Sie sind hier: IF-HOME > Anwendungen > Integrale Lebenspraxis
DeutschEnglishFrancais
20.2.2017 : 2:55 : +0100

Integrale Lebenspraxis

AQAL ist die Theorie, Integrale Lebenspraxis, kurz „ILP“, eine mögliche Anwendung im alltäglichen Leben. Das Wissen über Quadranten, Ebenen, Linien, Zustände und Typen liefert den Bezugsrahmen für eine individuelle, fortwährende Übung in den vier Hauptmodulen von Körper, Geist, Spiritualität und psychodynamischem Schatten. Dies sind die Kernmodule von ILP, die durch optionale Zusatzmodule und zugehörige Praktiken ergänzt werden sollten.

Ziel dieser am Integral Institute entwickelten Methode ist es, die Essenz all dieser Elemente gleichzeitig zu praktizieren, um durch einen Cross-Trainings-Effekt größtmögliche Transformation bei größtmöglicher Ausgewogenheit zu erreichen. Diese Ausgewogenheit und individuelle Anpassbarkeit ist der Schlüssel zu ungeahntem Wachstums-Potenzial.

Dieser Sektion unserer Seite gibt Ihnen einen guten anfänglichen Überblick über ILP, sowie Ansatzpunkte und Anregungen zum Kennen lernen und Ausprobieren. Finden Sie heraus, wie Sie ihre bestehende Praxis effektiv ergänzen und ein integrales Leben in Freiheit und Fülle führen können.

Die vier Haupt-Module von ILP

Was braucht es, um unser Leben nachhaltig zu verwandeln? Was ist das Minimum an Aufwand, den wir betreiben müssen, damit wir eine konstante Entwicklung in allen Aspekten unseres Menschseins voranbringen, ohne dabei zu einseitig zu werden? Um eine lange Geschichte kurz zu machen: wir brauchen Praktiken aus den folgenden vier Modulen, die die zentrale Linien der Entwicklung gleichmäßig ansprechen. 

BODY - Das Körper-Modul

BODY - Das Körper-Modul

Sport tut gut. Bewegen ist gesund. Ob ausgedehnte Spaziergänge, Fußball, Tennis, Ski, Schwimmen, Tanzen, Yoga oder Gymnastik – der Effekt sportlicher Betätigung auf unser Wohlbefinden liegt auf der Hand. Dazu gehören ausreichend Schlaf und Entspannung, gesunde abwechslungsreiche Ernährung, Sauna, Massagen, Körpertherapien, Akupunktur und alles, was sonst auf dieser grundlegenden Ebene ansetzt. „Körper“ ist ein Begriff, der im integralen Modell noch weiter gefasst wird und auch feinere, energetische und Gewahrseins-Aspekte mit einschließt. 

MIND - Das Geist-Modul

MIND - Das Geist-Modul

Wer rastet, der rostet. Was wahr für den Körper ist, ist auch wahr für den Geist. Wann haben Sie das letzte Mal etwas komplett Neues gelernt, Ihre Perspektive radikal verändert oder einen offeneren geistigen Horizont erschlossen? Aktivitäten wie Lesen, Studieren, Diskussionsgruppen, Rätsellösen, strategisches Denken, Denksport, Logik-Training etc. halten unser grauen Zellen auf Trab, unsere Neuronen plastisch und unseren Geist messerscharf und beweglich. Wer auf diesem Gebiet einschläft, läuft Gefahr verbohrt und unflexibel zu werden, unfähig, den Komplexitäten des Lebens angemessen zu begegnen. 

SPIRIT - Das SPIRIT-Modul

SPIRIT - Das SPIRIT-Modul

Wissen ist Macht, Demut ist Weisheit. Unsere Fähigkeit zu verstehen mag begrenzt sein, aber es gibt etwas in uns, das die Frage nach dem Sinn und Zweck unserer Existenz nicht in Ruhe lassen wird. Jenseits unseres (stets) begrenzten Denkens wartet die unermessliche Weite des Bewusstseins darauf von uns entdeckt zu werden.  Es gibt Praktiken, die die Achtsamkeit und Bewusstheit fördern und uns in die Lage versetzen unsere Körperempfindungen, Gefühle und Gedanken mit Abstand zu beobachten und uns aus unseren unbewussten Konditionierungen, Mustern und leidvollen Verstrickungen zu befreien. Inspiration, Intuition und Loslassen können uns unser tieferes Selbst enthüllen und unser Leben durch echte Weisheit und Mitgefühl bereichern. Meditation, Kontemplation, Gebet, sowie Praktiken von innere Hingabe und Dienen machen uns klar, dass wir nicht bloß unbewusst um unser eigenes, kleines Ich kreisen müssen, sondern dass es eine höhere Dimension im Leben gibt. 

SHADOW - Das Schatten-Modul

SHADOW - Das Schatten-Modul

Die ‚Entdeckung’ des Unbewussten durch Sigmund Freud war ein Schock. Wie können wir Kontakt aufnehmen mit den Persönlichkeitsanteilen, die wir an uns nicht sehen wollen, die aber offensichtlich und störend für Menschen in unserem Umfeld sind? Es gibt einen Vielfalt von Praktiken und Therapien, um unsere unbewussten Aspekte wieder mit ins Boot zu holen, und die in ihnen gebundene Energie wieder zu integrieren.

