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27.4.2017 : 16:48 : +0200

Mutation

aus: Kurze Geschichte des Kosmos/Fischer TB Seite 43 ff

Aber betrachten wir jetzt den ....... Aufbauprozess, durch den neue Holons entstehen oder emergieren. Wie konnten sich jemals träge Moleküle zu lebenden Zellen zusammenfinden?

Die glatte neodarwinistische Standarderklärung glaubt ja nun wirklich niemand mehr. Zweifellos operiert die Evolution teilweise auf dem Weg der darwinistischen natürlichen Auslese, aber dieser Prozess selektiert nur Transformationen, die mittels bislang noch völlig ungeklärter Mechanismen schon zuvor eingetreten sind.

Nehmen wir die Standardauffassung, dass sich Flügel einfach aus Vorderbeinen entwickelt haben. Es dürften etwa einhundert Mutationschritte notwendig sein, bis aus einem Bein ein funktionstüchtiger Flügel wird, wobei ein halber Flügel keinen Sinn hat: Ein halber Flügel taugt nicht als Bein und nicht als Flügel - man kann damit nicht mehr laufen und noch nicht fliegen....mit anderen Worten: Mit einem halben Flügel ist man Futter! Die Entwicklung eines Flügels kann nur dann erfolgreich sein, wenn diese einhundert Mutationsschritte schlagartig in einem einzigen Tier auftreten; außerdem müssen dieselben Mutationen gleichzeitig in einem Tier des anderen Geschlechts auftreten, und dann müssen diese beiden einander auch noch irgendwie finden....sich paaren. Dies ist absoluter, unendlicher Irrsinn......

Derzeit hat man sich einfach darauf geeinigt, von einer "Quantenevolution" oder "punktuellen Evolution" oder "emergenten Evolution" zu sprechen, bei der absolut neue, emergente und unglaublich komplexe Holons in der Art eines Quantensprungs plötzlich ins Dasein treten, wobei jeglicher Hinweis auf Zwischenformen fehlt......

Welche Erklärungen wir auch immer für diese außergewöhnlichen Transformationen heranziehen wollen, es ist eine unbestreitbare Tatsache, dass sie auftreten. Viele Theoretiker wie z.B: Erich Jantsch bezeichnen Evolution daher als "Selbstverwirklichung durch Selbsttranszendenz". Evolution ist in der Tat ein unglaublicher Prozess der Selbsttranszendenz: Sie besitzt die höchst erstaunliche Fähigkeit, über dasjenige hinauszugelangen, was vorher war. Evolution ist also zum Teil ein Transzendenzprozess, der das Vorangegangene einschließt und unfassliche neue Komponenten hinzufügt. Der Drang zur Selbsttranszendenz ist damit dem Gewebe des Kósmos eingebaut.

01/2003 -mf-