAL-Modells in den vielfältigen Handlungsfeldern der Bildung, Pädagogik und Erziehung. Tatsächlich hat in den Jahren seit der Jahrtausendwende die Anzahl wissenschaftlicher Arbeiten, die sich der Integralen Bildung annehmen, zugenommen. Es darf vermutet werden, dass es sich mit weniger leicht zu ortenden Versuchen, integral informiert praktisch pädagogisch und erzieherisch tätig zu werden, ebenso verhält. Die Aussichten integraler Impulse für das Bildungswesen sind vielversprechend, ja aufregend. Es geht um nichts weniger als die Frage, wann und wie genau die erste Generation der Menschheit alle bekannten Seins-, Wissens- und Handlungsdimension so vermittelt bekommen wird, dass sie diese selbst zu erforschen, ins eigene Leben zu integrieren, anzuwenden und weiterzuentwickeln versteht. Die aus einer solchen Gesamtschau hervorgehende Kooperation und Kreativität könnte sich als der entscheidende Faktor für die Bewältigung eines sich ankündigenden integralen Entwicklungsschrittes herausstellen. Aus dieser Sicht gibt es keine Alternative zur Entwicklung eines integralen bzw. einer integraleren Bildungsverständnisses.

Doch was bedeutet das konkret? Was ist integrale Bildung, Pädagogik und Erziehung? Wie kann man es vermeiden, dabei wieder nur einer dieser modischen Ideologien aufzusitzen, die mit dem Vergehen eines bestimmten Zeitgeistes ebenfalls wieder verschwinden?

Eine Definition integraler Bildung und Erziehung lautet:[1]

„Ein pädagogischer Ansatz, der (1) die Stärken traditioneller, moderner und postmoderner Theorie und Praxis von Bildung und Erziehung integriert, und dabei die Perspektiven einer ersten, zweiten und dritten Person mit aufnimmt, und (2) sich sowohl vertikalem wie auch horizontalem Wachstum und vertikaler und horizontaler Integration bei Lehrenden und Lernenden verpflichtet fühlt.“

 

Das klingt ein bisschen abstrakt, daher ein paar Beispiele: Eine integral informierte Ausbildung würde beispielsweise Ingenieure, Mediziner und Naturwissenschaftler nicht nur technisch-funktional ausbilden, sondern sie auch als empfindende und soziale Wesen betrachten und entsprechend auch ethische, psychologische und spirituelle Dimensionen in den Lehrplan aufnehmen.


[1] Aus dem AQAL Journal Summer 2007, Volume 2, Number 2

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Zur Didaktik des Integralen

Zur Didaktik des Integralen

AQAL Chart von Steve Self, www.formlessmountain.com

Michael Habecker 

Die Anwendung des integralen Ansatzes auf Themen wie Bildung, Pädagogik und Didaktik ist ein faszinierendes Thema, doch worum es in diesem Beitrag geht, ist die Frage: Wie kann man den integralen Ansatz – oder das Werk Wilbers überhaupt – anderen erklären?

Diese Frage stellt sich seit Beginn der schriftstellerischen Laufbahn Wilbers und dieser Beitrag soll eine Einladung und ein Einstieg in diese Diskussion sein.

Wilber selbst hat sich immer schon nicht nur als ein Autor verstanden, sondern auch als jemand, der sein Werk selbst erläutert. Seit dem Beginn der Online-Plattformen wie www.integralnaked.org und www.integralspiritualcenter.org wird im Wochenrhythmus Audio- und Videomaterial veröffentlicht, auf welchem Wilber und andere das, was er schreibt, den unterschiedlichsten Interessenkreisen mündlich erläutern.

Weiterhin gibt es weltweit Menschen, die in Foren, Seminaren, Buch- und anderen Veröffentlichungen über das reden und schreiben, was Wilber macht.

Es ist also an der Zeit, auch einmal über das zu reflektieren, was wir Wilber-Aktiven tun, und wie wir das, was von Wilber und dem I-I kommt, versehen mit eigenen Überlegungen, Kommentaren und Kritiken, verarbeiten und didaktisch vermitteln.

Dazu ein paar Überlegungen aus der eigenen Veröffentlichungs- und Seminarpraxis.

