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Bewusstseinsstudien
(aus: An Integral Theory of Consciousness)
Die Methodologie integraler Bewusstseinsstudien umfasst offensichtlich zwei Aspekte: Erstens werden die verschiedenen Ebenen und Linien in jedem der Quadranten gleichzeitig verfolgt und in Entsprechung gebracht und es wird vermieden, sie aufeinander zu reduzieren.
Zum zweiten ist es die innerliche Transformation des Forschers selbst. Dies ist der wahre Grund dafür, so vermute ich, dass die linksseitigen Dimensionen unmittelbarer Bewusstheit von den meisten "wissenschaftlichen" Forschern so nachdrücklich ignoriert und aggressiv abgewertet wurden. Jeder rechtsseitige Weg des Wissens kann begangen werden, ohne dass eine Notwendigkeit zur innerlichen Transformation (bzw. einer Veränderung der Bewusstseinsebene) besteht; man lernt lediglich eine neue Art der Formulierung [translation] (innerhalb der gleichen Bewusstseinsebene). Genauer gesagt haben sich die meisten Forscher bereits mit dem Prozess des Erwachsenwerdens zur Rationalität hin transformiert (formop oder Schau-Logik), und für empirische, analytische oder systemtheoretische Untersuchungen ist keine höhere Transformation erforderlich.
Doch die linksseitigen Wege verlangen - mit dem Beginn des Postformalen - eine Transformation des Bewusstseins im Forscher selbst. Man kann 100% der Quantenphysik ohne Bewusstseinstransformation erfassen; man kann jedoch Zen ohne diese Transformation keineswegs meistern. Man muss sich nicht transformieren, um Dennett's Consciousness Explained zu verstehen; man eignet sich einfach das Wissen an. Um jedoch Plotin's Enneaden zu erfassen, muss man sich selbst transformieren. Für Dennett ist man bereits entsprechend entwickelt, weil sowohl der Autor wie man selbst zur Rationalität transformiert ist, und daher die Bezugspunkte von Dennett's Sätzen leicht erkannt werden können (ob man damit übereinstimmt oder nicht, man sieht in jedem Fall, worauf er sich bezieht, weil seine Verweise im rationalen Weltraum existieren, klar und einfach). Hat man sich jedoch noch nicht zu den kausalen und nichtdualen (transpersonalen und postformalen) Bereichen entwickelt (oder zumindest einen starken Einblick gehabt), wird man nicht in der Lage sein, die Bezugspunkte der meisten von Plotin's Sätzen zu sehen. Sie ergeben keinen Sinn. Man wird meinen, Plotin "sieht Dinge" - was auch der Fall ist, und was jedem offen steht, wenn er sich zu diesen postformalen Welträumen hin entwickelt, wo die Bezüge von Plotin's Sätzen - Bezüge, welche in kausalen und nichtdualen Welträumen existieren - einfach und klar sichtbar werden. Und diese Transformation ist ein absolut unvermeidlicher Teil des Paradigmas (der Injunktion) eines integralen Bewusstseinsansatzes.
Diese zwei Dinge - die nicht-reduktionistische "Simultanverfolgung" aller Quadranten und die Transformation des Forschers selbst - sind meiner Meinung nach beide für einen integralen Bewusstseinsansatz unerlässlich. Für mich ist eine integrale Bewusstseinstheorie daher kein Eklektizismus verschiedener Ansätze, sondern ein streng integrierter Ansatz, der aus sich selbst heraus der holonischen Natur des Kosmos folgt.
04/2003 -mf/mh-


