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20.10.2017 : 21:36 : +0200

Ökologie / Nachhaltigkeit:

unser Heimatplanet (Quelle:Wikipedia)

Die noch relativ junge Wissenschaft und Erkenntnisdisziplin der "Ökologie" ist ein Ausdruck einer Bewußtswerdung der Menschheit hinsichtlich ihres eingebettet seins und ihrer Abhängigkeit von enorm komplexen "ökologischen" Gesamtzusammenhängen. Diese Erkenntnis kommt, angesichts einen existentiell bedrohlichen Ausmaßes der Umweltzerstörung (und damit der Zerstörung unserer selbst), - hoffentlich - noch rechtzeitig.

Der integrale Ansatz bietet uns in besonderer Weise die Möglichkeit, das Potential einer ökologischen Perspektive voll auszuschöpfen, und es in einen Gesamtzusammenhang mit allen anderen Erkenntnisperspektiven zu setzen, zu einer "integralen Ökologie".

Ökologie ist damit nicht nur eine "äußere Angelegenheit" systemischer Zusammenhänge sondern auch eine Bewusstseins- und Entwicklungsfragefrage. Die perspektivische Orientierung des integralen Ansatzes erlaubt uns dabei, die Vielzahl unterschiedlicher Blickrichtungen und Interessen auf das Thema Umwelt sowohl zu würdigen, als auch in einen Gesamtrahmen zu stellen, aus dem heraus umfassende und damit auch nachhaltige Lösungen entstehen.

Übersicht über die Beiträge zu diesem Thema:

Die Auswirkungen von Kopenhagen

Die Auswirkungen von Kopenhagen

Bild: Dees

Michael E. Zimmerman

 

Mittlerweile hat so ziemlich jeder mitbekommen, dass das lang ersehnte Treffen zum Klimawandel in Kopenhagen wenig bis gar nichts von dem erreicht hat, was sich Grüne erhofft hatten. Man konnte sich nicht auf verbindliche Grenzen des CO2-Ausstoßes einigen, obwohl verschiedene Nationen sich Ziele (ebenfalls unverbindlich) für verminderte Nutzung fossiler Brennstoffe bis 2020 und 2050 gesteckt haben. Viele Grüne betrachteten das Problem des Klimawandels als ein effektives Mittel, um industrialisierte Länder dazu zu zwingen ihren ökologischen Fußabdruck auf dramatische Weise zu verringern, und um im großen Stil Geld zu beschaffen, um Entwicklungsländern zu helfen.

 

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Integrale Nachhaltigkeit

Integrale Nachhaltigkeit

Quelle: Wikipedia

– Ken Wilber im Dialog mit Studenten der Fielding Graduate University

Quelle: Integral Naked

Einführung der IN Redaktion 

Im vergangenen Herbst (2006) öffnete die Integral University in Zusammenarbeit mit der Fielding Graduate University und der John F. Kennedy University ihre Türen für staatlich anerkannte Studienabschlüsse. Eine der zentralen Visionen der Integral University ist die Bereitstellung eines Netzwerkes staatlich anerkannter Abschlüsse und Programme unterschiedlicher Bildungsinstitutionen.

Wir freuen uns sehr über die Kooperation mit Fielding und der JFKU, der weltweit einzigen Universität mit einem Fachbereich für integrale Studien, der auf AQAL basiert. Alle Kurse werden von Fachleuten und Anwendern des integralen Modells abgehalten.

Ken Wilber ist Gastlektor in beiden Studiengängen, was den Studenten einen direkten Kontakt mit dem Urheber und führenden Experten in integraler Theorie ermöglicht. In jedem Studiensemester haben Studenten die Gelegenheit, Ken telefonisch Fragen über das Modell und seine Anwendungen zu stellen. 

Teil 1: Integrale Nachhaltigkeit und erleuchtete Führung 

Einführung der IN Redaktion

Wirbelstürme, Tsunamis, Dürre, steigende Temperaturen, schmelzende Pole, Artensterben – diese Vorboten des Zusammenbrechens unserer Ökosysteme nehmen mehr und mehr zu, und die Notwendigkeit für eine effiziente und umsetzbare globale Politik der Nachhaltigkeit wird immer dringlicher. Wie so oft beim Thema menschlicher Entwicklung befinden wir uns dabei in einer Dialektik von guten und schlechten Nachrichten, und je nachdem, wohin das Pendel ausschlägt, entscheidet sich unser Schicksal als Spezies. Die deprimierenden schlechten Nachrichten dabei sind: Die Vorstellung einer ökologischen Nachhaltigkeit setzt  weltzentrische Wertevorstellungen voraus – Forschungsergebnisse sagen uns jedoch, dass über 70% der Weltbevölkerung sich erst zu egozentrischen oder ethnozentrischen Wertevorstellung entwickelt haben, was bei einer „ein-Mensch-eine-Stimme“-Demokratie verhindert, die menschliche Rasse vor sich selbst zu schützen. Wie können wir also eine derartige Politik, die wir so dringend benötigen, entwickeln und umsetzen? Dazu brauchen wir, worauf Ken hinweist, eine Art von „erleuchteter Führung“ [enlightened leadership], bei der eine Elite, d.h. Menschen, die die derzeit höchstmögliche menschliche Entwicklung verkörpern, politische Entscheidungen treffen. Existieren derartige Führungspersönlichkeiten? Gibt es gute Nachtrichten, die die schlechten aufwiegen? Vor zehn Jahren hätte Ken diese Frage wahrscheinlich verneint. Heute scheint er diesbezüglich etwas optimistischer zu sein ...