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Zak Stein, Katie Heikkinnen: „Entwicklungsunterschiede im Verständnis Integraler Theorie und Praxis – Vorläufige Ergebnisse des iTEACH Projekts“

Zak Stein, Katie Heikkinnen: „Entwicklungsunterschiede im Verständnis Integraler Theorie und Praxis – Vorläufige Ergebnisse des iTEACH Projekts“

Zak Stein und Katie Heikkinnen

Auszug aus dem dem Bericht von der Integral Theory Conference 2010 von Dennis Wittrock

Die beiden Protagonisten stellten in diesem Beitrag ihr Modell eines Lectical Integral Model Assessment (LIMA) vor, eines Test für Integrales Denken. Es stellt eine Anwendung des Lectical Assessment System (LAS) von Theo Dawson dar, welches auf den Arbeiten von James Mark Baldwin, Jean Piaget, und in jüngerer Zeit von Kurt Fischer und Michael Commons fußt. Das LAS ist ein generelles System zur Bewertung verbaler Performances. Weil seine Bewertungskriterien unabhängig von der inhaltlichen Domäne sind, sondern das Hauptaugenmerk des Forschers eher auf der logischen Struktur und der hierarchischen Ordnung der Abstraktionen liegt, bot es sich für diese Art von Forschung besonders an. In gewisser Weise durchschaut der Analyst den Inhalt jeglicher Performance, um die darunterliegende Struktur zu identifizieren.

LIMA ist eine Anwendung des LAS im Rahmen des Integralen Masterstudiengangs an der JFK University. Es wurde untersucht, welche Komplexitätsunterschiede im Verständnis grundlegender Kategorien der Integralen Theorie nach Ken Wilber, insbesondere im Verständnis von Quadranten und von Ebenen & Linien der Entwicklung, es unter den Studierende gibt. Neben demographischen Daten wurden sechs offene Essay Fragen und sechs Dilemmas zur Auswahl angeboten, auf die AQAL angewendet werden sollte. Aus diesen Daten (von 47 Teilnehmern) ließen sich entwicklungsgemäße Lernsequenzen für Quadranten und Ebenen & Linien rekonstruieren, was besonders interessant aus pädagogischer Sicht für die Veranstalter des Studiengangs ist. Mithilfe einer „Entwicklungs-Mäeutik“ (bzw. Hebammenkunst) können die Studenten auf diese Weise optimal auf Ihrem Lernweg begleitet werden.

Der Maßstab, anhand dessen die Komplexität beurteilt wurde, war in diesem Fall die sog. „Lectical Phase“ die in frühe, mittlere und späte Entwicklungstufen und deren Inhalte in Bezug auf die Konzepte über „Quadranten“ aufgeteilt ist. Die einzelnen Phasen werden in der „Dynamic Skill Theory“ von Fischer wie folgt bezeichnet: (0)reflexive Handlungen, (1) reflexive Mappings, (2) reflexive Systeme, (3) einzelne sensomotorische Handlungen, (4) sensomotorische Mappings, (5) sensomotorische Systeme, (6) einzelne Repräsentationen, (7) repräsentationale Mappings, (8) repräsentationale Systeme, (9) einzelne Abstraktionen, (10) abstrakte Mappings, (11) abstrakte Systeme, und (12) einzelne Prinzipien / Axiome. Die Elemente dieser Skala selbst wurden wiederum unterteilt in ein vier Unterphasen, von Übergang / Ankommen in der jeweiligen Phase (:1) bis hin zu sehr elaborierten Formen einer Phase (:4). Das Spektrum der vorkommenden Antworten bewegte sich im Bereich 10:4 am unteren Ende bis 12:3 am oberen Ende des Entwicklungsspektrums (o.g. Zifferncodes werden kombiniert).

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Bence Gánti: „Persönlichkeitstransformation durch Integrale Erwachsenenbildung - das Modell der Integralen Akademie“

Bence Gánti: „Persönlichkeitstransformation durch Integrale Erwachsenenbildung - das Modell der Integralen Akademie“

Bence Gánti

Vor nicht allzu langer Zeit hatte ich erfahren, dass es neben DIA in Deutschland auch bei unseren Nachbarn in Ungarn schon länger eine Integrale Akademie gibt. Daher entschied ich mich als nächstes die Präsentation von Bence Gánti, seines Zeichens klinischer Psychologe, zu besuchen, denn ich wollte das Konzept näher kennenlernen und den innereuropäischen Kontakt und Austausch vertiefen.

