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26.5.2017 : 11:06 : +0200

Kosmisches Karma und Kreativität

(aus: Excerpt A Seite 67)

Jedes Holon hat mindestens vier Hauptdimensionen des in-der-Welt-Seins: subjektiv, objektiv, intersubjektiv und interobjektiv

In der subjektiven Dimension (OL) umfasst des Wesen der von Augenblick zu Augenblick fließenden Existenz Wahrnehmung - bzw. das Erfühlen des vorhergehenden Augenblicks durch diesen Augenblick - das holarchische Transzendieren-und-Aufnehmen des vorangegangenen Augenblicks. Dies ist ein Beispiel für die Tatsache, dass jede Dimension des in-der-Welt-seins eine Art von Einfluss (bzw. kosmisches Karma) von seinen Vorgängern erbt.

In der objektiven Dimension (OR), umfasst das Wesen der fließenden Existenz von Augenblick zu Augenblick - neben anderen Dingen - morphische Resonanz und formative Verursachung, wo die objektive Form eines Holon mit gleichen Formen in Resonanz über Raum und Zeit ist, und sie zu einem gewissen Grad beeinflusst (so wie eine schwingende Saite andere Saiten der gleichen Frequenz zur Schwingung anregt. Die zwei miteinander schwingenden Saiten bezeichnen wir als morphische Resonanz, eine Saite, welche eine andere zum Schwingen bringt, bezeichnen wir als formative Verursachung). In der oberen rechten Dimension erscheint diese Vererbung hauptsächlich als die vergangenen Formen eines individuellen Holons, welche die gegenwärtige Form beeinflussen. Dieser OR Einfluss umfasst ebenso... die verschiedenen Typen subtiler Energien. Eine andere ebenso wichtige Form der OR Vererbung ist die Autopoiesis, die Selbstorganisation und Selbstreproduktion lebendiger Holons. ...

In der interobjektiven Dimension (UR) umfasst die Natur der fließenden Existenz kollektive morphische Resonanz und kollektive formative Verursachung, die verschiedene morphogenetische Spuren [grooves] schaffen, welche die sich entfaltende Entwicklung individueller Holons, die im Zusammenhang mit diesen Spuren auftauchen, stark beeinflussen und manchmal auch steuern. Dies ist einfach nur eine Untergruppe der allgemeinen Phänomene der Systemerinnerung.

Daher sind alle vier Dimensionen des in-der-Welt-Seins bis zu einem gewissen Grad beeinflusst von ihren Vorgängern.

Anders gesagt, erbt jedes Holon, als eine gegebene a priori Grundlage, die AQAL Matrix des vorangegangenen Augenblicks.

Diese Erbschaften umfassen Tiefenmuster des in-der-Welt-Seins, welche keine archetypischen Gegebenheiten sind, sondern Kosmische Gewohnheiten.

Kosmische Gewohnheiten sind keine rigiden und zementierten Strukturen, sondern Wahrscheinlichkeitswellen für das Vorfinden eines bestimmten Typs eines Holon in einer bestimmten raumzeitlichen Lokalität der sich kreativ entfaltenden AQAL Matrix.

Um überleben zu können, muss jedes Holon sich mit seinem AQAL Erbe tetra-verbinden, oder es wird ausgelöscht. Diese Tetra-Evolution umfasst einen jeweils unterschiedlichen Selektionsdruck in allen vier Dimensionen des in-der-Welt-seins (Wahrheit, Wahrhaftigkeit, Bedeutung, funktionelles Passen).

Wenn die AQAL Matrix dieses Augenblicks die AQAL Matrix des vorangegangenen Augenblicks erbt, fügt sie ebenso ihren eigenen Funken kreativer Neuheit und Transzendenz hinzu. Jedes Ereignis ist "Transzendieren und Aufnehmen", und lässt die Whitehead'sche holarchische Natur jedes Augenblicks in Erscheinung treten.

Deswegen ist Evolution nicht nur gekennzeichnet durch die Vererbung vergangener Formen in einer tetra-Verbindung, sondern in der Emergenz neuer Formen durch transzendente Kreativitätssprünge. Wie von Jantsch zusammengefasst, ist Evolution "Selbstorganisation durch Selbsttranszendenz".
Diese emergenten Sprünge schaffen so neue Nischen in der AQAL Matrix, gekennzeichnet durch Wahrscheinlichkeitswellen größerer Tiefe, Bewusstsein, und umfassendere Fähigkeiten.

Diese Nischen nehmen als kosmische Gewohnheiten spezifische Formen an, wenn dieser Raum durch eine ausreichend große Anzahl von Holons quandrantisch inszeniert wird (welche dann dies als Erbschaft weitergeben an nachfolgende Holons, die sie transzendieren und aufnehmen).

Höhere Potentiale werden zu konkreten Gegebenheiten - und höhere Zustände werden konkrete Stufen - durch diesen Prozess kreativer Inszenierung in einer tetra-Verbindung. Und nirgendwo sind vorgegebene Ebenen, Strukturen oder Stufen erforderlich.

Wann immer eine neue Nische sich im Prozess der tetra-Emergenz befindet, gerät die alte Nische in eine Legitimitätskrise, welche nur durch eine Zunahme an Authentizität überwunden werden kann - bzw. eine Transformation hin zu der neuen Nische größerer Tiefe, Bewusstheit, Kultur und Komplexität.

Authentische vertikale Transformation zu größeren Ebenen der Tiefe bedeuten jedoch nicht automatisch Fortschritt, weil eine höhere Entwicklung in einigen Linien begleitet sein kann von niederen Entwicklungen in anderen Linien (ein Phänomen welches Ebenen und Linien genannt wird, ob in Individuen oder in Gesellschaften).

Aus diesem Grund ist historische Entwicklung eine schmerzvolle Mischung aus "guten Neuigkeiten und schlechten Neuigkeiten", wenn Individuen und Kulturen in der Gesellschaft das gesamte Bewusstseinsspektrum aller verfügbaren Wellen einnehmen, sowohl in deren gesunden wie auch ungesunden Formen.

Daher gilt, dass je größer die Tiefe eines Individuums oder einer Kultur, desto mehr Potentiale und Pathologien stehen zur Verfügung.

Eine AQAL oder integrale Analyse all dieser Faktoren repräsentiert sehr wahrscheinlich in einer AQAL Konfiguration (in einem Individuum, einer Familie, einer Gesellschaft, einer Spezies, einem Planeten, oder einem Kosmos) die beste Möglichkeit, die guten Nachrichten zu verstärken und die schlechten Nachrichten zu verringern, weil nur eine integrale Analyse die größte Vielfalt der Beweise von der größten Anzahl der Quellen berücksichtigt, und daher der am wenigsten ausschließende Ansatz ist, und derjenige Ansatz, welcher dem Selbstverständnis und dem Verständnis anderer am wenigsten Gewalt antut.

03/2003 -mh-