Sie sind hier: IF-HOME > Grundlagen des Integralen > Kurz Gefasst  > Erleuchtung/Zustände...
DeutschEnglishFrancais
25.7.2017 : 12:32 : +0200

Erleuchtung (Zustände und Stufen/Strukturen)

aus dem Dialog Cohen-Wilber in What Is Enlightenment? Juli-August 2006

Wenn wir den Unterschied zwischen Zuständen und Stufen verstehen, dann verstehen wir, dass es zwei unterschiedliche Arten von Erleuchtung gibt. Die eine ist Erleuchtung als ein Einssein mit allen Entwicklungsstufen, die zu einer gegeben historischen Zeit existieren ? d.h. diese alle transzendiert und beinhaltet. Dies können wir ?vertikale Erleuchtung? nennen. In der heutigen Zeit würde das die Stufe des Integralen oder des Super-Integralen bedeuten, irgendwo zwischen Türkis und Indigo auf der Farbskala, die ich verwende. Befindet man sich hingegen auf der mythischen, rationalen oder pluralistischen Bewusstseinsebene, dann ist man in der heutigen Zeit nicht vertikal erleuchtet. Man kann dann nicht sagen, dass man eins wäre mit der Gesamtheit des Universums, weil es zwei oder drei oder vier Ebenen oder Strukturen gibt, die über einen hinausgehen.

Es gibt also vertikale Erleuchtung, was bedeutet, dass man eins ist mit allen existierenden Entwicklungsstufen, und dann gibt es horizontale Erleuchtung, und das bedeutet das Einssein mit allen existierenden Zuständen. Um es noch einmal zu betonen, man kann zu allen diesen Zuständen auf praktisch jeder Entwicklungsstufe oder Struktur erwachen, auf der man sich befindet, und das stellen wir mittels des Wilber-Combs Rasters dar.

Ein Problem dabei ist, dass man, wie du schon erwähnt hast, bei östlichen Lehrern lernt, diese tiefgreifende Zustandserfahrungen zu machen ? sie haben die Leere geschmeckt, sie haben den zeitlosen Seinsgrund geschmeckt ? doch wenn sie aus diesen Zuständen herauskommen, aus welchen Strukturen heraus interpretieren sie diese dann? Im Allgemeinen aus der traditionellen, mythischen, bernsteinfarbenen Struktur heraus, bzw. dem blauen Mem. Das ist eine sehr starre Struktur und daher interpretiert sie die Wirklichkeit als absolut unveränderlich. Sie entwickelt sich nicht, sie entfaltet sich nicht. In dieser Weltsicht gibt es keine Entwicklung, und das ist eines der Probleme dabei. Ihr Mythos des Vorhandenen hält sie auf einer unteren Entwicklungsebene fest.

06/2006 -mf-