Seit 2006 existiert das Angebot der Integralen Akademie in Budapest, das interessanterweise im selben Jahr ins Leben gerufen wurde, wie der integrale Studiengang an der JFK Universität. Jenseits der Einsichten, die man in gelegentlichen Wochenendworkshops und im Einzelstudium über die integrale Theorie und Praxis gewinnen kann, ging es Gánti von Anfang an darum, ein umfassendes Programm und eine kontinuierliche, unterstützende Lernumgebung zu schaffen, die darauf ausgelegt ist, tiefgreifende Transformation zu ermöglichen, so dass am Ende Menschen mit mindestens integralem Bewusstseinsschwerpunkt dabei herauskommen - kein geringer Anspruch. Das „Integrale Psychologie Programm“, das man in Budapest absolvieren kann, und das letztlich zum staatlich anerkannten Abschluss des „Integral Counseler“ führt, dauert drei Jahre und beginnt im ersten Jahr mit einer theoretischen Grundlegung der psychologischen und spirituellen Lehren der großen Weisheitstraditionen. Parallel beginnen dazu die erfahrungsorientierten Therapie-Gruppen.

Abb: Übersicht über die Blöcke des Studiums 

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Gitarrenpädagogik:

Gitarrenpädagogik:

Lehren, Lernen, Leben, Lieben

 

von Michael Habecker

Als ich mich im Frühjahr 1993 selbständig machte, hatte ich 13 Berufsjahre in der Industrie hinter mir, in denen ich so gut wie gar nicht mehr die große Leidenschaft meiner Jugend, die Musik und das Gitarrenspielen, praktiziert hatte. Es kam mir daher auch gar nicht in den Sinn, daran wieder anzuknüpfen, sondern ich versuchte zuerst, in vielen unterschiedlichen Arten von „Business“ mir eine neue Existenz aufzubauen. Dies gelang jedoch nicht so schnell wie erhofft, und als das Geld allmählich knapp wurde, holte ich meine Gitarre aus dem Keller, spannte neue Saiten darauf, sichtete mein altes Notenmaterial und begann – für eine Übergangszeit wie ich dachte – damit, Gitarrenunterricht zu geben, wie ich es schon als Student gemacht hatte. Ein paar Aushänge in den örtlichen Schulen brachten mir die ersten Schüler, und durch Mundpropaganda wuchs mein „Geschäft“ im Laufe der Jahre mehr und mehr, so dass ich heute, wenn ich nach meinem Beruf gefragt werden, als erstes „Gitarrenlehrer“ sage. Ein zweites großes und leidenschaftliches Betätigungsfeld ist für mich die Beschäftigung mit Ken Wilber und seiner Arbeit und um beides soll es in diesem Beitrag gehen.

 

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Achtsamkeit macht Schule

Achtsamkeit macht Schule

Nils Altner mit einer redaktionelle Einführung: Die „3 S“-Pädagogik und „So werden wie die Kinder“

 

Einführung: von Sonja Student und Michael Habecker

Ken Wilber hat das, was im oberen linken Quadranten des Quadrantenmodells vor sich geht, dem individuellen (menschlichen) Bewusstsein, zusammenfassend mit den „3 S“ beschrieben, states, stages und shadow bzw. Bewusstseinszustände, Bewusstseinsstufen und psychodynamischer Schatten.1 Darauf aufbauend könnte man Überlegungen einer Pädagogik sowohl für Kinder als auch für Erwachsene anstellen, die diesen 3 S Rechnung tragen. Dazu ein paar Anregungen.

a) Bewusstseinszustände


Kinder haben einen einfacheren Zugang zu den unterschiedlichen Zuständen des Seins, sowohl was die Phänomene des Augenblicks betrifft (Freude, Trauer, Ärger, Lust usw.) als auch was die drei großen Hautzustände angeht (Wachen, Träumen und traumloser Tiefschlaf – wer hat nicht schon bewundernd den tiefen Schlaf von Kindern im Arm ihrer Eltern auf einem lärmen- den Bahnhof beobachtet), und hierbei können sie Erwachsenen Impulse geben. Methoden zur Achtsamkeit und dazu, „im Hier und Jetzt zu sein“, können Erwachsenen dabei helfen, verloren gegangene Spontaneität des Augenblicks und das Staunen darüber wiederzuerlangen. Kinder brauchen diese Techniken (noch) nicht, sie sind entwicklungsbedingt impulsiv und spontan. Für Kinder gilt es, sie in ihrer Entwicklung darin zu unterstützen, den Zugang zu den Zuständen des Seins offenzuhalten, und das Staunen nicht zu verlernen.

 

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