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24.4.2017 : 20:56 : +0200

Integrale Mathematik

aus: Exzerpt C, Anhang B

Im Anhang B des Exzerpt C stellt Wilber eine Mathematik vor, welche ?nicht auf Variablen, sondern auf Perspektiven bewusster Wesen, deren gegenseitige Reflektionen miteinander in Resonanz treten können? basiert.
Der vollständige Text des Anhang B ist auf deutsch veröffentlicht.

Lassen Sie mich diesen Überblick mit der Wiederholung der Passage im Haupttext [des Exzerpt C] beginnen, in welcher ich die integrale Mathematik einführe:

Wenn wir diesen ersten Ereignishorizont als ?Erfahrungen der ersten Person von Wirklichkeiten der ersten Person" bezeichnen, dann können wir das mit (1p x 1p) darstellen, wobei ?1p" ?erste Person" heißt. Dies ist der Beginn einer integralen Mathematik, welche nicht auf Variablen sondern auf Perspektiven basiert. Für diejenigen, die es interessiert, werde diese integrale Mathematik in Anhang B und einer Reihe von weiteren Anmerkungen entwickelt. Ehrlich gesagt, Sie müssen das nicht lesen; es ist einfach nur ein Notationssystem, welches uns dabei hilft uns daran zu erinnern, alle in uns vorhandenen Perspektiven zu würdigen; aber wenn mathematische Notationen nicht Ihr Ding sind, dann überspringen Sie einfach die jeweiligen Abschnitte und folgen dem Haupttext ? alles, was Sie wissen müssen, ist in den Abbildungen 2 und 3 [des Exzerpt C] dargestellt.

Kurz gesagt: ?1p" ist erste Person, ?2p" ist zweite Person, und ?3p" ist dritte Person ? und bezieht sich auf konkrete, aber unspezifische Personen ? und ?1-p" mit Bindestrich ist eine Perspektive der ersten Person, und kann sich auf eine erste, zweite oder dritte Person beziehen, im Bezug zu derjenigen Person, welche die Aussage macht (und ebenso verhält es sich mit ?2-p" und ?3-p").

Wenn ich also beispielsweise eine Aussage mache, dann würde ich sagen, dass ich die erste Person (1p) bin, welche zu dir (2p) spricht. Aber du als zweite Person bist offensichtlich von deiner Sicht aus gesehen ebenso ein ?Ich" bzw. eine erste Person; und daher sollte ich, wenn ich eine Aussage über dich mache, sagen, dass deine zweite Person eine erste Person hat: 2p(1p), um damit deine Perspektive zu würdigen ? und das weist auf die erste Person der zweiten Person, mit der ich spreche, hin. Gleichermaßen ist ?er" nicht nur eine dritte Person (3p), sondern eine dritte Person, welche ebenso bewusst und wahrnehmend ist ? 3p(1p) ? und das bedeutet: die erste Person der dritten Person, über die ich spreche.

Wenn ich mir also deiner bewusst bin, ist das nicht nur 1p x 2p, sondern meine erste Person ist sich deiner bewusst, und du hast eine eigene erste Person: 1p(1p) x 2p(1p), was bedeutet, dass meine erste Person zu deiner ersten Person spricht.

Natürlich kann ich mich deinem Bewusstsein als einem Subjekt im Dialog nähern, oder als einem Objekt, welches ich studiere ? das heißt ich kann mir ? unter anderem - deiner Person gewahr sein, entweder in einem Modus der ersten Person (1-p) oder in einem Modus der dritten Person (3-p); also 1p x 1-p x 2p bei einer Annäherung im Modus der ersten Person, und 1p x 3-p x 2p bei einer Annäherung im Modus der dritten Person.

