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24.4.2017 : 20:58 : +0200

Aunonomie

aus: Boomeritis, Shambhala 2002, S. 144

Genau deshalb, weil das Selbst auf der integralen [Bewusstseins]welle jetzt bewusst globale und universelle Angelegenheiten erfasst, hat dieses Selbst auf dieser Stufe ein ausgedehntes moralisches Empfinden, welches alle Wesen mit einschließt, unabhängig von Rasse, Geschlecht, Hautfarbe oder Herkunft. Das Selbst ist nicht mehr länger 'frei', zu tun was es möchte, weil sein moralisches Empfinden in der Notwendigkeit gegründet ist, universelle Gerechtigkeit und Mitgefühl für alle Völker auszudrücken. Es hat nicht mehr die 'Freiheit', sich diesem Ruf zu widersetzen. Auf dieser Stufe ist das Selbst nur dann frei, wenn es diese globale Perspektive mit berücksichtigt.

Und das ist die wahre Bedeutung von Autonomie: Ich bin nur dann von geringeren Motivationen befreit - frei von egozentrischen und ethnozentrischen Vorurteilen - wenn ich aus einem weltzentrischen Bewusstsein heraus agiere. Autonomie bedeutet nicht, die Freiheit zu tun, was immer ich will; es bedeutet die Freiheit, vom tieferen Raum eines postkonventionellen Bewusstseins heraus zu agieren. Und so, mit der Evolution des Bewusstseins von einer pluralistischen Weltsicht (wo das Selbst radikal einzigartig und daher oft isoliert ist) hin zu einer Weltsicht des Integralismus (wo das Selbst die moralische Forderung globaler Gerechtigkeit und Fairness anerkennt), bewegt sich das Selbst von einem Standpunkt des Individualismus hin zu dem der Autonomie... Diese Stufe, die das individualistische Selbst und seine Entfremdung transzendiert, gehört zum Heilungsprozess von Boomeritis.

03/2003 -mh-