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Aperspektivisch-integral (Jean Gebser)
Aus http://www.integralnaked.org/
Telefonkonversation zwischen Serj Tankian und Ken Wilber
Einer der ganz großen frühen Pioniere des Studiums der Bewusstseinshistorie in ihren Grundzügen - also wie sich das Bewusstsein entfaltet hat - war Jean Gebser.
Gebser war wirklich ein erstaunlicher Mann. Er schrieb sein Werk in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts. Er beschrieb verschiedene Phasen oder Wellen des sich entfaltenden Bewusstseins, er nannte sie archaisch, magisch, mythisch, mental und dann als nächste Welle integral-aperspektivisch - ein ziemlicher Zungenbrecher. Was jedoch an diesem Ausdruck so interessant ist - das kann man am Beispiel eines Gemäldes von Picasso erläutern:
Aperspektivisch bedeutet, das keine Perspektive privilegiert ist, also in gewissem Sinn eine Perspektivelosigkeit. Doch integral meint in diesem Zusammenhang den Raum, in dem all dies gehalten wird, so dass es sich immer noch um ein Bild handelt. Man erkennt all die verschiedenen Bezugssysteme und Blickrichtungen, - es gibt auf einem Picasso-Gemälde keine dreidimensionale Perspektive, weil fast jeder Punkt seine eigenen Perspektive hat - und daher ist es in diesem Sinn a-perspektivisch. Doch es gibt einen Betrachtungsraum, in dem das Gemälde als ein eigenständiges, ganzes Bild erkannt werden kann, als ein Kunstwerk.
Es ist eine großartige Formulierung, eine hervorragende Beschreibung für das Eine in den Vielen, eine Vielfalt, welche in einem Raum und Bezugsrahmen gehalten wird.
11/2004 -mf-/-mh-