Frage: Ich bin am Thema integraler Nachhaltigkeit interessiert. Um ein Modell für integrale Nachhaltigkeit aufzustellen, braucht es eine Menge Menschen, die eine weltzentrische Perspektive oder höher einnehmen, und das scheint ein Problem zu sein, wenn man bedenkt, wie groß die augenblicklichen Umweltprobleme sind und wie wenige Menschen sich auf dieser hohen Entwicklungsebene befinden. Haben sie eine Idee, wie man so etwas machen kann?

KW: Ja, das ist eines der Hauptthemen. Man betrachtet dabei gewissermaßen zwei unterschiedliche Bevölkerungsgruppen, wenn es darum geht, irgendeine Art von Politik umzusetzen. Die eine Gruppe ist die Gruppe derjenigen, die Politik machen. Die andere Gruppe sind diejenigen, die durch die Politik regiert werden, also praktisch jeder. Beginnt man sich mit Entwicklungsstudien zu beschäftigen, dann wird man sehr leicht deprimiert und kommt auf Selbstmordgedanken. [Lachen] 

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Der Wandel des (geistigen) Klimas

Der Wandel des (geistigen) Klimas

Ein kritisch-integraler Blick auf die Klimadebatte mit Michael E. Zimmermann

von Dennis Wittrock 

Michael E. Zimmermann ist Professor für Philosophie an der University of Colorado in Boulder, sowie zusammen mit Sean Esbjörn-Hargens Co-Autor des kürzlich erschienenen Grundlagenwerks „Integral Ecology“. Wer wie ich über einen gewissen Zeitraum die apokalyptischen Prognosen in bezug auf den Klimawandel und die globale Erwärmung sorgenvoll in den Medien verfolgt hat, der wird wie ich überrascht sein, ausgerechnet von einem der führenden Integralen Ökologen große Skepsis und Vorbehalte auf dieses von aller Welt als Tatsache gehandelte Thema zu hören. Wäre es irgendein Wissenschaftler gewesen, der sich in dieser Richtung geäußert hätte, hätte ich ihn wohl kurzerhand als von der fossile Brennstoffe Lobby gekauft abgestempelt und wäre zur Tagesordnung übergegangen. So jedoch wurde ich neugierig mehr zu erfahren. Im folgenden stelle ich sein Papier „Including and Differentiating among Perspectives: An Integral Approach to Climate Change“ vor. Hier das Abstract:

Unter den Prinzipien einer Integralen Ökologie (IÖ) sind zwei besonders wichtig: 1) multiple Perspektiven berücksichtigen – nicht nur in bezug auf die Charakterisierung und das Vorschlagen von Maßnahmen für Umweltprobleme, sondern auch in Bezug darauf herauszufinden, was vorab überhaupt als ernstes Problem gilt; und 2) voneinander differenzieren – die Bereiche, die mit verschiedenen Methoden bearbeitet werden, z.b. Naturwissenschaft vs. die Erarbeitung von Richtlinien. Ich nutze diese Eigenschaften der Integralen Ökologie um die gegenwärtige Debatte über den Klimawandel kritisch zu untersuchen. Selbst wenn die IPCC Szenarios über die steigenden globalen Temperaturen plausibel sind, bleibt eine wichtige Frage: Sollten die Ressourcen darauf ausgerichtet werden, um sich an den kommenden Klimawandel anzupassen oder sollten sie auf Bemühungen gerichtet werden den menschenverursachten Treibhausgasausstoß, insbesondere CO2, dramatisch zu kürzen? Woher wissen wir, wie Milliarden unterschiedlicher Menschen mit vielen verschiedenen Perspektiven diese Frage beantworten würden?

