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20.10.2017 : 12:38 : +0200

So könnte es gehen...

Cartoon zu Simpol von Andreas Schröder - Klicken zum Vergrößern

Förderprojekt:

Unterstützung der Simpol-Kampagnen in deutschsprachigen Ländern

Kurze Zusammenfassung des Projekts

SIMPOL, eine integral informierte politische Kampagne, zeigt einen konkreten Weg auf, um das Dilemma der internationalen politischen Lähmung bei globalen Problemen (z.B. Klimawandel) mit demokratischen Mitteln aufzulösen. Bürger nutzen ihre politische Stimme bei Wahlen um Druck auf alle Parteien auszuüben, sich dem globalen Momentum einer simultanen Politik aller Nationen anzuschließen, die letztlich zu bindenden Regulierungen auf globaler Ebene führt, die für alle Nationen von Vorteil sind. Zur Unterstützung der Simpol-Kampagnen in deutschsprachigen Ländern wirbt die EIA um Geld zur Errichtung einer professionellen Webpräsenz. 

 

 

Was bedeutet „Simpol“?

"Simpol" ist die Abkürzung für „simultaneous policy“ - „Simultan-Politik“. Simpol ist eine internationale Kampagne, um globale Probleme mit den bestehenden demokratischen Werkzeugen auf intelligente Weise zu lösen.

Das Problem

Das Kern-Problem, das hinter zahlreichen globalen Konflikten steht, ist destruktiver internationaler Wettbewerb, eine Variation des bekannten „Gefangenendilemmas“ aus der Spieltheorie. Destruktiver internationaler Wettbewerb unter den Nationen verhindert eine übergeordnete, bindende Kooperation auf Welt-Ebene, z.B. in Fragen des Klimaschutzes, der Regulierung des Finanzsektors und der Regulierung transnationaler Unternehmen, Einhaltung von menschenwürdigen Arbeitsbedingungen, etc. Bislang handelt sich immer diejenige Nation einen Wettbewerbsnachteil ein, die sich zuerst bewegt und sich im Sinne des größeren planetaren Ganzen Pflichten auferlegt (z.B. CO2-Emissionen reduziert, Finanzakteure besteuert, Arbeitsschutzgesetze einführt etc.). Aufgrund des starken internationalen Wettbewerbs in einer globalisierten Welt muss eine Nation dann mit Abwanderung von Kapital und Investitionen in andere Länder rechnen, wo die Auflagen weniger streng und die wirtschaftlichen Bedingungen günstiger sind. So schieben sich alle gegenseitig den schwarzen Peter zu und globale Probleme bleiben ungelöst.

Die (demokratischen) Politiker in jedem Land sitzen in der Zwickmühle: Setzen Sie die Forderungen der Bevölkerung nach mehr sozialer Gerechtigkeit und mehr Umweltschutz um, so riskieren Sie eine Abwanderung von Arbeitsplätzen ins Ausland und werden bei der nächsten Wahl womöglich nicht wiedergewählt. Die Politik gerät in die Legitimationskrise, weil sie zunehmend als Spielball finanzieller Akteure wahrgenommen wird (was sie ist) und nicht als Vertretung des Volkswillens. Wähler empfinden den Urnengang zunehmend als sinnlos, da sie (unter den ernstzunehmenden Volksparteien) letztlich nur Variationen desselben wirtschaftsliberalen politischen Einheitsbreis wählen können – ein Phänomen, das international als Politikverdrossenheit allgemein bekannt ist. 

Banken, Investoren und transnationale Unternehmen sind die (vermeintlichen) Nutznießer des destruktiven internationalen Wettbewerbs und spielen Nationen gegeneinander aus. Tun sie es nicht, so tun es eben die anderen und sie verlieren – das alte Argument, das leider richtig ist. Neben Gier, Maßlosigkeit und Machtstreben, die es hier sicher auch gibt, verunmöglichen systemische Gründe – destruktiver internationaler Wettbewerb –, dass Individuen in diesen Branchen, die bessere Absichten hegen, auf den Ruf ihres Gewissens hören. „Bitte reguliert uns“, hört man deshalb sogar aus ihren Reihen immer öfter als Wunsch an die Politik.

