Sie sind hier: IF-HOME > Ken Wilber > Besuche bei Wilber > Besuch beim I-I 2006
DeutschEnglishFrancais
26.5.2017 : 11:08 : +0200
Aufmerksame Betrachter in Wilber's Loft - beim Vorführen der AQAL-Multimedia Präsentation von ISBerlin

Besuch beim I-I in Denver und Boulder

Dirk Püschel

Monika, Hilde, Andreas, Ricarda und Dirk trafen sich im Mai in Boulder um das I-I und Ken zu besuchen. Wir sind getrennt angereist und hielten uns drei Tage bis zwei Wochen lang dort auf. Insgesamt haben wir uns an mehreren Tagen mit Mitarbeitern des I-I zu Gesprächen getroffen um Kontakte zu knüpfen und uns gegenseitig Hintergründe zu erläutern. Nach etwas zäher Vorbereitung von Deutschland aus, enstand letztlich doch ein guter Kontakt zu einigen Mitarbeitern dort. Dabei erfuhren wir u.a. von Ihren neuesten Experimenten zu Ihrer Organisation mit Sociocracy/Holacracy. Daneben besichtigten wir die Naropa Universität und nahmen dort an einer Einführung zu einem weiter entwickelten Prozess mit integralen Schattenarbeit von Willow Pearson teil.

Hilde und Monika in den Räumen des I-I

Die tägliche Arbeit am I-I wird von rund 20 jungen Leuten geleistet, während die Führung aus "Den vier Musketieren" Ken, Jeff, Huy und Rich besteht. Dabei ist vor allen Jeff für die Kontakte nach aussen und die Trainings zuständig. Speziell für die Aufgabe der Bildung und Betreuung einer internationalen Gemeinschaft wurde eine neue Position eingerichtet, die nun mit Gail Taylor besetzt ist.

Ein mit Spannung erwarteter Punkt unserer Reise war der Besuch bei Ken.

Wilbers Loft befindet sich nicht weit von Denvers Zentrum an einer Kreuzung von Autobahnbrücke, Bahnlinie und 4 spuriger Unterführung. Nicht grade eine Idylle, aber mit einem schönen Blick über Denver. Die Einrichtung ist technisch verspielt mit roter Wand und ein paar Pflanzen für die Athmosphäre. Dabei ist es trotz intensivem Sonnenscheins im Loft so kalt, dass ein Fleece Pullover angebracht ist.

Als wir ankommen ist Ken noch im Gespräch mit einer Mitarbeiterin und wendet sich uns anschliessend zu. Zusammen mit Rich, Gail, Collin und anderen Mitarbeitern des I-I sind wir knapp 12 Leute bei dem Treffen. Wir hatten ca. drei Stunden Zeit, alle Fragen zu stellen, die wir wollten. Ein Gespräch im eigentlichen Sinne entwickelt sich trotz dieser Offenheit nicht, da er selbst kaum Fragen stellte. Wir bekamen also im wesentlichen die Art von Ausführungen zu hören, die aus Aufnahmen und Telefonkonferenzen mit ihm bekannt sind. Unsere letzte Frage nach seiner Meinung zur Wiedergeburt, gab er an uns zurück. Er selbst versuche dazu möglichst wenig zu schreiben und hält sich eher neutral. Falls es mal Beweise dafür geben sollte, dann würde er das akzeptieren, ansonsten eben nicht ...

Inhaltlich ging es uns beim dem Interview hauptsächlich um die Frage, was von Seiten des I-I bzgl. des Aufbaus einer integralen Gemeinschaft geplant ist und wie die Zertifizierungen gedacht sind. Ken erläutert, dass er selbst nicht direkt am Aufbau der Gemeinschaft arbeitet, so dass wir dies später mit Gail besprechen. Ken will die Vergabe von Zertifikaten und Partnerschaften eher restriktiv handhaben. Eine Ausweitung über das I-I hinaus ist schon deshalb nicht absehbar, weil auch die Kriterien für I-I Mitarbeiter noch nicht festgelegt sind und laut Ken auch nicht von allen erfüllt würden. Wenn die Kriterien klar sind, werden sich zuerst Einzelpersonen nach den I-I Standards auf verschiedenen Leveln qualifizieren können. Anschliessend besteht vielleicht irgendwann die Möglichkeit auch Organisationen zu qualifizieren. Die Level sind dann Integral-Friend, -Partner oder "Powered by AQAL", wobei letzteres nur dem I-I selbst vorbehalten bleiben soll. Integral Friend wird dem AK/IF sofort als Kennzeichnung zugesprochen.

Dirk und Gail Taylor

Ein weiterer uns wichtiger Punkt ist die Frage nach einem möglichen Besuch durch Ken in Europa mit ggf. weiteren öffentlichen Aktivitäten. Ken zeigt sich ernsthaft interessiert, hat aber in dieser Richtung bereits sehr viele Anfragen vorliegen. Würde er sich also entscheiden öffentlich mit Besuchen und Rundfunksendungen aktiv zu werden, so müsste er auch viele andere schon bestehende Angebote innerhalb und ausserhalb Amerikas annehmen. Dies erscheint derzeit nicht als wahrscheinlich, da er im Rahmen seines gesundheitlichen Befindens seine Energien auf den Aufbau der integralen Universität und die Fertigstellung begonnener Bücher fokussiert.
Wir gehen noch eine Reihe von Fragen mit ihm durch, ohne dass dabei wesentlich neue Positionen sichtbar werden. Natürlich haben wir seinen Mitarbeitern und ihm auch den Aufbau des integralen Forums (Arbeitskreises) erläutert, so dass eine gute Grundlage für die fortgesetzte Zusammenarbeit durch den persönlichen Kontakt geschaffen ist. Es ist eben doch etwas anderes, ob man sich in direkter Begegnung in die Augen geschaut hat oder sich nur als Absender vom e-mails kennt.

Neben den Gesprächen mit Huy und Rich ist dabei besonders der Kontakt zu Gail hervorzuheben. Wir haben einen persönlichen Draht zu Ihr gefunden und sind gespannt, was sich im Laufe der Zeit daraus entwickeln wird.
Lernen konnten wir bei dem Besuch vieles, besonders über uns selbst. Eine stabile und weitverzweigte integrale Gemeinschaft wie sie mit dem IF/AK im deutschsprachigen Raum existiert ist bislang international einzigartig. Auch in den USA wird so etwas grade erst begonnen. Bei dem Aufbau und der Pflege solcher Gemeinschaften sollten die jeweiligen kulturellen Unterschiede berücksichtigt werden. Dies bestärkt uns u.a. darin den bisherigen Weg des Arbeistkreises / Integralen Forums im deutschsprachigen Europa weiter zu gehen und uns konsequent zu entwickeln. Dabei wollen wir im regelmässigen direkten Kontakt mit dem I-I bleiben, so dass wir gegenseitig von unseren Erfahrungen profitieren können. Am I-I besteht Interesse unsere Erfahrungen im Aufbau der internationalen Gemeinschaft zu nutzen, während wir umgekehrt an neuen Entwicklungen im Aufgabenbereich des I-I bzw. der IU interessiert sind.

Wir haben bei dem Besuch einige Einblicke in die Strukturen und Entwicklungen am I-I gewonnen, Kontakte geknüpft und neue Freunde gefunden. Dies ist eine gute Basis für die zukünftige Zusammenarbeit. Dies insbesondere mit der für uns gewachsenen Wertschätzung gegenüber unseren eigenen europäischen Wurzeln und schon geschaffenen integralen Strukturen.