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17.8.2017 : 9:59 : +0200

Das Wunder eines Wir

Quelle: Excerpt C, Seite 128

Das ist das Wunder eines „Wir“, die Begegnung im Herzen des Kosmos, wo alle bewussten Wesen sich von innen her kennen und miteinander in lebendiger Resonanz schwingen, einer Lebendigkeit in einem Meer elektrisierter Luminosität. Vertieft man sich in die eigene Unendlichkeit, werden die kleineren Ichs und die Ansprüche aufgehoben, in einer Öffnung zum eigenen wahren Selbst, zum ursprünglichen Antlitz, welches nichts anderes ist als die radikal Erste Person des gesamten Kosmos, die Erste Person welche aus allen ersten Personen schaut, hoch oder niedrig, heilig oder profan – die Erste Person, welche eben jetzt diesen Satz liest – und wenn ich wahrhaft zur Ersten Person erwacht bin und sie realisiert habe, habe ich das Selbst von allem gefunden.

Wenn man sich in die unendliche Tiefe des eigenen ursprünglichen Bewusstseins entspannt, dann umfasst der Kreis der Fürsorge immer mehr „Wirs“, immer mehrzweite Personen, in welchen man den GEIST leuchten sieht, und in welchen man das Leuchten der ersten Person erkennt, einen Gott rufen hört, und die Gnade einer Göttin fühlt. Mit dem Ausdehnen der „Wi’s“ werden nicht nur die anderen Seelen aufgenommen, sondern auch deren niedrigere Verkörperungen und jammervolle Begegnungen, so lange bis der Kreis der Fürsorge alle bewussten Wesen als solche beinhaltet, ein leuchtender innerer Strahl liebenden Lichtes, welcher gleichzeitig alle Herzen mit einer ekstatischen Intimität von innen her berührt, und an diesem Punkt findet die eine und einzige Erste Person ihre eine und einzige Zweite Person, die verborgene Geliebte in allen Bereichen, der herrlich verborgene Anblick innerhalb der Welten, und Sie findet nun als Erste Person umgekehrt auch Ihn, als ihren Geliebten.

Jedes „Ich“, welches nach einem „Du“ Ausschau, hält ist Shiva, welcher Shakti bewundert, ein Gott, der zur Göttin aufblickt, ein Unbewegte Beweger, und dennoch hoffnungslos verliebt in die Weltenmutter: durchscheinendes leeres Bewusstsein, mit einem Ehrfurcht gebietenden Gleichmut. Als reiner Zeuge bewegt sich Shiva nicht, kann sich nicht bewegen, weil Shakti ihm den Atem genommen hat. Und so ist wiederum umgekehrt jedes „Du“, welches gesehen wird, Shakti, strahlendes Licht aussendend in das ganze Universum, ein Geschenk und Ausdruck ihrer grenzenlosen Bewunderung für Shiva, welcher ihr ein und alles ist. Fühlst du die Unendlichkeit, dann bist du – als Ich-Ich– Gott, und wenn du ein Du bist, dann bist du die Göttin: jeder Sehende ist Shiva, jeder Gesehene ist Shakti, in der geheimen, ekstatischen, erotischen Einheit dieses und einse jeden Augenblicks.

Die rückhaltlose Unendlichkeit ihrer verzückten Umarmung schließt alle dritten Personen im Kreis leidenschaftlicher Fürsorge ein, die schockierende Erfahrung des radikalen Einen Geschmacks, wo jedes Ich im gesamten Kosmos zu einem leuchtenden Gott, und jedes Wir zu Gottes aufrichtigster Verehrung in liebender Solidarität wird, und jedes Es, als heiligster Tempel Gottes, gewoben immer und ausschließlich aus den kostbarsten Geweben eines GEISTES, die Innerlichkeiten seiner eigenen Manifestation offen legt, ein GEIST, welcher kein anderer ist als der, der diesen Satz in diesem Augenblick liest, und eine Offenlegung, welche keine andere ist als ein Bekenntnis, wer und was du immer schon bist.

In diesem Augenblick, welcher dieser Augenblick ist, ist alles wahrhaft zu Ende. Doch bis zu diesem Augenblick, welcher dieser Augenblick ist, heißt es: Was für Traumtänzer sind wir doch alle! Beim Einnehmen unserer natürlichen Perspektiven geht es allein darum, durch unsere Träume hindurchzugehen und zum EINEN zu erwachen, für den diese natürlichen Perspektiven unendliche Spiegelungen seines eigenen ursprünglichen Antlitzes sind. Der einzige Grund dafür, dass du all diese Perspektiven einnehmen kannst ist der, dass du keine von ihnen bist, sondern die unermessliche Leere und Öffnung, in welcher sie alle erschienen, und die unermessliche Fülle oder das Leuchten, durch welche sie alle erstrahlen.

Das Universum ist zusammengesetzt aus Perspektiven, welche du eingenommen hast, um ein kosmisches Schachspiel mit dir selbst zu spielen. Der Kosmos besteht aus bewussten Wesen, und jedes einzelne von ihnen ist das eine und einzige, nicht-lokale und nichtduale, Erste Person, welchem die Perspektiven als seine eigenen Spiegelungen erscheinen, seine eine und einzige Zweite Person berührend und liebend, und jede und alle Dritte Personen umwerbend, und alle sind sie wiederum die eine und einzige Erste Person, welche jetzt gerade liest. Dein eigenes ursprüngliches Antlitz, das Antlitz, welches du bereits vor dem Urknall hattest – das ICH BIN des ICH BIN – schaut immer noch durch deine Augen auf die Welt, selbst hier und jetzt.

Erinnerst du dich?

Falls nicht, dann steckst du fest im schäumenden Strom, und alles um dich herum entsteht entsprechend der AQAL Matrix deiner eigenen natürlichen Perspektiven...

03/2010 Übersetzung: Michael Habecker