In politischer Hinsicht fehlt eine legitimierte, übergeordnete Ebene der transnationalen Regulierung, die gesetzlich bindende Wirkung hat und Sanktionen bei Nichtbefolgung verhängen kann. Die Vereinten Nationen genügen diesem Anspruch bisher nicht, sondern verhalten sich in entscheidenden Fragen lediglich als Extension nationalstaatlicher Gebilde, von denen sie abhängen. Sie sind als solche nicht in der Lage den globalen „Governance Gap“, d.h. die bestehende politische Lücke globaler Regulierungen, zu füllen.

Der Lösungsansatz

Nachteile für einzelne Nationen in der Erfüllung ihrer planetaren Verantwortungen können nur vermieden werden, wenn Regulierungen simultan von allen Nationen in Kraft gesetzt werden. Die Vorteile der Kooperation auf höherer Ebene überwiegen dann die Vorteile des eigennützigen Agierens auf der nationalstaatlichen Ebene. Eine simultane globale Besteuerung von Finanztransaktionen z.B. könnte Mittel für einen globalen Klimaschutz-Fonds generieren, der die „Verlierer“ von Emissionskürzungen entschädigt. Auf ähnliche Weise könnten mehrere globale Problemfelder gleichzeitig angegangen werden.

Der Weg zu einer transnationalen simultanen Politik führt zunächst über demokratische Prozesse. Wähler, die die globale Kooperation aller Nationen befürworten, melden sich als Simpol-Unterstützer und erklären, dass sie bei der nächsten Wahl in ihrem Land jegliche vernünftige Partei wählen werden, die sich bereit erklärt, sich einer simultanpolitischen Regulierung unterzuordnen, sobald diese zustande kommt. Simultanpolitische Beschlüsse treten per definitionem erst in Kraft, sobald alle oder hinreichend Nationen mitziehen. Eine Selbstverpflichtung ist für die Politiker also mit keinerlei Risiko verbunden – eher umgekehrt, denn Parteien, die sich der Simultanpolitik nicht verpflichten, haben einen Wettbewerbsnachteil gegenüber denjenigen Parteien, die das tun. Somit reicht bereits ein kleiner Prozentsatz von Wählern aus, um die wichtigsten Parteien eines Landes hinreichend zur Kooperation auf globaler Ebene zu motivieren. Politischer Druck von unten würde selbst den ignorantesten Politikern auf die Sprünge helfen. Das bereits vorliegende Beispiel der Simpol-Bewegung in Großbritannien demonstriert, dass diese Prinzipien tatsächlich greifen.

Parallele Kampagnen in allen demokratisch verfassten Staaten helfen dann, nach und nach die Perlen der Unterstützung auf die globale Perlenkette aufzureihen. Der Teufelskreislauf des destruktiven internationalen Wettbewerbs wird nach und nach ersetzt durch den Tugendkreislauf der Bekundung transnationaler Kooperationsbereitschaft. Mit der wachsenden globalen Unterstützung ist die Frage dann nicht mehr, warum eine Nation mitmacht, sondern, warum nicht – nicht mehr die Frage, ob, sondern nur noch, wann die simultanpolitische Regulierung in Kraft tritt. Nicht demokratisch verfasste Staaten werden sich (unabhängig vom Volkswillen) den simultanpolitischen Regulierungen anschließen, da sie einsehen werden, dass es in ihrem eigenen größten Vorteil ist, unseren Planeten als Lebensgrundlage nicht zu zerstören, und transnationale Ausgleichsregelungen etwaige Nachteile für sie neutralisieren.

