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29.4.2017 : 3:32 : +0200

Idealisierung

Quelle: www.Integralnaked.org Telefonkonversation mit Saul Williams, "Art As A Contemplation Of Being", 2003

Ich habe einmal öffentlich meine Bücher signiert... das tue ich - aus verschiedenen Gründen - so gut wie nie. Etwa 800 Leute kamen, und man geht durch diese ganze Prozedur hindurch, wie man so etwas machen soll, wie man das durchsteht...

Ein Grund, warum ich ungern meine Bücher vor einer Menge von Leuten signiere, ist: Man kann das nicht in einem Buchladen machen, da ist zu wenig Platz, also landet man in einer presbyterianischen Kirche auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Plötzlich befindet man sich in dieser Kirche, und eine Menge Leute sitzen aufgereiht vor einem und schauen einen an, und das ist ziemlich genau das, was man sich für sich selbst nicht wünscht... als wäre man jemand, der hier predigen würde oder so etwas. Du z.B: [auf den Gesprächspartner bezogen] möchtest im Dialog sein, du möchtest herausfinden, was geschieht, mit allem Hin und Her, und was so alles dazugehört, das ist durchaus ein ähnlicher Vorgang: Eine Menge Leute laden dir eine Menge Projektionen auf, und sie bauen dich auf eine bestimmte Art und Weise zusammen... es ist eine sehr schmaler Grat. Bezogen auf die künstlerische Performance, die du machst, denke ich, dass in dem, was du tust, eine wirklich Größe liegt und gleichzeitig möchtest du nicht, dass das irgendjemand fehlinterpretiert, indem er darüber fantasiert oder es über-idealisiert... Und ich denke, dass es wirklich wichtig, ist diese Art von Dialog zu haben - zum einen kann eine bestimmte Ausstrahlung oder Grossartigkeit gewürdigt werden, wenn sie sich hin und wieder zeigt, aber ebenso geht es dabei um zwei menschliche Wesen im Austausch miteinander.

01/2004 -mh-