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27.3.2017 : 14:40 : +0200

Relative Wahrheit

aus: Sociocultural Evolution, CW 4 S. 332 (geschrieben 1983)

Was ich Dick [Anthony] ... sagen höre ist, dass eine sehr große und reale Gefahr besteht, irgendein gedankliches Modell zu nehmen und daraus ein Objekt der Idealisierung zu machen. Das sehe ich ganz genau so. Dick hat den Eindruck, dass einige Leute mein System nehmen, und daraus ein "Das ist es" und "So ist es" machen, so als ob die Leere jemals durch mentale linguistische Formen radikal objektiviert werden könnte. Und deshalb möchte ich zu Protokoll geben, dass dies keineswegs die Art ist, wie ich selbst mein Werk sehe. Nicht nur dass ich dies alles als etwas Vorläufiges ansehe - darüber hinaus ist der so genannte "höchste" Zustand, welcher auch als formlos, geheimnisvoll, unbekannt, nicht-wissend usw. "definiert" wird, radikal jenseits irgendeines speziellen objektiven Phänomens, einschließlich aller mentalen Modelle, welche vor dem Angesicht der formlosen Unendlichkeit vorüberziehen. Alle derartigen Modelle besitzen bestenfalls das was die Hindus und Buddhisten mit "relativer Wahrheit" bezeichnen, im Gegensatz zu "absoluter Wahrheit", und vieles von dem was ich schreibe widmet sich dieser relativen Wahrheit. Wenn einige Leute trotzdem darauf bestehen meine Arbeit auf diese Weise zu missbrauchen, dann kann ich nichts tun außer das zu kritisieren, und die Worte aus dem Vorwort zum Atman Projekt wiederholen: Das Modell welches ich nun vorstellen werde ist von relativer Bedeutung - letztendlich ist es "eine Lüge angesichts jenes Mysteriums, welches einzig und allein ist".

05/2005 -mh/fs-