Integrale Aspekte von Simpol

John Bunzl, Ken Wilber

Die simultanpolitische Bewegung geht zurück auf den Briten und Geschäftsmann John Bunzl, der mittlerweile eine gute Kenntnis der integralen Theorie nach Ken Wilber hat und seine Analysen mithilfe dieser theoretischen Linse untermauert. Wilber kennt und unterstützt Bunzls Ideen:

"Die zentrale Idee [von Simpol] ist sehr kraftvoll; das ist die Idee, Stimmen in einem Land mit Stimmen in einem anderen zu verbinden - wie man politische Aktionen in einem Land mit denen in einem anderen Land verbindet. Auf der derzeitigen Entwicklungsstufe des Nationalstaaten-Systems ist internationaler Wettbewerb eingebaut und so sind das Problem nicht die Umweltbelange, sondern wie man Menschen dazu bringt, sich in Umweltbelangen zu einigen. Das ist wirklich faszinierend und macht sehr viel Hoffnung. Meiner Meinung nach ist das das entscheidende Problem für das 21. Jahrhundert." - Ken Wilber

Simpol ist der erste ernstzunehmende Versuch einer wahrhaft integralen Politik, die die Probleme unserer Zeit auf der Ebene adressiert, auf der sie akut sind: auf der globalen Ebene.

  • Simpol analysiert die globale Problemlage von einer integralen Ebene der Kognition aus und erkennt das zugrundeliegende Wurzelproblem des destruktiven internationalen Wettbewerbs. 
  • Simpol versucht nicht fragmentarisch an den Symptomen destruktiver internationaler Kooperation herumzudoktern, sondern packt das Problem bei der Wurzel, indem es einen Kontext erzeugt, der die Möglichkeiten und die Vorteile von Kooperation sichtbar macht.
  • Simpol lehnt bestehende politische Strukturen und Prozesse nicht ab, sondern nutzt sie geschickt, um transnationale Synergien zu erzielen – jenseits ideologischer Präferenzen, pragmatisch und zum Wohle des Ganzen.
  • Anstatt lediglich auf idealistische Weise Werte und Ziele zu verkünden, wird ein konkreter und gangbarer Weg aufgezeigt, der zur Bildung einer holarchisch übergeordneten Ebene globaler politischer Regulierung führt.
  • Simpol ermächtigt die Bürger, sich selbst zu ermächtigen und global zu wirken, indem sie lokal agieren.

Was es braucht

Die EIA anerkennt den großen Wert und die visionäre Weitsicht, die im Konzept von Simpol steckt. Daher ist es uns ein Anliegen die Simpol-Aktivitäten im deutschsprachigen Raum zu unterstützen. Konkret bedeutet das, eine inhaltlich und ästhetisch ansprechende Web-Präsenz zu errichten,  auf der alle Materialien und Informationen zum Simpol-Konzept leicht zugänglich sind und alle entsprechenden Aktivitäten abrufbar sind. Hierfür benötigen wir 2000 Euro. Für die regelmäßige Pflege der Webseite, sowie Übersetzungsarbeiten für das erste Jahr (bis hinreichend freiwillige Unterstützung generiert worden ist) veranschlagen wir für 12 Monate x 200 Euro = 2400 Euro, mithin 4400 Euro als Fördersumme insgesamt.

 

Einrichtung Webseite mit Content Management System (CMS)                    2000€

Übersetzungen und Webseitenpflege für 12 Monate                                    2400€

Benötigte Fördersumme insgesamt                                                      4400€

Alle Spender und Stifter werden auf Wunsch namentlich als Förderer auf der Webseite erwähnt. Für kleinere Spenden und größere Zustiftungen wenden Sie sich bitte an Hilde Fauland-Weckmann.

Kontoverbindungen, sowie weitere Details finden Sie unter folgendem Link.

Unterstützen Sie mit konkreten Handlungen den Wandel, den Sie in der Welt sehen möchten! Teilen Sie diese Information in Ihrem Umfeld, z.B. durch Weiterleiten dieses Links oder des PDFs an ihre Freunde, Bekannte oder direkt an politische Abgeordnete, durch Nutzung sozialer Netzwerke wie Facebook, Google+ oder anderer Kanäle. Kommen Sie raus aus der Haltung der Resignation und unterstützen Sie diese Kampagne durch Ihre Kreativität. Oder lassen Sie uns wissen, falls Sie sogar noch bessere Ideen zur Adressierung der globalen Probleme haben. 

Interview mit John Bunzl (Englisch)