Zimmermann gliedert das Papier in vier Teile. Im ersten Teil fragt er kritisch, ob der gegenwärtige wissenschaftliche „Konsens“ hinreichend einschliessend in bezug auf die Perspektiven ist, die nicht mit diesem Konsens übereinstimmen. Wie man sich spätestens an dieser Stelle denken kann, ist ein Ergebnis seines Studiums der verfügbaren Quellen, dass dies nicht der Fall ist. In anderen Worten: der wissenschaftliche Diskurs in bezug auf die anthropogene Erderwärmungs-Hypothese ist in hohem Masse politisiert. Offensichtlich besteht das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) „primär aus einer relativ kleinen Gruppe von Klimaforschern, die: sich zu stark auf Modellanalysen verlassen, während sie alternativen Hypothesen und Beobachtungsdaten inadäquat Aufmerksamkeit schenken; gegenseitig ihre Sichtweisen verstärken und die Alternativen zu menschenverursachter globaler Erwärmung ausschliessen; und somit etwas bilden, das auf eine wissenschaftliche „Oligarchie“ hinausläuft und in der Sprache von Integraler Ökologie eine ‚methodologische Hegemonie’ darstellt.“ Unberücksichtigt bleiben demnach alternative Einflüsse wie Aerosole, insbesondere von Russ (senkt das Rückstrahlvermögen von Schnee und Gletschern), Sonnenfleckenaktivitäten, periodische Veränderungen der Stellung der Erdachse, der ungeklärte Effekt von Wolken auf globale Temperaturen, der Zusammenhang kosmischer Strahlung auf die Wolkenbildung, Vulkanismus, Wechselwirkung von Kontinentalbewegungen und Meeresströmungen, Veränderungen in der Zusammensetzung der Atmosphäre, die geochemische Rolle des Lebens, etc..

Zimmermann sieht hier Karl Poppers Ermahnung, dass wissenschaftliche Hypothesen falsifizierbar sein sollten, arg in Vergessenheit geraten. 

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Integrale Nachhaltige Entwicklung

Integrale Nachhaltige Entwicklung

Der Beitrag der Integralen Theorie Ken Wilbers zu einer ganzheitlichen Sichtweise Nachhaltiger Entwicklung

von Niko Schäpke

Das Leitbild Nachhaltige Entwicklung kann als politische Antwort auf globale Probleme wie Artensterben oder Klimawandel verstanden werden. Es betrachtet diese Herausforderungen integrativ und schlägt gemeinsame Lösungen vor. Was unter Nachhaltigkeit konkret zu verstehen ist, bleibt jedoch umstritten. Eine genauere Zielbestimmung umfasst sowohl ökologische wie auch ökonomische, soziale und kulturelle Aspekte und erfordert eine ganzheitliche Betrachtung. Dabei lässt sich Nachhaltigkeit nicht objektiv-analytisch definieren, sondern muss normativ bewertet werden. Unterschiedliche Werte und Weltbilder bedingen pluralistische Nachhaltigkeitsverständnisse. Niko Schäpke analysiert in seiner Diplomarbeit, wie drei aktuelle Nachhaltigkeitstheorien die Herausforderung von Integration, Ganzheitlichkeit und Wertepluralismus lösen. Dabei nutzt er die Integrale Theorie Ken Wilbers als Metatheorie ganzheitlichen Erkennens, um Stärken wie blinde Flecken der Ansätze deutlich zu machen. Im Ausblick werden Ansatzpunkte einer integralen Nachhaltigkeitskonzeption aufgezeigt. Die Arbeit ist relevant für alle, die sich für eine Anwendung der Integralen Theorie und einen umfassenden Nachhaltigkeitsansatz interessieren.

Niko Schäpke studierte Diplom Umweltwissenschaften und Diplom Wirtschafts- und Sozialwissenschaften an der Leuphana Universität Lüneburg. Gegenwärtig arbeitet er am Helmholtz Zentrum für Umweltforschung im Bereich partizipativer Umweltpolitik und Transition Management. Daneben promoviert er zu Integraler Nachhaltiger Entwicklung an der Leuphana. Über Anmerkungen, Kommentare oder Verbesserungsvorschläge freut er sich sehr: niko_schaepke(at)web.de

Download der Diplomarbeit als PDF

Zur Bestellung des Buches auf www.Buch.ch

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Integrale Ökologie: win – win – win für die Menschen, alle Wesen und die Umwelt

Integrale Ökologie: win – win – win für die Menschen, alle Wesen und die Umwelt

Hilde Weckmann

 

Ökologie ist außerordentlich komplex - daher ist der integrale Ansatz besonders gut geeignet, um Lösungen für die herausfordernden Probleme unserer Zeit zu finden. Das ist auch der Grund, warum das State of the World Forum mit diesem Ansatz arbeitet. Viele Entscheidungen, die z. B. das Weltklima betreffen, fallen im moralischen Dilemma, d. h. dass zwischen teils völlig entgegengesetzten und dennoch berechtigten Interessen ein praktikabler Ausgleich gefunden werden muss. Daher gibt es die so sehr gewünschten einfachen Lösungen nicht. Meist geht es darum, dass alle Beteiligten auf Teile ihrer Wunschvorstellungen verzichten. Einzelindividuen und Interessengruppen haben durchaus berechtigte Anliegen und lernen manchmal erst über schwierige Erfahrungen, zu kommunizieren und Ergebnisse auszuhandeln. Wenn dabei aus AQAL-integraler Sicht wenigstens alle vier Perspektiven und einige Ebenen im Bewusstsein gehalten und berücksichtigt werden, sind die Chancen deutlich besser, in Richtung Win-Win-Win (für die betroffenen Parteien und die Umwelt) zu gehen.

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