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15.12.2017 : 1:39 : +0100

Integrale Kunst

Quelle: www.integralnaked.org 2007

Im Vorwort zu Alex Greys Buch ?The Mission of Art? machte Ken Wilber folgende Aussage: Alex Grey könnte möglicherweise der  signifikanteste lebende Künstler sein. Auf den ersten Blick mag das als völlige Übertreibung erscheinen, die den verständlichen Enthusiasmus eines langjährigen Freundes und Kollegen zum Ausdruck bringt.

 
Im Kontext des Integralen Ansatzes, erklärt Ken, besitzt ?signifikant? eine ganz spezifische Bedeutung und es war diese Bedeutung, auf die in dem Vorwort Bezug genommen wurde. Signifikant bezieht sich auf  den Grad der Tiefe eines Ereignisses (wie viele Komplexitäts-Ebenen besitzt es?) und fundamental bezieht sich auf die Spanne oder Breite eines Ereignisses (wie viele von ihnen gibt es?).

Atome sind beispielsweise extrem fundamental für das Universum und besitzen eine enorme Spanne (es gibt Abermilliarden von ihnen), aber sie sind nicht sehr signifikant (sie besitzen keine Komplexität). Andererseits sind Menschen nicht sehr fundamental für das Universum (beispielsweise gibt es sehr viel weniger von uns als es Atome gibt), aber wir sind einzigartig signifikant (kein Ding oder Organismus im bekannten Universum enthält mehr Ebenen von Tiefe und Komplexität als ein Mensch).

Der außergewöhnliche Teil dieses multi-dimensionalen Puzzles besteht darin, dass einige Menschen mehr Ebenen von Tiefe zu besitzen scheinen als andere - sie sind in gewisser Weise signifikanter, da sie mehr einschließen und sich mit mehr Aspekten des Kosmos identifizieren (denken Sie zum Beispiel an Al Capone im Vergleich zu Mutter Theresa oder Hitler im Vergleich zu Gandhi). In den Menschen gibt es zwei "Achsen" oder "Dimensionen" möglichen Signifikanz-Wachstums jenseits und über die einfache physiologische Komplexität des grobstofflichen Körpers im Oben-Rechts Quadranten hinaus (wenn man in Auge behält, dass Signifikanz immer eine alle Quadranten umfassende Angelegenheit ist).

Diese zwei Achsen oder Dimensionen des Bewusstseins sind Zustände und Stufen. Die drei Hauptzustände des Bewusstseins - die zum Beispiel durch kontemplative Spiritualität erschlossen und aktiviert werden, sind grobstoffliches Wachsein, feinstoffliches Träumen und kausales Schlafen, denen Zeugenbewusstsein und nichtduale Zustände einen weiteren Feinstofflichkeitsgrad hinzufügen, was insgesamt fünf weitgefasste Bewusstseinszustände ergibt, die für jedermann immer gegenwärtige Möglichkeiten darstellen. Stufen sind jedoch nicht immer gegenwärtig. Bewusstseinsebenen oder -stufen, die zum Beispiel durch die Entwicklungspsychologie erschlossen und aktiviert werden, sind die Tiefenstrukturen des Bewusstseins, die buchstäblich den Komplexitätsgrad bestimmen, dem kulturelle und individuelle Oberflächenstrukturen und Inhalte entsprechen müssen. Nachfolgend ist eine beliebte Zusammenfassung dieser sich entfaltenden Stadien, Wellen oder der Höhe: archaisch zu magisch zu mythisch zu rational zu pluralistisch zu integral zu superintegral und transpersonal. Und hier liegt der Schlüssel zum Verständnis von Entwicklung: jedes Stadium ist einschließender und umfassender und deshalb signifikanter als das vorhergehende Stadium aber man kann kein Stadium auslassen und jeder beginnt bei der Geburt ganz am Anfang ? auf ?Feld 1?..

Für einen Künstler impliziert das, alle fünf Bewusstseinszustände erforscht und in unterschiedlichem Ausmaß gemeistert zu haben und bis zur gegenwärtigen Bugwelle der Bewusstseinsentwicklung, den integralen und transpersonalen Entwicklungsebenen gewachsen zu sein. (In Kens Buch "Integrale Spiritualität" werden diese beiden Achsen ebenfalls als "die zwei Achsen der Erleuchtung" bezeichnet, ohne deren beide keine spirituelle Erkenntnis komplett ist). Speziell, wenn es um die Formen der Realität geht, die durch außergewöhnliche, meditative und Spitzenerfahrungen erschlossen werden, gibt es keine Parallelen für Alex' Fähigkeit, das, was er in seinem geistigen Auge sieht, in ein Kunstwerk zu übersetzen, das dann oft die außergewöhnliche Fähigkeit besitzt, in Betrachtern ähnliche Zustände hervorzurufen.

 

Transformative Kunst:

Gemälde, die den grobstofflichen, subtilen und kausalen Körper darstellen - mit der Vorstellung, vor jedem zu stehen, dann jede dieser Dimensionen im eigenen Sein zu kontemplieren und mit ihnen in Resonanz zu gehen und auf diese Weise deren einzigartige Zustände hervor zu rufen.

Das ist nur der Anfang dieser die Integrale Kunst definierenden Diskussion und wie Tiefe und Bedeutung in ein von postmodernem Nihilismus und Narzissmus überwuchertes Feld zurück gebracht werden könnte.

 
Ergänzung:
Siehe auch die Galerie des vom Integralen Institut inzwischen offiziell als weiteren signifikanten integralen Künstler anerkannten De Es Schwertberger, www.dees.at, dessen Bilder schon mehrfach die Titelseiten der integralen perspektiven verschönten. DeEs erreicht seine Visionen jedoch durch 2 ? 3 Stunden täglicher Meditation auf das innere Licht und den inneren Ton (Sant Mat) und nicht durch den Einsatz von bewusstseinserweiternden Substanzen.

2007 -rw/mf-