Sie sind hier: IF-HOME > Grundlagen des Integralen > Kurz Gefasst  > Kosmische Vererbung
DeutschEnglishFrancais
17.10.2017 : 16:56 : +0200

Kosmische Vererbung

(aus: Exzerpt A Seite 89 ff)

Die AQAL Matrix dieses Augenblicks wird aufgenommen und eingeschlossen in der AQAL Matrix des nächsten Augenblicks. Dies ist nicht nur eine Angelegenheit der Wahrnehmung und der wahrnehmenden Vereinigung, wie Whitehead glaubte. Whitehead lieferte ein Analyse des oberen linken Quadranten, der Existenz von Augenblick zu Augenblick, und vernachlässigte weitgehend die Beiträge der anderen Quadranten. So nimmt beispielsweise die subjektive Dimension dieses Augenblicks die subjektive Dimension des vorangegangenen Augenblicks wahr (und wird so bis zu einem gewissen Grad geformt durch die wahrnehmende Kausalität vergangener Gefühle), die objektive Dimension hingegen übt eine formative Verursachung auf die objektive Dimension des nächsten Augenblicks aus, und übt so nicht einfach eine gefühlte, sondern eine morphische Kausalität aus. Diese Art objektiver oder äußerer Vererbung wird nicht unmittelbar von dem Holon wahrgenommen, es sei denn es nimmt einen Standpunkt der dritten Person gegenüber seiner eigenen Existenz ein, und wird daher auch nicht durch die Whitehead'sche Wahrnehmung oder Verschmelzung berücksichtigt (doch sie wird berücksichtigt durch die Sheldrake'schen morphogenetischen Felder und andere Vererbungen des unteren rechten und linken Quadranten, einschließlich der Resonanzen subtiler Energien).

Und so ist jeder Augenblick nicht nur ein Subjekt, welches zu einem Objekt des nächsten Augenblicks wird; sondern die objektiven Formen jedes Augenblicks üben einen kausalitären Einfluss auf nachfolgende objektive Formen aus, auf eine Art und Weise welche nicht unmittelbar von dem Holon wahrgenommen oder gefühlt werden kann. Das heißt, objektive Dimensionen geben ihren Einfluss weiter an nachfolgende objektive Dimensionen, und subjektive Dimensionen beeinflussen nachfolgende subjektive Dimensionen - und anloges gilt auch für intersubjektive und interobjektive Dimensionen - sie alle tragen dazu bei, das Erscheinungsbild des gegenwärtigen Augenblicks zu gestalten (und nur einige davon sind Wahrnehmungen oder gefühltes Bewusstsein des Holons).

Und ähnlich - das hat der Austausch mit David Ray Griffin ergeben - beeinflussen verschiedene intersubjektive Felder die Form des Subjektes auf verschiedene Weisen, welche niemals als ein Objekt vom Subjekt wahrgenommen werden (d.h. sie treten in das Subjekt ein und gestalten es unmittelbar bei seinem Erscheinen, und nicht als ein vom Subjekt wahrgenommenes Objekt).

Kurz gesagt, werden verschiedene Aspekte aller Quadranten vererbt, nicht nur als wahrnehmende Vereinigung (a la Whitehead), und nicht nur als formative Verursachung (a la Sheldrake), und nicht nur als kulturelle Erinnerung (a la Bourdieu), und nicht nur als soziale Systeme (a la Bertalanffy), sondern über eine vollständige AQAL Vererbung, welche die vier Quadranten einschließt, bis ganz hinunter (auf eine vollständige und nicht nur teilweise dialogische Art und Weise).

Was wir brauchen, ist ein Wort, um diese "vier-quadrantische-Wahrnehmung" zu bezeichnen. Ich nenne sie manchmal "quadrantische Wahrnehmung", doch dies überdehnt die Whitehead'sche Bedeutung bis zur Unkenntlichkeit, und worum es bei den quadrantischen Formulierungen geht, ist ja gerade, dass sie die Angemessenheit der Whitehead'schen Version in diesem Punkt zurückweisen. Daher werde ich diese "quadrantische Wahrnehmung" mit Tetrahäsion [tetrahension] oder All-Wahrnehmung [tetra-prehension] bezeichnen, mit dem klaren Verständnis, dass sie jeweils über gefühlte Wahrnehmung, formative Kausalität, intersubjektive Kontexte und interobjektive Systeme hinausgeht, und auf eine vierquadrantische Vererbung verweist, bis ganz nach oben und bis ganz nach unten. (Mit "vierquadrantischer Vererbung" bzw. "Tetrahäsion" meinen wir alles, was in irgendeinem Quadranten vor sich geht, einschließlich ihrer Wellen, Ströme, Zustände und Typen - Worte, die auf tatsächliche Gegebenheiten hinweisen, welche von einem Augenblick zum nächsten in einer sich kreativ entfaltenden AQAL Matrix weitergegeben werden.)

Der Punkt dabei ist der, dass alle bestehenden Theorien der Vererbung - von der Wahrnehmung zur Kausalität zur Autopoiesis zur Systemerinnerung - auf eine oder zwei Dimensionen des in-der-Welt-Seins stoßen, aber keine von ihnen scheint alles Bekannte abzudecken. Daher meinen wir von nun an, wenn wir von kosmischem Karma sprechen, eine AQAL Angelegenheit der Tetrahäsion, bis ganz nach oben und bis ganz nach unten.

Kurz gefasst: Vererbung von Augenblick zu Augenblick ist eine AQAL Angelegenheit: subjektive Dimensionen treten in Resonanz und beeinflussen subjektive Dimensionen über die Wahrnehmung; objektive (d.h. äußerliche) Dimensionen treten in Resonanz und beeinflussen objektive Dimensionen über eine formative Verursachung; und so weiter mit intersubjektiven und interobjektiven Gewohnheiten.

Quadrant-zu-entsprechendem-Quadrant Resonanz ist die Gestalt der Kosmischen Erinnerung. Und viele der rechtsseitigen Formen dieser Vererbung können niemals in die unmittelbare Wahrnehmung desjenigen Holons eintreten, an das sie vererbt werden, wie auch die meisten der Tiefenmuster der linksseitigen Quadranten, welche, wie wir noch sehen werden, nur durch Untersuchungen der zweiten und dritten Person entdeckt werden können (und nicht durch Wahrnehmungen der ersten Person). Ähnlich verhält es sich auch mit den rechtsseitigen subtilen Energiefeldern, zusätzlich zu den morphischen Felder - beide entziehen sich grundsätzlich einer Wahrnehmung.

03/2003 -mf/mh-