Die Kombination der Praktiken aus allen Modulen erzeugt einen „Cross-Trainings-Effekt“, der unserer Entwicklung einen enormen zusätzlichen Schub verleiht. 

Übersicht über die Beiträge zu diesem Thema:

Die vollkommene Praxis

Die vollkommene Praxis

Ken Wilber (übersetzt von Michael Habecker)

[Aus: Integral Naked, Ken Wilber and Stuart Davis Fast Furious and moving at the speed of thought, veröffentlicht am 11.12.2006]

Einleitung der IN Redaktion
"Was ist die vollkommene Praxis?”

Ken beginnt mit der Unterscheidung von relativer und absoluter Praxis, unter Verwendung des Bildes vom Ozean und seinen Wellen als einer Metapher. Relative Praktiken konzentrieren sich auf die Kultivierung immer höherer Wellen (oder Stufen) der Erfahrung – wenn jemand die Welle der Liebe surfen möchte, dann möchte er oder sie wahrscheinlich die größte Welle der Liebe surfen! Relative Praktiken bringen einen zu den Gipfeln des menschlichen Potenzials; die Stufen des physischen, emotionalen, intellektuellen und spirituellen Potenzials sind grenzenlos. Eine absolute Praxis hingegen kümmert sich nicht so sehr um die Größe einer Welle, sondern um die jeder Welle innewohnende Nässe. Und da keine Welle nasser ist als eine andere, egal wie groß oder klein die Welle ist, hat auch der Entwicklungsfortschritt nichts mit der eigenen erleuchteten Wesensnatur zu tun. Von einer absoluten Perspektive aus gesehen, sind alle Wellen gleichermaßen nass, und alle Wesen immer schon gleichermaßen erleuchtet.

Nähert man sich einer absoluten Praxis von einer relativen Perspektive her, entsteht automatisch ein Paradox: Alles was man tut, um die eigenen Nässe zu entdecken, verschleiert die Nässe. Ob man sucht oder vermeidet, beides ist gleichermaßen nass – wer ist es letztendlich, der oder die so sehr das Ego zu überwinden sucht, wenn nicht das eigene Ego? 

 

weiterlesen ...

MIND-Modul: AQAL, die integrale Landkarte

Im Körper eine gesunde Basis für die Meditation schaffen mit Lu Jong

von Thomas Hintz (Fotos: Nangten Menlang International)

 

Das Konzept der „Integralen Lebenspraxis“ illustriert, dass persönliches und spirituelles Wachstum sich vor allem im Rahmen einer multidisziplinären Praxis besonders gut entfaltet. Wer nicht nur den Geist „trainiert“, beispielsweise durch Meditation, sondern auch den Körper, macht oftmals in beiden Bereichen viel effektivere Fortschritte. Die tibetische Bewegungslehre Lu Jong ist ein gutes Beispiel für eine Body-Modul-Praxis, die auch das Sitzen in Stille bereichern kann.

Die Wirbelsäule als Tor zu Wohlbefinden

Die Ursprünge von Lu Jong [deutsch: Körper-Schulung] lassen sich 8.000 Jahre zurückverfolgen. Mönche in Tibet meditierten an abgelegenen Orten und brauchten eine Möglichkeit, ihren Körper beweglich und gesund zu erhalten, um die langen Meditationsphasen körperlich durchzustehen. Bis vor wenigen Jahren wurde Lu Jong nur mündlich vom Lehrer an die Schüler weiter gegeben – aber der buddhistische Meister Tulku Lobsang machte Teile der Übungen des tibetischen Yogas für uns im Westen verfügbar. An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass diese Form des Yogas keinen Bezug zu denjenigen Übungen hat, die als die „fünf Tibeter“ bekannt sind.

 

weiterlesen ...

 

SPIRIT-Modul: interaktive Meditation von Ken Wilber

Terry Patten: Das zweite Gesicht Gottes und der Integrale Trans-Pfad

Interview von Dennis Wittrock (Auszug)

Transkription: Cindy Lorenz, Übersetzung: Sebastian Stark und Dennis Wittrock

 

Dennis: Ich weiß aus deiner Geschichte, dass du Erfahrungen hattest mit dem Pfad des Guru Yoga und dem zweiten Gesicht Gottes. Was sind die nötigen Aktualisierungen, um den Pfad des Guru Yoga im neuen Jahrtausend auf intelligente Weise zu praktizieren oder um eine 2. Person Praxis auszuüben?

Terry: Ich denke, dass es da einen Weg gibt, eine 2. Person Praxis mit einem Lehrer oder einem Guru zu praktizieren, und dass das eine kraftvolle, tiefe und profunde Angelegenheit ist. Aber ich würde nicht sagen, dass das der einzige Weg ist um eine 2. Person Spiritualität zu praktizieren. Für die meisten von uns hat der realste und naheliegendste Anfangspunkt tatsächlich damit zu tun unseren existenziellen Weg des Seins zu untersuchen. Wie stehen wir in Beziehung zur Erfahrung selbst? Behandeln wir sie wie ein totes „Es“? Haben wir Angst davor? Sind wir im Kern in unserer Beziehung zur Erfahrung verschlossen?

