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26.5.2017 : 11:10 : +0200

Herzensbeziehungen

(aus: www.integralnaked.org, Telefonkonversation mit Saul Williams "Kunst als eine Kontemplation des Seins", 2004)

Man kann es auf so viele verschiede Arten beschreiben ... da gibt es dieses Plato-Zitat - ich freue mich darüber, dass es bekannter wird, ich habe es in verschiedenen Filmen gehört - und es lautet: "Männer und Frauen waren einst vereint, wurden dann aber auseinander gerissen, und das Streben und Verlangen nach dieser Einheit wird Liebe genannt." Diese Vorstellung hat mir immer gefallen - ob wir sie nun als einen Mythos mit kleinem "m" oder als einen Mythos mit grossem "M" betrachten spielt dabei keine Rolle. Die Idee von einer gegenseitigen Ergänzung bringt Aspekte des anderen zum Vorschein, von denen man selbst nichts wusste, und am Ende führt das zu gegenseitiger Transzendenz. Man taucht ein in dieses unendliche Geheimnis, aus dem heraus beide Partner von Augenblick zu Augenblick erscheinen, und daher möchte man nicht über den nächsten Tag hinaus im Voraus planen [lacht], und dann ist da noch dieser magische, unendliche Ozean, aus dem heraus sowieso alles von Augenblick zu Augenblick erscheint.

Irgendwie - und es spielt keine Rolle ob es sich um schwule oder lesbische Beziehungen handelt -, aber irgendwie bringt diese Beziehung - eine intime Herzensbeziehung mit einem anderen Menschen, von Körper zu Körper, Herz zu Herz, Seele zu Seele und Geist zu Geist - Erleuchtung und Wachstum hervor, und ich denke nicht, dass dies auf irgendeine anderer Art und Weise geschehen kann. Darin involviert zu sein ist etwas ganz Außerordentliches. Und natürlich kann es einen hin und wieder um den Verstand und zur Verzweiflung bringen, das gehört wahrscheinlich dazu....

In gewisser Weise ist das so wie bei der Kunst, worüber wir bereits sprachen. Diejenige Person, die z.B. einem gesprochenen Text zuhört und diejenige, welche diesen Text spricht haben dasselbe SELBST und können in einem höheren Sinn in Resonanz miteinander treten; und mit Beziehungen ist das ganz ähnlich: Man ist gezwungen, sein eigenes Selbst in anderen zu erkennen - immer mehr, immer mehr, immer mehr und immer mehr -, und dies ist bereits eine spirituelle Handlung.

02/2004 -mf/mh-