Sie sind hier: IF-HOME > Grundlagen des Integralen > Kurz Gefasst  > Ökologie
DeutschEnglishFrancais
18.11.2017 : 13:10 : +0100

Ökologie

(aus: Einfach "Das", Fischer Taschenbuch 2001) S. 285

Es gibt den Einen Geschmack. Es gibt das große Selbst, und es schließt ?Fürze, den Geruch von Urin, einen Haufen Lügen und Verleumdungen? ein. Und solange also die Ökologen nicht begreifen, dass das Ozonloch, die Umweltverschmutzung und Giftmüll vollständig Teil des ursprünglichen Selbst sind, werden sie niemals zu einem erleuchtenden Bewusstsein gelangen, das allein weiß, wie man mit diesen brennenden Problemen umgehen muss.

Zugleich kann die ganze Welt verschwinden - was im Nirvikalpa geschieht -, und das ursprüngliche Selbst ist immer noch es selbst, ganz und vollständig, raumlos und daher grenzenlos, zeitlos und daher ewig. Dies ist nicht die Lehre eines populären Pantheismus, der einfach die manifeste Welt mit dem GEIST gleichsetzt. Die manifeste Welt ist nicht der GEIST: Sie ist eine Geste des GEISTES, wie die Wellen eine Geste des Ozeans sind. Aber die Nässe der einzelnen Wellen ist mit der Nässe des ganzen Meeres identisch: Jede einzelne Welle hat nur Einen Geschmack, und dieser Geschmack ist der GEIST selbst. Der GEIST ist die Nässe jeder einzelnen Welle im ganzen Universum, wozu auch, wie Yasutani sagte, Fürze und Lügen und samt und sonders alles andere einschließlich des Ozonlochs gehören.

Wir wollen das Ozonloch nicht deshalb beseitigen, weil es dem GEIST (oder der Göttin) wehtut, sondern weil es uns umbringt. Eine wirklich spirituelle Ökologie setzt nicht die Biosphäre mit dem GEIST gleich, was eine schreckliche Verwechslung von Relativem und Absolutem, von Endlichem und Unendlichem, von Zeitlichem und Zeitlosem und letztlich bloß eine weitere Variante des Bodyism [Körperkult] ist. Vielmehr betrachtet sie die Biosphäre als eine herrliche Manifestation des GEISTES und behandelt sie daher mit der Hochachtung, die allen Kindern Gottes gebührt, weil sie auch weiß, dass diese Kinder die Manifestation des eigenen tiefsten Selbst sind. Man weint über die Zerstörung der Biosphäre nicht deshalb, weil der eigene Gott stirbt, sondern weil die eigenen Kinder sterben.

01/2003 -mh-