Eine Ich-Du Beziehung zur Erfahrung selbst ist sehr, sehr verschieden von einer Ich-Es Beziehung zur Erfahrung. Und was geht in unseren Herzen vor und wandelt unsere Seinsart, unseren existenziellen Stand im Leben in einem Ich-Es Modus, und wie kann das geöffnet werden hin zu einem Ich-du [I-you] oder gar einem Ich-DU [I-thou] Modus? Das ist etwas, was jeder bedenken kann. Wir können fühlen, wie Angst und Groll dazu führen das Herz zu verschließen. Es neigt dazu eine Art Entfremdung zu kreieren. Wir können aus einer psychischen Landschaft heraus leben, die essentiell kalt und entfremdet ist. Und die meisten Menschen tun dies für eine gewisse Zeit am Tag. Wir reisen durch verschiedene Zustände.

weiterlesen ...

SCHATTEN-Modul: Schattenboxen

Integrale Aufstellungen für die persönliche Evolution Quadranten- und Spiral Dynamics-Aufstellungen live!

 

Tagung 2007 - Evolution - Lebenspraxis – Spiritualität

von Rolf Lutterbeck

 

Die Methode der Systemischen Strukturaufstellungen wurde von Prof. Matthias Varga von Kibéd (Universität München) und seiner Frau Insa Sparrer auf der Basis von Familienskulpturarbeit (Virginia Satir), Organisationsaufstellungen (Gunthard Weber), Lösungsfokussierter Beratung (Steve de Shazer) und Hypnotherapie (Milton Erickson) entwickelt. Weitere Einflüsse kommen u.a. aus Systemtheorie, Kommunikationstheorie, NLP und philosophischen Ansätzen (Wittgenstein, Spencer Brown). Die Methode des Aufstellens wurde dabei wissenschaftlich untersucht (im Sinne der 3 Stränge der Erkenntnis Ken Wilbers: Injunktion, Praxis und Verifikation) und es wurden grundlegende Systemprinzipien über Systemerhalt, -wachstum, -fortpflanzung, -immunisierung und -individuation entdeckt. Es entstand eine eigenständige Grammatik für die transverbale Sprache, Systemische Strukturaufstellungen), die bildliche Informationen, Körperempfindungen und verbale Sprache umfasst.

Integrale Organisations- und Strukturaufstellungen (IOSA) sind meine persönliche Weiterentwicklung der Systemischen Strukturaufstellungen, ergänzt um Elemente aus prozessorientiertem Coaching, Erfahrungen aus der Organisationsentwicklung und Nutzung der AQAL-Perspektiven aus der integralen Theorie von Ken Wilber.

Es gibt inzwischen Dutzende von Aufstellungsmodellen mit unterschiedlichen „Grammatiken“, wie z.B. die Problemaufstellung zur Lösung „allgemeiner Probleme“ (hier werden Ziel, Blockaden, Ressourcen, Gewinn des Problems und künftige Aufgabe gestellt), die Tetralemma-Aufstellung zur Lösung von Dilemmata, Entscheidungen oder Entwicklungsängsten (Abbildung von Differenzierung und Integration) und natürlich „klassische“ Familien-/Team-/Organisations-Strukturaufstellungen.

weiterlesen ...

 

 

ILP als Suchtgenesungspraxis

Perfect Practice und Tonglen - eine Übung

Von Michael Habecker

Im Telefoninterview auf der Tagung des Integralen Forum in Bremen 2009 wurde Ken Wilber auch nach seiner derzeitigen persönlichen Praxis gefragt. Er antwortete darauf, dass diese aus der „perfect practice“ des Spürens der Selbst-Kontraktion von Augenblick zu Augenblick besteht und aus Tonglen.

 

...weiterlesen

3 – 2 – 1° Fortgeschrittene Schattenarbeit - Transformation der Emotionen

3 – 2 – 1° Fortgeschrittene Schattenarbeit - Transformation der Emotionen

Monika Frühwirth

 

Die 3-2-1 Schattenarbeit ist eines der wichtigsten Module einer Integralen Lebenspraxis, wie sie vom Integralen Institut in Boulder, konzipiert wurde. Ein Prozess, der bewährte Elemente der Gestaltarbeit nach C.G. Jung einsetzt, und entweder mit einem Partner/einer Partnerin oder allein durchgeführt werden kann. Es kann eine „Instant-Variante“ (etwa 15 Minuten) oder ein sorgfältigerer und längerer Ablauf gewählt werden. Im ILP Starter Kit wird der Prozess von Diane Hamilton auf sehr berührende Weise mit einigen Mitgliedern des I.I. demonstriert.

Die nun folgendende Stufe einer fortgeschrittenen Schattenarbeit basiert vor allem auf der Praxis buddhistischer Geistesschulung und Visualisierung.,  ‚Wir konnten diesen nächsten Schritt  bei  einem Workshop unter der Leitung von Willow Pearson in Boulder kennen lernen. Nach meiner Kenntnis gibt es davon noch kein übersetztes Material.

