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24.3.2017 : 5:07 : +0100

Integrale Führung

aus einer Seminarankündigung des Integralen Institutes, Dezember 2003

Warum überhaupt eine Führung?

Jede Organisation, die effektiv, in sich stimmig und erfolgreich sein möchte, muss drei Bedingungen erfüllen:

  1. Sie muss über das technische Wissen verfügen, welches erforderlich ist, um die Erwartungen ihrer Kunden zu erfüllen und auch zu übertreffen.
  2. Sie muss ihren Mitarbeitern eine gesunde und sinnerfüllte Arbeitsumgebung zur Verfügung stellen.
  3. Sie muss ihre Mitglieder auf die Verfolgung des gemeinschaftlichen Ziels hin ausrichten.


Führungspersönlichkeiten wirken wie ein Magnet auf das organisatorische Umfeld, mit einem ausgeprägten Sinn für eine gemeinschaftliche Ausrichtung. Integrale Führer sind kulturelle Architekten, welche die Bildung von gemeinschaftlich geteilten Absichten, Visionen, Werten und Normen beratend und leitend begleiten. Durch ihr beispielhaftes "Sein" geben sie Orientierung für das "Tun" der Gruppe, und für das, was die Gruppe dadurch erhält.

Erfolglose Führung führt zu einer zersplitterten und nicht funktionierenden Organisation, mit unerfüllten und unmotivierten Menschen, schlechter Kommunikation, ineffektiven Verhaltensweisen und einer schlechten Leistung.

Erfolgreiche Führung führt zu einer in sich stimmigen Organisation mit begeisterten Menschen, welche effizient für die Verwirklichung ihrer gemeinsamen Vision zusammenarbeiten. Erfolgreiche Führung erfordert sowohl die Fähigkeit, Dinge (unbewusste Wesen) als auch Menschen (bewusste Wesen) zu managen. Das Erstere verlangt technische Fähigkeiten in der äußeren Dimension, während Letzteres eine völlig andere Art von Kompetenz in den inneren Bereichen (subjektiv und intersubjektiv) erfordert.

Nur der integrale Ansatz stellt eine vollständige Landkarte für die Entwicklung innerer und äußerer Kompetenzen zur Verfügung, welche für eine integrale Führung erforderlich sind.

Der integrale Ansatz verlangt den Einsatz des ganzen Menschen - alle Quadranten, alle Ebenen, alle Linien. Um eine wirkliche Effektivität zu entwickeln, müssen Führungspersönlichkeiten Erkenntnis und technische Fähigkeiten mit der Entwicklung verschiedener kritischer Entwicklungslinien des menschlichen Bewusstseins miteinander verbinden - kienästhetisch, emotional, moralisch, Selbst, interpersonell und spirituell - und das über alle vier Quadranten menschlicher Erfahrungen: das innere Individuelle (oben links), das innere Kollektive (unten links), das äußere Individuelle (oben rechts), und das äußere Kollektive (unten rechts).


Um welche Themen geht es dabei?

Im Zusammenhang mit einem ausgewogenen integralen Ansatz und einem Lernen, welches die ganze Person einbezieht, beschäftigt sich integrale Führung speziell mit den kritischsten Themen von Führungsentwicklung:

  • integrale Erkenntnis - das Arbeiten mit einem integralen Verständnis, welches die vielfältigen Dimensionen einer jeden Situation (innerlich, äußerlich, individuell, kollektiv) und eines jeden Menschen (Linien, Ebenen, Zustände und Typen) zum Vorschein bringt.
  • absolute Verantwortlichkeit - effektives und würdevolles Handeln unter Berücksichtigung aller Umstände, unabhängig davon, durch wen oder was sie entstanden sind.
  • authentische und respektvolle Kommunikation - das Engagement in konstruktiven Dialogen, welche die Wahrheit eines jeden würdigen und zur Aufgabenerfüllung führen, Beziehungen fördern und persönlichen Sinn, Bedeutung und Integrität unterstützen.
  • bedingter und unbedingter Erfolg - die Überwindung von Sorgen und Ängsten (welche in einem Universum, das außer Kontrolle geraten zu sein scheint, normal sind) und die eigene Verwurzelung in Vertrauen und Frieden (bei der Konzentration auf die eigene Ver-antwort-ung [response-ability] etwas ganz Natürliches).
  • persönliche Werte und Tugenden - die eigene Berufung finden, ihr folgen, mit ihr im Einklang leben und ihr zu einem größtmöglichen ethischen Ausdruck verhelfen.
  • Integrale Konfliktlösung - die Behandlung von Konflikten als Polaritäten, welche nach Integration verlangen, durch einen Prozess des "Transzendierens und Umfassens" der Angelegenheiten und Interessen aller Parteien.
  • auf Integrität basierende Handlungskoordination - der Aufbau von auf Verpflichtung beruhenden Netzwerken zur Förderung von Quantensprüngen bei der Teamleistung.
  • Emotionale Weisheit - das Managen emotionaler Räume durch Fähigkeiten wie Aufmerksamkeit, Steuerung und Ausdruck.
  • Management von Energie und Aufmerksamkeit - das Verstehen bio-energetischer Prinzipien der Achtsamkeit, und ihre Anwendung in beruflichen und persönlichen Situationen.
  • Integrale Spiritualität - die Erforschung von grundlegenden Sinnfragen wie z.B. "Was ist dieser Kosmos?" "Wer bin ich?" "Was bedeutet dies alles?" "Wie soll man leben?" und das Umsetzen ihrer Kraft in alltäglichen Interaktionen.

01/2004 -mf-