Erweitern wir jeden dieser Ausdrücke in der Art wie gerade erwähnt ? wo du nicht einfach ein 2p sondern ein 2p(1p) bist, dann erhalten wir: 1p(1p) x 1p(1-p) x 2p(1p), was bedeutet: ich habe eine subjektive Betrachtungsweise von dir, oder ausformuliert: meine erste Person kennt, im Modus der ersten Person, deine erste Person; und 1p(1p) x 1p(3-p) x 2p(1p), was ausdrückt, dass meine erste Person deine erste Person im Modus der dritten Person kennt, und einfach nur bedeutet, dass ich dich auf eine objektive Art und Weise betrachte, und so einen Standpunkt der dritten Person gegenüber deiner ersten Person einnehme (bzw. dies versuche). Wenn ich jedoch ein Wissenschaftler wäre, welcher versucht dich ausschließlich im Modus der dritten Person zu studieren, dann hätten wir: 1p(1p) x 1p(3-p) x 2p(3p), was bedeutet, dass meine erste Person eine Sicht der dritten Person auf deine dritte Person hätte (bzw. der objektiven Aspekte von dir, welche als Objekte studiert werden können, wie z.B. deine Masse, Energie, Biochemie usw.).
Meine Sicht der ersten Person, mein Verständnis oder meine Interpretation von dir, 1p(1p) x 1p(1-p) x 2p(1p) (was bedeutet dass meine erste Person eine Sicht der ersten Person deiner ersten Person hat) kann nun mit deiner Sicht von dir selbst übereinstimmen oder auch nicht, 2p(1p) x 2p(1-p) x 2p(1p) (was bedeutet, dass deine erste Person eine Sicht der ersten Person deiner ersten Person hat). Wenn diese zwei Wahrnehmungen übereinstimmen, dann erhalten wir 1p(1p) x 1p(1-p) x 2p(1p) = 2p(1p) x 2p(1-p) x 2p(1p)
was bedeutet, dass mein Verstehen der ersten Person von deiner ersten Person mit deinem Verstehen deiner ersten Person übereinstimmt. Dies nennt man gegenseitiges Verstehen.

Die wirkliche Welt basiert nicht auf Variablen über Bereiche, deren Operationen sich im Modus der dritten Person durch Gleichsetzung entsprechen können, sondern auf Perspektiven bewusster Wesen, deren gegenseitige Reflektionen miteinander in Resonanz treten können. Eine integrale Mathematik der wesenhaften Perspektiven ist also ein Notationssystem für die reale Welt, das Indra's Netz der harmonischen Resonanzen zwischen bewussten Wesen entspricht, welche sich gegenseitig endlos wahrnehmen, und kein Raster und keine Matrix von Felsbrocken der dritten Person, welche im geometrischen Raum aneinander stoßen.

Es erübrigt sich zu sagen, dass dieses Notationssystem sehr schnell sehr kompliziert werden kann. Es scheint eine völlig neue Form von Mathematik zu sein, welche ? natürlich - noch Jahre benötigen wird, um vollständig entwickelt zu werden. Ich bin vielleicht zu 3% in diese neue Landschaft vorgedrungen, aber ein paar atemberaubende Dinge sind bereits in Erscheinung getreten (ich habe bisher etwa hundert Seiten mit Gleichungen vollgeschrieben, einfach nur um zu sehen, wohin das führen kann). In den nächsten Monaten (und Jahren) werde ich immer wieder mal ein paar Ausflüge in die Mathematik der Perspektiven veröffentlichen, für diejenigen, die das interessiert.Natürlich ist der abstrakte Teil der Mathematik der Perspektiven bekanntlich das Spiel junger Männer (das Durchschnittsalter der Entdecker bahnbrechender mathematischer Einsichten liegt bei 23: ein überschäumendes Testosteron scheint der Auslöser für das Hervorbringen dieser Abstraktionen zu sein). Aber vielleicht kann ich etwas Licht auf diese ersten Schritte einer bewussten Mathematik werfen, was andere dann veranlasst selbst damit zu beginnen; in dem ich hier eine verdünnte Version eines mittleren Alters vorlege, wecke ich vielleicht vage das Interesse anderer, welche ebenso ihren mathematischen Zenit bereits überschritten haben.

02/2004 -mh/mf-