 

weiterlesen

BODY-Modul: 3-Body-Workout

BODY-Modul: 3-Body-Workout

integrallife.com

Das 3-Body Workout ist eine vom Integral Institute entwickelte Praxis, die systematisch alle unsere drei Körper, grobstofflich, subtil und kausal, anspricht. Sie wird in Form einer bestimmten Sequenz von Übungen angeleitet. Eine 10 Minuten-Version kann davon man kostenlos online anschauen.

Link: Video 3-Body Workout  auf Integral Life

Was ist integral?

Was ist integral?

AQAL Chart v9 von Steve Self

Der Begriff "integral" hat unterschiedliche Bedeutungen. Im Rahmen der Verwendung des "Integralen Forums" beziehen wir uns dabei auf eine Weltsicht und Methodik, die den Anspruch hat auf der Höhe des jeweiligen Wissens- und Erkenntnisstandes ein dynamisches, und mit dem Wissensfortschritt wachsendes Erklärungsmodell für die Wirklichkeit, das Leben, den Menschen, das Sein und die Welt zu liefern.

Die meisten Philosophen und ForscherInnen haben versucht, das Wissen ihrer Zeit zusammen zu fassen und ihren Zeitgenossen zu vermitteln, auf einem Spezialgebiet, in der Verbindung mehrerer Spezialgebiete, oder in der Integration aller Erkenntnis ("Universalgelehrte"), mit dem (ausgesprochenen oder unausgesprochenem) Ziel einer "Theorie von Allem".

Dies ist auch das erklärte Ziel der integralen Theorie (und Praxis) Ken Wilbers, dessen Arbeit wir als einen Ausgangspunkt (und nicht als Endpunkt) unserer Bemühungen eines umfassenden Modells der Welterklärung betrachten.

Dabei geht es nicht (nur) um ein philosophisches oder akademisches Interesse, sondern es geht vor allem darum, dieser Welt und den Lebewesen die sie bevölkern bessere Möglichkeiten aufzuzeigen und  "Landkarten" an die Hand zu geben, um auf einem begrenzten Planeten ein sinnvolles, würdiges und liebevolles Leben miteinander zu führen.

Ken Wilber schlägt fünf gleichwertige und allgemeine Kategorien zur Beschreibung von Wirklichkeit vor:

  • Quadranten (Quadrants)
  • Entwicklungsebenen (Developmental Altitude)
  • Entwicklungslinien (Lines of Development)
  • Zustände (States)
  • Typen (Types)

Die englischsprachige Abkürzung dafür ist AQAL (sprich:"ah-kwal") und steht für "all quadrants, all levels, all lines, all states, all types".

weiterlesen

Ken Wilber - "Von Dir zur Unendlichkeit ..."

Ken Wilber - "Von Dir zur Unendlichkeit ..."

Was nun folgt, ist eines der schönsten und effektivsten Hilfsmittel zur Erfahrung der radikalen, nicht-dualen Natur des Geistes.

Der Text selbst ist einer E-Mail entnommen, die Ken Wilber an ein Mitglied des IN Teams geschickt hatte. Er wurde dann intern weiter verbreitet. Wir mögen ihn sehr, und Dir wird es vielleicht auch so gehen. Unserer Meinung nach entspringt die Kraft dieser Fingerzeig-Instruktionen der Wiederholung des eigenen Namens durch die Instruktionen.

Setze Deinen eigenen Namen im unten stehenden Feld ein, um diese Meditation zu personalisieren. 

weiter zur Übung...

Schattenboxen

Schattenboxen

Nicole Fegley

Unter einer Decke mit deinem so genannten Feind

(Quelle: integralLife.com, Sleeping With Your So-Called Enemy)

Nicole Fegley

Unter einer Decke mit deinem so genannten Feind ist eine Praxisübung, wie man über seine eigenen politischen Ansichten hinausgelangen kann, hin zu den “Anderen”. Die eigenen Perspektiven erweitern sich, werden so umfassend wie möglich, und ermöglichen damit die mitfühlendste Entscheidung des eigenen Lebens.

Wie kann ich mit all den Emotionen umgehen, im Zusammenhang mit der bevorstehenden Wahl? Wie kann ich besser verstehen, warum einige Menschen eine völlig andere Meinung als ich zu wichtigen Fragen haben, die unser Land betreffen? Wie kann ich meine Widersacher besser verstehen und gleichzeitig leidenschaftlich für das eintreten, woran ich glaube?

Egal wie laut du schreist, und egal wie viel Schmerz und Emotionen du erlebst, es wird weiterhin Menschen geben, die eine völlig andere Meinung haben als du, und du wirst sie nicht überzeugen können.

Nehmen wir einen tiefen Atemzug, dies ist eine wirkliche Herausforderung. Es geht um die Schwierigkeiten dabei ... das, was weh tut, deine Erfahrungen von Ohnmacht, Zorn, Abgetrennt-Sein, Angst, Abscheu, Empörung, oder was immer du dabei erlebst. Es ist völlig normal und in Ordnung diese Gefühle zu haben, doch sie müssen dich nicht beherrschen oder lähmen. An diesem Punkt setzt die Praxis an. Wir hoffen, dass du dadurch mehr Freiheit für dich und dein Gefühlsleben erfährst, aber auch mehr Freiheit um dich zu engagieren, um zuzuhören, und letztendlich dabei weißt, dass, was auch immer am Ende auch geschieht, es wird OK sein – jedenfalls relativ OK. 

weiterlesen

Integrale Suchtgenesung

Integrale Suchtgenesung

John Dupuy

Auf dem Weg zu einem Integralen Genesungsmodell für Drogen- und Alkoholsucht

von John Dupuy

mit Marco Morelli

(Übersetzung: Cindy und Elmar Lorenz / Sabine Ging / Dennis Wittrock/ Monika Frühwirth)

In diesem Bericht möchte ich ein Behandlungs- und Genesungsmodell für Suchterkrankungen vorstellen, das auf dem integralen AQAL Modell basiert, wie es von dem integralen Theoretiker und Philosophen Ken Wilber formuliert wurde. Dieser Bericht möchte zeigen, wie eine AQAL Herangehensweise („alle Quadranten, alle Stufen, alle Linien, alle Zustände und alle Typen“) eine erfrischend neue Sicht auf Suchtverhalten bietet und die Möglichkeit einer viel ganzheitlicheren und wirkungsvolleren Behandlungsweise eröffnen kann. Was durch die Benutzung einer integralen Sichtweise oder eines integralen Rahmens gewonnen werden kann, ist im Folgenden:

1)    Ein Modell, das ermutigender und attraktiver ist, weil die Betonung auf dem persönlichen Wachstum und nicht nur auf Sucht und Drogenmissbrauch liegt. Dies überwindet die traditionelle Trennung zwischen „süchtig“ und „nicht-süchtig“. Der Fokus wird nicht bloß auf „abstinent sein“ gerichtet, sondern auf spirituelles, emotionales und intellektuelles Wachstum und körperliches Wohlbefinden;

2)    Ein theoretisches Bezugssystem, das es ermöglicht, viele verschiedene Behandlungsmethoden von Sucht einzubeziehen und die vielfältigen Teilaspekte zu einem integrierten Ganzen zu vereinen;

3)    Ein besseres Verständnis der inneren Vorgänge von Heilung, Wachstum und Transzendenz und wie diese mit dem genesenden Individuum verbunden sind;

4)    Die Linderung der Erkrankung und die Förderung von Gesundheit durch Erkennen und Verstehen der Ursachen von Suchtkrankheit und Lösungen durch Gebrauch eines integralen „Alle Quadranten“ Ansatzes;

5)    Angemessenere Behandlung und Verhinderung von Rückfällen durch Vermittlung einer individuell zugeschnittenen integralen Lebenspraxis als das grundlegende Vehikel des Genesungsprozesses;

6)    Ein klares Verständnis der Entwicklungsstufen von Individuen und Gruppen, und wie diese die Behandlungsstrategien und die Zusammenstellung des Programms beeinflussen;

7)    Eine detaillierte und umfassende Landkarte oder Orientierung für den Genesungsweg, die erhellend, inspirierend und praktikabel ist.

 

Ich werde mit einigen allgemeinen und persönlichen Anmerkungen beginnen und dann zur Theorie und ihrer Anwendung kommen.

weiterlesen

Profound Meditation Program

Ken Wilber und ILP

Ken Wilber

Michael Habecker

 "Bleibende Veränderungen erfordern eine kontinuierliche Praxis."

-Ken Wilber

 

Mit dem Beginn des Schreibens zuerst über spirituelle und später dann über allgemeine Themen des Lebens und Seins war Ken Wilber der praktische und persönliche Aspekt dabei immer ein wichtiges Anliegen. Schon in seinen ersten Büchern (Spektrum des Bewusstseins, und vor allem Wege zum Selbst) führt er konkrete Beispiele für Übungen und Methoden an, wie man das, worüber er schreibt, selbst praktizieren und erfahren kann.

Etwa seit 1995, mit dem Beginn der Phase IV seines Werkes, verwendete Wilber die Abkürzung ITP (integral transformative practice), in Anlehnung und in Zusammenarbeit mit Michael Murphy und George Leonard, die in Büchern wie The Life We Are Given Beispiele für eine derartige Praxis vorstellen. Da Murphy und Leonard den Begriff „ITP“ als Warenzeichen geschützt haben, und wohl auch weil mit der Weiterentwicklung von Wilbers Werk (Wilber V) sich die Vorstellung dessen, was „integral“ bzw. eine „Integrale Praxis“ ist weiterentwickelte, verwendet Wilber seit Herbst 2005 den Begriff ILP (Integral Life Practice) für dasjenige, was er empfiehlt (und was auch in verschiedenen Seminaren des von Wilber gegründeten Integralen Institutes angeboten wird).

weiterlesen

 

 

Ken Wilber: Metaphysische Völlerei

Ken Wilber: Metaphysische Völlerei

Breughel: "Schlaraffenland"

(aus: Integral Naked)

Frage: Ich möchte die Integrale Theorie zur Förderung von Gesundheit anwenden. Ich habe Vorstellungen darüber, wie ich Menschen zu einer Praxis hinführen kann und ihnen dabei helfe, sich zu transformieren. Was mich jedoch interessiert ist: Wie kann ich ihre Sprache sprechen und zu einer horizontalen Gesundheit beitragen?

KW: Ja, das ist eine große, bedeutende Frage ... Wie ihr wisst, unterscheiden wir zwischen – mindestens – zwei Arten von Gesundheit (und es gibt viele andere Möglichkeiten der Unterscheidung) und zwar: horizontale und vertikale Gesundheit.

Horizontale Gesundheit bedeutet, auf der Entwicklungsstufe, auf der man sich gerade befindet, so gesund wie möglich zu sein. Das ist wichtig, weil wir alle so viele Jahre der Transformation hinterhergelaufen sind, wir wollen das Bewusstseins transformieren, speziell in den zurück liegenden zwei oder drei Jahrzehnten ging es um Transformation. Wenn man Menschen einige dieser [integralen] Ideen nahe bringt, dann entsteht leicht die Vorstellung, dass es darum geht die 7 oder 8 „Intelligenzen“ (Entwicklungslinien) zu nehmen und sie schleunigst auf türkis [eine hohe Entwicklungsebene] zu bringen. Peng, peng, peng, peng, peng, und das sieht dann etwa so aus wie ein Olympiasieger im Bewusstseinszehnkampf –, aber mehr ist nicht besser, integral bedeutet nicht totalistisch.

Es bedeutet, über die wesentlichen Praktiken integral informiert zu sein. Wenn man dann noch etwas hinzufügen möchte, dann ist das in Ordnung, aber im allgemeinen geht es darum, sich erst einmal auf die vier wesentlichen Grundpraktiken zu konzentrieren [Körper, Verstehen, GEIST und Schatten] und zu schauen, dass sie abgedeckt sind, und dann kann man im weiteren Verlauf noch das eine oder andere hinzufügen.

Also kommt bitte nicht auf die Idee zu sagen, „Okay, wenn ich 22 Übungen mache, dann ist das besser als wenn ich zwanzig mache“ – wenn man einen bestimmten Punkt dabei überschreitet, dann wird es kontraproduktiv. Die Praktiken, die wir anbieten, sind so eine Art Menü, doch wenn man in ein Restaurant geht, dann schaut man sich nicht die Speisekarte an und sagt dann zum Kellner einfach nur: „Ja, nehme ich“ –  [Lachen] ... Das ist keine so gute Idee. Metaphysische Völlerei ist nicht das, was wir anstreben [Lachen].

weiterlesen

 

Kurzübung zu den drei Gesichtern Gottes

Kurzübung zu den drei Gesichtern Gottes

ICH BIN

            [stehend, die Hände vor dem Herzen]

Ich bin der/die ich bin. Ich bin die Öffnung und Leere, in welcher alles erscheint und vergeht.

DU BIST

            [Verneigung, mit aneinander gelegten Händen]

Du bist die liebende Gottheit vor der ich mich verneige.
Ich erkenne, liebe und verehre dich in allen Wesen. Deine Gnade ist unerschöpflich.

ES IST

            [stehend, mit offenen Händen]

Es ist vollbracht. Die Schöpfung in all ihrer Schönheit und Herrlichkeit
ist Gegenstand meiner Verehrung. Staunend und voller Ehrfurcht betrachte ich die geschaffenen und sich entwickelnde Welt.


Quelle: Schriftenreihe zur Entfaltung einer integralen Lebenskultur - Nr. 6, März 2007

Module einer Integralen Transformativen Praxis (ITP)

Module einer Integralen Transformativen Praxis (ITP)

(aus einem Vortrag von Ken Wilber, veröffentlicht auf Integral Naked)

redaktioneller Hinweis: "Integrale Transformative Praxis" oder "ITP" war der Vorläufer dessen, was Ken Wilber mittlerweile als "ILP - Integrale Lebenspraxis" bezeichnet. Wichtige ITP-Pioniere sind Michael Murphy und George Leonard, siehe vor allem ihr Buch "The Life We Are Given". Die Zwischenüberschriften im Text wurden zur besseren Orientierung nachträglich hinzugefügt. 

 

Ich möchte zuerst eine Art theoretischen Überblick geben, ein vollständiges Paket von dem, was eine Integrale Transformative Praxis sein kann. Aber ich möchte dabei betonen, dass es im allgemeinen nicht zu empfehlen ist, all das dann auch auf einmal zu machen – man konzentriert sich besser darauf, was man am meisten braucht. Worüber wir also sprechen wollen, sind – sagen wir – fünf oder sechs oder sieben Komponenten oder Module einer integralen transformativen Praxis. Ich werde sei kurz besprechen, und wir können uns dann darüber unterhalten, wie man damit arbeiten kann. Natürlich kommt das auch auf unsere Website und wird auch ein Teil des Angebotes unserer Integralen Universität sein.

Das spirituelle Modul

Wir beginnen –  und die Reihenfolge dabei spielt keine Rolle – mit einem spirituellen oder meditativen Modul.

Bei den ITP-Seminaren in diesem Herbst verwenden wir Genpo Roshis Big Mind Prozess als einen Anker für einen meditativen Ansatz, weil dies ein sehr effektiver Weg ist, die allgegenwärtige Natur des nichtdualen Gewahrseins zu erkennen. Dabei geht es um eine erstes Wahrnehmen – und dieser Eindruck kann nicht aufrecht erhalten werden, was jedoch okay ist, aber als Einführung ist es sehr effektiv und unterstützt die Verankerung der Tatsache, dass Meditation letztendlich ein Weg ist, um den allgegenwärtigen Buddha-Geist zum Ausdruck zu bringen, und kein Weg, um ihn zu erlangen.

Dies ist also ein Modul und kann vieles enthalten: Viele der meditativen Traditionen sind ein Teil des integralen Netzwerkes, welches wir aufbauen: Das zentrierende Gebet (wir arbeiten hier mit Pater Thomas Keating zusammen), TM, Vipassana, Zikr, Mantra-Praxis, das Herzensgebet –, was immer auch funktioniert, ist okay.

Wir empfehlen, dass man sich dabei eine historisch tradierte Praxis auswählt, einfach deshalb, weil dadurch eine Art von wissenschaftlicher Überprüfung und Begleitung möglich ist –  diese Traditionen haben bereits viele Generationen von Menschen durchlaufen, also kann man davon ausgehen, dass etwas dahinter steckt –, aber was immer auch funktioniert, ist okay. Dies ist also ein Modul.

weiterlesen

 

Pointing Out Instructions

Pointing Out Instructions

Mondfinsternis, Foto: Oliver Stein

von Ken Wilber

redaktioneller Hinweis: Die folgenden Passagen nennt Ken Wilber in Anlehnung an Praktiken aus dem tibetischen Buddhismus auch "pointing out instructions", also zu Deutsch in etwa "hinweisende Instruktionen" oder auch "Fingerzeige auf den GEIST" (wobei der Finger, der auf den Mond zeigt, nicht der Mond selbst ist). Sie sind nicht als philosophische Abhandlungen zu lesen, sondern eher als Ausdruck und Vermittlung (Transmission) eines Bewusstseinszustandes, dem beim Lesen oder Hören in der eigenen Erfahrung nachzuspüren ist.

Das Eine und die Vielen

(aus: Das Atman Projekt, S. 247)

Dieser Zustand ist nicht sichtbar, weil er alles Sichtbare ist, und deshalb bleibt er Ungesehen. Er ist nicht hörbar, weil er alles Hörbare ist, und deshalb bleibt er Unaussprechlich. Er kann nicht erkannt werden, weil er alle Erkenntnis ist, und deshalb bleibt er das Große Geheimnis.

Als unerkennbares, unbehindertes, unbedingtes Bewusstsein leuchtet er in seiner Vollendung von Augenblick zu Augenblick, wie eine unendliche Folge immer wieder neuer Zustände der Vollendung, die sich in ihrem Spiel ohne Unterlass verwandeln, ewig in ihrer Fülle. Dies scheint der Endpunkt der Evolution zu sein, doch tatsächlich ist es die uranfängliche Realität jeder evolutionären Stufe, von der ersten bis zur letzten – ohne Ende. Und genau deshalb ist sie stets und völlig unerreichbar, einfach, weil sie stets schon erreicht ist, zeitlos und ewig. Es ist ganz einfach so, dass alle Versuche sie zu erreichen – selbst im kausalen Bereich –, schließlich ad absurdum geführt werden; man erkennt, dass sie von Anfang an völlig gegenwärtig war, nie verloren und nie wiedergewonnen wurde, niemals vergessen und nie erinnert, sondern stets vor all dem schon existierte (weshalb es heißt, gewöhnliche Wesen hätten keinen Mangel daran, und Buddhas würden sie nicht besitzen).

weiterlesen

ILP-Diät

ILP-Diät

Was macht eine integrale Ernährung aus?

von Frank Spade

Im Körper-Modul der ILP-Matrix ist neben Gewichtheben, Aerobics, Yoga, Tai Chi u. ä. auch Diät aufgeführt. Das heißt, nach Ansicht der Autoren könnte Ernährung allein bereits als eine Praxis des Körper-Moduls praktiziert werden. Aufgeführt werden als Beispiele Atkins, Ornish, „The Zone“ und eine ILP-Diät, wobei letztere als sogenannte „Goldsternpraxis“ [Gold Star Practice] besonders empfohlen wird. Diät wird somit als Praxis für den physischen Körper eingestuft. Wir wollen hier vorstellen, was unter der ILP-Diät verstanden wird und untersuchen, ob es nicht weitere Perspektiven gibt, die aus integraler Sicht mit berücksichtigt werden müssten.

Du bist, was du isst

Es versteht sich von selber: Was in den Körper hinein geht übt auch einen Einfluss auf ihn aus. Nahrung hat seit langem den primären Zweck, das Überleben zu sichern, überwunden und ist heute vermehrt emotional besetzt oder wird als Statussymbol verwendet. Nahrung wird rituell eingesetzt und ist stark kulturell geprägt, wobei die Gründe für bestimmte Formen der Zubereitung und Darreichung in der Regel oft nicht hinterfragt werden.

Bei der ILP-Diät haben es uns die Autoren insofern leicht gemacht, als sie sagen, die Beste Diät ist für uns jene, die welche für uns funktioniert. Trotz des überwiegend physischen Einflusses der Nahrung wird auch auf subtile Aspekte hingewiesen, wie: Wurde die Nahrung liebevoll zubereitet? Ist sie frisch und voller Lebensenergie? Darüber hinaus sollten wir uns fragen, welche Konsequenzen hat die Wahl unserer Nahrung auf andere und unsere Umwelt?

Grundsätzlich wird davon ausgegangen, dass keine Diät 100 Prozent falsch oder 100 Prozent richtig sein kann. Mit jeder Diät wird etwas Wahres zum Ausdruck gebracht. Die ILP-Diät versucht daher, alle partiellen diätischen Wahrheiten auf möglichst pragmatische und elegante Weise einzubeziehen.

weiterlesen

Ungewöhnlich tiefe Meditation in Rekordzeit

Ungewöhnlich tiefe Meditation in Rekordzeit

Profound Meditation Program

Ein zentraler Pfeiler einer integralen Lebenspraxis (ILP) – wenn nicht ihr wichtigstes Element –  ist regelmäßige Meditation. Die Vorteile der Praxis liegen auf der Hand und sind uns über Jahrhunderte hinweg immer wieder von den verschiedenen Traditionen überliefert worden. Wissenschaftliche Untersuchungen der positiven Effekte von Meditation kommen zu ähnlichen Schlüssen über die Vorteile dieser Praxis. Wenn es eine zuverlässige Methode gibt, um unser inneres Wachstum zu beschleunigen, dann ist es Meditation. Und doch kämpfen viele von uns immer wieder damit, eine tägliche Praxis aufrecht zu erhalten. Meditation scheint für viele von uns ein mühsamer und steiniger Weg zu sein, der uns (zu) viel Zeit, Geduld und Disziplin abverlangt.

Wie wäre es, wenn es eine Technologie gäbe, die uns ermöglicht innerhalb weniger Minuten eine Meditationstiefe zu erreichen, die sich gewöhnlich erst nach einigen Jahrzehnten disziplinierter Praxis einstellt?

Genau das ist das Versprechen, das John Dupuy mit dem Profound Meditation Program (PMP) macht.  John Dupuy ist ein Pionier im Feld der integralen Suchtgenesung (Integral Recovery) und war bereits vielfach zu Gast auf den Tagungen des Integralen Forums. weiterlesen...

Ethische Fitness durch moralische Dilemmata

Ethische Fitness durch moralische Dilemmata

John Forman

Veröffentlicht am 27.9.2011 in Integral Post von John Forman übersetzt von Anke Lessmann

Relativistisches, postmodernes Denken hat uns die Teilwahrheit beigebracht, dass jeder Mensch eine einzigartige Sichtweise darauf hat, was er als gut, richtig und fair betrachtet. Was wir in diesem Prozess verloren haben ist der Zugang zu Lehren, die den moralischen Muskel trainieren. Wir scheinen die Erkenntnisse, Prinzipien und Ratschläge von moralisch hochentwickelten Führenden aus dem Blick verloren zu haben, welche uns Entwicklung und Gespräche über Werte und Ethik erlauben würden. Die Konsequenzen werden in schmerzhafter Weise problematisch:

Betrachten wir die folgenden Schlagzeilen:

“Handelsgremium hinterfragt Rolle der French Bank im U.N.-Saddam Skandal”
“Fannie Mae warnt vor $9 Mrd. Verlust”
“Audit: Newsday überschätzt seine Auflagenhöhe”
“CBS ‘besorgt‘ wegen der Rathergate Untersuchung”
“Bostons $15 Mrd. Großprojekt  „Der große Graben“ ist voller undichter Stellen” “Bernie Goldberg: CNN Demokratin Judy Woodruff unter Beobachtung wegen Selbstmordgefährdung”
“Fünf Vorstände im Enron Frachter Fall verurteilt”
“AP: DOD warnte vor Halliburton Verträgen”
“FBI untersucht Halliburton Verträge”

Alle sind in allein im Monat November 2004 erschienen. Von 2001 bis 2003 führte der Anstieg von Unternehmensskandalen zu einem signifikanten Kursabsturz, der die New Yorker Wirtschaft allein $2,9 Milliarden kostete, die nationalen Steuerumsätze um $1 Milliarde reduzierte und die nationalen Pensionskassen um $9 Milliarden verringerte. In seinem Bericht 2003 zur finanziellen Lage der Nation sagte der New Yorker Rechnungsprüfer Alan G. Hevesi, dass Unternehmensskandale den Bundesstaat New York rund $260 Milliarden an Steuerumsätzen und ihre Pensionskassen fast $7 Milliarden an Wert kosten würden. 

Die Kombination von schlechten Nachrichten und schlechtem Verhalten hat eine Vertrauenskrise in Amerikas Geschäftswelt hervorgerufen; die Erholung muss daher in denselben Vorstandsetagen beginnen. Vorstände müssen natürlich mit Worten und Taten führen, aber bevor sie sich als Vorbilder für immer höhere Wertestandards eignen, brauchen sie einen Ansatz, mit dem sie über post-relativistische Moralentwicklung nachdenken können. Sie brauchen eine integrale Praxis für moralische Fitness.

Weiterlesen...